Ticușu [] ist eine Gemeinde im Kreis Brașov, in der Region Siebenbürgen in Rumänien. Gemeindesitz ist der Ort Ticușu Vechi (, ).Heinz Heltmann, Gustav Servatius (Hrsg.): Reisehandbuch Siebenbürgen. Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-2019-2.
Geographische Lage miniatur|links|Lage der Gemeinde Ticușu im Kreis Brașov Die Gemeinde Ticușu liegt in der historischen Region dem Fogarascher Land im Siebenbürgischen Becken. Am Bach Ticuș, einem rechten Zufluss des Olt (Alt), und an der Kreisstraße (drum județean) DJ 104K, liegt das Gemeindezentrum etwa 35 Kilometer südwestlich von der Kleinstadt Rupea (Reps); die Kreishauptstadt Brașov (Kronstadt) befindet sich ca. 75 Kilometer südöstlich entfernt.
Geschichte Auf dem Gebiet des eingemeindeten Dorfes Cobor – von den einheimischen Sachsen Noatlinkgraben genannt – deuten archäologische Funde bis in die Spätbronzezeit zurück. Diese sind in Museen in Hermannstadt und Sighișoara (Schäßburg) zu sehen.Repertoriul Arheologic al României – Cobor bei cimec.ro, abgerufen am 1. Oktober 2016 (rumänisch). Archäologische Funde auf dem Livadă-Hügel innerhalb von Ticușu Vechi deuten auf eine Besiedlung im 3. oder 4. Jahrhundert hin.Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2010 aktualisiert (PDF; 7,10 MB).
Der Ort Ticușu Vechi wurde erstmals 1373 urkundlich erwähnt.
Im Königreich Ungarn gehörte die heutige Gemeinde im Stuhlbezirk Kőhalom (heute Rupea, Reps) dem Komitat Groß-Kokelburg, anschließend im Königreich Rumänien dem Kreis Făgăraș und in der kommunistischen Zeit ab 1950 dem Kreis Brașov in seiner heutigen Zusammensetzung an. Bis 1925 wurde der Ort Ticușu Vechi Ticușu Săsesc genannt, wobei săsesc das rumänische Wort für sächsisch ist.Ticuș bei prefecturabrasov.ro abgerufen am 1. Oktober 2016 (rumänisch).
Bevölkerung Die Bevölkerung der Gemeinde entwickelte sich wie folgt: VolkszählungVarga E. Árpád: Volkszählungen 1880–2002 bei kia.hu, letzte Aktualisierung am 1. November 2008 (PDF; 513 kB; ungarisch). Ethnie Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche Andere 1850 2308 287 935 907 179 1941 2403 288 731 1095 289 1977 1483 289 294 718 182 2002 866 370 136 7 353 2011 908 591 110 2 (?) 205 (172 Roma) 2021 960 431 68 14 447 Seit der offiziellen Erhebung von 1850 wurde auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde die höchste Einwohnerzahl (2464) 1920 ermittelt. Die höchste Zahl von Rumäniendeutschen wurde 1941, die der Magyaren 1850, die der Rumänen 2011 und die der Roma (365) wurde 2021 registriert.
Die Hauptbeschäftigung der Bevölkerung ist die Forst- und Landwirtschaft.
Sehenswürdigkeiten Die evangelische Kirchenburg Deutsch-Tekes (Ticușu Vechi),Die Kirchenburg in Ticușu Vechi bei romanianresorts.ro abgerufen am 1. Oktober 2016 (rumänisch). wurde 1694 von den Bewohnern, die in den zehn Bauernhöfen des Ortes lebten, errichtet. Die rhombenförmige Kirchenburg mit den drei bis fünf Meter hohen Wehrmauern, hat an jeder Ecke einen dreigeschossigen Wehrturm. 1802 wurde die Kirche mit ihrem Westturm von einem Erdbeben stark beschädigt und von 1823 bis 1827 in einem spätbarocken Baustil erneuert. Heute steht die Kirchenburg unter Denkmalschutz. Im eingemeindeten Dorf Cobor (Kiewern oder auch KiwernKarl Putz, Viktor Morawitz: Ungarn und Siebenbürgen mit Angaben sämtlicher Gerichtshöfe, Bezirkshöfe und der Gemeinden, Wien 1872.) wurde die reformierte Kirche im 15. Jahrhundert errichtet; von den Tataren 1658 und die wiederaufgebaute 1802 durch einen Brand zerstört. Die gotische Saalkirche hat eine Kassettendecke und eine hölzerne Orgelempore. Der dreigeschossige Wehrturm ist auch Glockenturm. Die heutige KirchenburgAngaben zur Kirche in Cobor bei biserici.org abgerufen am 1. Oktober 2016 (rumänisch). steht unter Denkmalschutz.
Persönlichkeiten Fritz Keintzel-Schön (* 31. August 1904 in Klausenburg; † 9. Juli 1971 hier in Ticușu Vechi),Hermann A. Hienz: Schriftsteller-Lexikon der Siebenbürger Deutschen. Böhlau, Köln, Weimar, Wien 2001, ISBN 3-412-15200-5. Lehrer, Sprachwissenschaftler und VolkskundlerSara Schenker: Allgemeiner Bericht über Fritz Keintzel-Schön am 15. Februar 2008 bei siebenbuerger.de abgerufen am 1. Oktober 2016.Regesta Imperii: Angaben zu Fritz Keintzel-Schön.
Weblinks
Deutschtekes bei siebenbuerger.de Ticușu bei ghidulprimariilor.ro
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung 1373