Die Liste der Kinos im Berliner Bezirk Neukölln gibt eine Übersicht aller Kinos, die im Berliner Bezirk Neukölln existiert haben oder noch existieren. In der Liste sind die Ortsteile entsprechend der Grenzen seit der Bezirksreform 2001 enthalten und alphabetisch vorsortiert: Neukölln, Britz, Buckow, Rudow, Gropiusstadt.

Einleitung mini|Mercedes-Palast (Foto: 1936)

Siedlungen für die Arbeiter rückten seit 1870 von Berlin nach Rixdorf vor und Kinos brachten Kultur, . Ein zeitgenössischer Bericht über das Publikum lautete: .Um die Jahrhundertwende brachten noch Schaustellerfamilien die bewegten Bilder in die Städte. Kinematographen wurden in Gaststätten oder in Ladengeschäften aufgestellt, für mehr Publikum wurden Ballsäle umgerüstet. Eine Zeitreise über die Schicksale der Neuköllner Kinos Nach dem Krieg entstanden in den 1950er Jahren in Baulücken einige neue Kinobauten, der Betrieb in vom Krieg verschonten Stätten wurde weitergeführt. Meist wurde 1957 auf Breitwand modernisiert. Die 1960er Jahre brachten schließlich den Konsumgedanken voran und mit veränderten Sichtgewohnheiten die Kino-Krise: Kinos wurden Supermärkte. Mit Programmkinos und Multiplex kam eine Renaissance für Freunde des Films.

In den südlichen Ortsteilen Rudow, Britz und Buckow entstanden mit deren zunehmender Besiedlung wenige Kinos in Stadtrandlage. Die Lage des Ortsteils Neukölln entlang der S-Bahn nach Grünau und Schönefeld begründete in den 1950er Jahren zahlreiche Grenzkinos. Friedrich Wilhelm Foss: Flimmern auf dem Eisernen Vorhang Berliner Grenzkinos 1950–1961. Auf Augenzeugen berichten von dem Strom der Ostbesucher in Westkinos, der bei Ende des Kinoabends über die Oberbaumbrücke zum S-Bahnhof Warschauer Straße heim ging.

Im Gewerbeteil für Rixdorf bzw. Neukölln (SO 32, auch S 59) in Berliner Adressbüchern bis 1920 sind für mit Kinematographen ihr Gewerbe Betreibende die folgenden Einträge vorhanden. Zu einigen Angaben fanden sich keine weiteren Belege, weitere Bezüge sind in der Liste aufgeführt. Anzengruber Straße 12: E. Sindlinger (1919/5762) Bergstraße 55.56: Bernhard Finke (1912/6080), (1914/6644), Willibald Griep (1921/6151) → Universal-Theater Bergstraße 64: C. Kühn (1920/5823) Bergstraße 67: W. Jungnickel & Co. (1908/5237), (1909/5493), (1910/5695), (1911/5904), E. Gall (1912/6080) Bergstraße 102–106: Samuel Rappaport (1913/6488), (1914/6644), (1915/6532) → Central-Theater-Lichtspiele Bergstraße 147: C. Lorenz (1916/6181), (1917/6156) Bergstraße 150.151: F. Singer (1911/5904), (1912/6080) und J. Heck (1912/6080), dann Excelsior-Lichtspieltheater Ges.mbH (1913/6488), (1914/6644), (1915/6532), (1916/6181), (1917/6156), (1918/5829), (1920/5823), (1921/6151) Berliner Straße 1/2: Max Walter Vitascope-Theater „Rollkrug“ (1911/5904), (1912/6080), Grenbaum (1913/6488), (1914/6644), K. Rudolph (1918/5829), ab 1924 (#3828) als Ufa-Theater Berliner Straße 51–52: Gala-Lichtspiele GmbH (1914/6644), (1915/6532) Berliner Straße 100: A. Stübbe (1907/4943) Berliner Straße 103.104: F. Martin (1913/6488) Berliner Straße 80.81: P. Michalowski (1908/5237), E. Bastanier (1910/5695), (1912/6080) Biebrichstraße 15.16: H. Bontel (1916/6181), (1917/6156) Friedelstraße 30: F. Bar(r)heine (1913/6488) Friedelstraße 37.38: R. Staudemeyer (1908/5237) Hermannstraße 20: J. Salomonowitz (1921/6151), S. Slorowitz (1924/3886) Hermannstraße 32: O. Zahn (1908/5237), (1910/5695), (1911/5904) Hermannstraße 35: H. Dreese (1913/6488), (1915/6532) Hermannstraße 49: Stern-Lichtspiele GmbH: zuvor Kochstraße 59: (1917/6156) (1918/5829), (1920/5823), (1921/6151) Hermannstraße 55: C. Umlauf (1914/6644) Hermannstraße 166.167: Zigold & Braun (1913/6488), (1914/6644), (1915/6532), H. Klette (1919/5762), E. Tränkner (1919/5762). Weiteres unter #Hermann-Lichtspiele Hermannstraße 210: Richard Potschka & Co. (1912/6080) Hermannstraße 225: O. Schulze (1919/5762) Hermannstraße 256.257: Altmann (1915/6532) Hertzbergstraße 23.24: F. Jaß (1915/6532) Kaiser-Friedrich-Straße 8: M. Hellmann (1909/5493) Kirchhofstraße 17: Agnes Kühn (1925/4049) Kochstraße 59: Stern-Lichtspiele GmbH (1917/6156) >> Leykestraße 15: F. Beyer (1914/6644) Neue Jonasstraße 32: O. Scheidemann (1913/6488) Pannierstraße 61: W. Schubert (1907/4943) Pflügerstraße 74: W. Mill (1915/6532) Richardstraße 12.13: J. Heck (1911/5904), (1912/6080) Richardstraße 101: A. Brückmann (1914/6644) Sanderstraße 26: A. Busch (1915/6532), (1917/6156), (1918/5829) Siegfriedstraße 36.37: O. Dippold (1915/6532), E. Fesch (1918/5829) Steinmetzstraße 83: W. Pusewey & Eggert (1913/6488), (1914/6644) Stuttgarter Straße: R. Lehmann (1913/6488), (1914/6644), (1915/6532), (1916/6181), (1917/6156) Weserstraße 16: G. Ückert (1907/4943) Weserstraße 200: C. Hoffmann (1911/5904) Kinematographentheater gab es auch Weichselstraße 8 (A. Heide – 1925/4049) und Weisestraße 61 (Charlotte Jansen – 1924/3828 – 1925/4049).

Kinoliste

Name/Lage Adresseentsprechend der Bezirksreform aus dem Jahr 2001, unabhängig von historischen Lagen und Zuordnungen. Bestand BeschreibungAKI—Schauburg,Neuköllner Lichtspiele,Excelsior,Deutsche Lichtspiele DW ()NeuköllnKarl-Marx-Straße 1631914–19671914 eröffnete Willy Zemlin an der Bergstraße 151 Ecke Richardsburgweg ein erstes Kinematographentheater mit 321 Plätzen im „Deutschen Wirtshaus“, während des Ersten Weltkriegs als „Deutsches Lichtspielhaus“Die Abkürzung „D.W.“ des Deutschen Lichtspiel-Hauses kam von der vorherigen Nutzung und der Benennung des Gebäudes als „Deutsches Wirtshaus“. geführt. 1916 wurde dieses Kino neugestaltet und auf 700 Plätze erweitert. Dieses wurde von der Vereinigten Kukuk-Excelsior-Stern-Lichtspiele zu den vier größten Kinos Neuköllns unter Geschäftsführung von Hermann Baum zusammengeschlossen. Dabei wurde es 1918 zum „Excelsior-Lichtspielhaus“. 1928 wurde das Kino wiederum neu unter dem Namen „Neuköllner Lichtspielhaus“ im Besitz von Emil Ellermann und Max Förster eröffnet.Die Vereinigten Kukuk-Excelsior-Stern-Lichtspiele hatten in der Sonnenallee einen Neubau eines Lichtspielhaus errichtet, für dieses wurde der eingeführte Name Excelsior genutzt. eröffnet. Mit der Umstellung 1933 auf Tonfilm bei der Übernahme des Kinobesitzes durch Alfred Behr und Moritz Hamburger (Geschäftsführer: F. Kattwinkel) wurde die Spielstätte „Schauburg“ benannt. Den Besitz übernahm 1936 die Schauburg Neukölln Filmtheater-Betriebs-Ges.mbH und 1938 ist Franz Woelke als Inhaber im Kino-Adressbuch notiert. Jedoch wurde das Geschäftsgebäude durch Kriegseinwirkung schwer beschädigt und damit endete die Existenz der Schauburg. Die anfängliche Kinoadresse hatte sich durch geänderte Zählung auf der Bergstraße zu 136/137 geändert und wurde 1947 durch Umbenennung und die neue Orientierungsnummerierung zu Karl-Marx-Straße 163.

Die Geschichte der Spielstätte begann vor dem Ersten Weltkrieg mit Stummfilmvorführungen vor 300 Zuschauern, durch den Umbau 1916 waren 700 Zuschauerplätze (655 bis 705) entstanden. Es gab einen täglichen Spielbetrieb, die Vorführungen von einer Sechs-Mann-Kapelle musikalisch untermalt. Seit 1930 waren 600 Sitzplätze angegeben. 1933 wurde dem Zeittrend folgend eine Tonfilmtechnik von Kinoton eingebaut, der Saal mit einer Bühne von 8 m × 6 m wiederum für 700 Zuschauer. 1944 bis 1952 war das Gebäude zerstört. Der drehbare Name aki und die großen Leuchtbuchstaben Aktualitätenkino lockten die im Nachkriegsberlin an Informationen interessierten Neuköllner an.

Die AKI-AG. aus Frankfurt am Main hatte unter Theaterleiter Rolf-Joachim Freis ihr Kinokonzept in Berlin zum zweiten Mal mit 592 Plätzen im Saal umgesetzt. Bei stündlichen Wechseln an sieben Wochentagen wurden 112 Vorstellungen gegeben. Die Bild- und Ton-Technik kam von Philips: für die Vorführung eine FP-5-Apparatur, es gab eine Dia-Anlage. Im Laufe des Jahres 1956 wurde CinemaScope mit Einkanal-Lichtton für 1:2,35 eingerichtet. Für die Zuschauer gab es (nun) 580 Flachpolster-Klappsessel von Kamphöner. Ab 1960 war Gerhard Fischer der Leiter, von da an ist im Kino-Adressbuch SuperScope mit Extra-Wand, Lichtquelle: Xenon eingetragen. Der Betrieb lief bis 1967, danach nutzte ein Supermarkt das Geschäftshaus, dessen Verkaufsfläche liegt im Kinosaal.ehemaliges AKI 1975 (Hans-Joachim Andree) Die gewundene Treppe zum Vorführraum erinnert an das Kino.Apollo-Lichtspiele ()NeuköllnKarl-Marx-Straße 2221910–1966140px|rechts|Apollo-Theater um 1900 1910 begann im Wohn- und Geschäftshaus Bergstraße 64 der Kinobetrieb in Rixdorf. Mit der Strukturänderung um Berlin wurde 1912 der Vorort zur Stadt Neukölln. Ab 1917 wurde das Kino als Apollo-Lichtspiele genannt. Rudolf Steinlein nennt als Gründungsjahr seines Theaters mit 450 Plätzen 1913. Ein Eintrag für 1920 fehlt zwar, 1921 ist Karl Kühn als Inhaber genannt, nach seinem Tod führt Otto Sommerfeld namens von Agnes Kühn und Erben den Spielbetrieb weiter. Agnes Kühn hat wohl Alfred Behr und Moritz Hamburger, die bereits ein unweit in der Straße liegendes Lichtspiel besaßen, verkauft. Auf deren Eintrag im Kino-Adressbuch beruht auch die Angabe zur Gründung im Jahre 1910. Die Geschäfte wurden von F. Kattwinkel geführt, gespielt wurde täglich und für Stummfilme gaben sechs Musiker die akustische Untermalung. Die Möglichkeit zur Tonfilmwiedergabe wurde 1931 mit Mihaly-Technik (Kinoton) für 461 Plätze eingebaut. Ab 1936 sind die Inhaberrechte an die „Schauburg, Neukölln, Filmtheater-Betriebs-Ges. mbH“ übertragen und Franz Woelke aus Berlin-Tempelhof übernimmt den Betrieb. Die Adresse änderte sich 1947 durch Umbenennung in Karl-Marx-Straße 222 (gegenüber der Thüringer, seit 1964 Braunschweiger Straße). Das Kinogebäude blieb erhalten und der Betrieb konnte in den Nachkriegsjahren von Frau G. Lindner fortgesetzt werden. 1950 ist als Inhaberin die „Apollo-Lichtspiel GmbH, Liesbeth Woelke“ aufgenommen. Mit 450 Plätzen auf Holzklappsitzen werden wöchentlich 16 Vorstellungen bei täglichen Vorführungen gegeben, vorgeführt wird von einer Ernemann-II-Apparatur und der Ton kommt vom AEG-Verstärker „Klangfilm KL VZ 403a / 402a“, Dia können mit Ton projektiert werden. 1958 kommt das Bild- und Tonsystem CinemaScope Einkanal-Lichtton für 1:2,35 ins Kino, für die Vorführung eine Ernemann IV (Lichtquelle: Reinkohle) und dazu die Schwerhörigenanlage. Noch 1962 wurde Heinz Diedrich Kinoinhaber und führte die Stätte bis 1966 weiter. Danach wurden die Kinoräume vom Handel genutzt, aktuellAnsicht auf Streetview 2008 befindet sich dort ein Teppich-Ladengeschäft.Atlas-Palast