hochkant=0.5|Logo der Bürgerinitiative Rettet die Vereinsfeste|alternativtext=|mini Rettet die Vereinsfeste (kurz „RDV“) ist eine überparteiliche Bürgerinitiative die ihren Ursprung im Burgenland hat. Sie formierte sich im Mai 2015 in der Folge einer Anzeigenwelle gegen Vereinsfeste im östlichen Österreich und setzt sich für vereinsfreundlichere Regelungen sowie mehr Rechtssicherheit für Ehrenamtliche ein. Als Initiator fungiert Sascha Krikler aus den Reihen der Jungen ÖVP, zu den Unterstützern zählen Verbände, Vereine und Parteien aus den unterschiedlichsten Lagern. Neben einer Facebook-Seite mit rund 8500 Befürwortern sowie einer Online-Petition, welche 7404 Personen unterzeichneten (womit die burgenländische Hürde für Volksbefragungen übersprungen wurde, welche bei 6000 liegt), wurde mit einer Resolution mit einem 10-Punkte-Forderungskatalog erfolgreich Druck erzeugt. Diese brachte eine bundesweite Debatte ins Rollen. Im April 2016 folgte in Wien eine Pressekonferenz mit 15 Vertretern von Freiwilligenorganisationen aus den verschiedensten Bereichen. Im Juli 2016 verabschiedete der österreichische Nationalrat schließlich umfangreiche neue Regelungen für Ehrenamtliche, darüber hinaus kam es insbesondere im Burgenland zu zusätzlichen Unterstützungsmaßnahmen.7.404 unterzeichneten Petition zur Rettung der Vereinsfeste von APA Redaktion in: BVZ vom 12. Juni 2016; abgerufen am 23. September 2016.Finanz lockert Gesetz fürs Dorfleben von Thomas Sendlhofer in: Kurier vom 21. Juni 2016; abgerufen am 23. September 2016.Initiative für Vereinsfeste zufrieden von ORF Redaktion in: ORF Burgenland vom 31. August 2016; abgerufen am 23. September 2016.Initiative Rettet die Vereinsfeste will Anpassungen von APA Redaktion in: Kurier vom 26. April 2016; abgerufen am 23. Oktober 2018. Seit diesem Erfolg macht sich die Initiative weiter für die Anliegen der Vereine stark.

Hintergrund Die Bürgerinitiative ist eine Reaktion auf eine Anzeigenflut durch das Bündnis der Gastronomie Österreichs (BDGA) gegen Vereinsfeste in den östlichsten Bundesländern, wovon insbesondere Niederösterreich und das Burgenland betroffen waren. Die schwierige Gesetzeslage brachte insbesondere Jugendorganisationen sowie -vereine in Bedrängnis, führte zu einer Kriminalisierung zahlreicherer Ehrenamtlicher und zu einem zunehmenden gesellschaftlichen Schaden im ländlichen Raum. Es kam in der Folge zu zahlreichen Absagen von Veranstaltungen vieler Vereine und Winzer aufgrund der komplexen rechtlichen Lage, welche mit den Lebensrealitäten in vielen Dörfern nicht vereinbar war. Die geplante Zusatzbelastung einer Registrierkassenpflicht verschärfte die Situation weiter.Aus für viele Kellergassenfeste von Jürgen Zahrl, Wolfgang Atzenhofer, Gilbert Weisbier in: Kurier vom 2. März 2016; abgerufen am 26. September 2016. Begründet wurde die Bürgerinitiative im Mai 2015 infolge einer Anzeige gegen das Jugendfest „Mai Beat“ in Jois von den Brüdern Christoph und Sascha Krikler, welcher auch als Initiator und Sprecher fungiert. Dieser kritisierte die Anzeigenflut und den Generalverdacht gegen Ehrenamtliche, wodurch ein Vereinssterben droht. Nachdem die Initiative anfänglich im Burgenland aktiv war, weitete sie zunehmend ihren Aktionsradius auf andere Bundesländer aus, um auch diese – gemeinsam mit anderen Unterstützern der Freiwilligenorganisationen – „wachzurütteln“ und damit entsprechende Gesetzesänderungen zu erreichen.Jois: „Aktion Rettet die Vereinsfeste“ von Redaktion in: BVZ vom 12. Juni 2015; abgerufen am 24. September 2016.Initiative „Rettet die Vereinsfeste“ wird ausgeweitet von Charlotte Titz in: Regionalmedien Austria vom 19. Oktober 2015; abgerufen am 23. September 2016.

Aktionen Als erster Schritt wurde eine Facebook-Seite eingerichtet, welche innerhalb kürzester Zeit mehrere Tausend Unterstützer mobilisierte. Die Initiative war anfangs vor allem im Burgenland aktiv. Im August 2015 folgte eine Online-Petition, diese unterzeichneten bis Jänner 2016 7.404 Personen. Damit wurde die symbolische Volksbefragungshürde des Burgenlandes, welche bei 6.000 liegt, klar überschritten.7.400 Unterschriften für Vereinsfeste von ORF Redaktion in: ORF vom 12. Februar 2016; abgerufen am 24. September 2016.7.404 Personen unterzeichneten die Petition der Bürgerinitiative „Rettet die Vereinsfeste“ in: CCM-TV vom 12. Februar 2018; abgerufen am 7. Oktober 2018. Mit Presseaussendungen und gezielten Unterstützungsaktionen von verschiedenen Gesellschaftsvertretern, darunter vor allem Jugendvertreter aus den unterschiedlichsten Bereichen, wurde das Thema mehr und mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Darunter waren vor allem Jungpolitiker etwa aus den Reihen der ÖVP, SPÖ und FPÖ, Sportverbände sowie Jugendorganisationen.Landesjugendforum & Parteien unterstützen „Rettet die Vereinsfeste“ von Charlotte Titz in: Regionalmedien Austria vom 22. September 2015; abgerufen am 23. September 2016. Im Frühjahr wurde zudem eine Resolution mit einem konkreten 10-Punkte-Forderungskatalog präsentiert, welche österreichweit verbreitet und von zahlreichen Gemeinderäten sowie Vereinsvorständen beschlossen wurde.Petition für Vereinsfeste soll „burgenländischer Exportschlager“ werden von APA Redaktion in: Der Standard vom 8. März 2016; abgerufen am 24. September 2016. Diese fand abgesehen vom Burgenland, insbesondere auch in Oberösterreich anklang.Leitung der Landjugend Gramastetten: „Rettet die Vereinsfeste“ in: grimhard.at in 27. November 2015; abgerufen am 9. Juni 2025. Weiteres organisierte die Bürgerinitiative Ende April 2016 eine größere Pressekonferenz mit 15 verschiedenen größeren Freiwilligenverbänden aus ganz Österreich, bei welcher die Bundesregierung geschlossen zum Handeln aufgefordert wurde.Aktion „Rettet die Vereinsfeste“ von APA Redaktion in: Der Standard vom 26. April 2016; abgerufen am 23. September 2016. Auch wenn Rettet die Vereinsfeste mit den umfassenden Gesetzesänderungen 2016 ihr Ziel überwiegend erreicht hatte, setzte sich die Plattform weiter für die ausstehenden Forderungen und zusätzliche Verbesserungen im Sinne der Vereine ein.Initiative zur Rettung der Vereine sieht Ziele im Burgenland erreicht von APA Redaktion in: Tiroler Tageszeitung vom 31. August 2016; abgerufen am 23. Oktober 2018.Interview mit RDV-Initiator Krikler: Rebellion der Vereine war erfolgreich! in: ligaportal.at vom 6. Jänner 2017; abgerufen am 23. Oktober 2018.

Forderungen und Gesetzesänderungen Die Bürgerinitiative erstellte einen 10-Punkte-Forderungskatalog, welcher in einer Resolution verpackt und mit den Unterschriften dem hauptzuständigen Bundesministerium für Finanzen übergeben wurde. Dieser beinhaltete kurz zusammengefasst folgende Punkte: Neudefinition der Gemeinnützigkeit, Service-Anlaufstelle mit Rechtsberatung, Interessensvertretung für Ehrenamtliche, Unterstützungs- und Schutzmaßnahmen zur Freiwilligenförderung, Kooperationsmöglichkeiten zwischen Vereine und Wirten, Legalisierung vereinsinterner Aktivitäten (z. B. Weihnachtsfeiern), keine Registrierkassenpflicht bei Vereinsfesten, Anhebung der Steuerfreibeträge, eine allgemeine Vereinfachung der Gesetzeslage und mehr Rechtssicherheit für Vereinsfunktionäre.10-Punkte-Forderungskatalog von Rettet die Vereinsfeste in: Rettet die Vereinsfeste vom Juni 2016; abgerufen am 24. September 2016. mini|224x224px|FJ-Landesobmann Konstantin Langhans, RDV-Initiator Sascha Krikler, LBL-Jugendvertreter Simon Gartner im Sommer 2016

Erreichung wichtiger Ziele 2016/2017

Im Frühjahr 2016 verabschiedete der Burgenländische Landtag zunächst auf Landesebene erste Maßnahmen. Im Juni 2016 folgte dann vonseiten der österreichischen Bundesregierung ein umfangreiches Entlastungspaket für Ehrenamtliche und Wirte, welches die zentralen Forderungen der Initiative erfüllte. Diese kommentierte die Gesetzesänderung als „Sieg der Vernunft“ und einen „Triumph der aktiven Bürgergesellschaft über die Lobby der kommerziellen Neidgesellschaft“, womit indirekt einige Reformgegner aus der Wirtschaftskammer Österreich kritisiert wurden.Rettet die Vereine/Krikler: „Sieg der Vernunft – Österreich wird vereinsfreundlicher!“ von RDV in: OTS vom Juni 2016; abgerufen am 24. September 2016. Nach weiteren Beschlüssen auf Landesebene sah Initiator Sascha Krikler im Burgenland im Wesentlichen das „Ziel erreicht“. Dabei beklagte er jedoch abermals die „Sündenbockpolitik auf Kosten des Ehrenamtes“ von Teilen der Wirtschaftskammer und forderte die Installierung einer Interessensvertretung für Vereine und Verbände.Vereine: Initiative hat ihr Ziel erreicht von Alexandra Bäck in: TIPS vom 1. September 2016; abgerufen am 24. September 2016.

Im Sommer 2017 wurde die Forderung nach einer „Konferenz der Ehrenamtlichen“ auf Bundes- und Landesebene erneuert, was aus Sicht der Bürgerinitiative wichtig sei um das Ehrenamt nachhaltig zukunftsfit zu machen. Diese soll zumindest einmal im Jahr von der Bundes- beziehungsweise Landesregierung einberufen werden und den Vereinen eine Plattform für gemeinsame Interesse und Anliegen bieten. Die Idee wurde auch von der Volkspartei Burgenland unterstützt, welche im Zuge einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Vereinsinitiative eine weitere Stärkung des Vereinswesens forderte.Initiative „Rettet die Vereinsfeste“ fordert „Konferenz der Ehrenamtlichen“ von Christian Uchann in: Regionalmedien Austria vom 21. Juni 2017; abgerufen am 31. Oktober 2017.Vereinsfeste: „Konferenz der Ehrenamtlichen“ von ORF Redaktion in: ORF vom 21. Juni 2017; abgerufen am 31. Oktober 2017. Der burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl präsentierte im Dezember 2017 eine Anlaufstelle für die Vereine im östlichsten Bundesland unter einem Ombudsmann, welcher für alle organisatorischen und juristischen Fragen zur Verfügung steht. Dieser Schritt wurde von der Bürgerinitiative begrüßt, eine weitere Kernforderung wurde damit erfüllt.Neuer Ombudsmann für Vereine von ORF Redaktion in: ORF vom 4. Dezember 2017; abgerufen am 7. Oktober 2018.Sport- und Vereinsombudsstelle für das Burgenland eingerichtet in: CCM-TV vom 4. Dezember 2017; abgerufen am 7. Oktober 2018.

Weitere Ziele