mini|Im Biopunk beginnen Veränderungen oft in den kleinsten Einheiten, wie den hier gezeigten menschlichen Zellen Biopunk (Kofferwort aus der griechischen Vorsilbe bio für „Leben“ und Punk) beschreibt eine Subkultur und bedient sich hauptsächlich Elementen des Cyberpunks. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf Biotechnologie und Genmanipulation sowie damit verbundener Landwirtschaft bis hin zur Genmanipulation des Menschen selbst. Meist werden dabei mögliche Konsequenzen durch Gentechnik durchgespielt, wobei im Vergleich zum Cyberpunk futuristische Aspekte der digitalen Infrastruktur in den Hintergrund rücken.
Entstehung und inhaltliche Ausrichtung Biopunk als Begriff wurde erstmals im Roman Ribofunk von Paul Di Filippo erwähnt, der als eins der literarischen Hauptwerke des Subgenres gilt.RIBOFUNK: The Manifesto by Paul Di Filippo (engl) Streettech, abgerufen am 3. Juni 2021. Sfsite, abgerufen am 3. Juni 2021.
Häufig werden im Biopunk Themen aus dem Bereich der Biotechnologie, wie gentechnische und zellbiologischen Veränderungen (inklusive Erbgutveränderungen bzw. Genome Editing), synthetische Lebensformen, Pandemien oder Epidemie, sowie durch Parasiten, Viren oder andere Organismen bedingte Dystopien. In diesem Science Fiction Genre, das vom Genre Cyberpunk abgeleitet wurde und dem Dark Future zugehörig ist, werden oft dunkle Seite von Biotechnologien mit ihren möglichen Auswirkung auf Betroffene und Gesellschaften thematisiert.BIOPUNK DEFINITION: What is it? (engl) Biopunkland, abgerufen am 3. Juni 2021. Biohacker und mächtige unethische Megaunternehmen einer zukünftigen Bioökonomie spielen darin meist eine Rolle.
Inhaltlich finden sich teilweise Überschneidungen zum Body Horror, einem Filmgenre, bei dem der Schrecken, der mit unerwünschten körperlichen Veränderungen einhergeht, eine wichtige Rolle spielt. Außerdem haben die Themen Cyberware, Körpertausch und (teilweiser oder vollständiger) Körperersatz Schnittmengen mit dem Biopunk. Post-apokalyptische Zustände, wie sie z. B. nach einem Atomkrieg oder einem Super-GAU auftreten, zählen dagegen meist eher zum Genre Atompunk. mini|Tragbare medizinische Messgeräte, wie dieses EEG-Messgerät, dienen oft als Vorbild für körpernah getragenen oder implantierte Geräte mit unterschiedlichen Funktionen
Mode und Kleidung Zukunftsforscher versuchen mit Hilfe der Biologie die Möglichkeiten unserer Körper zu erweitern und zu modifizieren – und das alles dank Fortschritten in Nanotechnologie, biologischen Materialien und Gentechnik. Zu diesen Modifikationen gehören u. a. künstliche (bzw. elektronische) Haut. Eine Ausstellung hat es sich in diesem Kontext zum Ziel gemacht, alle Limits des menschlichen Körpers zu hinterfragen und sich mit „Bio-Hacking“ in Fashion und Kunst auseinanderzusetzen.Bio-Punk Design: Eine neue Ausstellung zeigt Designer, die mit dem Hacken unserer Biologie arbeiten und die Grenzen von Kleidung und Körper überwinden. Vice, abgerufen am 3. Juni 2021.
Typisches, optisches Erkennungsmerkmal des Biopunk sind außerdem Atemschutzmasken und sonstige Schutzkleidung, meist zum Schutz vor biologischen Gefahren wie ansteckenden Tieren oder Pathogenen. Dabei tritt häufig das internationale Symbol für biologische und chemischen Gefahren auf.BIOPUNK FASHION (engl) Biopunkland, abgerufen am 3. Juni 2021.
Rezeption in Literatur, Film und Computerspielen Biopunk taucht in zahlreichen Büchern, Filmen und Computerspielen auf. In der folgenden Liste werden einige Beispiele aufgeführt:
Romane
Kurzgeschichten mini|Illustration der Welt von The Windup Girl, einem der definierendsten Werke des Genres. Darin hungern große Teile der Weltbevölkerung, die von genetisch veränderten Lebensmitteln von Megakonzernen abhängig sind, mit Ausnahme von Thailand, das noch über viables Saatgut verfügt und sich erfolgreich vor häufigen künstlichen Seuchen schützt. 1988: The Brains of Rats von Michael Blumlein 1991: Gene Wars von Paul J. McAuleyShiwei Huang, Biochemistry Major's Slide
Comics seit 1986: Druuna-Serie 1998: Blame! von Tsutomu Nihei seit 2007: Doktor Sleepless von Warren Ellis 2008–2010: Fluorescent Black von M.F. Wilson und Nathan Fox
Film und Fernsehen Als prominenter Vertreter des Subgenres, setzt sich der Film Gattaca mit einigen ethischen Fragen so differenziert auseinander, dass er an der University of Toronto begleitend zur Einführung in den Themenbereich Biopunk, Bioethik und die Wissenschaft der Genmanipulation gezeigt und anschließend von Wissenschaftlern und Studierenden diskutiert wird.Science at the Movies: Gattaca University of Toronto, abgerufen am 3. Juni 2021.
Computerspiele
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Science-Fiction-Subgenres Kategorie:Literaturgattung Kategorie:Einzelne Subkultur Kategorie:Biotechnologie