mini|Lena Urzendowsky (2025) Lena Urzendowsky (* 16. Februar 2000 in Berlin) ist eine deutsche Schauspielerin. Seit Mitte der 2010er Jahre trat sie in über 30 Film- und Fernsehrollen in Erscheinung. Für ihre Nebenrolle im Drama In die Sonne schauen wurde sie 2026 mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet.

Leben Lena Urzendowsky wuchs in Berlin auf. Sie ist die jüngere Schwester des Schauspielers Sebastian Urzendowsky. Ab 2005 besuchte sie die Theater- und Musicalschule Stage Factory Berlin, die sie 2012 als Jahrgangsbeste abschloss., abgerufen am 30. Oktober 2021

2014 debütierte sie in der ZDF-Märchenverfilmung Die Schneekönigin in einer Nebenrolle. Nach einer Nebenrolle im Kinofilm Bibi & Tina: Mädchen gegen Jungs (2016) wurde sie noch im selben Jahr durch ihre Hauptrolle im Fernsehfilm Das weiße Kaninchen, in dem sie ein jugendliches Opfer von Cyber-Grooming spielt, einem breiteren Publikum bekannt. Ihre Darstellung an der Seite von Devid Striesow wurde 2016 mit dem Sonderpreis des Günter-Rohrbach-Filmpreises sowie 2017 mit dem Grimme-Preis und dem Günter-Strack-Fernsehpreis gewürdigt.

Weitere Aufmerksamkeit erlangte sie durch ihre Hauptrolle im Fernsehfilm Der große Rudolph über den Modemacher Rudolph Moshammer, in dem sie an der Seite von Thomas Schmauser und Hannelore Elsner zu sehen war. Für ihre darstellerische Leistung erhielt sie 2018 den Hessischen Fernsehpreis und wurde 2019 mit dem Förderpreis des Deutschen Fernsehpreises und dem deutschen Schauspielpreis in der Kategorie Nachwuchs ausgezeichnet. In ihrer Danksagung äußerte sie sich unter anderem positiv über Fridays for Future und appellierte an grünere Filmproduktion.

Sie legte 2018 ein bilinguales deutsch-französisches Abitur in Berlin ab.Berliner Morgenpost Extra, Abitur 2018, S. 30, vom 2. Juli 2018, abgerufen am 18. Juni 2019 Gleich im Anschluss fanden die Dreharbeiten zu Leonie Krippendorffs Spielfilm Kokon statt. Dort ist sie in ihrer ersten Kinohauptrolle zu sehen, zusammen mit Jella Haase, Lena Klenke und Elina Vildanova. Der Film lief als Eröffnungsfilm der Sektion Generation 14+ auf der Berlinale 2020. Außerdem gewann er den Iris-Preis für den besten Spielfilm auf dem internationalen Filmfestival in Cardiff. Sie selbst gewann den Preis als beste weibliche Darstellerin. Eine weitere Auszeichnung für Kokon erhielt sie im Rahmen des Bayerischen Filmpreises 2020 als beste Nachwuchsdarstellerin.

Seit 2020 ist sie in der Netflix-Serie How to Sell Drugs Online (Fast) zu sehen sowie 2021 im Hauptcast der Amazon-Prime-Serie Wir Kinder vom Bahnhof Zoo. Im Frühjahr 2021 kam Oliver Krachts feministischer Debütfilm Trümmermädchen in die deutschen Kinos. Urzendowsky ist auch in weiteren Kinoproduktionen zu sehen, so spielt sie z. B. im Drama Zwischen Uns von Max Fey an der Seite von Liv Lisa Fries und in der Kino-Komödie Sweet Disaster ist sie zusammen mit Friederike Kempter und Florian Lukas zu sehen. Für ihre Darstellung gewann sie auf dem Romford Filmfestival die Auszeichnung als Best Supporting Actress.

Beim Filmfestival Max Ophüls Preis 2023 hatte die Tragikomödie Franky Five Star von Birgit Möller Premiere, in der Urzendowsky die Titelrolle Franky spielt.Volle Kinosäle in Saarbrücken. In: mfg.de. Abgerufen am 14. Februar 2023. Der Film wurde mit dem Preis der Ökumenischen Jury ausgezeichnet. Im selben Jahr erschien die Serie Luden, in der sie zum Hauptcast gehört und eine Sängerin auf der Reeperbahn in den 80er Jahren spielt.

Im Rahmen der Nibelungenfestspiele Worms 2023 verkörperte Urzendowsky die Hauptfigur Brynhild. Für diese Rolle erhielt sie den Mario-Adorf-Preis, das Preisgeld spendete sie u. a. an Sea-Watch und Havar Help. Im Dezember 2023 kam der Film 791 km in die Kinos, eine Art Roadmovie, in dem Urzendowsky eine von vier Fahrgästen in einem Taxi spielt (dargestellt von Iris Berben, Nilam Farooq, Ben Münchow und ihr). Den Fahrer stellt Joachim Król dar.

Im Drama In Liebe, Eure Hilde von Andreas Dresen war sie erneut an der Seite von Liv Lisa Fries zu sehen. Bei den 78. Internationalen Filmfestspielen von Cannes lief das Generationendrama In die Sonne schauen im Wettbewerb und gewann den Preis der Jury. Urzendowsky übernahm unter der Regie von Mascha Schilinski eine der Hauptrollen. Der Film kam am 28. August 2025 in die Kinos. Für ihre Darstellung der Angelika wurde Urzendowsky ein Jahr später mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet.

Urzendowsky lebt in Berlin und studiert Philosophie und Sozialwissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin. Seit der Spielzeit 2025/2026 gehört sie zum Schauspielensemble am Schauspielhaus Zürich.Lena Urzendowsky, auf schauspielhaus.ch 2026 wurde sie bei der 76. Berlinale in die internationale Jury der Sektion Generation berufen.

Für Knut Elstermann gehört sie zu den erstaunlichsten jungen Schauspielerinnen Deutschlands.

Filmografie

Fernsehfilme 2014: Die Schneekönigin 2016: Das weiße Kaninchen 2017: Der Usedom-Krimi: Nebelwand 2017: Der Usedom-Krimi: Trugspur 2017: Kein Herz für Inder 2018: Gladbeck 2018: Der große Rudolph 2018: Der Kriminalist (Serie, 1 Folge) 2020: Tatort: Leonessa 2020: Kranke Geschäfte 2021: Mutter kündigt 2021: Tatort: Luna frisst oder stirbt 2025: Tatort: Das Ende der Nacht

Serien 2017–2020: Dark 2018: Kroymann (Satiresendung, 1 Folge) 2020: Schatten der Mörder – Shadowplay 2020–2025: How to Sell Drugs Online (Fast) 2021: Wir Kinder vom Bahnhof Zoo 2023: Luden 2025: Schwarzes Gold

Kinofilme 2016: Bibi & Tina: Mädchen gegen Jungs 2016: Svea (Kurzfilm) 2019: Was gewesen wäre 2020: Kokon 2021: Trümmermädchen – Die Geschichte der Charlotte Schumann 2021: Sweet Disaster 2021: Zwischen uns 2023: Franky Five Star 2023: 791 km 2023: Zwischen uns der Fluss 2024: Jenseits der blauen Grenze 2024: Rabia 2024: In Liebe, Eure Hilde 2025: In die Sonne schauen

Synchronrollen (Auswahl)

2025: Lesbian Space Princess – Willow (Originalstimme: Gemma Chua-Tran)

Theater

2023: Brynhild, Regie: Pinar Karabulut, Nibelungenfestspiele 2025: 3 Schwestern, Regie: Christina Tscharyiski, Schauspielhaus Zürich 2026: Monster, Regie: Anta Helena Recke, Schauspielhaus Zürich

Hörspiele 2021: Blackbird (nach dem Roman von Matthias Brandt) 2021: Die Wut-Life-Balance (Audible Original) 2023: Der Greif – Die Vorboten (nach dem Drehbuch von Judith Vogt und Christian Vogt) 2023: Paradise Garden (nach dem Roman von Elena Fischer) 2024: Kein Fluss (nach dem Roman von Selva Almada) 2024: Running Backwards 2024: Ein Leben im Ton (Hörspiel von Frank Witzel) 2025: Die Arbeiter des Meeres (nach dem Roman von Victor Hugo)

Auszeichnungen 2016: Günter-Rohrbach-Filmpreis Sonderpreis für Das weiße KaninchenPressemeldung des SR, abgerufen am 17. November 2016 2017: Grimme-Preis für Das weiße Kaninchen 2017: Günter-Strack-Fernsehpreis für Das weiße Kaninchen 2017: Nominierung New Faces Award für Das weiße Kaninchen 2018: Hessischer Fernsehpreis in der Kategorie Beste Schauspielerin für Der große Rudolph. Abgerufen am 13. Oktober 2018. 2019: Deutscher Fernsehpreis Förderpreis für Der große Rudolph 2019: Deutscher Schauspielpreis in der Kategorie Nachwuchs für Der große Rudolph 2019: Preis der Deutschen Akademie für Fernsehen in der Kategorie Beste Nebendarstellerin für Der große Rudolph 2020: Iris-Preis Beste weibliche Darstellerin für Kokon 2021: Santo Domingo OutFest, Preis für die beste Performance für Kokon 2021: Bayerischer Filmpreis, Nachwuchsdarstellerin für Kokon 2021: Nominierung Preis der Deutschen Filmkritik als Beste Darstellerin für Kokon 2022: Romford Filmfestival (UK), Beste Nebendarstellerin für Sweet Disaster 2022: Blue Whiskey Independent Film Festival (US), Beste Nebendarstellerin für Sweet Disaster 2023: Mario-Adorf-Preis 2024: Nominierung Deutscher Hörbuchpreis als Beste Interpretin für Paradise Garden 2025: Preis der Jury Cannes Filmfestival für In die Sonne schauen 2026: New Star Award@Deutscher Filmball für In die Sonne schauen 2026: Nominierung Preis der Deutschen Filmkritik als Bestes Ensemble für In die Sonne schauen 2026: Shortlist 98th Academy Awards for Best International feature Film In die Sonne schauen 2026: Deutscher Filmpreis als Beste Nebenrolle für In die Sonne schauen

Interviews (Auswahl)

2026: Sagen Sie jetzt Nichts - Lena Urzendowsky (Fotos: Axel Martens / Text: Gabriela Herpell). in: Süddeutsche Zeitung Magazin Nr. 21 (2026) vom 22. Mai 2026: S. 6–7

Weblinks

Interview mit Lena Urzendowsky. In: B.Z., 29. September 2016.

Einzelnachweise

Kategorie:Kinderdarsteller Kategorie:Filmschauspieler Kategorie:Träger des Deutschen Filmpreises Kategorie:Grimme-Preisträger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 2000 Kategorie:Frau