Als 6-Punkte-Spiel bezeichnet man ein geflügeltes Wort in Mannschaftssportarten, insbesondere in der Fußballberichterstattung, für ein Spiel zwischen zwei direkten Tabellennachbarn mit ähnlichem Punktestand. Der Begriff beschreibt nicht die tatsächliche Punkteverteilung, sondern die Wirkung auf den Tabellenabstand: Der Sieger gewinnt drei Punkte, während der direkte Konkurrent keine erhält, wodurch sich der Abstand deutlich vergrößert. Im Österreichischen spricht man wegen des hohen „Ernteertrags“ auch von einer Schnittpartie.
Hintergrund Im Verlauf einer Saison kommt es immer wieder zu der Konstellation, dass Mannschaften gegeneinander antreten, die in der bisherigen Meisterschaft ähnlich viele oder gleich viele Punkte gesammelt haben und dadurch in der Tabelle eng beieinander stehen. Dabei bietet sich die Chance, den direkten Konkurrenten zu schlagen, während dieser nicht punkten kann. Der siegreiche Kontrahent profitiert somit doppelt.
Beispiel Im folgenden Beispiel hat Mannschaft B die Gelegenheit, an Mannschaft A vorbeizuziehen, was sonst (bei nicht direktem Aufeinandertreffen) nicht „aus eigener Kraft“ möglich wäre. Mannschaft A könnte sich bei Erfolg andererseits stärker absetzen.
Ausgangssituation: Mannschaft Punkte Mannschaft A 45 Mannschaft B 43
Sieg Mannschaft B: Mannschaft Punkte Mannschaft B 46 Mannschaft A 45
Sieg Mannschaft A: Mannschaft Punkte Mannschaft A 48 Mannschaft B 43
Im direkten Vergleich mit der anderen Mannschaft machen die verschiedenen Ausgänge für jeden Kontrahenten einen Unterschied von sechs Punkten aus (für A im obigen Beispiel: entweder fünf Punkte Vorsprung bei Sieg oder ein Punkt Rückstand bei Niederlage; für B im obigen Beispiel: entweder ein Punkt Vorsprung bei Sieg oder fünf Punkte Rückstand bei Niederlage).
In Bezug auf alle übrigen Mannschaften bleibt die Differenz bei drei Punkten plus oder minus.
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Kategorie:Fachbegriff (Fußball)