mini|hochkant|Alex Karp ist CEO von Palantir Technologies. Palantir Technologies Inc. ist ein US-amerikanischer Anbieter von Software und Dienstleistungen der Systemanalyse, der auf die Auswertung großer Datenmengen und die Herstellung einer digitalen Ontologie von Unternehmens- und Projektdaten spezialisiert ist.

Zu den ersten Kunden des 2003 gegründeten Unternehmens gehörten Bundesbehörden der Nachrichtendienstgemeinschaft der Vereinigten Staaten (USIC). Seitdem hat Palantir seinen Kundenstamm unter staatlichen und lokalen Behörden, auch in Europa, vergrößert und ist außerdem neben staatlichen Behörden auch für große Wirtschaftsunternehmen tätig, etwa in der Finanz- und Pharmabranche.

Das Unternehmen ist besonders für zwei Softwareprojekte bekannt: Palantir Gotham wird von Anti-Terror-Analysten in Behörden der USIC und dem Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten verwendet. Auch Betrugsermittler des Recovery Accountability and Transparency Board und Cyber-Analysten des Information Warfare Monitor (verantwortlich für die Ermittlungen von GhostNet und dem Shadow Network) verwendeten es. Palantir Foundry ermöglicht die Erstellung von digitalen Zwillingen und findet Verwendung bei Hedgefonds, Banken und Finanzdienstleistern.

Palantir ist Mitglied bei Gaia-X. Im August 2020 kündigte Palantir die Verlegung seiner Zentrale von Palo Alto/Kalifornien nach Denver/Colorado an.Palantir Moves Headquarters to Denver From Silicon Valley Bericht auf dem US-amerikanischen Nachrichtenportal MSN (Microsoft Network) am 19. August 2020, abgerufen am 13. Dezember 2020

Obwohl das Unternehmen bis 2022 noch keinen Gewinnüberschuss bilanzierte, ging es mit einem Direct Public Offering am 20. September 2020 an die Börse. Im 4. Quartal 2022 wurde es profitabel und im September 2024 wurde es in den Aktienindex S&P 500 aufgenommen. Im September 2025, fünf Jahre nach dem Börsengang, zählte Palantir Technologies durch eine rasant gesteigerte Marktkapitalisierung zu den 25 größten Unternehmen der Welt.Thomas Brummer: 500 Jahre Gewinn eingepreist: Ist Palantir die teuerste Aktie aller Zeiten? extraetf.com, 11. September 2025, abgerufen am 28. April 2026

Namen und Selbstdarstellung der Ziele Der Firmenname Palantir stammt von der Bezeichnung der sehenden Steine in J. R. R. Tolkiens Fantasy-Saga Herr der Ringe. Ein Palantír ist in diesem Roman eine von mehreren unzerstörbaren Kristallkugeln, die hauptsächlich als Werkzeug des Bösewichts Saruman eine Rolle spielen. Die Büros von Palantir sind in ähnlicher Weise nach Orten aus dem Herr-der-Ringe-Mythos bezeichnet, mit Ausnahme des New Yorker Büros, das nach Gotham aus den DC-Comics benannt ist. Auch die beiden Hauptplattformen für Analysesoftware, Palantir Gotham und Palantir Metropolis, wurden den zwei Städtenamen Gotham und Metropolis aus dem DC-Comic-Universum entlehnt, den Schauplätzen von Batman bzw. Superman.Maus Strategic Consulting. A (Pretty) Complete History of Palantir. 27. April 2014.

Laut Unternehmensbiograf Michael Steinberger beabsichtigt Palantir, das „Betriebssystem“ der Vereinigten Staaten und westlicher Nationen zu werden. Mitgründer Joe Lonsdale deutete an, dass das Unternehmen gegründet worden sei, um „die Westliche Zivilisation vor ihren Gegnern, insbesondere Kommunisten und Islamisten, zu retten sowie gleichzeitig Verschwendung und Betrug zu verringern und bürgerliche Freiheitsrechte zu sichern“. Zielsetzungen und Weltanschauung führten Palantir-CEO Alex Karp und sein Koautor Nicholas W. Zamiska in ihrem Bestseller The Technological Republic (2025) sowie in einem 22 Thesen umfassenden Posting im Internetportal X (2026) näher aus. Kernaussage ist, dass westliche Demokratien ihre technologische Überlegenheit durch eine radikale Integration von KI und Software in staatliche sowie militärische Strukturen sichern müssen, um ihre Werte gegen Autokratien zu verteidigen.Alex Karp, Nicholas W. Zamiska: The Technological Republic. Hard Power, Soft Belief, and the Future of the West. Random House, 1. Auflage, 2025, S. 42–45, 112–118, 201; auf Deutsch: The Technological Republic. Über die Macht des Silicon Valley und die Zukunft des Westens. FBV, 2025, ISBN 978-3-95972-835-5.Because we get asked a lot. The Technological Republic, in brief., Posting auf X vom 18. April 2026, abgerufen am 28. April 2026

Geschichte

2003–2009: Gründung und frühe Jahre mini|hochkant|Vier der fünf Gründer waren früher bei PayPal tätig. Gründer und erster Chairman Peter Thiel war der größte Anteilseigner mit Stand von 2014. Nach dem Börsengang des Unternehmens 2020 blieb er mit einem schwankenden Anteil (2025: ca. 3 %)Palantir Technologies Inc. bei de.marketscreener.com, abgerufen am 2. Januar 2026. auch persönlich investiert.

Obwohl offiziell im Mai 2003 inkorporiert, wird allgemein angenommen, Palantir sei erst im Jahr 2004 von Peter Thiel, Alex Karp, Joe Lonsdale, Stephen Cohen und Nathan Gettings gegründet worden. Frühe Investitionen kamen von In-Q-Tel, dem Wagniskapitalzweig der US-amerikanischen Central Intelligence Agency, in Höhe von zwei Millionen US-Dollar und in Höhe von 30 Millionen US-Dollar von Thiel und seiner Firma Founders Fund. Alex Karp ist Palantirs Geschäftsführer (CEO). 2016 hatte das Unternehmen neben seinem Hauptsitz in Palo Alto, Kalifornien, zehn internationale Niederlassungen sowie fünf Büros in den USA.

Palantirs Technologie wurde in durch In-Q-Tel ermöglichten Pilotprojekten über drei Jahre hinweg von Informatikern und Geheimdienst-Analysten entwickelt. Das Software-Konzept basiert auf einer bei PayPal entwickelten Technologie zum Feststellen von Betrugsaktivitäten, die zu einem großen Teil von russischen Syndikaten aus dem Bereich der organisierten Kriminalität verübt wurden. Das Unternehmen vertrat die Meinung, der computerbasierte Einsatz von künstlicher Intelligenz allein sei nicht in der Lage, anpassungsfähige Gegner zu schlagen. Palantirs Gedanke war der Einsatz von Menschen als Analysten, um Daten aus zahlreichen Quellen zu untersuchen – die „Erweiterte Intelligenz“ (intelligence augmentation).

2010: GhostNet und Shadow Network Palantirs Partner Information Warfare Monitor verwendete Palantirs Software, um sowohl das GhostNet als auch das Shadow Network aufzudecken. Das GhostNet war ein chinesisches Cyber-Spionagenetzwerk, das Angriffe auf 1295 Computer in 103 Ländern verübte, darunter das Büro des Dalai Lama, einen NATO-Computer und Botschaften. Das Shadow Network war ebenfalls eine chinesische Spionage-Operation, die sich in den indischen Sicherheits- und Verteidigungsapparat hackte. Cyber-Spione stahlen Dokumente aus den Bereichen indische Sicherheit, Botschaften im Ausland und NATO-Truppenaktivitäten in Afghanistan.

2010–2012: Expansion Im April 2010 kündigte Palantir eine Partnerschaft mit Thomson Reuters an, um das Palantir-Metropolis-Produkt als QA-Studio zu verkaufen. Am 18. Juni 2010 hielten Vizepräsident Joe Biden und der Direktor des Office of Management and Budget, Peter Orszag, eine Pressekonferenz im Weißen Haus ab, bei der sie Erfolge des Gremiums für Transparenz und Rechenschaft (Recovery Accountability and Transparency Board (RATB)) bei der Betrugsbekämpfung vermeldeten. Biden schrieb den Erfolg Palantirs Software zu, die von der US-Bundesregierung eingesetzt worden war. Er kündigte an, dass die Software auch bei anderen Regierungsbehörden Verwendung finden solle, und zwar zu Beginn bei Medicare und Medicaid.

Nach Schätzungen betrugen die Einnahmen im Jahr 2011 rund 250 Millionen US-Dollar.

2013: Dienstleister der Behörden „[Im Jahr 2013] setzten die US-Spionage-Behörden Palantir ein, um Datenbanken abteilungsübergreifend zu verbinden. Davor waren die meisten der von CIA und FBI verwendeten Datenbanken voneinander getrennt, was die Nutzer zwang, jede Datenbank einzeln zu durchsuchen. Jetzt ist durch Palantir alles miteinander verbunden.“— TechCrunch im Januar 2015

Ein der Publikation TechCrunch zugespieltes Dokument enthüllte, dass 2013 mindestens zwölf Gruppierungen der US-Regierung zu Palantirs Kunden gehörten, unter ihnen CIA, DHS, NSA, FBI, CDC, das Marine Corps, die Air Force, das Kommando für Spezialoperationen (Special Operations Command), die Militärakademie West Point, die Gemeinsame Organisation zur Bekämpfung unkonventioneller Sprengkörper (Joint Improvised Explosive Device Defeat Organization) und deren Partner, der Ausschuss für Einnahmen-Rechenschaftslegung und Transparenz (Recovery Accountability and Transparency Board) und das Nationale Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder (National Center for Missing and Exploited Children). Die U.S. Army verwendete weiterhin ihr eigenes Analyse-Tool. Ebenfalls laut TechCrunch wurden Behörden wie CIA und FBI durch Palantir-Software verknüpft; deren Datenbanken waren zuvor unverbunden gewesen.

In einer im September 2013 bei der U.S. Securities and Exchange Commission eingereichten Meldung enthüllte Palantir eine Finanzmittelbeschaffung in Höhe von mehr als 196 Millionen US-Dollar. Schätzungen hielten es für wahrscheinlich, dass das Unternehmen 2014 Verträge über fast eine Milliarde Dollar abschließen würde. CEO Alex Karp verkündete 2013, dass man keinen Börsengang plane, da dies das „Führen eines Unternehmens wie des unseren sehr schwierig gestalten würde“.

Im gleichen Jahr wurden bei einer Finanzierungsrunde ca. 450 Millionen US-Dollar von privaten Investoren bereitgestellt. Dadurch stieg der Wert des Unternehmens laut Forbes auf neun Milliarden US-Dollar, womit es sich „unter den wertvollsten privaten Technologie-Unternehmen des Silicon Valley“ befinde.

2014–2016: Zusätzliche Finanzmittel Im Dezember 2014 berichtete Forbes, Palantir habe vor, 400 Millionen US-Dollar in einer weiteren Finanzierungsrunde einzuwerben, nachdem die Firma im Monat zuvor entsprechende Unterlagen bei der Securities and Exchange Commission (SEC) eingereicht hatte. Der Bericht basierte auf Nachforschungen von Wagniskapital-Experten. Forbes gab an, dass Palantirs Finanzmittel bei erfolgreichem Abschluss der Runde eine Höhe von 1,2 Milliarden US-Dollar erreichen könnten. Im Dezember 2014 hatte das Unternehmen weiterhin diverse private Investoren, Kenneth Langone und Stanley Druckenmiller, In-Q-Tel von der CIA, Tiger Global Management und Founders Fund, der eine von Palantirs Chairman Peter Thiel geführte Wagniskapital-Firma ist. Im Dezember 2014 war Thiel Palantirs größter Anteilseigner.

Das Unternehmen wurde im November 2014 mit 15 Milliarden US-Dollar bewertet. Im Juni 2015 berichtete BuzzFeed, das Unternehmen sei dabei, bis zu 500 Millionen US-Dollar frisches Kapital einzuwerben und werde mit 20 Milliarden US-Dollar evaluiert. Bis Dezember 2015 wurden 880 Millionen US-Dollar eingeworben; die Bewertung des Unternehmens blieb dennoch bei 20 Milliarden US-Dollar. Im Februar 2016 kaufte Palantir Kimono Labs, ein Start-up, das das Sammeln von Informationen von öffentlichen Websites erleichtert.

Im August 2016 erwarb Palantir das Datenvisualisierungs-Start-up Silk.

Börsengang 2020 Das Management habe bei der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC einen vorläufigen Antrag auf Börsenzulassung eingereicht, teilte das Unternehmen am 6. Juli 2020 mit. Mitte Juni 2020 hatte es Berichte über ein mögliches Börsendebüt gegeben, gegen das sich das Management lange geweigert hatte.