mini|Typisches Imkerei-Werbeschild mini|hochkant=0.8|Imker mit Bienenschwarm an einem Ast mini|In der Lüneburger Heide waren Schwarmfangbeutel im Gebrauch Die Imkerei in Deutschland zählt etwa 152.000 Imker mit etwa 1.018.000 Bienenvölkern (Stand: 2022).Die deutsche Imkerei auf einen Blick auf deutscherimkerbund.de, abgerufen am 2. Mai 2018.Zahlen, Daten, Fakten auf deutscherimkerbund.de, Stand: 31. Dezember 2016, abgerufen am 2. Mai 2018. Rund 95 % der Imker in Deutschland sind Freizeitimker.Der Spiegel 3/2009, S. 123 Wenige betreiben die Imkerei im Nebenerwerb, und nur etwa 500 sind Berufsimker. Die angenommene Grenze für ein sicheres positives Betriebsergebnis liegt allgemein bei mindestens 30 BienenvölkernDies folgt aus dem Einkommensteuerrecht. Eine Imkerei mit weniger als 30 Bienenvölkern wird als Liebhaberei angesehen und unterliegt nicht der Steuerpflicht (vgl. Abs. 6 EStG i. V. m. Nr. 2 der )..

In Deutschland wird vergleichsweise viel Honig verzehrt (ca. 1,1 kg / Kopf und Jahr).Die deutsche Imkerei auf einen Blick auf deutscherimkerbund.de, Stand: 31. Dezember 2016, abgerufen am 15. Juni 2017. Davon werden etwa 20 % von heimischen Imkern geliefert, der Rest wird aus dem Ausland importiert. Die wichtigsten Lieferländer für Honig sind Argentinien, Mexiko, die Ukraine und China.statista.com, Wichtigste Lieferländer für Honigimporte nach Deutschland nach Importmenge im Jahr 2014 (zuletzt abgerufen am 23. Juni 2015)

Ein wesentliches Problem der Imkerei war lange Zeit der Nachwuchsmangel. Das Durchschnittsalter der Imker in Deutschland liegt derzeit bei 57 Jahren. Seit 2008 steigt die Zahl der Imker wieder. Um dem Nachwuchsmangel, auch speziell unter der weiblichen Imkerschaft entgegenzuwirken und um auch mehr Frauen für die Imkerei zu begeistern, rief der Deutsche Imkerbund das Jahr 2008 zum Jahr der Frau in der Imkerei aus. Darüber hinaus greifen seit 2010 EU-gestützte Förderprogramme der Landesregierungen, sodass die Zahlen der Neuimker und die Völkerzahlen innerhalb von zehn Jahren um ca. 20 % anstiegen.

Hauptprobleme in der Imkerei sind der Flächenverbrauch, die abnehmende Biodiversität, die Anwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft sowie die Varroamilbe.

Rechtliche Grundlagen In Deutschland sind kaum juristische BedingungenBienen halten, aber wie? Rechtliche Regelungen. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Stand: 24. Juni 2019. an die Imkerei und die Erwerbstätigkeit geknüpft.

Die Bienenhaltung ist nach Bienenseuchen-Verordnung unter Angaben der Bienenvolkanzahl und dem Standort der zuständigen Behörde zu melden. Die Aufgabe obliegt zu meist dem Veterinäramt. Einer besonderen Aufsicht unterliegen nach §2 dieser Verordnung aber nur Betriebe, in denen gewerbsmäßig Honig gelagert oder behandelt wird. Nach TierGesG ist die Bienenhaltung der zuständigen Tierseuchenkasse zu melden. Diese Regelung ist wie ein Beitrag zur Tierseuchenkasse je nach Bundesland unterschiedlich.

Wanderimker, die mit ihren Bienen, etwa wegen besserer Trachtverhältnisse, umziehen, benötigen dafür eine sog. Wanderbescheinigung. Dadurch soll der Verbreitung der Bienenkrankheit Amerikanische Faulbrut entgegengewirkt werden. Diese ist außerdem, ebenso wie Tropilaelapsose und Befall mit Kleinem Beutenkäfer eine anzeigepflichtige Tierseuche, ein Befall ist den jeweiligen Veterinärämtern zu melden. Rechtsgrundlage ist die Bienenseuchen-Verordnung vom 3. November 2004.

Die Haltung von Honigbienen setzt die Genehmigung des Eigentümers voraus, auf dessen Fläche das Bienenvolk aufgestellt werden soll ( BGB). Außerdem dürfen Unbeteiligte wie Nachbarn dadurch nicht „wesentlich“ beeinträchtigt werden ( BGB).Jens Radtke: Bienen halten verpflichtet. Merkblatt, Deutscher Imkerbund, Ausgabe 1/2019. PDF

Technische Voraussetzungen mini|Imker beträufelt Bienen mit einer Lösung gegen die Varroamilbe, die Ameisensäure und Oxalsäure enthältDeutsches Bienenjournal: Varromed Imker halten Bienen in künstlichen Behausungen, die Beute genannt werden, in die Rähmchen eingehängt werden. Üblich sind heute meist sogenannte Magazinbeuten, es gibt aber zahlreiche Bautypen und Varianten, die sich je nach Trachtnutzung, oder auch nur persönlichen Vorlieben, voneinander unterscheiden. Magazinbeuten können frei aufgestellt werden oder sie werden in ein Bienenhaus oder einen Bienenstand geschützt aufgestellt.Werner Gekeler: Bienenstände, beliebt und aktuell. Teil 1: Planung imkerlicher Gebäude. Allgemeine Deutsche Imkerzeitung 10/2001: 10-11. Viele Imkervereine betreiben sogenannte Lehrbienenstände. Benötigt werden weitere Imkereigeräte, zum Beispiel Imkerpfeife oder Smoker. Selten gebrauchte Geräte (z. B. zur Wachsverarbeitung) sind häufig bei den Imkervereinen vorhanden und können dort ausgeliehen werden. Bienenstöcke und Bienenhäuser benötigen einen geeigneten Standort. Günstig sind warme, aber nicht ganztags voll besonnte Stellen mit guter Trachtversorgung, mit nahegelegener Wasserstelle.Betriebliche Voraussetzungen für die Bienenhaltung, Grundlagenentscheidungen. LWG Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau.Werner Gekeler: Bienenstände, beliebt und aktuell. Teil 4: Die Wahl des Standorts. Allgemeine Deutsche Imkerzeitung 1/2002: 10-13. Hohe Dichten über ca. 20 Völker pro Quadratkilometer sind nur bei optimaler Trachtversorgung möglich, ansonsten kommt es oft zum Honigraub bei schwächeren Völkern. Bienenstände können sowohl in bebauten Ortslagen wie auch im Freiland errichtet werden, auch an Waldrändern. Als Gebäude oder bauliche Anlage benötigen sie im Regelfall eine Baugenehmigung.

Imkerei wird als Hobby, im Nebenerwerb oder beruflich betrieben. Geschätzt 98 % der deutschen Imkereien haben keinen Erwerbscharakter. Die meisten davon fallen unter die deutsche Kleinunternehmerregelung, müssen also keine Umsatzsteuer für den Verkauf von Honig abführen. Rechtlich und steuerlich gehört die Imkerei zur Landwirtschaft.

Imkerorganisationen Geschichte Imkervereine in Deutschland existieren seit ca. 1815200jähriges Vereinsjubiläum bei imker-straelen.de, abgerufen am 19. Januar 2020.. Zusammenschlüsse dieser Vereine unter einem Dachverband erfolgten 1880 als der „Deutsche bienenwirtschaftliche Zentralverein“ gegründet wurde, aus dem 1907, mit der Vereinigungsversammlung zwischen Wanderversammlung, Zentralverein und Reichsverein zum Deutschen Imkerbund in Frankfurt/Main, der ganz Deutschland umfassende Deutsche Imkerbund e.V. hervorging. Im Dritten Reich wurde dieser Verband zur „Reichsfachgruppe Imker“ formiert und mit dieser „Gleichschaltung“ gab es in den Vereinen keine Wahlen mehr, weil die Leiter vom NS-Regime bestimmt und eingesetzt wurden. Aus Vereinen wurden „Ortsfachgruppen“. Nach dem Krieg erfolgte 1949 in Westdeutschland die Neugründung des Deutschen Imkerbundes in Lippstadt. In der DDR gab es 1959 einen staatlich „angeordneten“ Zusammenschluss aller Kleingärtner-, Siedler- und Kleintier-züchtervereinigungen zum Zentralverband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter, bei dem die Imker eine eigene Fachrichtung bildeten. Mit der Wende und der Wiedervereinigung Deutschlands zerfiele diese Organisation und die Imkervereine der ehemaligen DDR gründeten auf Bundesländerebene eigene Landesverbände.Geschichte des D.I.B. bei deutscherimkerbund.de, abgerufen am 19. Januar 2020.

Imkerverband Die zum Deutschen Imkerbund (DIB) gehörenden Vereine, haben einen hierarchischen Aufbau. Die unterste Ebene bilden Ortsvereine mit den einzelnen Imkern als Mitglieder. Darüber steht ein Kreis-Imkerverein, der Mitglied des jeweiligen Imkerlandesverbandes ist. Die 19 Landesverbände sind weitgehend mit Bundesländern identisch. Die Dachorganisation vertritt die Interessen von über 120.000 Imkern und Imkerinnen. Der Imkerbund besitzt die Marke „Echter Deutscher Honig“ und stellt bei entsprechendem Qualitätsnachweis diese seinen Mitgliedern zum Marketing zur Verfügung.

Daneben gibt es weitere Imkerorganisationen, in denen sich Imker aufgrund der von ihnen gehaltenen Bienenrasse (Gemeinschaft der Buckfast-Imker) oder aufgrund einer ökologischen Bienenhaltung zusammengeschlossen haben.

Ausbildung miniatur|Ausbildung zum Berufsimker in der DDR 1970: Imkerlehrmeister und Lehrlinge am Lehrbienenstand des VEG Kalkreuth im Kreis Großenhain Die Ausbildung zum Imker(gesellen) unter der Bezeichnung Tierwirt, Fachrichtung Imkerei erfolgt durch staatlich anerkannte Ausbildungsbetriebe. Derzeit sind 42 privatwirtschaftliche Betriebe und zwölf Bieneninstitute bzw. andere staatliche Institutionen anerkannt. Größter Ausbildungsbetrieb ist das Institut für Bienenkunde Celle mit acht Ausbildungsplätzen. Die Ausbildung dauert regulär drei, durch Anerkennung bestimmter Voraussetzungen zwei Jahre. Nach Abs. 2 BBiG ist ein sogenannter „Seiteneinstieg“ zur Gesellenprüfung möglich. Dabei sind viereinhalb Jahre Imkererfahrung mit mindestens 25 bzw. 50 Völkern bei der zuständigen Landwirtschaftskammer nachzuweisen. Eine Weiterbildung zum Tierwirtschaftsmeister (Imkermeister) ist möglich.Berufsausbildung zum Tierwirt, Fachrichtung Imkerei, Bieneninstitut Celle

Die Anleitung zum Freizeitimker erfolgt in der Regel durch einen Imkerverein. Dieser stellt Jungimkern einen „Imkerpaten“ zur Seite, der praktische Unterstützung in der Anfangszeit leistet. Daneben bieten die Imkerlandesverbände jahresbegleitende Schulungen an. Ein Sachkundenachweis für die Bienenhaltung ist seit 2021 nur in Niedersachsen erforderlich. Der Niedersächsische Landtag beschloss, sich auch „auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass für die Bienenhaltung ein Imkerschein abgelegt werden muss.“In Niedersachsen kommt der "Führerschein" für Hobbyimker bei ndr.de vom 10. Oktober 2021 Imkerverbände halten ihn für unnötig und er verursache viel Aufwand.Sinnvoll oder nicht? Diskussion um Imkerführerschein bei ndr.de vom 8. April 2021

Imkern wird empfohlen, sich einem Imkerverein anzuschließen. Über den Verein und den Dachverband besteht ein Versicherungsschutz im Bereich des Rechtsschutzes und der Haftpflicht. Die Haftpflichtversicherung (2006 etwa ein Euro pro Bienenvolk und Jahr) ist wegen möglicher Schadensansprüche Dritter, zum Beispiel wegen Bienenstichen, von Bedeutung.

Ausbildende Institutionen mini|Badische Imkerschule in Heidelberg Imkervereine, Berufsimker und öffentliche Institutionen (darunter Volkshochschulen, Naturschutzorganisationen etc.) bieten Lehrgänge und sogenannte Schnupperkurse an, um Interessierten (auch Kindern und Jugendlichen) die Biene und das Imkern nahezubringen und Starthilfen zu bieten.

Ausbildende Institutionen und Bienenwissenschaftliche Institute (nach Bundesländern sortiert): Baden-Württemberg: Gaggenau: Imkerschule Heidelberg-Pfaffengrund: Badische Imkerschule Heidelberg Karlsruhe: Imkerschule Nattheim/Fleinheim: Härtsfelder Imkerschule Zell am Harmersbach-Oberentersbach: Badische Imkerschule Oberentersbach Stuttgart-Hohenheim: Landesanstalt für Bienenkunde an der Universität Hohenheim Bayern: Aschach: Imkerschule Aschach des Bezirksverbands Imker Oberpfalz Deggendorf: Amt für Landwirtschaft und Forsten Herzogenaurach: Imkerverein Herzogenaurach und Umgebung e.V.mini|Badische Imkerschule in Oberentersbach Kaufbeuren-Kleinkemnat: Imkerschule Schwaben Kleinostheim: Bienenzuchtverein Kleinostheim e.V. Landsberg am Lech: Imkerschule des Bezirks Oberbayern Mitwitz: Imkerschule Oberfranken Veitshöchheim: Bayer. Landesanstalt für Wein- u. Gartenbau – Fachzentrum Bienen Berlin: Berlin: Institut für Allgemeine Zoologie und Experimentelle Morphologie der FU Berlin / AG Bienenforschung Brandenburg: Hohen Neuendorf: Länderinstitut für Bienenkunde Hohenneuendorf Bremen: Bremen: Bremer Imkerschule Hessen: Kirchhain: Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen, Bieneninstitut Oberursel: Institut für Bienenkunde, Polytechnische Gesellschaft, Fachbereich Biowissenschaften der Goethe-Universität Frankfurt am Main Mecklenburg-Vorpommern: Bantin: Bienenzuchtzentrum Bantin Niedersachsen: