Es ist ein US-amerikanischer Horrorfilm von 2017 mit Elementen eines Coming-of-Age-Films von Andrés Muschietti. Es ist der erste Teil einer Neuverfilmung des gleichnamigen Romans von Stephen King, der bereits 1990 als Stephen Kings Es als Fernsehfilm verwirklicht wurde. Die Fortsetzung Es Kapitel 2 kam 2019 in die Kinos.

Handlung Maine, eine kleine Stadt namens Derry im Oktober 1988. Der sechsjährige Georgie Denbrough spielt im Regen mit einem Papierboot, das sein großer Bruder für ihn gebastelt hat. Als das Boot in einem Abfluss verschwindet und er in diesen hineinblickt, sieht er eine unheimliche Clownsgestalt, die sich ihm als Pennywise vorstellt. Diese verwickelt den kleinen Jungen in ein vermeintlich freundliches Gespräch und fordert ihn auf, das Boot zurückzunehmen. Zunächst scheint dies gut zu gehen, der Clown beißt Georgie jedoch Sekunden später einen Arm ab und zieht ihn in das Dunkel der Kanalisation.

Juni 1989: Bill Denbrough, Georgies großer Bruder, weiß noch immer nicht, was mit seinem kleinen Bruder geschehen ist. Er war eines von mehreren Kindern, die in letzter Zeit in Derry verschwunden sind, weshalb es ab 19 Uhr eine Ausgangssperre gibt. Der stotternde Bill hat nicht aufgehört zu glauben, dass sein Bruder noch lebt und darauf wartet, gerettet zu werden. Er glaubt, dass Georgie vom Regenwasser erfasst und in das weitläufige Abwassersystem von Derry gespült wurde. Um herauszufinden, was genau damals mit Georgie geschehen ist, stellt er in der Garage Experimente mit einem selbstgebauten Rohrsystem an und hat dort Karten der Kanalisation von Derry aufgehängt, was sein Vater nicht gutheißt, denn er glaubt nicht, dass sein jüngster Sohn noch lebt. Bill bittet seine drei Freunde, gemeinsam mit ihm die Kanalisation nach seinem Bruder abzusuchen. Sie alle sind Außenseiter in ihrer Schule: der jüdische Junge Stanley Uris, ein Skeptiker, der sich auf seine bevorstehende Bar Mitzwa vorbereitet, der unter seiner überfürsorglichen Mutter leidende Eddie Kaspbrak und Richie Tozier, der sich ständig als Komiker versucht. In ihren Sommerferien unterstützen sie Bill bei der Suche nach seinem Bruder, auch wenn sie eigentlich mehr daran interessiert sind, über Mädchen zu sprechen und über die Qualen, die ihnen einige tyrannische Jugendliche bereiten, wie ihr Peiniger Henry Bowers.

Bald stößt die hübsche Beverly Marsh zu ihnen, die wegen Gerüchte über ihr angeblich promiskuitives Verhalten von den anderen Mädchen an ihrer Schule nicht akzeptiert wird. Da ihr Vater sich ihr intim nähert, fühlt sie sich mit ihrer Clique wohler als zu Hause. Dann nehmen sie den neu zugezogenen Ben Hanscom auf, den sie am Fluss treffen und verarzten, nachdem dieser von Henry und dessen Freunden verletzt worden ist. Gemeinsam gehen sie zum Klippenspringen und Baden zur Zisterne von Derry. Ben ist ein übergewichtiger, introvertierter Junge, der seine Zeit am liebsten beim Lernen in der örtlichen Bibliothek verbringt. Sowohl er als auch Bill sind bald in Beverly verliebt. Ben findet in der Bibliothek bei seinen Recherchen heraus, dass das verschlafene Derry in der Vergangenheit schon mehrfach von einer Kreatur, die aus einer anderen Dimension kommt, heimgesucht wurde. Er zeigt ihnen in seinem Zimmer Dokumente aus Derrys Stadtgeschichte und erzählt seinen neuen Freunden, dass das Wesen alle 27 Jahre in der Stadt auftauchte, wobei sich immer Katastrophen und seltsame Todesfälle ereigneten. So verschwanden im Jahr der Stadtgründung von Derry alle Menschen aus der Stadt, im Jahr 1908 starben viele Kinder, 1935 kam es zu mysteriösen Vorkommnissen, und auch 1962 starben Menschen. All dies geschah an Orten in Derry, die über die Kanalisation mit dem Brunnenhaus verbunden sind. Gerade jetzt sind wieder 27 Jahre vergangen, und die mysteriöse Macht scheint abermals in der Stadt zu sein. Die Kinder benutzen alte Karten, um herauszufinden, wo sich der Verursacher versteckt.

Die Freunde geben zu, dass sie alle bereits ihre Erfahrungen mit Pennywise gemacht haben. Die Mitglieder der Clique wurden mit ihren scheinbar real gewordenen individuellen Ängsten konfrontiert. Die Macht, die es gezielt auf Kinder abgesehen hat, erscheint jedem von ihnen in seiner üblichen Gestalt oder in einer anderen Form, und meist kündet sich sein Erscheinen durch einen roten Ballon an, der durch die Luft schwebt. Eddie wird von einem ekligen Leprakranken verfolgt, Stan bekommt es mit einer Kreatur zu tun, die genauso aussieht wie das gruselige expressionistische Gemälde im Büro seines strengen Vaters, Ben Hanscom wurde im Keller der Bibliothek von einem kopflosen Jungen gejagt und Beverly, die sich selbst die Haare kurz geschnitten hat, wird in ihrem Bad von diesen fast in den Abfluss des Waschbeckens gezogen. Das Blut, das dabei im Bad verspritzt wurde, kann ihr Vater nicht sehen, jedoch alle ihrer neuen Freunde. Der afroamerikanische Junge Mike Hanlon, auf den sie am Fluss trafen, als dieser vor Henry und seinen Freunden floh, berichtet von einem Haus, in dem seine Eltern bei einem Brand ums Leben kamen und das ihn in seinen Visionen verfolgt. Bill sieht immer wieder seinen verschwundenen Bruder. Bei einem Besuch in einem verfallenen Haus in der Neibolt Street mit dem Zugang zu dem alten Brunnen wird letztlich auch Richie mit seinen Ängsten konfrontiert, als er sich mit vielen Clownpuppen in einem Zimmer eingeschlossen wiederfindet.

Eine Zeit lang gehen die Mitglieder der Clique, die sich mittlerweile selbst als Klub der Verlierer bezeichnen, wieder ihren gewohnten Leben nach, doch als Beverly kurz darauf im August 1989 spurlos verschwindet, nachdem sie sich endlich gegen ihren Vater zur Wehr gesetzt hat, gehen die Jungs abermals in das verfallene Haus. Bill ist fest davon überzeugt, dass Beverlys Vermutung stimmt, dass sie Es als Gruppe besiegen können. Doch das Wesen bemächtigt sich ihres Peinigers. Henry, dessen Freund Patrick Hockstetter mittlerweile ebenfalls in der Kanalisation verschwunden ist, erhält ein Paket mit einem Messer, welches er zuvor verloren hatte. Erst tötet er damit seinen Vater, dann sagt ihm eine Stimme, er solle auch die Mitglieder des Klubs der Verlierer töten. Er verfolgt sie in das verfallene Haus, doch Mike kann ihn überwältigen und in den Brunnen stoßen. Dort unten finden sie Beverly – zusammen mit den vielen anderen verschwundenen Kindern – in der Luft schwebend. Nachdem sie Beverly aus ihrem Tiefschlaf haben erwecken können, versuchen sie ihre Ängste, von denen sich Pennywise nährt, zu unterdrücken und besiegen Es. Seinen Bruder hat Bill in der Kanalisation jedoch nicht finden können.

Im September trifft sich der Club am Fluss. Beverly erzählt ihren Freunden von einer Vision, in der sie alle älter sind, aber wieder Angst haben. Bev wird es nicht vergessen können. Sie leisten einen Blutschwur, dass sie alle wieder zusammenkommen werden, sollte Es wieder zurückkehren. Bevor ihre Wege sich trennen, gibt Bill Beverly, die zu ihrer Tante nach Portland zieht, einen Kuss.

Filmanalyse Filmgenre und Aufbau Der Film wurde von Kritikern nicht nur als Horrorfilm, sondern auch als Coming-of-Age-FilmDavid Steinitz: Der amerikanische Albclown In: Süddeutsche Zeitung, 20. September 2017. und als eine finsterere Version von Stand by Me beschrieben.Andres Barker: Film Review: Stephen King’s ‘It’ In: Variety, 5. September 2017.John DeFore: ‘It’: Film Review In: The Hollywood Reporter, 5. September 2017. Auch Bezugnahmen auf den Jugendfilm Die Goonies seien nicht unbeabsichtigt, räumte Produzent Dan Lin ein.Nick Romano: It: Stephen King movie, Stranger Things comparison made by producer In: Entertainment Weekly, 13. August 2017.

Lukas Stern von der Berliner Zeitung erklärt, die Coming-of-Age-Geschichte keile sich in die Angstfantasie: „Vordergründig ist Es eigentlich eine ganz allgemeine Erzählung über Ängste und ihre Wirkungsweisen, über die Art, wie sie zunehmen, je mehr man sich ihnen hingibt, und das Dilemma, dass man immer stärker dazu gezwungen ist, sich ihnen hinzugeben, je stärker sie zunehmen. Und zugleich spielt sich diese vor der Folie einer im Grunde ebenso allgemeinen Geschichte über das Erwachsenwerden ab, über die Pubertät, über Mobbing in der Schule, über erste erotische Erfahrungen, über die mit aggressivem Elan vorangetriebene Emanzipation von den Eltern.“ Beide Stränge, so Stern, liefen im ersten Teil von Muschiettis Verfilmung mit gespenstischem Abstand nebeneinanderher, die Ebenen aber bedingten einander, denn gerade in der Kollision dieser Allgemeinheiten entstehe jene Unberechenbarkeit, die einen so atemlos im Sessel zittern lasse.Lukas Stern: Neuverfilmung von Stephen Kings Epos ‘Es’ ist erschreckend gut gelungen In: Berliner Zeitung, 27. September 2017.

Ralf Krämer von der Berliner Morgenpost sagt in seiner Kritik, Muschietti erzähle den Film in einer traumwandlerisch sicheren Balance zwischen klassischem Coming-of-Age-Drama und Horrorfilm. Er nehme sich Zeit für seine durchweg großartig gecasteten Protagonisten, so Krämer, und nehme die Nöte und Sehnsüchte ihrer Rollen ernst, wobei er gleichzeitig ein betörendes doppeltes Spiel mit den vertrauten Mitteln des Horror-Genres spiele.Ralf Krämer: Es – Mit Stephen King hinab in die Hölle In: Berliner Morgenpost, 28. September 2017.

Kameraarbeit und Filmschnitt Lukas Stern sagt, mit schneller werdender Schnittfrequenz manifestiere sich das Grauen: „Ein abgetrennter Kopf liegt in einer Astgabel, ein Clown steht in einer feiernden Menschenmasse. Immer tiefer dringt die Kamera ein in die alten und unbewegten Pressefotografien aus vergangenen Jahrzehnten, immer näher rückt sie [die Kamera] heran an das horrende Element in ihnen, an den Kopf, an den Clown.“ Jedem erscheine dieses Böse, dieses „Es“ anders, so Stern. Es materialisiere sich als krächzender Leprakranker, als unerschöpfliche Blutfontäne aus dem Waschbeckenabfluss, als verlebendigtes impressionistisches Porträtgemälde, denn das Wesen kenne die Ängste der Kinder, erzeuge Illusionen, verführe, schwäche, betäube und fresse sie.

Produktion Stab und literarische Vorlage Die Regie übernahm Andrés Muschietti. Das Drehbuch stammt von Gary Dauberman und Chase Palmer, die hierbei Teile des Romans Es von Stephen King aus dem Jahr 1986 adaptierten, der bereits 1990 verfilmt worden war. Produziert wurde er von Muschiettis Schwester Barbara gemeinsam mit David Katzenberg, Roy Lee, Dan Lin und dem Autor Seth Grahame-Smith.