Life ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Horrorfilm des Regisseurs Daniél Espinosa aus dem Jahr 2017. Der Film kam am 23. März 2017 in die deutschen und einen Tag später in die US-amerikanischen Kinos.
Handlung mini|Die außerirdische Lebensform vom Mars, die sie Calvin nennen, wird von der Crew der internationalen Raumstation ISS in einer Bodenprobe gefunden
In naher Zukunft befinden sich sechs Besatzungsmitglieder der Internationalen Raumstation ISS auf der Mars Pilgrim 7 Mission. Es handelt sich dabei um mehrere Wissenschaftler und Astronauten, darunter die Britin Dr. Miranda North, Mitarbeiterin des Centers for Disease Control and Prevention, als Quarantänebeauftragte. Der Amerikaner Dr. David Jordan fungiert als Bordarzt, der Japaner Sho Murakami ist Senior Crewmember und Systemingenieur, und der leitende Wissenschaftler ist der von der Taille abwärts gelähmte Brite Dr. Hugh Derry. Zusätzlich gehört noch der amerikanische Flugingenieur Rory Adams zur Crew. Geleitet wird die Mission von der russischen Kosmonautin Ekaterina Golovkina. Eine Weltraumsonde bringt eine auf dem Mars gefundene Bodenprobe mit einem fossilierten außerirdischen Organismus zur Untersuchung. Diese muss von Adams in einem gewagten Einsatz an Bord geholt werden, da die Sonde auf ihrem Rückweg beschädigt wurde.
Als Derry den außerirdischen Mikroorganismus isoliert, ihm ein spezielles Luftgemisch zuführt und ihn mit etwas Glucose füttert, erwacht dieser wieder zum Leben. Sie entdecken, dass der Organismus schnell wächst, seine multifunktionalen Zellen allesamt zugleich Muskel- und Nervenzellen zu sein scheinen und er photorezeptive Eigenschaften besitzt. So vermuten sie, dass er das Potenzial besitzt, sich gut und schnell an seine jeweilige Umgebung anzupassen. Schüler der Calvin Coolidge Elementary School dürfen die Lebensform benennen und geben ihr den Namen Calvin. Derry kann seine Begeisterung kaum verbergen, besonders als das Wesen auf die Handbewegungen des Wissenschaftlers reagiert. Andere Besatzungsmitglieder treffen Vorsichtsmaßnahmen für den Notfall, allen voran Miranda North, die Erfahrungen in der Seuchenkontrolle hat.
Nachdem es zu einem Problem mit der Belüftung im Labor gekommen ist, verfällt der Organismus in eine Art Starre. Als Derry ihn mit leichten Stromstößen animieren will, erwacht er plötzlich aus der Erstarrung und umklammert die Hand des Wissenschaftlers. Er zerquetscht sie und kann aus dem Untersuchungskasten entkommen. Adams rettet den bewusstlosen Derry aus dem Labor, ist nun aber selbst in dem abgeschlossenen Raum mit dem Organismus gefangen. Er versucht, ihn mit einem Brenner zu eliminieren, wird aber angegriffen. Dabei dringt Calvin durch den Mund in den Körper des Mannes und tötet ihn. Calvin flüchtet daraufhin über die Lüftungsanlage in den Kühlkreislauf der Station. Dort trinkt er das Kühlwasser, sodass die Funkverbindung mit der Erde ausfällt. Golovkina begibt sich auf einen Außeneinsatz, um die Antenne zu reparieren. Nachdem sie ein Kühlventil öffnet, wird sie von Calvin angegriffen, der ihre Kühlsysteme beschädigt, sodass sie in ihrem Raumanzug zu ertrinken droht. An der Luftschleuse opfert sie sich, um Calvin am Wiedereinstieg in die Station zu hindern. Calvin, der für einen Organismus außergewöhnlich lang im Vakuum überleben kann, versucht über die Schubdüsen zurück in den Innenraum zu gelangen. Murakami zündet die Düsen, um das zu verhindern, aber das bringt die Station in einen Sinkflug auf die Erde und die Treibstoffreserven werden nun benötigt, um die ISS wieder auf Kurs zu bringen, sodass Calvin erneut eindringt.
Die Besatzung zieht sich in eine Abteilung des Schiffes zurück und beginnt aus dem Rest der Station den Sauerstoff abzulassen, den auch Calvin zum Atmen benötigt. Während sie gemeinsam in dem Abteil warten, erleidet Derry einen Herzstillstand und bei dem Versuch ihn zu reanimieren findet die Besatzung heraus, dass sich Calvin an Derrys Bein befindet und sich von diesem ernährt. Derry, der für Calvin unter Verweis auf dessen Überlebensinstinkt weiterhin Sympathien hegt, hatte das den anderen bewusst verschwiegen.
Schon vor Missionsbeginn hat die Crew Anweisungen erhalten, den Organismus, der sich als äußert anpassungsfähig, intelligent und gefährlich erweist, unter keinen Umständen auf die Erde gelangen zu lassen. Von der Erde, die vor Abreißen der Funkverbindung noch einen Notruf erhalten konnte, wurde ein Raumschiff losgeschickt, um an der Raumstation anzudocken und die ISS ins Weltall zu stoßen. Murakami denkt jedoch, das Schiff würde zur Rettung der Astronauten geschickt und stößt zu diesem vor, wobei ihm Calvin folgt. Nachdem Calvin die Besatzung des Raumschiffes getötet hat, beginnt sich das Schiff von der Station zu lösen und Murakami opfert sich, um Calvin im sich abtrennenden Schiff zu halten, was ebenfalls misslingt. Aufgrund der Beschädigungen durch das abreißende Schiff droht die Station erneut auf die Erde zu stürzen. North und Jordan, die letzten beiden Überlebenden, übernehmen noch einen letzten Versuch, den Organismus doch noch davon abzuhalten, auf die Erde zu gelangen. Jordan versucht, Calvin in eine Rettungskapsel zu locken und mit ihm in Richtung Weltall zu fliegen, während North auf die Erde zurückkehren soll. Norths Kapsel kollidiert mit Trümmern der ISS, sodass sie in die Tiefen des Alls driftet. Jordan jedoch gelingt es nicht, die Kapsel lang genug manuell von der Erde wegzusteuern, sodass sie in die Erdatmosphäre eindringt und schließlich unbeschadet im südchinesischen Meer wassert. Die Kapsel wird von Fischern entdeckt, und die Tür, trotz Jordans verzweifelter Rufe, geöffnet.
Produktion Produktionsgeschichte und Stab mini|Die Idee zum Film entstand, als der Curiosity Rover der NASA im Jahr 2012 auf dem Mars landete
Neben Bonnie Curtis und Julie Lynn fungierten David Ellison und Dana Goldberg als Produzenten des Films. Ellison erklärte, die Idee zum Film habe sich ab dem Jahr 2012 entwickelt, nachdem der Curiosity Rover von der NASA auf dem Mars gelandet war, um den Planeten zu erforschen. „Wir hatten die Idee, was wäre, wenn dieser neues Leben auf dem Mars entdecken und es zur Analyse zur Internationalen Raumstation bringen würde“, sagte der Produzent.James Mottram: Why the latest sci-fi horror film Life is both realistic and adventurous In: thenational.ae, 21. März 2017. Ellison erklärte weiter, er und Goldberg hätten schon seit langer Zeit einen Science-Fiction-Thriller machen wollen, der bei Schwerelosigkeit auf der ISS spielt. Das Grundkonzept von Rhett Reese und Paul Wernick,Sandy Schaefer: Ryan Reynolds & Deadpool Writers May Reunite For Sci-Fi Film Life In: screenrant.com, 16. Februar 2016. die das Drehbuch zum Film schrieben und bereits gemeinsam als Ko-Autoren für Deadpool gearbeitet hatten, einen einzelligen, auf Kohlenstoff basierenden Organismus an Bord der ISS zu bringen, der in dieser Umgebung zu leben beginnt und Anzeichen von Intelligenz zeigt, habe sie überzeugt, denn wenn etwas auf dem Mars überleben würde, müsste es sich um einen Einzeller handeln.Hannah Shaw-Williams: Life Producer Says Moviegoers Are ‘Hungry’ For Original Sci-Fi In: screenrant.com, 23. Januar 2017. Auch NASA-Experten waren während der anschließenden Produktion des Films zuversichtlich, dass wirklich irgendwann einmal Leben auf dem Mars entdeckt werden wird.
Die Regie übernahm Daniél Espinosa.Borys Kit: Daniel Espinosa to Direct Mystery Project for Skydance In: The Hollywood Reporter, 18. November 2015.Ali Jaafar: Daniel Espinosa To Direct 'Life' For David Ellison’s Skydance In: deadline.com, 18. November 2015. Auf die Frage, ob er klaustrophobisch sei, weil bereits zu Beginn des Films ein Gefühl von Desorientierung und Klaustrophobie vermittelt wird, sagte der in Chile geborene und in Schweden lebende Regisseur in einem Interview mit Deadline.com, als er den Film gedreht habe, sei Klaustrophobie wirklich eine seiner größten Ängste gewesen.Mike Fleming Jr: 'Life' Director Daniel Espinosa, Treading On Ridley Scott Terrain, Waterboarding Denzel, Ryan Reynolds’ Growth – Q&A In: deadline.com, 17. März 2017. Andererseits sagte Espinosa, die ISS, auf der dieses Gefühl von Enge zu beobachten ist, sei eines der letzten völlig idealistischen Projekte, das die Menschheit in den vergangenen 50 Jahren auf die Beine gestellt habe. Weiter sagt der Regisseur, der Film sei eine Verneigung vor dem Mut, dem Unbekannten ohne Angst zu begegnen, und zugleich verweise er auf die Geschichte der Menschheit, und wie wir mit Fremdem umgehen, sei keine glorreiche Geschichte. In: barfi.ch, 19. März 2017.
Espinosa erklärte, ursprünglich sei ein Low-Budget-Film geplant gewesen, dessen Budget 10 Millionen US-Dollar betragen und der von einem eher unerfahrenen Regisseur inszeniert werden sollte. Als er in das Filmprojekt eingestiegen sei, wurde das Budget auf 30 Millionen US-Dollar, und als er Ryan Reynolds ins Boot holte, um weitere 20 Millionen US-Dollar erhöht. Nach der Besetzung einer Rolle mit Jake Gyllenhaal habe ihm schließlich ein Budget in Höhe von 65 Millionen US-Dollar zur Verfügung gestanden.Ryan Lambie: Daniel Espinosa interview: Life, creatures, sci-fi, Giger In: denofgeek.com, 21. März 2017. Zu dem in Teilen als Vorlage dienenden Film Alien sagte Espinosa, der von der dänischen Schule beeinflusst ist, dessen Brillanz hätte auch viel mit der Schaffung der Lebensgeschichten der einzelnen Figuren zu tun, was zwischen diesen eine außergewöhnlich natürlich und intim anmutende Beziehung zulasse, was auch er in seinem Film erreichen wollte. Als weitere Einflüsse nannte Espinosa Ingmar Bergmans Persona und Andrej Tarkowskijs Solaris.Daniel Kothenschulte: 'Life': Kein sicheres Herkunftsland In. Frankfurter Rundschau, 22. März 2017.
Espinosa hatte als erstes mit dem Genetiker Adam Rutherford gesprochen, der bereits in beratender Funktion für Filme von Alex Garland, wie Ex Machina und dessen neuesten Film, tätig war. Rutherford habe ihm die Idee von einem außerirdischen Lebewesen vorgestellt, wie dieses körperlich aussehen und wie und in welche Richtung sich dieses entwickeln könnte. Ein Graffiti-Künstler und guter Freund von Espinosa sei hinzugekommen und habe gemeinsam mit Rutherford an der grafischen Umsetzung von dessen Idee gearbeitet. Auch über das Aussehen von Calvin auf der Erde hatte man sich Gedanken gemacht und sich überlegt, wie das Wesen dort aussehen würde.
Zur anfänglichen Gestalt der außerirdischen Lebensform, die das Expeditionsteam im Film auf dem Mars entdeckt, sagt Espinosa, das Erste, was Calvin begegnet, sei eine Hand gewesen, weshalb er fünf Glieder habe. Calvins anfängliche Gestalt vergleicht Espinosa mit einem Baby, dem man eine Umgebung bietet, in der es sich wohl fühlt und bei dem es einen auch nicht störe, wenn es einen mal an den Haaren zieht, auch wenn dies weh tue. Der Ratte im Labor wird hingegen durch die Crew nicht die gleiche Fürsorge zuteil. Auch mit NASA-Mitarbeitern hatte Espinosa gesprochen, die ihm auf seine Frage, wie lange es ihrer Einschätzung nach tatsächlich dauern würde, eine Bodenprobe vom Mars zur ISS zu bringen, sechs bis sieben Jahre antworteten.'Life' on the space station: Stars, director talk about recreating ISS in sci-fi thriller In: collectspace.com, 23. März 2017.
Besetzung und Synchronisation