mini|hochkant=1.3|Heutiges Indianerreservat (oben) und traditionelles Stammesgebiet (unten) im Bereich des Grand Canyon

Die Hopi (Abkürzung von Hopituh Shinumu – „friedfertiges Volk“) sind die westlichste Gruppe der Pueblo-Indianer. Sie leben im Nordosten von Arizona im Südwesten der Vereinigten Staaten, die Mehrheit der Hopi ist Teil des Hopi Tribe of Arizona, dessen 12.600 km² großes Reservat heute inmitten der Navajo Nation Reservation der Navajo (Diné) am Rande der Painted Desert liegt. Weitere Hopi sind seit 1945 Teil der Colorado River Indian Tribes (Mohave, Chemehuevi, Hopi und Navajo) im Grenzgebiet von Arizona und Kalifornien.

Früher wurden sie von den Spaniern auch als Moki oder Moqui bezeichnet, wahrscheinlich eine Übernahme der Zuñi-Bezeichnung für die Hopi als Mu:kwi.Zuñi Vocabulary / Shiwi’ma Dictionary

Sprache Ihre Sprache – das Hopi oder Hopilàvayi („Sprache der Hopi“) gehört zum nördlichen Zweig der uto-aztekischen Sprachfamilie, die in den 1930er-Jahren von dem Linguisten Benjamin WhorfBenjamin Lee Whorf: Sprache, Denken, Wirklichkeit. Beiträge zur Metalinguistik und Sprachphilosophie. Rowohlt, Reinbek 1963. untersucht, mit den indogermanischen Sprachen verglichen und zur Grundlage seiner bis heute kontrovers diskutierten Linguistischen Relativitätstheorie wurde – auch Sapir-Whorf-Hypothese genannt. Danach beeinflusst oder begrenzt oder erweitert die Sprache die Wahrnehmung der Umwelt und das Denken. Whorf stützt sich dabei auf vermeintliche Unterschiede im Zeitverständnis, denn er nahm an, die Hopi würden nur einen an der Natur orientierten, groben Zeitfluss erleben und hätten – da sie ihr Alter nicht genau kannten und keinen Kalender entwickelten – keine differenzierenden Begriffe wie gestern, heute oder morgen. Der Bonner Sprachwissenschaftler Helmut GipperHelmut Gipper: Gibt es ein sprachliches Relativitätsprinzip? Untersuchungen zur Sapir-Whorf-Hypothese. S. Fischer, Frankfurt 1972. überprüfte Whorfs Untersuchungen und fand heraus, dass – neben vielen zutreffenden Beobachtungen – einiges (wie die Zeitbegriffe) korrigiert werden muss. Insgesamt widersprach er Whorfs Hypothese.

Es werden heute allgemein vier regionale Dialekte unterschieden:

First Mesa oder (nach Whorf) Polacca:

der „First Mesa“-Dialekt wird auf First Mesa (Östliche Mesa) in Polacca (eine Hopi-Tewa-Siedlung und daher zumeist zweisprachig – zuerst in Tewa und dann „First Mesa“-Dialekt, liegt am Fuß der First Mesa, anders als die anderen Siedlungen oben auf der Mesa), in Walpi Pueblo und in anderen benachbarten Siedlungen gesprochen. Das ebenfalls sich auf der First Mesa befindliche Hano Pueblo wird von Hopi-Tewa bewohnt, die neben Tewa auch eine Hopi-Varietät sprechen. Mishongnovi bzw. Musangnuve’e Hopilàvayi oder (nach Whorf) Toreva:

der „Mishongnovi“-Dialekt wird auf „Second Mesa (Mittlere Mesa)“ in Mishongnovi Village gesprochen; es hat wenige Sprecher, verglichen mit Sprechern der „First Mesa“- und „Third Mesa“-Dialekte. Shipaulovi oder (nach Whorf) Sipaulovi:

der „Shipaulovi“-Dialekt wird in der gleichnamigen Siedlung ebenfalls auf „Second Mesa (Mittlere Mesa)“ gesprochen; Shipaulovi liegt nahe der Siedlung Mishongnovilaut Whorf können die anderen Dörfer auf „Second Mesa“ nicht eindeutig sprachlich eingeordnet werden, eine Einleitung zum Buch Lessons in Hopi von Milo Kalectaca (1978) wurde von einem Sprecher aus Shongopavi Village, einer weiteren Siedlung auf der „Second Mesa“, geschrieben, jedoch wurde die Beziehung dieses Dialekts zu anderen bis jetzt noch nicht untersucht Third Mesa bzw. Orayvit Hopilàvayi oder (nach Whorf) Oraibi:

der „Third Mesa“-Dialekt wird auf „Third Mesa (Westliche Mesa)“ in Oraibi und benachbarten Siedlungen, als auch in Lower und Upper Moenkopi, welche westlich in einiger Entfernung von „Third Mesa (Westliche Mesa)“ liegen.

Wohngebiet Die Hopi nennen ihr traditionelles Stammesgebiet am südwestlichen Rand der Black Mesa Tuuwanasave („das Zentrum / den Mittelpunkt des Universums“), die Hopi bewohn(t)en historisch meist zwischen 9 und 12 autonome Siedlungen mit terrassierten Pueblobauten aus Stein und luftgetrockneten Lehmziegeln (Adobe); heute auch Häuser aus Hohlblocksteinen. Die meisten ihrer Pueblo-Siedlungen liegen auf drei hohen Mesas (First, Second und Third Mesa), die aus dem Colorado-Plateau emporragen, zudem bewohnen sie mehrere Dörfer und Siedlungen jenseits davon, die alle sich auf einer Fläche von 56 Kilometer Umfang befinden. Das Land der Hopi ist eine trockene Hochlandebene. Den Hopi gelingt es, diesem unwirtlichen Boden sehr viele landwirtschaftliche Produkte, vor allem Mais der verschiedensten Sorten, abzuringen. Seit der Jahrtausendwende wird die Versorgung mit Wasser und Elektrizität in den Wohngebieten ausgebaut. Das Pueblo Oraibi auf Third Mesa ist wahrscheinlich die älteste kontinuierlich bewohnte Siedlung der USA.

Es gibt heute zwischen 8.000 und 12.000 Hopi, wovon etwa 7.000 innerhalb des Reservates leben.

Folgende Dörfer und Siedlungen sind bekannt: Waalpi („Ort der Einkerbung“, ca. 900 v. Chr. gegründet)weitere Namensvarianten (Walpi): Ash Hill Terrace, Gaspe, Gualpi, Hualpi, Kuchapturela, Valpee und Wolpi, Hano (hááno, háánòwɨ – „Östliches Volk“, Hopi-Adaption des Autonyms der Hopi-Tewadie Hopi-Tewa sind auch als Tano, Southern Tewa, Hano, Thano oder zumeist Arizona Tewa bekannt als tʰáánu tééwa)weitere Namensvarianten (Hano): Ha-no-me, Hanoki, Janogualpa, Na-ca-ci-kin, Tanoquevi, Tanus, Te-e-wun-na, Tewa und Tegua, Sichomovi (Sitsomovi, wurde 1750 von Hopi-Clans aus Walpi gegründet), Shongopovi (Songòopavi, Shungopavi, laut Hopi die erste Siedlung auf Second Mesa), Mishongovi (Musangnuvi) und Shipauloviweitere Namensvarianten (Shipaulovi): Ah-le-la, Ahela, Ci-pau-lo-vi, Sha-pah-la, Sha-pah-lah-lwee, Shi-pau-i-luvi, Shi-paui-i-luvi, Shipaulavi, Shipaulovi, Shipolia, Shipowlawe, Shipolovi und Supawlavi (Sipaulovi – „Mosquito“, wurde 1750 auf Grund einer Mosquitoplage gegründet) (beide Siedlungen wurden nach dem Pueblo-Aufstand 1680 auf die Hochebene der Second Mesa verlegt), Oraibi (Orayvi/Old Oraibi, seit ca. 1150 bewohnt und einst größte Siedlung, verlor durch den „Oraibi Split“ dreimal viele seiner Bewohner)obwohl eigentlich beim „Oraibi Split“ die sog. „New Hopi“ die Oberhand behielten und die „Traditionalists“ aus Oraibi vertrieben wurden – und Hotevilla sowi Bakabi gründeten – gilt Oraibi heute als eines der traditionellesten Hopi-Siedlungen, Hotevilla (Hotvela, 1906 nach dem „Oraibi Split“ durch sog. „Traditionalists“ nach ihrer Vertreibung aus Oraibi gegründet), Bakavi (Paaqavi, 1909 durch sog. „Traditionalists“ aus Oraibi gegründet), Upper Moencopi und (Lower) Moencopi (oft als eine Siedlung „Moencopi/Mùnqapi“ betrachtet, ca. 70 km westlich der Third Mesa, gilt als Satellitengemeinde von Oraibi), Kykotsmovi Village (Kiqötsmovi / New Oraibi, 1890 von „New Hopi“ aus Oraibi gegründet, führte 1906 zum ideologisch-religiösen Schisma, dem „Oraibi Split“), Polacca (Poo la ka ka, eine Hopi-Tewa-Siedlung unterhalb der Dörfer der First Mesa, wurde nach Tom Polacca, Bruder der Hopi-Tewa-Töpferin Nampeyo benannt), Keams Canyon (Pongsikya/Pongsikvi, 1878 als Handelsposten gegründet) und Spider Mound (Yuuwelo Paaki / Yuh Weh Loo Pah Ki). Mit Winslow West existiert eine Siedlung außerhalb des Reservates.

Die heutige Ruine und National Historic Landmark, das einstige Pueblo Awatovi/Awatowi (erbaut ca. 1300–1700), empfing nach erstem Widerstand die Spanier und deren Priester nach dem Pueblo-Aufstand 1680 freundlich und viele Hopi von Awatovi konvertierten zum Christentum; dies führte jedoch zu Konflikten mit den anderen Hopi-Pueblos, die es schließlich ca. 1700 zerstörten (alle Männer wurden getötet und die Frauen in die anderen Pueblos verschleppt). Das einstige Pueblo Sikyátki („Gelbes Haus“, ca. 1300–1700) am Ostrand von First Mesa, wurde vom benachbarten Walpi Pueblo ausgelöscht, da laut mündlicher Überlieferung ein Dorfbewohner aus Sikyátki der Schwester eines Mannes aus Wálpi, der ihn beleidigt hatte, den Kopf abschlug.

Die Dörfer bestehen somit teilweise seit Jahrhunderten, andere gibt es erst seit 1906/09 (oder noch später), diese Dörfer sind zwar durch gemeinsame Herkunft, gemeinsame Clanzugehörigkeit, Blutsbande und Tradition eng untereinander verbunden, unterscheiden sich aber sprachlich, religiös und politisch.

First Mesa„Erste Mesa“ („Östliche Mesa“) Second Mesa„Zweite Mesa“ („Mittlere Mesa“) Third Mesa„Dritte Mesa“ („Westliche Mesa“) Communities(andere Siedlungen) Walpi (Waalpi/Wàlpi) Hano (Hano-Tewa/Hanoki) Sichomovi (Sitsomovi) Shongopovi (Songòopavi) Mishongnovi (Musangnuvi) Shipaulovi (Sipaulovi) Hotevilla (Hotvela) Bakavi (Paaqavi) Oraibi (Orayvi/Old Oraibi) Polacca (Poo la ka ka/Polacca-Tewa) Keams Canyon (Pongsikya/Pongsikvi) Lower Moenkopi (Lower Mùnqapi) Upper Moenkopi (Upper Mùnqapi) Kykotsmovi Village (Kiqötsmovi/New Oraibi) Winslow West Spider Mound (Yuuwelo Paaki/Yuh Weh Loo Pah Ki)

Die Siedlungen „Keams Canyon“ und „Polacca“ gehören politisch-kulturell zur First Mesa, die Siedlungen „Lower Moenkopi“, „Upper Moenkopi“ und „Kykotsmovi Village (New Oraibi)“ zur Third Mesa.

Geschichte Mythologie Nach der mündlichen Überlieferung der Hopi – Hopinavoti genannt – lebten vor der Erschaffung der Erde die Geister in einem grenzenlosen Raum namens Tokpela. Zur Zeit der Erdschöpfung sollten die Geister menschliche Gestalt annehmen und der Schöpfer bestimmte diejenigen, die das irdische Leben beginnen sollten. Doch schon bald entwickelten sich viele schlechte Menschen und missachteten die Weisungen des Schöpfers. Deshalb wurde die Erste Welt durch Feuer vernichtet und es überlebten nur die Guten, die sich an die Gebote gehalten hatten.

Es entstand die Zweite Welt, aber wieder wurden die Menschen böse. Abermals vernichtete der Schöpfer die Welt, diesmal jedoch mit Eis und Schnee. Da entstand eine neue, die Dritte Welt. Sie war zwar nicht so schön wie die vergangene Welt, dafür lebten in ihr zufriedene Menschen. Irgendwann jedoch wurden auch diese Menschen böse, kämpften gegeneinander und hörten nicht mehr auf den Schöpfer. Einige gute Menschen wollten in einer anderen Welt Zuflucht suchen.

Sie fanden schließlich die Vierte Welt bzw. Tuuwaqatsi, das war unsere heutige Welt, in der Masaw/Maasawu, der Hüter der Welt, lebte. Masaw/Maasawu erlaubte ihnen zu bleiben, warnte sie aber vor den Schwierigkeiten, die ihnen bevorstanden. Sie wohnten an vielen Orten, bevor sie ihre heutige Heimat erreichten.Tatsächlich hat die Archäologie entdeckt, dass einige verlassene Pueblos, wie Sikyatki und Awatowi, einst von Hopi bewohnt worden sind. Das neue Land war so unfruchtbar, dass nur Gebete ihnen Regen und damit Nahrung bringen konnten.

Die Hopi glauben, dass in naher Zukunft das fünfte Zeitalter beginnt, da Prophezeiungen zum Ende der vierten Welt bereits eingetreten seien: mit dem Kürbis voll Asche wurde die Atombombe gedeutet, und das Haus aus Glas, wo sich die Völker treffen als das UN-Gebäude in New York. Laut den Legenden soll es überall auf der Erde brennen und eine Zeit großer Umwälzungen beginnen. Nur Menschen, die es nicht verlernt haben, mit der Natur zu leben, würden überleben. Mehrfache Versuche der Hopi, im Weißen Haus und vor den Vereinten Nationen vorzusprechen, wurden ignoriert. Diese Versuche, mit der westlichen Kultur in Dialog treten zu müssen, sind ebenfalls Teil ihrer Mythen.Mitteilung der Hopi an die Vereinten Nationen – 10. Dezember 1992 realearth.pl (PDF; 62 kB; deutsch).

Die Zeit der Spanier