(Abkürzung für , in etwa: [Verzeichnis-]Baum löschen) ist ein Kommandozeilenprogramm in einigen Microsoft-Betriebssystemen zum rekursiven Löschen von Dateien in Unterverzeichnissen. Das Kommando mit annähernd derselben Funktion wurde bereits fast vier Jahre zuvor von Digital Research in dessen zu MS-DOS kompatiblen Betriebssystem DR DOS eingeführt.
Hintergrund Unter PC DOS 1.0 beziehungsweise MS-DOS 1.0, das IBM und Microsoft einführten, wurden Dateiverzeichnisse noch nicht unterstützt. Erst DOS 2.0 erlaubte das Anlegen von Verzeichnisbäumen (). Mit Bordmitteln war das Löschen von kompletten Verzeichnisbäumen in einem Schritt aber noch nicht möglich, stattdessen mussten zuerst alle Dateien innerhalb des zu löschenden Verzeichnisbaums, Verzeichnis für Verzeichnis, mit gelöscht werden, sowie anschließend die Verzeichnisse selbst hintereinander mit . 1989 bot das Konkurrenzprodukt DR DOS 3.40 bereits die Möglichkeit an, mit ganze Verzeichnisbäume rekursiv zu löschen, was positiv bewertet wurde. Mit MS-DOS 6.0 zog Microsoft 1993 nach und führte den -Kommandozeilenbefehl ein.
Implementierung und Einsatz und sind externe Kommandos und somit nicht in den Kommandozeileninterpreter implementiert. Bei Einsatz dieses Kommandos erscheint zuerst eine Sicherheitsabfrage, in der der Benutzer bestätigen muss, dass er den ganzen Baum löschen möchte. Diese Sicherheitsabfrage kann durch einen Kommandozeilenparameter unterdrückt werden. kann selektiv einzelne Dateitypen (Dateinamenserweiterungen) in den jeweiligen Unterverzeichnissen löschen, was nicht kann. Im Gegensatz zu den meisten anderen Kommandozeilenprogrammen, die Aktionen im Dateisystem auslösen, erlaubt die gleichzeitige Zuweisung mehrerer Verzeichnisse als Kommandozeilenparameter. Wird am Ende eines Verzeichnisses ein / mit übergeben, so wird das Verzeichnis selbst nicht mitgelöscht, diese Funktion ist allerdings nicht dokumentiert. Theoretisch können mit gelöschte Verzeichnisse und Dateien wiederhergestellt werden.
Einsatz in Schadprogrammen zur Sabotage ignoriert alle Dateiattribute (versteckt, nur-Lesen oder System). Daher wurde der Befehl als „potenziell gefährlich“ eingestuft, da dieser fähig ist, hunderte Dateien gleichzeitig löschen zu können. Daher kam zusammen mit dem -Befehl (das eine Wiederherstellung so gelöschter Dateien möglich macht) in Schadprogrammen zur Computersabotage zum Einsatz.
Ablösung wurde auf allen MS-DOS-basierenden 32-Bit-Windows-Versionen mitgeliefert (Windows 95, Windows 98 und Windows ME, zusammengefasst auch Windows 9x bezeichnet).
Windows-NT-basierende Betriebssysteme (NT, 2000, XP und neuere) liefern nicht mehr mit. Stattdessen wurde um den Schalter /S erweitert, das die Funktion von übernahm. Der Schalter /Q ermöglicht die Unterdrückung der Sicherheitsabfrage.
Siehe auch Liste von Kommandozeilenbefehlen (DOS)
Einzelnachweise und
Kategorie:DOS-Betriebssystemkomponente Kategorie:Abkürzung