mini|Kulturhaus der Wismut AG in Chemnitz Die Liste der Kulturhäuser in der DDR verzeichnet den Zustand und die Nutzung wichtiger in der Deutschen Demokratischen Republik errichteter Kulturbauten.

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Geschichte Von 1949 bis 1989 wurden in der Deutschen Demokratischen Republik auf Betreiben der Politik über 2000 Kulturhäuser, Kulturpaläste und Arbeiterclubs neu erbaut oder in bestehenden Villen, Gasthöfen und Saalbauten eingerichtet. Betrieben wurden sie vielfach von Kombinaten, in ländlichen Gebieten auch von den Maschinen-Ausleih-Stationen (MAS). Im Einklang mit der Baudoktrin der frühen 1950er Jahre wurden zunächst hauptsächlich Typenbauten nach Art des Sozialistischen Klassizismus oder der Heimatschutzarchitektur aufgeführt. Die Ausstattung war oft repräsentativ, es kamen edle Materialien zum Einsatz, der Bauschmuck wurde von namhaften Künstlern gestaltet. Jüngere Bauten der 1960er Jahre sind dagegen vielfach in Formen der internationalen Moderne gehalten, der Anteil der Repräsentationsräume war bei ihnen zugunsten von Gastronomie und Gesellschaftsräumen geringer. In der Zeit der Wende und friedlichen Revolution in der DDR führten die Privatisierung durch die Treuhandanstalt, der Bevölkerungsrückgang, geändertes Sozialverhalten und die kostspielige Bewirtschaftung der oftmals überdimensionierten Objekte zu Leerstand. Obwohl manche Häuser, teils schon vor der Wende, unter Denkmalschutz gestellt worden waren, kam es zu Vandalismus, Brandstiftung und Abrissen. Andere Kulturhäuser, insbesondere kleinere Bauten in Mittelstädten, wurden saniert, meist in die Trägerschaft der Städte übernommen und konnten sich in der veränderten Kulturlandschaft neu positionieren.

Tabellarische Übersicht Legende Nutzung gesichert gefährdet abgerissen

Ort Bundesland Bild Gebaut Architekt Träger Ausstattung Status 1996 Status 2016 Ahlbeck 150px Haus der Erholung 1957 als Kulturzentrum und Verpflegungsstätte für FDGB-Urlauber eröffnetOstseefreuden – für Veteranen gut dosiert. In: Neue Zeit, 19. Juli 1982, S. 8; online. Saal, Klubgaststätte bis 2010 als Kino, Diskothek und für Veranstaltungen des örtlichen Karnevalvereins genutzt Wirtschaftsgebäude 2019 abgerissen, Sanierung und touristische Nutzung geplant Altdöbern Heinrich-Heine-Kulturhaus 1894 als Schützenhaus eröffnet, 1964 Umbau und Umbenennung, 1974 Renovierung und Erweiterung Tagebau Greifenhain Saal, Klubgaststätte nach Stilllegung des Tagebaus 1994 als Kultberg betrieben 2018 Sanierung des Schützensaals, 2024 durch Brandstiftung größtenteils zerstört.Zeitungsmeldung über das KulturhausDokumentation des KulturhausesWebsite des Kulturhauses Arnstadt Kreiskulturhaus »CHEMA« vor 1900 Restaurant Faber, ab 1946 Haus des Volkes, ab 1954 Kreiskulturhaus VEB Chemieanlagenbau Erfurt-Rudisleben großer Saal, kleiner Saal, Gartensaal, Klubgaststätte, Gesellschaftsräume abgerissen, durch einen Wohn- und Bürohausneubau ersetzt. Arnstadt RFT-Kulturhaus „Lindeneck“ errichtet 1852 als Sommersitz für Willibald Alexis, ab 1893 Kurhaus, 1929 Neueröffnung nach Umbau, 1954 durch RFT übernommen VEB RFT Nachrichtenelektronik „Ernst Thälmann“ u. a. Versammlungsort des Kreistages des Ilm-Kreises 2012 abgerissen, durch einen Wohn- und Bürohausneubau ersetzt. Arnstadt Jugendklubhaus, nach 1990 Arnstädter Jugendzentrum 1846 errichtet als Concordia Renovierungen 1934, 1976–1980, u. a. Probenraum des CHEMA-Kinder-Unterhaltungsensembles Arnstadt (e. V.) 2019 abgerissen, durch einen Wohn- und Bürohausneubau ersetzt. Aschersleben 150px Bestehornhaus, Volkshaus 1908, 1938 u. a. Hans Heckner errichtet durch die Unternehmerfamilie Bestehorn, Stadt großer Saal mit 480 Pl., kleiner Saal mit 120 Pl., Gesellschaftsräume Erweiterung 1938, seit 1991 umfangreiche Sanierungsarbeiten, Denkmalschutz In Betrieb. Seit 2005 Heimstatt des jährlichen Kabarettfestivals der Bundesvereinigung Kabarett Aue 150px Kulturhaus „Ernst Thälmann“ 1957–1958 Heinz Voigtmann Stadt Theatersaal mit 784 Pl., Konzertsaal mit ca. 200 Pl., Parkett, Klubräume, sehr großes Vestibül, das auch als Gaststätte genutzt wurde reiche dekorative Ausstattung im Originalzustand erhalten; von der Stadt genutzt; zu DDR-Zeiten Veranstaltungsort; Fernsehaufzeichnungen beliebter Sendungen In BetriebWebsite des Kulturhauses Bad Berka 150px Klubhaus der Lungen-Heilstätte 1954–1958 Hanns Hopp, Richard Joachim Sahl Lungen-Heilstätte Bad Berka, Ministerium f. Gesundheitswesen der DDR, Zentral-Klinik Bad Berka GmbH großer Saal im Obergeschoss mit 400 Pl., Parkett, im Erdgeschoss Gaststätte Originalbestand der Erstausstattung (Lampen und Saalgestühl); Gaststätte in Betrieb; die keramischen Pfeilerverkleidungen im Gastraum sind künstlerische Arbeiten des Töpferzirkels ehemaliger Patienten Denkmal Bad Blankenburg 150px Stadthalle 1930 Großer Saal mit 1254 Pl., Kleiner Saal, Mehrzweckraum, Clubräume, Foyer Generalsanierung 1995–2002 In Betrieb.Website des KulturhausesDokumentation des Kulturhauses Bad Liebenstein 150px Kulturhaus 1978–1981 Stadt Saal mit 600 Pl.; Sauna, Kegelbahn, Vereins- und Proberäume, Ballettübungsraum 2007 geschlossen, ruinös,Dokumentation des Kulturhauses 2017 abgerissenNorman Meißner: Abriss der Stadthalle in Bad Liebenstein Bad Lobenstein 150px Kulturhaus 1952–1954 O. Meinel, R. Metzner Gemeinde Saal mit ca. 600 Pl.; Parkett, Klubräume, Gaststätte Saalumbauten (Holzverkleidung) in den 1960er Jahren; rückseitig an den Ortspark angebunden; Nutzung durch die Gemeinde In Betrieb Bad Schlema 150pxKulturhaus „Aktivist“ um 1950 zuerst Wismut AG, seit den 1990er Jahren Stadtverwaltung Bad Schlema Nutzung durch die Verwaltung der Großen Kreisstadt Aue-Bad Schlema In Betrieb mit MuseumWebsite des KulturhausesWebsite des Kulturhauses Bandelin 150px Kulturhaus „Johannes R. Becher“ 1953 Ernst-Max Jahn Maschinen-Ausleih-Station Bandelin, Gemeinde und Förderverein großer Saal mit ca. 350 Pl., Parkett, Klubräume, Bibliothek, Gaststätte Typisches MAS-Kulturhaus in einem Zentraldorf; im Rahmen der Förderprogramme für die Landwirtschaft entstanden; wird von dem Förderverein am Leben erhalten; besonders Freizeitangebot für Jugendliche; Gaststätte in Betrieb Denkmal, ruinös, 2024 versteigertZeitungsmeldung über das Kulturhaus Berlin-Bohnsdorf Kultur- und Volkshaus 1948 Kuhn Bezirksamt Saal mit ca. 400 Pl., Gastronomie durch überregionale Spenden 1948 in der Gartenstadt Falkenberg durch den Verkauf von Papiercoupons, sog. Bausteine, und mit einer Kulturfondsanleihe aus den Holzelementen ehemaliger Zwangsarbeiterbaracken errichtet 1995 abgerissen. Nachfolge: Kulturküche an der DahmestraßeZeitungsmeldung über das Kulturhaus Berlin-Friedrichshain 150px Kulturhaus der Bauarbeiter