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Die 45. Nordischen Skiweltmeisterschaften fanden vom 16. bis 27. Februar 2005 in Oberstdorf (Deutschland) statt. Der Wintersportort im Allgäu war somit zum zweiten Mal nach 1987 Austragungsort.
Wettbewerbe Es wurden neunzehn Wettkämpfe ausgetragen, davon zwölf im Skilanglauf, vier im Skispringen und drei in der Nordischen Kombination. Die Skisprungwettbewerbe fanden auf der Schattenbergschanze statt, die jährlich auch eine der vier Schanzen ist, von denen bei der Vierschanzentournee gesprungen wird.
Im Skilanglauf kam es wieder zu Änderungen. Erstmals wurde bei Frauen und Männern ein Team-Sprintwettkampf ausgetragen. Der Skiathlon erhielt veränderte Streckenlängen: bei den Frauen 7,5 km klassisch + 7,5 km Freistil (bisher 5 + 5), bei den Männern 15 km klassisch + 15 km Freistil (bisher 10 + 10). Die Wettkämpfe, die im Wechsel von Großereignis zu Großereignis einmal klassisch und einmal im Freistil ausgetragen wurden – bei den Frauen über 15 km/bei den Männern über 30 km – entfielen dafür.
Auch im Skispringen gab es eine Änderung: Das Mannschaftsspringen wurde wie schon bei den Weltmeisterschaften 2001 zusätzlich auch wieder auf der Normalschanze ausgetragen.
Weiterhin gab es Frauenwettbewerbe nur im Langlauf. Das änderte sich erst bei den Weltmeisterschaften 2009, als das Skispringen zunächst mit einer Disziplin auch für Frauen ins Wettkampfprogramm kam.
Sportliche Erfolge Weitaus erfolgreichste Nation war Norwegen, das dieses Mal mit sieben WM-Titeln noch weiter vorne lag als zuvor. Deutschland, Russland und Österreich errangen je zwei Goldmedaillen. Die Hoffnungen der im Weltcup so erfolgreichen deutschen Langläufer wurden bei diesen Heimweltmeisterschaften nicht erfüllt. Alleine die Männerstaffel konnte überhaupt eine Medaille erringen.
Bei den Frauen kam die Norwegerin Marit Bjørgen zu drei WM-Titeln. Die Langläufer Tore Ruud Hofstad und Frode Estil, beide Norwegen, errangen jeweils eine Einzel- und einer Staffelgoldmedaille. Noch besser als bei den letzten Weltmeisterschaften präsentierte sich der deutsche Nordische Kombinierer Ronny Ackermann, der beide Einzeldisziplinen und dazu noch Silber im Teamwettbewerb gewann.
Doping Schon vor diesen Weltmeisterschaften wurde angekündigt, dass es deutlich verbesserte Dopingkontrollen geben würde als bei früheren Veranstaltungen. Alle Sieger wurden ohne Ausnahme getestet, auch weitere Sportler mussten mit Kontrollen rechnen. Hintergrund waren Dopingfälle in der jüngeren Vergangenheit.Doping: Strengere Kontrollen in Oberstdorf, Deutschlandfunk 10. Dezember 2023, deutschlandfunk.de, abgerufen am 11. Dezember 2023
Bei diesen Kontrollen wurden zunächst keine Verstöße festgestellt. Allerdings gab es bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi, bei denen reihenweise Dopingsünder entlarvt wurden, einen Dopingfall, der sich in einem Fall auf die Begründung einer bei den Weltmeisterschaften in Oberstdorf ausgesprochenen Disqualifikation auswirkte. Dabei ging es um die ukrainische Skilanglauffrauenstaffel. Diese war vor Ort bereits wegen Verlassens der Bahn aus dem Wettbewerb genommen worden. Die Startläuferin dieser Staffel Maryna Malets, spätere Maryna Lissohor, gehörte zu den ersten drei Athleten die bei den Spielen 2014 aufgrund von Verstößen gegen die Antidopingregeln disqualifiziert wurden. Dies führte auch zur Streichung früherer Resultate der Langläuferin, wovon auch die ukrainische Staffel hier in Oberstdorf betroffen war.Ladies 4x5km Relay Classic-Free Cross Country 45th Nordic World Skiing Championship 2005 Obersdorf, Germany, todor66.com, abgerufen am 11. Dezember 2023Tredje dopningsfallet i Sotji avslöjat. In: Aftonbladet vom 22. Februar 2014 (schwedisch), abgerufen am 11. Dezember 2023IOC sanctions Ukrainian cross-country skier Marina Lisogor for failing anti-doping test at Sochi 2014, olympics.com 22. Februar 2014 (englisch), abgerufen am 11. Dezember 2023Doping: Ukrainische Langläuferin Lisogor überführt. In: Süddeutsche Zeitung vom 22. Februar 2014, sueddeutsche.de, abgerufen am 11. Dezember 2023
Legende Kurze Übersicht zur Bedeutung der Symbolik – so üblicherweise auch in sonstigen Veröffentlichungen verwendet: disqualifiziert DOP wegen Dopingvergehens disqualifiziert LPD überrundet (lapped)
Medaillenspiegel + NationenEndstand nach 19 Wettbewerben Platz Nation 20px|Gold 20px|Silber 20px|Bronze 40px|Gesamt 1 7 5 7 19 2 2 5 0 7 3 2 2 3 7 4 2 0 2 4 5 1 3 1 5 6 1 2 1 4 7 1 1 2 4 8 1 1 1 3 9 1 0 1 2 10 1 0 0 1 11 0 0 1 1
+ MännerEndstand nach 13 Wettbewerben Platz Sportler 20px|Gold 20px|Silber 20px|Bronze 40px|Gesamt 1 2 1 0 3 2 2 0 1 3 2 0 1 3 4 2 0 0 2 2 0 0 2 2 0 0 2 2 0 0 2 8 1 1 1 3 9 1 1 0 2 1 1 0 2 11 1 0 1 2 1 0 1 2 1 0 1 2 1 0 1 2 15 1 00 1 1 00 1 1 00 1 1 00 1 1 00 1 20 0 2 0 2 0 2 0 2 0 2 0 2 23 0 1 1 2 0 1 1 2 25 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 39 0 0 2 2 40 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1
+ FrauenEndstand nach 6 Wettbewerben Platz Sportlerin 20px|Gold 20px|Silber 20px|Bronze 40px|Gesamt 1 3 1 1 5 2 2 0 0 2 3 1 2 1 4 4 1 0 0 1 5 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 8 0 1 1 2 9 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 0 1 15 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1 0 0 1 1
Resultate Langlauf Männer 1,2 km Sprint – klassisch mini|hochkant=1| Platz Sportler 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Olympiasieger 2002: Weltmeister 2003:
Datum: 22. Februar 2005FIS World Championships – Men Sprint auf fis-ski.com
Team-Sprint, Freistil Platz Land Sportler Zeit [min] 1 Tore Ruud HofstadTor Arne Hetland 14:08,6 2 Jens FilbrichAxel Teichmann 14:12,4 3 Dušan KožíšekMartin Koukal 14:13,4 4 Cristian ZorziFreddy Schwienbacher 14:21,9 5 Emmanuel JonnierVincent Vittoz 14:22,9 6 Devon KershawGeorge Grey 14:29,4 7 Jewgeni KoschewoiNikolai Tschebotko 14:36,9 8 Iwan AlypowWassili Rotschew 14:57,4 9 Björn LindThobias Fredriksson 14:59,2 10 Aljaksandr LasutkinSjarhej Dalidowitsch 15:15,4 11 Johannes EderJürgen Pinter Semifinale erstmals bei Weltmeisterschaften bzw. bei Olympischen Spielen ausgetragen
Datum: 25. Februar 2005FIS World Championships Oberstdorf 2005, Men’s 1,2 Sprint Final Classic, fis-ski.com, abgerufen am 11. Dezember 2023
15 km Freistil mini|hochkant=1.1| Platz Sportler Zeit [min] 1 34:49,7 2 35:00,9 3 35:03,9 4 35:06,6 5 35:08,3 6 35:08,7 7 35:16,2 8 35:25,8 9 35:28,3 10 35:29,4 ... ... ... 13 35:42,7 16 35:48,8 19 35:55,5 21 36:02,2 26 36:15,7 30 36:29,0 31 36:31,8 34 36:33,4 42 36:44,1 43 36:45,5 52 37:13,1 Olympiasieger 2002 (klassisch): Weltmeister 2003 (klassisch):
Datum: 17. Februar 2005FIS World Championships Oberstdorf 2005, Men’s 15km Interval Start Free, fis-ski.com, abgerufen am 11. Dezember 2023
Es gab einen überraschenden Doppelerfolg für Italien, ebenso überraschend war Rang vier des auch im Biathlon starken Lars Berger, dem nur 2,7 s auf die Bronzemedaille fehlten. Österreichs Medaillenhoffnung Christian Hoffmann war wegen einer Verkühlung nicht am Start.
30 km Skiathlon mini|hochkant=0.9| Platz Sportler Zeit [h] 1 1:19:20,5 2 1:19:21,3 3 1:19:21,3 4 1:19:21,8 5 1:19:22,6 6 1:19:29,3 7 1:19:32,0 8 1:19:40,5 9 1:20:08,5 10 1:20:09,7 ... ... ... 14 1:20:28,5 15 1:20:42,9 17 1:20:53,2 26 1:21:55,7 28 1:22:00,8 30 1:22:48,8 31 1:22:52,7 41 1:24:13,7 46 1:25:09,4 Olympiasieger 2002 (10+10): Weltmeister 2003 (10+10):
Datum: 20. Februar 2005FIS World Championships Oberstdorf 2005, Men’s 2x15km Pursuit Classic/Free, fis-ski.com, abgerufen am 11. Dezember 2023
Zuerst erfolgte ein 15-km-Lauf im klassischen Stil, danach ein 15-km-Lauf im Freistil.
50 km klassisch mini|hochkant=1.1| Platz Sportler Zeit [h] 1 2:30:10,1 2 2:30:10,8 3 2:30:11,5 4 2:30:15,1 5 2:30:18,3 6 2:30:18,6 7 2:30:18,7 8 2:30:18,9 9 2:30:23 10 2:30:26,8 ... ... ... 13 2:30:37,1 18 2:30:47,0 23 2:31:13,0 33 2:31:34,7 39 2:35:40,2 Olympiasieger 2002 (klassisch): Weltmeister 2003 (Freistil):
Datum: 27. Februar 2005FIS World Championships Oberstdorf 2005, Men’s 50km Mass Start Classic, fis-ski.com, abgerufen am 11. Dezember 2023
Der Wettbewerb wurde als Massenstartrennen durchgeführt.
4 × 10 km Staffel Platz Land Sportler Zeit [h] 1 Odd-Bjørn HjelmesetFrode EstilLars BergerTore Ruud Hofstad 1:39:04,4 2 Jens FilbrichAndreas SchlütterTobias AngererAxel Teichmann 1:39:22,1 3 Nikolai PankratowWassili RotschewJewgeni DementjewNikolai Bolschakow 1:39:23,1 4 Giorgio Di CentaFulvio ValbusaPietro Piller CottrerCristian Zorzi 1:39:43,3 5 Martin TauberMichail BotwinowRoland DiethartChristian Hoffmann 1:40:40,9 6 Christophe PerrillatVincent VittozEmmanuel JonnierAlexandre Rousselet 1:40:42,0 7 Mats LarssonAnders SödergrenJohan OlssonMathias Fredriksson 1:42:14,7 8 Jiří MagálLukáš BauerMartin KoukalPetr Michl 1:42:28,8 9 Raul OlleAndrus VeerpaluJaak MaeAnti Saarepuu 1:43:21,2 10 Andrei GolowkoDmitri JerjomenkoNikolai TschebotkoJewgeni Koschewoi 1:43:21,6 11 Kris FreemanDavid ChamberlainAndrew JohnsonLars Flora 1:43:22,2 12 Tero SimiläOlli OhtonenTeemu KattilakoskiSami Jauhojärvi 1:44:32,9 13 Devon KershawGeorge GreyDan RoycroftChris Jeffries 1:45:03,3 14 Katsuhito EbisawaShunsuke KomamuraRyō SaitōTomio Kanamaru 1:45:51,1 LPD Witalij MarziwRoman LejbjukOleksandr PuzkoMychajlo Humenjak Beat KochReto BurgermeisterGion-Andrea BundiRemo Fischer Tian YeLi GeliangHan DaweiLi Zhiguang Olympiasieger 2002: (Thomas Alsgaard, Frode Estil, Kristen Skjeldal, Anders Aukland) Weltmeister 2003: (Anders Aukland, Frode Estil, Tore Ruud Hofstad, Thomas Alsgaard)
Datum: 24. Februar 2005Men 4x10km Relay Classic-Free Cross Country 45th Nordic World Skiing Championship 2005 Obersdorf, Germany, todor66.com, abgerufen am 11. Dezember 2023
Die ersten beiden Läufer jeder Mannschaft liefen im klassischen, die letzten beiden im freien Stil.
Auch hier schien sich nach den ersten drei Läufern eine weitere Enttäuschung für Deutschlands Langläufer anzubahnen. Axel Teichmann übernahm auf Rang vier weit zurückliegend hinter den deutlich führenden Norwegern und auch mit klarem Abstand zu den Russen und Italienern seinen Part als Schlussläufer. Nach absolvierter erster Hälfte seiner Strecke hatte sich kaum etwas verändert. Doch dann beschleunigte Teichmann in einer Form, die so niemand erwarten konnte. Er überholte zunächst Cristian Zorzi und zog dann im langen Schlussanstieg auch Nikolai Bolschakow vorbei, sodass es noch zur Silbermedaille reichte.
Die Schweizer Equipe mit Beat Koch, Reto Burgermeister, Gion-Andrea Bundi und Remo Fischer erlebte das schlimmste Debakel in der über 100-jährigen Geschichte des nordischen Sports des Schweizer Skiverbandes: Die Staffel wurde nach dreißig Kilometern, an sechzehnter Stelle liegend nach ihrer Überrundung ebenso wie die Ukraine und China aus dem Wettbewerb genommen.
Resultate Langlauf Frauen 0,9 km Sprint – klassisch mini|hochkant=0.9| Platz Sportler 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Olympiasiegerin 2002: Weltmeisterin 2003:
Datum: 22. Februar 2005FIS World Championships Oberstdorf 2005, Women’s Sprint Final Classic, fis-ski.com, abgerufen am 11. Dezember 2023
Team-Sprint, Freistil Platz Land Sportler Zeit [min] 1 Hilde Gjermundshaug PedersenMarit Bjørgen 12:19,7 2 Riitta-Liisa LassilaPirjo Manninen 12:22,5 3 Julija TschepalowaAljona Sidko 12:23,3 4 Viola BauerClaudia Künzel 12:29,5 5 Arianna FollisSabina Valbusa 12:30,8 6 Aurélie StortiKarine Philippot 12:33,9 7 Swetlana MalachowaOxana Jatskaja 12:37,9 8 Seraina MischolLaurence Rochat 12:46,4 9 Emelie ÖhrstigAnna Dahlberg 12:51,9 10 Sara RennerBeckie Scott 12:52,1 erstmals bei Weltmeisterschaften bzw. bei Olympischen Spielen ausgetragen
Datum: 25. Februar 2005FIS World Championships Oberstdorf 2005, Women’s 6x0,9km Team Sprint Free, fis-ski.com, abgerufen am 11. Dezember 2023
10 km Freistil mini|hochkant=0.9|