Die VR-Bank in Nordhessen Westthüringen eG ist eine deutsche Genossenschaftsbank mit Hauptsitz in Bad Salzungen in Thüringen, deren Geschäftsgebiet sich über Teile des Landkreises Schmalkalden-Meiningen und den südlichen Wartburgkreis erstreckt. Sie verfügt darüber hinaus über Niederlassungen in Nordhessen.

Geschichte Erste Quellen belegen ein Statut aus dem Jahr 1860. Die Bank in ihrer heutigen Form entstand am 23. August 2001 aus der Fusion der Volks- und Raiffeisenbank Schmalkalden eG und der Volksbank Raiffeisenbank Bad Salzungen eG. Seitdem firmierte die Bank unter dem Namen VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden eG. Zum 17. Dezember 2021 wurde die Raiffeisenbank Borken Nordhessen eG auf die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden eG verschmolzen.Bekanntmachungen des AG Fritzlar zu GnR 402 am 13./22.12.2021 Dies stellte die erste Übernahme einer westdeutschen Genossenschaftsbank durch eine ostdeutsche dar. Im Sommer 2024 wurde bekannt, dass die Bank den Mitarbeiterstamm etwa halbieren will. Zudem soll die Bilanzsumme verringert werden. Grund für die Maßnahmen sind die in der Vergangenheit getätigten Investitionen in Immobilien. Diese wurden teilweise zu hoch bilanziert und mussten dann abgeschrieben werden. Die Bank geriet Anfang 2024 in wirtschaftliche Schieflage und bekam Hilfe von der Sicherheitseinrichtung des genossenschaftlichen Branchenverbands BVR.

Anfang 2026 fand eine Umfirmierung von VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden eG in die heutige VR-Bank in Nordhessen Westthüringen eG statt.Unser gemeinsamer Weg zur neuen Marke – Das Beste aus beiden Regionen vereint, abgerufen am 31. März 2026

Geschäftsgebiet Die VR-Bank in Nordhessen Westthüringen eG ist in Thüringen und Hessen an insgesamt 9 Standorten mit Kompetenzcentern und Beratungsstellen vertreten: Bad Liebenstein Bad Salzungen Bad Zwesten Barchfeld Borken (Hessen) Breitungen/Werra Schmalkalden Steinbach-Hallenberg Vacha

Rechtsgrundlage Rechtsgrundlagen der Bank sind ihre Satzung und das Genossenschaftsgesetz. Die Organe der Genossenschaftsbank sind der Vorstand, der Aufsichtsrat und die Generalversammlung. Die Bank ist der amtlich anerkannten BVR Institutssicherung GmbH und der zusätzlichen freiwilligen Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken e.V. angeschlossen.

Kritik und ungewöhnliche Geschäftstätigkeiten Ab 2018 sorgte die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden durch mehrere ungewöhnliche Geschäftstätigkeiten und Kreditvergaben für Aufsehen. So wurde Stefan Effenberg als Mitarbeiter für den Bereich „Fußball-Finanzierung“ eingestellt. Die Bank erhielt daraufhin landläufig den Namen „Effenberg-Bank“. Zu den Kunden der Bank sollen mehrere Vereine der ersten und zweiten Fußball-Bundesliga zählen. Außerdem soll laut Spiegel ein Millionenkredit an Atlético Madrid vergeben worden sein, was die Bank aber dementierte. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Bank spricht von einem „umfangreiche[n] und ungewöhnliche[n], aber nicht ungesetzliche[n] Geschäftsmodell“. Im 2018 begonnene Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gegen den Vorstandsvorsitzenden der Bank, Stefan Siebert, wurden 2021 gegen Zahlung einer Geldauflage von 240.000 Euro eingestellt. Die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden hatte dabei die Rechtskosten für ihren Vorstandsvorsitzenden in sechsstelliger Höhe übernommen.Skandalinstitut. »Effenberg-Bank« versinkt im Bilanzchaos. In: Der Spiegel vom 2. Februar 2024, abgerufen am 19. November 2024. 2020 versuchte die Bafin Siebert des Amtes zu entheben, jedoch waren die rechtlichen Hürden zu groß. Siebert ist dann im Herbst 2023, offiziell aus gesundheitlichen Gründen, von selbst zurückgetreten.

Im Jahr 2021 wurde bekannt, dass die BVR Institutssicherung beim Landgericht Berlin II per Einstweiliger Verfügung erwirkt hat, dass die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden „verpflichtet ist, eine Prüfung gemäß § 7 Abs. 1 des Statuts der Sicherungseinrichtung des BVR durch die Deloitte GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft als Prüfer zuzulassen“.

Laut Medienberichten von Ende September bzw. Anfang Oktober 2023 soll die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine Erhöhung der Eigenkapitalquote angeordnet haben. Die Bank bestritt dies und betonte, eine solche Anordnung werde erst noch geprüft. Als Gründe soll die BaFin unter anderem „erhebliche aufsichtliche Bedenken in Bezug auf die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsorganisation der VR-Bank“ angeführt haben. Es bestünden „wesentliche […] Bedenken an der Verlässlichkeit der Geldwäschepräventionsfunktion sowie der Kundenstruktur der Bank“, welcher die BaFin eine „mangelhafte Risikokultur“ attestierte. Wenig später forderte die BaFin von der Bank einen täglichen Liquiditätsbericht an. Die BVR Institutssicherung kritisierte in diesem Zuge erhebliche Lücken im internen Überwachungssystem der Volksbank sowie mangelndes „Interesse an einer konstruktiven Kommunikation mit dem [Institutssicherungs-] Verband“.

Im Dezember 2023 traten die 16 Mitglieder des Aufsichtsrats der Volks- und Raiffeisenbank Bad Salzungen Schmalkalden geschlossen zurück. Offenbar sei nach den Berichten das Kontrollgremium damit seiner Abberufung zuvorgekommen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ernannte in diesem Zusammenhang neben dem Sonderbeauftragten Gervais mit Geschäftsleiterbefugnis auch noch einen zweiten Sonderbeauftragten, Dirk Auerbach, der die Aufgaben des Aufsichtsrats übernahm.Skandalgeldhaus. Aufsichtsrat der »Effenberg-Bank« tritt geschlossen zurück. In: Der Spiegel vom 6. Dezember 2023, abgerufen am 19. November 2024.

Eine Woche zuvor hatte die BaFin bereits den gesamten Vorstand der Bank entmachtet und den Sonderbeauftragten Christian Gervais für den Vorstand eingesetzt. Dieser kam von der Volksbank Köln Bonn.handelsblatt.com vom 7. November 2024: Christian Gervais wird Vorstandschef, abgerufen am 12. September 2026 Der Rücktritt des gesamten Aufsichtsrates mit dem Altministerpräsidenten Dieter Althaus erfolgte als direkte Reaktion auf diesen Schritt der BaFin.Immobilienbesitz. Die »Effenberg Bank« muss schrumpfen. In: Der Spiegel vom 2. August 2024, abgerufen am 19. November 2024.Skandalinstitut. »Effenberg-Bank« versinkt im Bilanzchaos. In: Der Spiegel vom 2. Februar 2024, abgerufen am 19. November 2024. In der Zeit von Dezember 2023 bis Ende November 2024 hat die Bank unter der Finanzaufsicht der BaFin gestanden. Grund waren finanzielle Verluste in einer Gesamthöhe von rund 280 Millionen Euro für die Geschäftsjahre 2022 und 2023.

Mitte Dezember 2024 wurde bekannt, dass die Bank von vier ehemaligen Managern Schadenersatz in Millionenhöhe fordere. Die ehemaligen Bankvorstände wurden schriftlich aufgefordert, das Geld bis Jahresende 2024 an die Bank zu zahlen. Es handele sich hier um zivilrechtlich erhobene Forderungen, diese sollen sich auf Geschäfte mit Unternehmensbeteiligungen und Immobilien unter anderen auf Sylt beziehen. Demnach sollen der Bank durch die Entscheidungen der vier ehemaligen Vorstände finanzielle Verluste entstanden sein, außerdem prüfe die Bank auch weitere Schritte gegen die Ex-Manager.VR-Bank fordert von Ex-Vorständen Schadenersatz in Millionenhöhe noch dieses Jahr - mdr.de vom 18. Dezember 2024, abgerufen am 23. Dezember 2024

Des Weiteren legte Harald Kothe aus persönlichen Gründen sein Vorstandsmandat zum 31. Dezember 2024 nieder. Darüber informierte er den Aufsichtsrat in dessen turnusmäßiger Sitzung am 3. Dezember 2024.vrb-meinebank.de vom 4. Dezember 2024: Personelle Änderungen im Aufsichtsrat und Vorstand, abgerufen am 23. Dezember 2024

Die Finanzaufsicht BaFin hat 2025 gegen die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden eG ein Bußgeld in Höhe von 325.000 Euro festgesetzt. Grund für das Bußgeld waren Mängel in der Geldwäscheprävention, die während der Amtszeit der damaligen Geschäftsleitung des Instituts im Geschäftsjahr 2023 verursacht wurden. Das Kreditinstitut hatte seine Aufsichtspflicht bei internen Prozessen zur Abgabe von Geldwäsche-Verdachtsmeldungen schuldhaft verletzt. Aufgrund dieser Prozessschwächen wurden im Verlauf des Jahres 2023 Geldwäsche-Verdachtsmeldungen systematisch nicht rechtzeitig abgegeben.VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden eG: BaFin setzt Bußgeld fest. Bafin-Website, 20. Januar 2026, abgerufen am 1. April 2026. Gleichzeitig wurde bekannt, dass Zuschüsse und Garantien des BVR sich auf 560 Millionen Euro belaufen haben, wovon alleine bis Mai 2025 insgesamt 380 Millionen abgerufen wurden.handelsblatt.com vom 20. Januar 2026: Bafin verhängt Geldbuße gegen VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden, abgerufen am 12. September 2026

Anfang April 2026 wurde durch Mitteilung der Bank bekannt, dass Stefan Siebert als ehemaliges Mitglied der Genossenschaft eine Anfechtungsklage gegen den Beschluss der Generalversammlung vom 28. Januar 2025 zu Tagesordnungspunkt 3 (Beschluss über die außerordentliche Kündigung des Dienstvertrags nebst Zusatzvereinbarungen mit Stefan Siebert) bei dem Landgericht Meiningen, Kammer für Handelssachen erhoben hat.vrb-meinebank.de vom 8. April 2026: Veröffentlichung gemäß § 51 Abs. 4 GenG, abgerufen am 11. April 2026 Ebenso wurde Anfang April 2026 durch Medienberichte bekannt, dass ein weiteres ehemaliges Vorstandsmitglied gegen einen anderen Beschluss der Generalversammlung Klage erhoben hat. Diese Generalversammlung hatte ebenfalls am 28. Januar 2025 beschlossen, ehemalige Bankvorstände wegen dubioser Geschäfte in finanzielle Haftung zu nehmen. Diese Anfechtungsklage ist ebenfalls beim Landgericht Meiningen anhängig.mdr.de vom 9. April 2026: Westthüringer VR Bank: Ex-Vorstandschef klagt gegen Rausschmiss, abgerufen am 11. April 2026

Weblinks Website der Bank

Podcast: Handelsblatt Crime: Die fragwürdigen Geschäfte der „Effenberg-Bank“ vom 23. März 2024

Einzelnachweise

BadSalzungenSchmalkalden Kategorie:Unternehmen (Schmalkalden) Kategorie:Friedrich Wilhelm Raiffeisen als Namensgeber