Thomas Börner (* 11. Juli 1946 in Leipzig) ist ein deutscher Genetiker mit dem Schwerpunkt Genome der Chloroplasten und Mitochondrien. Seit den 1980er Jahren beschäftigt er sich außerdem mit Cyanobakterien.
Leben Nach dem Studium der Biologie an der Martin-Luther-Universität (MLU) in Halle (Saale) von 1965 bis 1969 und dem anschließenden Forschungsstudium arbeitete Börner ab Ende 1972 als wissenschaftlicher Assistent, später Oberassistent im Wissenschaftsbereich Genetik der Sektion Biowissenschaften der MLU. Er wurde dort 1974 bei Rudolf Hagemann mit einer Dissertation über die Auswirkungen von Mutationen im Chloroplastengenom höherer Pflanzen promoviert. Seine Forschungsarbeiten für die Habilitation (1979) betrafen die Interaktion von Genen in Chloroplasten und im Zellkern bei der Biogenese von Chloroplasten. 1982 wechselte er an die Humboldt-Universität zu Berlin (HUB) als ordentlicher Dozent für Genetik und Leiter des neu gegründeten Wissenschaftsbereichs Genetik, den er in den Folgejahren an der Sektion Biologie aufbaute. Er wurde 1984 an die HUB zum ordentlichen Professor für Genetik berufen und bekleidete dort von 1993 bis zu seiner Emeritierung 2012 eine C4-Professur für Genetik. Von 1985 bis 1991 leitete Börner das Interdisziplinäre Zentrum für Biotechnologie der HUB, fungierte von 1989 bis 1991 als Dekan des Fachbereichs Biologie der HUB und war von 1999 bis 2010 Sprecher des Sonderforschungsbereichs 429 () der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Seit 2012 ist er Professor Emeritus.
Außerhalb der Universität engagierte sich Börner für Wissenschaft und Forschung u. a. als Mitglied der Arbeitsgruppe Biotechnologie des Forschungsrates der DDR (1988–1990), als Vorstandsmitglied der Kommission für Arbeiten zur in-vitro-Rekombination von genetischem Material (1988–1990), als Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen (1993–1998), als Vizepräsident bzw. Mitglied des Vorstands der Gesellschaft für Genetik (1991–1999), als Gutachter für die Alexander von Humboldt-Stiftung (1994–2004) und für die Fachgruppe Botanik der DFG (2004–2012).
Forschungsschwerpunkte
(1) Funktionen der Genome der Chloroplasten und Mitochondrien und (2) deren Interaktion mit dem Genom im Zellkern von Pflanzen, (3) DNA-Sequenz-basierte Verwandtschaftsanalysen bei Pilzen und Pflanzen und (4) Synthese und Funktion von Toxinen (Microsystinen) sowie von (5) Lichtrezeptoren (Phytochromen) bei Cyanobakterien. Die Forschungsarbeiten von Börner und seinem Team an Pflanzen lieferten wesentliche Beiträge zum Verständnis der Funktion von Chloroplasten- und Mitochondriengenomen und deren Interaktion mit dem Zellkern. Sie trugen weiterhin maßgeblich zur Entdeckung und Charakterisierung von Phytochromen und der nichtribosomalen Peptidsynthese in Cyanobakterien bei.
Auszeichnungen und Mitgliedschaften (Auswahl) 1980: Carl-Correns-Medaille der Biologischen Gesellschaft der DDR 1988: Goethe-Preis der Stadt Berlin 1999: Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften 2004: Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina 2010: Miescher-Ishida-Preis der International Society of Endocytobiology
Quellen
Literatur
Ein Großteil der publizierten Arbeiten von Thomas Börner kann im Internet auf Google Scholar mit der Suche nach Börner Thomas Humboldt gefunden werden.
Online
Weblinks Thomas Börner – Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften Thomas Börner – Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina
Kategorie:Genetiker Kategorie:Hochschullehrer (Humboldt-Universität zu Berlin) Kategorie:Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften Kategorie:Mitglied der Leopoldina (21. Jahrhundert) Kategorie:Absolvent der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Kategorie:DDR-Bürger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1946 Kategorie:Mann