Alois Broch (geboren 27. November 1864 in Wien; gestorben 21. Oktober 1937 in Berlin) war ein deutscher Maler.

Leben

mini|Broch, vor einem seiner Gemälde posierend Broch stammte aus der jüdischen Familie des Kaufmanns Carl Broch (1834–1918) und Johanna Broch geb. Tausky (1839–1909).Alois Broch In: Geburtsbuch für die israelitische Kultusgemeinde in Wien, 1864, Nummer 672, auf familysearch.org Er hatte noch vier Geschwister, Eugenie (1861–1942), Rudolf (1863–1867), Philipp (1866–1943) und Helene (1874–1942).

Broch verbrachte viele Jahre seiner Kindheit in Budapest (Ungarn), als Künstler war als er später überwiegend in Berlin und München tätig.

Am 14. April 1883 trat er mit 19 Jahren der „Naturklasse“ der Akademie der Bildenden Künste München bei. Matrikelbuch 1841–1884 auf adbk.de Im Matrikelbuch wurde als Religionszugehörigkeit seiner Eltern „israelitisch“ angegeben.Matrikelbuch, Bd.: 2, München, 1884 Digitalisat In: Matrikelbücher der Akademie der Bildenden Künste München, 1809–1920

Am 26. Oktober 1892 heiratete Broch in Budapest die ledige Gisela geborene Babics (1872–1911) und zog mit ihr nach Köln, wo 1896 die gemeinsame Tochter Elise zu Welt kam. Danach zog die Familie wieder zurück nach München, wo Broch 1903 dem Kunstverein München beitrat. Nur wenige Jahre später folgte ein Umzug nach Berlin, der Stadt, die bis zu seinem Tod seine Heimat und vorrangige Wirkungsstätte bleiben sollte.

Gisela Broch starb am 17. Dezember 1911 im Alter von nur 39 Jahren in Berlin, die gemeinsame Tochter Elise war zu diesem Zeitpunkt 15 Jahre alt.

mini|Alois Broch: Mädchen mit Orangen, Künstlerpostkarte Am 16. Juli 1913 heiratete Broch in Berlin seine zweite Ehefrau, Luise Ernestine geb. Goldemann (1882–1942). Aus dieser Ehe ging der Sohn Erwin Jakob (1914–1995) hervor.Erwin Jakob Broch auf mappingthelives.org

Besonders sein Ruf als Portraitmaler, führte ihn auf diverse Reisen innerhalb Deutschlands und ins Ausland, unter anderem nach Prag, England und Moskau. Zu Lebzeiten machte er sich unter anderem einen Namen als Portraitmaler für Prominenz aus Wirtschaft und Adel (beispielsweise für Baronin von Bohlen auf Schloss Lerchenborn bei Lüben, Großfürst Suchomlinow u. a.) aber auch Genrebilder im Stil des Biedermeiers, Landschaftsbilder und Straßenszenen gehörten zu seinen bevorzugten Sujets. Nebenher verdingte sich Broch als Illustrator. Brochs hervorragende Auftragslage befähigte ihn, sich neben dem Arbeitsplatz in der Berliner Wohnung in der Kaiserallee 32, ein externes Atelier in der nahegelegenen Prinzregentenstraße zu leisten. Von dort sind diverse Fotos fertiggestellter Werke erhalten, deren Verbleib oft ungeklärt ist. Für die Erledigung der Aufträge seines Auftraggebers „Kunstverlag Herrmann und Kupfer“, beschäftigte Broch in seinem Atelier sogar Mitarbeiter, um den enormen Umfang an Arbeiten fristgerecht erledigen zu können.

Gemälde Brochs wurden in den 1910er und 1920er Jahren in großer Anzahl von verschiedenen Kunstverlagen auf Künstlerpostkarten und Öldrucken verbreitet.

mini|Stolperstein in Berlin für Luise Broch Auch seine Tochter Elisa Broch malte, allerdings häufig unter dem Pseudonym Auguste Sommer.

Broch starb am 21. Oktober 1937 im Alter von 72 Jahren in Berlin-Mitte in der Wohnung seiner Tochter Elise Broch.

Seine Ehefrau Luise Broch nahm sich am 29. August 1942 in Berlin wegen ihrer bevorstehenden Deportation das Leben.

Seine jüngere Schwester Helene, verheiratete Sommer, kam am 23. November 1942 im Ghetto Theresienstadt zu Tode.Helene Sommer in der Opferdatenbank auf holocaust.cz Seine ältere Schwester Eugenie, verwitwete Stern, kam am 29. Dezember 1942 im Ghetto Theresienstadt zu Tode.Eugenie Sternová in der Opferdatenbank auf holocaust.cz Sein Bruder Philipp Broch starb am 13. April 1943 in Wien.Dr. Philipp Broch In: 150 Jahre Wasagymnasium: Eine Spurensuche zwischen Tradition und Moderne, Seite 455, Bundesgymnasium Wasagasse, 2021

Seine Tochter Elise, verheiratete Heuberger, starb am 15. Oktober 1971 und sein Sohn Hervé Jacques (Erwin Jakob) Broch starb am 13. September 1995 in Frankreich.Familienstammbaum von Alois Broch auf geneanet.org, Genealogie durch Nicole Motsch

2010 wurde ein Bild Alois Brochs aus Beutekunst aus den USA an das Stadtmuseum Pirmasens rückgeführt.

Weblinks

Werk und Leben von Alois Broch

Einzelnachweise

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