mini|hochkant|Beim Grafeneckart 1 (mit Ratskeller), vor dem 2017 erfolgten Neuanstrich mini|Würzburg, Rathaus: südlicher Eingang (Roter Bau) mini|links|Hochwassermarken am südlichen Eingang zum Rathaus mini|Vierröhrenbrunnen vor dem Rathaus mini|links|140px|Renaissance-Erker am Grafeneckart, 1544Stefan Kummer: Architektur und bildende Kunst von den Anfängen der Renaissance bis zum Ausgang des Barock. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände; Band 2: Vom Bauernkrieg 1525 bis zum Übergang an das Königreich Bayern 1814. Theiss, Stuttgart 2004, ISBN 3-8062-1477-8, S. 576–678 und 942–952, hier: S. 585–587.

Das Würzburger Rathaus oder Rathaus Würzburg ist ein Baukomplex in der Altstadt von Würzburg mit den Adressen Rückermainstraße 2, Karmelitenstraße 43, Beim Grafeneckart 1, Beim Grafeneckart 2 und Langgasse 1. Er wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und Anfang der 1950er Jahre rekonstruiert und wieder errichtet. Die Gebäude werden von der Stadtverwaltung genutzt. Das Rathaus kann vom Grafeneckart bis zur Rückermainstraße durchquert werden. Der neue Ratssaal im ersten Obergeschoss des Südflügels zeigt an den Saalwänden in Fresken von Wolfgang Lenz Szenen aus der Geschichte Würzburgs.Sehenswürdigkeit – Grafeneckart und Rathaus

Das Rathaus war vor den Weltkriegen zwischen 1898 und 1900 entstanden und 1904/1905 erweitert worden.Harm-Hinrich Brandt: Würzburger Kommunalpolitik 1869–1918. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände; Band III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. Theiss, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9), S. 64–166 und 1254–1267; hier: S. 138.

Grafeneckart mini|Würzburg, Grafeneckart: Hinweistafel zum Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945. Dokumentationsraum mini|Ratskeller im Grafeneckart in WürzburgDer zum Rathaus gehörende Grafeneckart ist der älteste erhaltene romanische Profanbau der Stadt Würzburg. Im Jahr 1316 erwarb die Würzburger Bürgerschaft den Hof und nutzte ihn als Rathaus.Würzburg, Altes Rathaus, Grafeneckart: Informationstafel Im Jahr 1456 wurde der Grafeneckart-Turm mit einer Feuer- und Stundenglocke sowie einer Turmuhr ausgestattet.Wolfgang Schneider: Volkskultur und Alltagsleben. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007, Band 1 (2001): Von den Anfängen bis zum Ausbruch des Bauernkriegs. ISBN 3-8062-1465-4, S. 491–514 und 661–665, hier: S. 491 und 661. Im Turm befand sich zudem das sogenannte Lochgefängnis, das neben dem Hexenturm und dem Schneidturm in der Pleich zu den mutmaßlichen Haftorten der Hexenprozesse in Würzburg im 16. und 17. Jahrhundert zählte. Im Erdgeschoss des Grafeneckartbaus befindet sich ein Dokumentationsraum über die Bombardierung Würzburgs am 16. März 1945 mit einem Model der total zerstörten Innenstadt.Gedenkraum Grafeneckart auf wuerzburg-sehen.de, abgerufen am 13. Februar 2024. Der stark beschädigte Grafeneckart selbst wurde 1950 wieder instand gesetzt.Sybille Grübel: Zeittafel zur Geschichte der Stadt von 1814–2006. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. Band 2, 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 1225–1247; hier: S. 1242. Das Dienstgebäude Beim Grafeneckart 1 ist zugleich Sitz des Baureferats.wuerzburg.de Nördlich an den Grafeneckartbau schließt der sogenannte Kellerbau (Kalterhaus) an; er umschließt die kreuzrippengewölbte ehemalige Ratskapelle von 1399 und ist heute Teil der Gaststätte Ratskeller. Von 1912 bis zur Eröffnung am 31. JanuarSybille Grübel: Zeittafel zur Geschichte der Stadt von 1814–2006. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. 4 Bände, Band I-III/2, Theiss, Stuttgart 2001–2007; III/1–2: Vom Übergang an Bayern bis zum 21. Jahrhundert. Band 2, 2007, ISBN 978-3-8062-1478-9, S. 1225–1247; hier: S. 1236. 1918Bruno Rottenbach: Würzburger Straßennamen. Band 1, Fränkische Gesellschaftsdruckerei, Würzburg 1967, S. 86 (Kapitel Der Ratskeller). entstand der heutige Ratskeller als Gaststätte. Dieser wurde nach den Zerstörungen durch den Bombenangriff von 1945 im Jahr 1973 wieder hergestellt.Geschichte des Grafeneckarts und des Ratskellers in Würzburg

Roter Bau und Südlicher Eingang zum Rathaus Gegenüber dem Vierröhrenbrunnen befindet sich der südliche Eingang zum Rathaus im sogenannten Roten Bau, einem westlich an den Grafeneckart anschließenden und nach Norden zurückversetzten Gebäude, das ursprünglich vor allem der Aufnahme eines neuen Ratssaales diente. Der 1658 geplante Rote Bau mit seiner markanten Giebelfassade wurde 1659 fertiggestellt. An der Eingangspforte erinnern Jahreszahlen und Marken an besondere Hochwasserstände des Mains. Für Entwurf und Bauleitung war der Steinmetzmeister Sebastian Villinger zuständig, plastische Details wie die 1659 geschaffenen ausdrucksstarken Keilsteinfratzen der Arkaden des Baus stammen von Johann Philipp Preuß aus Erbach (Odenwald), dem seinerzeit führenden Würzburger Bildhauer. Reste des von dem Stuckateur Prospero Brenno 1672 geschaffenen Wand- und Deckenschmucks sind im Saal des Roten Baus erhalten geblieben.Stefan Kummer: Architektur und bildende Kunst von den Anfängen der Renaissance bis zum Ausgang des Barock. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. Band 2: Vom Bauernkrieg 1525 bis zum Übergang an das Königreich Bayern 1814. Theiss, Stuttgart 2004, ISBN 3-8062-1477-8, S. 576–678 und 942–952, hier: S. 614–616, 622–624 und 628.

Denkmalaspekte Der Gebäudekomplex ist als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen., Denkmalnummer D-6-63-000-37 Die Beschreibung lautet:

Siehe auch Liste der Baudenkmäler in Würzburg Liste von Rathäusern#Deutschland

Literatur Hans Steidle: Am Anfang war ein Mord. Das Würzburger Rathaus als Brennpunkt von Politik und Geschichte. Echter Verlag, Würzburg 2012. ISBN 978-3-429-03506-8 Thomas Heiler: Der Grafeneckart: zur Geschichte des Würzburger Rathauses. (Schriften des Stadtarchivs Würzburg), Schöningh, Würzburg 1986. ISBN 3-87717-753-0 Jonas Justus: Aus der Frühzeit des Würzburger Rathauses. In: Die Mainlande, 1. Jahrgang, 1950, S. 1 f.

Ulrich Wagner: Der Grafeneckart – Symbol bürgerlicher Freiheit. In: Ulrich Wagner (Hrsg.): Geschichte der Stadt Würzburg. Band 1: Von den Anfängen bis zum Ausbruch des Bauernkriegs. Konrad-Theiss, Stuttgart 2001.

Weblinks

Stadt Würzburg mit Bürgerportal Sehenswürdigkeit – Grafeneckart und Rathaus Wolfgang Jung: Das Würzburger Rathaus. Wie der Grafeneckart zum Symbol für den Freiheitskampf der Würzburger wurde. Rathaus bei wuerzburgwiki.de

Einzelnachweise

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