mini|hochkant=1.5|Waidmannslust
Waidmannslust ist ein Berliner Ortsteil des Bezirks Reinickendorf.
Geographie Der Ortsteil Waidmannslust liegt westlich von Lübars und wird durch den Waidmannsluster Damm/Zabel-Krüger-Damm in zwei Bereiche geteilt. Während der nördliche und westliche Teil eine zum angrenzenden Hermsdorf ähnliche villen- und landhausartige Bebauung aufweist, ist der östliche Teil (Schwarzwaldsiedlung, auch ‚Rollbergsiedlung‘ genannt) von Hochhäusern wie im nahegelegenen Märkischen Viertel geprägt.
Der Packereigraben bildet die Grenze zum südlich gelegenen Nachbarortsteil Wittenau.
Geschichte Waidmannslust geht auf eine Villenkolonie zurück, die auf den 1875 durch den Förster und Gastwirt Ernst Bondick erworbenen Ländereien gegründet wurde. Das Gebiet erhielt seinen Namen durch das von Bondick geführte Gasthaus Waidmannslust.Das ist Berlin – Waidmannslust. In: Berliner Morgenpost; abgerufen am 7. Oktober 2010.
Im Jahr 1884 erhielt die Kolonie einen eigenen Haltepunkt an der Berliner Nordbahn, den heutigen Bahnhof Waidmannslust. In den Jahren zwischen 1908 und 1912 wurde die Strecke auf ihr heutiges Niveau hochgelegt; auch das Bahnhofsgebäude und die Brücken über den Waidmannsluster Damm stammen aus dieser Zeit und stehen heute unter Denkmalschutz.
Seit 1913 ist die Königin-Luise-Kirche an der Bondick- / Ecke Hochjagdstraße (ehemals: Kirchstraße) die weithin sichtbare Landmarke des Ortsteils.
1920 wurde Waidmannslust als Teil der Landgemeinde Lübars aus dem Landkreis Niederbarnim in der preußischen Provinz Brandenburg nach Groß-Berlin eingemeindet und gehört seitdem zum Berliner Bezirk Reinickendorf.
Am 2. Mai 1929 wurde die Straßenbahnstrecke entlang der Wittenauer Cyclopstraße (heute teilweise die Jean-Jaurès-Straße) bis zum Bahnhof Waidmannslust verlängert. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs verkehrte hier die Linie 68.
Nach 1945 war Waidmannslust Teil des französischen Sektors von Berlin. Die Residenz des französischen Stadtkommandanten in Berlin befand sich in der Bondickstraße 1–4. In Waidmannslust war zudem die DIWAG Chemische Fabriken AGDIWAG-Präparate. In: Münchener Medizinische Wochenschrift, 2. Januar 1953, Band 95, Nr. 1, S. CVIII. ansässig.
Bevölkerung mini|hochkant=0.8|Königin-Luise-Kirche
Jahr Einwohner 1950 5.677 1960 5.927 1970 10.425 1987 10.346 2000 10.412 Jahr Einwohner 2007 10.102 2010 9.661 2015 10.511 2020 11.088 2021 11.027 2022 11.240 2023 11.263 2024 11.408 2025 11.661
Quellen: 1950–1987: Statistisches Jahrbuch von Berlin (jeweilige Jahre); ab 2007: Statistischer Bericht A I 5. Einwohnerregisterstatistik Berlin. Bestand – Grunddaten. 31. De-zember. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (jeweilige Jahre)
Sehenswürdigkeiten mini|hochkant=0.8|Wohnhochhaus Zabel-Krüger-Damm 50–52 mini|Wasserfall Steinbergpark
Königin-Luise-Kirche (evangelisch), Bondickstraße 14 Regina-Mundi-Kapelle (ehemals katholisch), Oraniendamm 51 Jubiläumsbrunnen, 1925 anlässlich des 50-jährigen Jubiläums von Waidmannslust auf dem Gelände der Königin-Luise-Kirche errichtet Schwarzwaldsiedlung, Großsiedlung mit Bauten von Josef Paul Kleihues und Hans Scharoun Steinbergpark, 35 ha große Parkanlage mit Berlins höchstem Wasserfall (60 Höhenmeter) und Rodelbahn
Verkehr mini|S-Bahnhof Waidmannslust
Waidmannslust liegt an der Berliner Nordbahn. Am S-Bahnhof Waidmannslust halten die Züge der S-Bahn-Linien S1 (Oranienburg – Friedrichstraße – Wannsee) und S85 (Frohnau – Ostkreuz – Schöneweide/Grünau).
Mehrere Buslinien erschließen den Ortsteil.
Hauptverkehrsstraßen sind der Oraniendamm (Bundesstraße B 96), der in Nordwest-Südost-Richtung verläuft und vom Straßenzug Waidmannsluster/Zabel-Krüger-Damm gekreuzt wird.
mini|Katholische Schule Salvator
Schulen Münchhausen-Grundschule, Artemisstraße 22–26 Grundschule in den Rollbergen, Waldshuter Zeile 6 Katholische Schule Salvator (Grundschule, integrierte Sekundarschule, Gymnasium), Fürst-Bismarck-Straße 8–10
Persönlichkeiten Jakob Stoller (1873–1930), Geologe, lebte in Waidmannslust Robert Henseling (1883–1964), Astronom, lebte in Waidmannslust Elga Brink (1905–1985), Schauspielerin, in Waidmannslust geboren Gertrud Lehmann-Waldschütz (1905–2001), Schriftstellerin, in Waidmannslust geboren Marianne Sydow (1944–2013), Science-Fiction-Schriftstellerin, lebte in Waidmannslust Marlies Wanjura (1945–2024), Politikerin (CDU), ehemalige Bezirksbürgermeisterin von Reinickendorf, lebte in Waidmannslust Björn Wohlert (* 1988), Politiker (CDU), in Waidmannslust aufgewachsen
Siehe auch Liste der Straßen und Plätze in Berlin-Waidmannslust Liste der Kulturdenkmale in Berlin-Waidmannslust Liste der Gedenktafeln in Berlin-Waidmannslust Liste der Stolpersteine in Berlin-Waidmannslust
Literatur Klaus Schlickeiser: Waidmannslust. Vom Wirtshaus zum Ortsteil Reinickendorfs. Förderkreis für Bildung, Kultur und internationale Beziehungen Reinickendorf, Berlin 2000, ISBN 3-927611-15-8.
Weblinks
Der Ortsteil Waidmannslust. Bezirksamt Reinickendorf von Berlin, 2002. Waidmannslust in alten Bildern. Bei: waidmannslust.info
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil von Berlin