mini|Die Fatih Camii mini|Spuren des Anschlags an der Eingangstür der Moschee

Die Sprengstoffanschläge in Dresden 2016 waren zwei Bombenanschläge am Abend des 26. September 2016. Diese fanden in Dresden vor der Fatih-Moschee und vor dem Kongresszentrum (ICC) statt. Nur durch Zufall kam keine Person zu Schaden. Der bald ermittelte Täter Nino KöhlerDer Weg des Neonazis Tom W. in die mutmaßliche Terrorzelle "Revolution Chemnitz"., stern vom 20. Oktober 2018Landgericht Dresden: Sitzungspolizeiliche Anordnung, Az. 1 Ks 373 Js 128/16, 24. Januar 2018 wurde am 31. August 2018 wegen u. a. Mordversuches zu 9 Jahren und 8 Monaten Haft verurteilt.Antonie Rietzschel: Fast 10 Jahre Haft für Bombenleger. Normalbürger, Fremdenfeind, Bombenleger. Süddeutsche Zeitung, 31. August 2018. Abgerufen am 28. September 2018.

Tatabläufe Gegen 21:15 MESZ explodierte vor der Fatih-Moschee im Dresdner Stadtteil Cotta ein Sprengsatz. Dieser war dem Oberlandesgericht Dresden zufolge mit Metallsplittern gefüllt, die geeignet waren, „schwerste und tödliche Verletzungen hervorzurufen“. Die Moschee ist eine Einrichtung der türkisch-islamischen Religionsgemeinschaft DITIB. Der Imam der Moschee, seine Frau und seine Söhne befanden sich zwar in dem Haus, als es zur Explosion kam, blieben jedoch unverletzt. Durch die Druckwelle der Explosion dieses Sprengkörpers wurde die Eingangstür nach innen gedrückt. Die Polizei Sachsen fand später Reste des Sprengkörpers vor dem Gebäude.Polizeischutz für islamische Einrichtungen nach Sprengstoffanschlägen

mini|Die von einer Explosion betroffene Freiterrasse mit den Glasquadern im Jahr 2011 Etwa eine Stunde später, um 22:19 Uhr Ortszeit,Pressebericht MDR mit Tatortfotos explodierte ein weiterer Sprengsatz auf der Terrasse des Internationalen Congress Centers Dresden . Auch dort wurden Sprengsatzreste gefunden. Die Druckwelle zerstörte die Seite eines Glasquaders auf der Terrasse vor dem Gebäude. Die Polizei evakuierte die Hotelbar.

Ermittlungen und Strafverfahren Die Polizei Sachsen informierte die Öffentlichkeit am 27. September um 8 Uhr mit einer Pressemitteilung über die beiden Anschläge in der Stadt und nannte ermittlungstaktische Gründe für die verzögerte Mitteilung.

Schon am Nachmittag des 30. September 2016 veröffentlichte die Generalstaatsanwaltschaft Bild- und Videomaterial einer Überwachungskamera, die einen Tatverdächtigen zeigten.Die Zeit online: Pressebericht vom 30. Sept. 2016Pressebericht Focus online, mit der Einblendung des Überwachungsvideos des Tatverdächtigen Dieser konnte identifiziert werden. Am 8. Dezember 2016 wurde er festgenommen, nachdem man seine DNS an den Tatorten gefunden hatte.Cornelius Pollmer, Redakteur der Süddeutschen Zeitung in Dresden, 9. Dezember 2016: Pegida-Redner-soll-die Bombe-gelegt-haben.

Der festgenommene 30-jährige Nino Köhler war in der fremdenfeindlichen Szene kein Unbekannter. So war er am Montag, den 13. Juli 2015, als ein Redner bei einer Pegida-Veranstaltung aufgetreten.Tatverdächtiger trat als Redner bei Pegida-Demo auf, Zeit Online, 9. Dezember 2016, Abruf 11. Januar 2018.Mutmaßlicher Bombenleger von Dresden gefasst. In: mdr.de, 9. Dezember 2016, abgerufen am 9. Dezember 2016. Dabei kündigte der anwesende Pegidachef Lutz Bachmann Nino Köhlers Rede mit den Worten an „als Nächsten habe ich für Euch den Nino. Wo ist er? Einen Riesenapplaus für Nino!“. Nino Köhler verlas auf der Bühne neun Minuten lang einen offenen Brief an die Kanzlerin Angela Merkel. Dabei bezichtigte der 28-jährige Dresdner die Kanzlerin Merkel, sie lasse „kriminelle Ausländer Drogen verkaufen“ und „faule Afrikaner anstatt ihre Länder aufzubauen unsere Sozialkassen plündern“. Den Islamismus bezeichnete Nino Köhler unter großem Applaus der 2800 Anhänger als „Massenvernichtungswaffe“. Ninos Rede gipfelte u. a. in der Drohung „Wenn Sie wollen, dass es in Deutschland und Europa zu Bürgerkriegen kommt, dann machen sie so weiter … Von uns sollen sie keine Gnade erhalten.“Nino K. In Haft. So hetzte der Dresdner Moschee-Bomber für Pegida. Bildzeitung 9. Dezember 2016, abgerufen am 28. September 2018.

Anschließend lobte der Pegidaführer Bachmann den jungen Redner mit den Worten „Das waren starke und deutliche Worte. Vielen Dank dafür.“Ulrich Wolf: Wer war Nino K? Sächsische Zeitung online, 12. Dezember 2016.

Im September 2017 erhob die Generalstaatsanwaltschaft Dresden Anklage gegen den Beschuldigten wegen versuchten Mordes und Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion.Anklage gegen Pegida-Aktivisten wegen Mordversuchs. Zeit online vom 19. September 2017 Am 10. August 2018 plädierte sie für eine Freiheitsstrafe von zehn Jahren und neun Monaten.Staatsanwalt fordert Haftstrafe für Anschlag auf Moschee in Dresden. MDR Sachsen, 10. August 2018 Am 17. August 2018 forderte die Verteidigung eine viereinhalbjährige Haftstrafe wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und versuchter schwerer Brandstiftung, bestritt aber eine Tötungsabsicht.Verteidiger von Moschee-Bomber sieht keinen Mordversuch. MDR Sachsen, 17. August 2018

Am 31. August 2018 verurteilte das Gericht Nino Köhler wegen versuchten Mordes, besonders schwerer Brandstiftung und der Herstellung von Brandsätzen zu 9 Jahren und acht Monaten Haft. Nino Köhler soll Rohrbomben aus Metall für die Anschläge hergestellt und verwendet haben.Antonie Rietzschel: Normalbürger, Fremdenfeind, Bombenleger. Fast 10 Jahre Haft für Nino K. Süddeutsche Zeitung, Digitale Ausgabe, 31. August 2018.Fast 10 Jahre Haft wegen Anschlag auf Moschee. Spiegel online 31. August 2018.Dresdner Moschee-Bomber muss fast zehn Jahre in Haft. FAZ net, 31. August 2018

Reaktionen mini|Spruchband der Nachbarschaft am Eingangstor der Moschee Nach den – unmittelbar danach so bezeichneten – Anschlägen entschied die sächsische Regierung, die Sicherheitsmaßnahmen für die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit vorzeitig in Kraft zu setzen. Innenminister Markus Ulbig (CDU) sagte am Tag nach den Anschlägen, dass der Kontrollbereich für das Festgelände früher eingerichtet werde.

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