mini|hochkant=2.5| Der 5000-Meter-Lauf der Frauen bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta wurde am 26. und 28. Juli 1996 im Centennial Olympic Stadium ausgetragen. Diese Strecke wurde erstmals in der olympischen Frauenleichtathletik ausgetragen, sie ersetzte den von 1984 bis 1992 ausgetragenen 3000-Meter-Lauf. 46 Athletinnen nahmen teil.
Erste Olympiasiegerin wurde die Chinesin Wang Junxia. Sie gewann vor der Kenianerin Pauline Konga und der Italienerin Roberta Brunet.
Für Deutschland starteten Claudia Lokar und Petra Wassiluk, die beide in der Vorrunde ausschieden. Die Schweizerin Anita Weyermann erreichte das Finale und wurde dort Vierzehnte. Athletinnen aus Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.
Aktuelle Titelträgerinnen Olympiasiegerin 1992 – 3000 MeterJelena Romanowa ()8:46,04 minBarcelona 1992Weltmeisterin 1995Sonia O’Sullivan ()14:46,47 minGöteborg 1995Europameisterin 1994 – 3000 Meter8:31,84 minHelsinki 1994Panamerikanische Meisterin 1995Adriana Fernández ()15:46,32 minMar del Plata 1995Zentralamerika und Karibik-Meisterin 199516:34,3 minGuatemala-Stadt 1995Südamerika-Meisterin 1995Marlene Flores ()16:48,35 minManaus 1995Asienmeisterin 1995Wang Junxia ()15:25,65 minJakarta 1995Afrikameisterin 1996Florence Djépé ()17:59,32 minYaoundé 1996Ozeanienmeisterin 1994Nicola McDonald ()18:03,37 minAuckland 1994
Rekorde Bestehende Rekorde Weltrekord14:36,45 minFernanda Ribeiro ()Hechtel, Belgien22. Juli 1995Athletics - Progression of outdoor world records, 5000 m - Women, sport-record.de, abgerufen am 13. Januar 2022Olympischer Rekord Wettbewerb bei Olympischen Spielen bisher nicht ausgetragen Nachdem im ersten Vorlauf der erste olympische Rekord aufgestellt worden war, wurde dieser in den darauffolgenden Rennen zweimal verbessert: Erster olympischer Rekord und Rekordverbesserungen 15:15,80 min – Sonia O’Sullivan (Irland), erster olympischer Rekord im ersten Vorlauf 15:07,01 min – Pauline Konga (Kenia), dritter Vorlauf 14:59,88 min – Wang Junxia (Volksrepublik China), Finale
Doping Die US-Amerikanerin Mary Slaney, früher auch erfolgreich unter ihrem Namen Mary Decker, kam im zweiten Vorlauf zunächst in einer Zeit von 15:41,30 min auf Platz sieben ins Ziel. Im Juni 1996 war sie bei den US-Olympiaausscheidungen durch einen erhöhten Testosteron/Epitestosteron-Wert auffällig geworden. Von der IAAF wurde sie wegen Verstoßes gegen die Antidopingbestimmungen für vier Jahre gesperrt, doch der US-Verband sprach sie frei. Im April 1999 wurde Slaney vom Schiedsgericht der IAAF nachträglich für die Zeit vom 17. Juli 1996 bis zum 17. Juni 1998 gesperrt, ihre zuvor seit dem positiven Test erzielten Ergebnisse wurden gestrichen. Damit war für sie sie auch die nachträgliche Disqualifikation für diesen Vorlauf die zwangsläufige Folge.Mary Decker-Slaney: Medaille aberkannt. In: Der Spiegel 26. April 1999, spiegel.de abgerufen am 13. Januar 2022
Vorrunde 26. Juli 1996Official Report of the Centennial Olympic Games, v.3 The Competition Results, Resultate Leichtathletik: S. 79, englisch/französisch (PDF, 27.555 KB), abgerufen am 13. Januar 2022
Die Athletinnen traten zu insgesamt drei Vorläufen an. Für das Finale qualifizierten sich pro Lauf die ersten vier Sportlerinnen. Darüber hinaus kamen die drei Zeitschnellsten, die sogenannten Lucky Loser, weiter. Die direkt qualifizierten Läuferinnen sind hellblau, die Lucky Loser hellgrün unterlegt.
Anmerkung:Alle Zeiten sind in Ortszeit Atlanta (UTC−5) angegeben.
Vorlauf 1 19:50 Uhr
Platz Name Nation Zeit (min) Anmerkung 1 Sonia O’Sullivan 15:15,80 erster OR 2 Elena Fidatow 15:17,89 3 Lynn Jennings 15:19,66 4 Anita Weyermann 15:19,91 5 Sara Wedlund 15:20,61 6 Anne Hare 15:22,31 7 Petra Wassiluk 15:37,73 8 Yang Siju 15:40,41 9 Roseli Machado 15:41,63 10 Lydia Cheromei 15:49,85 11 Harumi Hiroyama 15:50,43 12 Isabel Martínez 15:59,42 13 Luchia Yishak 16:04,29 14 Kate Anderson 16:17,83 15 Alison Wyeth 16:24,74 16 Rachida Mahamane 19:17,87
Vorlauf 2
20:20 Uhr Platz Name Nation Zeit (min) 1 Roberta Brunet 15:22,58 2 Michiko Shimizu 15:23,56 3 Paula Radcliffe 15:23,90 4 Wang Junxia 15:24,28 5 Rose Cheruiyot 15:16,87 6 Claudia Lokar 15:28,35 7 Kathy Butler 15:47,50 8 Merima Denboba 15:48,35 9 Nina Christiansen 15:56,38 10 Ana Dias 15:57,35 11 Stela Olteanu 15:58,28 12 Jeļena Čelnova 15:59,00 13 Marie McMahon 15:59,12 14 Natalie Harvey 16:06,45 DNS Gwen Griffiths DOP Mary Slaney 15:41,30
Vorlauf 3
20:50 Uhr Platz Name Nation Zeit (min) Anmerkung 1 Pauline Konga 15:07,01 OR 2 Ayelech Worku 15:21,59 3 Amy Rudolph 15:21,90 4 Jelena Romanowa 15:23,37 5 Wei Li 15:33,49 6 Silvia Sommaggio 15:33,63 7 Gabriela Szabo 15:42,35 8 María Cristina Petite 15:48,63 9 Zahra Ouaziz 15:55,03 10 Katy McCandless 15:55,66 11 Irina Mikitenko 15:57,67 12 Yoshiko Ichikawa 15:58,90 13 Sonia McGeorge 16:01,92 14 Robyn Meagher 16:24,49 15 Marta Portoblanco 18:42,78 DNS Carolyn Schuwalow
Finale
mini|hochkant=0.9|Die Olympiasechste Jelena Romanowa mini|hochkant=1.2|Die Weltmeisterin und amtierende Europameisterin über 3000 Meter Sonia O’Sullivan gab das Rennen auf 28. Juli 1996, 20:45 Uhr Zwischenzeiten Zwischenzeit-Marke Zwischenzeit Führende 1000-m-Zeit 1000 m 3:06,15 min Pauline Konga vor dem geschlossenen Feld 3:06,15 min 2000 m 6:08,76 min Anne Hare vor dem geschlossenen Feld 3:03,51 min 3000 m 9:08,02 min Pauline Konga vor größerer Spitzengruppe 2:59,26 min 4000 m 12:05,25 min Pauline Konga vor Wang Junxia 2:57,23 min 5000 m 14:59,88 min Wang Junxia 2:54,63 min
Platz Name Nation Zeit (min) Anmerkung 1 Wang Junxia 14:59,88 OR 2 Pauline Konga 15:03,49 3 Roberta Brunet 15:07,52 4 Michiko Shimizu 15:09,05 5 Paula Radcliffe 15:13,11 6 Jelena Romanowa 15:14,09 7 Elena Fidatow 15:16,71 8 Rose Cheruiyot 15:17,33 9 Lynn Jennings 15:17,50 10 Amy Rudolph 15:19,77 11 Sara Wedlund 15:22,98 12 Ayelech Worku 15:28,81 13 Anne Hare 15:29,11 14 Anita Weyermann 15:44,40 DNF Sonia O’Sullivan Für das erste olympische Finale auf dieser Distanz hatten sich je zwei Kenianerinnen und US-Athletinnen sowie je eine Starterin aus Äthiopien, China, Irland, Italien, Japan, Neuseeland, Rumänien, Russland, Schweden, der Schweiz und Großbritannien qualifiziert.
Favoritin war vor allem Weltmeisterin Sonia O’Sullivan aus Irland, zugleich amtierende Europameisterin über 3000 Meter. Die stark eingeschätzte Rumänin Gabriela Szabo war wie auch die marokkanische WM-Dritte Zahra Ouaziz schon im Vorlauf ausgeschieden. Weitere Anwärterinnen auf vordere Platzierungen waren die Britin Paula Radcliffe, die allerdings bei engen Finish-Situationen immer Probleme mit ihren Spurtfähigkeiten hatte, sowie die chinesische Weltmeisterin von 1993 über 10.000 Meter Wang Junxia. Schwer einzuschätzen waren die Teilnehmerinnen aus Afrika und China. Vor allem chinesische Läuferinnen hatten in der jüngeren Vergangenheit – vor allem bei den Weltmeisterschaften 1993 in Stuttgart – immer wieder mit Spitzenleistungen verblüfft.
Nach 1000 Metern übernahm die Kenianerin Pauline Konga die Führung. Mit einer Durchgangszeit von 3:06,15 min an dieser Stelle war das Rennen nicht besonders schnell. O’Sullivan hatte zunehmend Probleme mit der Hitze, fiel nach Streckenhälfte immer weiter zurück und gab dann auf. Das Rennen war inzwischen deutlich schneller geworden. Konga sorgte für ein hohes Tempo und setzte sich zusammen mit Wang Junxia von ihren Konkurrentinnen immer weiter ab. Ein Fünferfeld mit Radcliffe an der Spitze lag hinter den beiden Führenden. Weitere Verfolgerinnen waren die Italienerin Roberta Brunet, Rose Cheruiyot aus Kenia, die Russin Jelena Romanowa und die Japanerin Michiko Shimizu. Der Abstand zu den nächsten Läuferinnen war allerdings nicht groß. Zwei Runden vor Schluss ergriff Wang Junxia die Initiative und zog an der lange führenden Konga vorbei. Mit deutlichem Vorsprung ging die Chinesin in die Schlussrunde. Auch Konga war ungefährdete Zweite. Spannend war jetzt der Kampf um die Bronzemedaille. Zunächst lösten sich Brunet und Radcliffe aus dem Verfolgerfeld. doch die Britin hatte nun ihre bekannten Spurtprobleme. Mit deutlichen Abständen untereinander liefen die Athletinnen ins Ziel. Olympiasiegerin wurde Wang Junxia vor Pauline Konga. Roberta Brunet verteidigte souverän ihren Bronzeplatz vor Michiko Shimizu, die Paula Radcliffe noch auf Rang fünf verdrängte. Jelena Romanowa wurde Sechste vor der Rumänin Elena Fidatow und Jelena Romanowa.
Videolinks 6288 Olympic 1996 5000m Women, youtube.com, abgerufen am 13. Januar 2022 6540 Olympic 1996 5000m Women, youtube.com, abgerufen am 13. Januar 2022 Women's 5000m Final Atlanta Olympics 1996, youtube.com, abgerufen am 7. März 2018
Literatur Gerd Rubenbauer (Hrsg.), Olympische Sommerspiele Atlanta 1996 mit Berichten von Britta Kruse, Johannes Ebert, Andreas Schmidt und Ernst Christian Schütt, Kommentare: Gerd Rubenbauer und Hans Schwarz, Chronik Verlag im Bertelsmann Verlag, Gütersloh / München 1996, S. 48f
Weblinks Official Report of the Centennial Olympic Games, v.3 The Competition Results, Resultate Leichtathletik: S. 79, englisch/französisch (PDF, 27.555 KB), abgerufen am 13. Januar 2022 Olympedia, Athletics at the 1996 Summer Olympics, 5,000 metres, Women, olympedia.org (englisch), abgerufen am 13. Januar 2022 Atlanta 1996, Athletics 5000m women Results, Offizielle Seite des IOC, abgerufen am 13. Januar 2022 Athletics at the 1996 Atlanta Summer Games: Women's 5000 metres, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 13. Januar 2022
Einzelnachweise
Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 1996 Kategorie:Frauenleichtathletikwettbewerb