mini|310px|Der neue Tower (ganz rechts) und der ältere der Spangdahlem Air Base und hier stationierte F-16C-Kampfflugzeuge im Februar 2010

Die Air Base Spangdahlem ist eine Einrichtung der US-Luftwaffe (US Air Force), die an den Ort Spangdahlem in Rheinland-Pfalz zwischen Bitburg, Trier und Wittlich grenzt. Die hier stationierten Einheiten sind Teil der 3rd Air Force mit Sitz auf der Ramstein Air Base und Teil der United States Air Forces in Europe (USAFE) mit dem Hauptquartier ebendort.

Auftrag und Flugzeuge Neben der Nutzung für das Jagdgeschwader ist die Basis Umschlagplatz für Transportflugzeuge. Kommodore der Basis und des 52nd Fighter Wing (52. Jagdgeschwader), dem Hauptnutzer, ist Colonel William D. Lutmer.

52nd Fighter Wing Das Geschwader hat die Aufgabe, in Konfliktfällen unter anderem sogenannte SEAD-Missionen – auch Wild Weasel genannt – durchzuführen, also die Unterdrückung gegnerischer Luftverteidigung sicherzustellen. Um diesem Auftrag gerecht zu werden, sind in Spangdahlem Lockheed Martin F-16CM/DM Fighting Falcon Jets der Generation Block 50 stationiert. Das 52nd FW gliedert sich in die 52nd Operations Group, die 480th Fighter Squadron (480. Jägerstaffel m. 28 F-16CM/DM), die 726th Air Mobility Squadron (keine eigenen Flugzeuge), die 606th Air Control Squadron (Luftüberwachungsstaffel u. a. 2 mobile Radaranlagen TPS-75) wird demnächst auf die Aviano Air Base verlegt. Hintergrund war die geplante Stationierung der 352nd Special Operations Group aus Mildenhall mit jeweils zehn Lockheed MC-130J Commando II und Bell-Boeing V-22 Osprey, welche mittlerweile aber auf Eis gelegt ist.

Neben diesen Einheiten gehören noch Unterstützungseinheiten zum 52nd FW, wie die 52nd Maintenance Group (Wartungseinheiten), die 52nd Medical Group (medizinische Versorgung), die 52nd Mission Support Group (diverse Unterstützungseinheiten für Sicherheit, Logistik usw.) und die 38th Munitions Support Group. Sie ist unter anderem für die Sicherheit amerikanischer Atomwaffen zuständig und hat vier Untereinheiten in Kleine Brogel (Belgien), Stützpunkt des belgischen 10. Taktischen Geschwaders mit F-16, Büchel (Deutschland), Stützpunkt des deutschen taktischen Luftwaffengeschwaders 33 mit Tornados, Volkel (Niederlande) Stützpunkt der niederländischen 306., 311., 312. und 313. Staffel mit F-16 und in Ghedi (Italien), Stützpunkt der italienischen 154º und 102º Gruppo/6º Stormo mit Tornados.

Air Mobility Command Zusätzlich unterstützt das Air Mobility Command Fracht- und Truppentransporte mit der 726th Air Mobility Squadron und stellt Führungs-, Wartungs- und Umschlagskapazität für alle Transportflugzeugtypen des AMC zur Verfügung.

Infrastruktur Zu der vorhandenen Infrastruktur zählen unter anderem über 500 Gebäude, eine Start- und Landebahn (04/22)NOTAM P4400/25 - RWY 04 RWY END IDENTIFIER LIGHTS UNSERVICEABLE. 23 JUN 22:52 2025 UNTIL 30 JUL 23:59 2025. CREATED: 23 JUN 22:58 2025, veröffentlicht unter notams.faa.gov durch die Federal Aviation Administration, nicht mehr abrufbar nach dem 30. Juli 2025. mit den Maßen 3055 m × 45 m, ein 2461 m langer, parallel verlaufender Rollweg sowie 72 Hardened Aircraft Shelter.

Auf der Basis arbeiten ungefähr 4000 Amerikaner und mehr als 800 deutsche Angestellte. Etwa 7000 Familienangehörige der Amerikaner leben ebenfalls auf oder in der Nähe der Basis.faz.net vom 29. Juli 2020: Amerika zieht knapp 12.000 Soldaten aus Deutschland ab

Auf dem Areal der Spangdahlem Air Base befinden sich auch je ein Rundfunksender des AFN für UKW und Mittelwelle. Der Mittelwellensender befindet sich südlich vom westlichen Ende der Flugpiste bei 49.960104 N 6.682697 O. Er war der letzte in Deutschland errichtete Mittelwellensender und war von 2013 bis 2015 auf der Frequenz 1143 kHz mit 300 W Sendeleistung in Betrieb. Seit 2015 ist die Anlage funktionslos., auf radioeins.de

Der UKW-Sender des AFN liegt östlich des Haupttors der Spangdahlem Air Base und nutzt als Antennenträger einen frei stehenden Stahlfachwerkturm bei 49.981896 N 6.689459 O. Er sendet auf der Frequenz 105,1 MHz mit 1 kW Sendeleistung.

Geschichte Aufbau und Kalter Krieg Im Jahr 1951 begannen französische Besatzungstruppen mit dem Bau eines Flugplatzes. Erste Landungen fanden schon 1952 statt; der Platz wurde jedoch erst 1953 fertiggestellt. Im selben Jahr wurde das US-amerikanische 10. Taktische Aufklärergeschwader (10th Tactical Reconnaissance Wing, Abkürzung: 10th TRW) aus Toul kommend stationiert, es wurde schon 1959 wieder abgezogen. Ab Ende 1954 kam für knapp ein Jahr eine F-86F-Staffel des 388th Fighter-Bomber Wing hinzu, dessen vorgesehene Einsatzbasis Etain noch nicht fertiggestellt war. In Niederstedem wurde 1954 ein Tanklager für die Air Base errichtet, in dem es im selben Jahr zu einer schweren Explosion kam.

Gleichzeitig wurde das 49. Taktische Jagdgeschwader (49th Tactical Fighter Wing, Abkürzung: 49th TFW) nach Spangdahlem beordert. Im Jahr 1968 wurde dieses auf die Holloman Air Force Base in New Mexico umstationiert. Es folgte eine dreijährige Übergangszeit, die vom 49th TFW geprägt war, bevor 1971 der 52nd Tactical Fighter Wing aktiviert wurde. Nach der Schließung der Bitburg Air Base 1994 wurde Spangdahlem bis 1999 die 53rd Fighter Squadron zugeteilt. Auch die 606. Radarüberwachungseinheit (606th Air Control Squadron) wurde von dort nach Spangdahlem verlegt und besteht dort bis heute. Die heutige Bezeichnung „52nd Fighter Wing“ geht auf eine Umbenennung im Jahre 1991 zurück.

Ab 1990 Mit der Schließung der Rhein-Main Air Base in Frankfurt im Jahr 2005 wurde im Rahmen des „Rhein-Main Transition Program“ die Frankfurter Drehscheibenfunktion für Fracht- und Truppentransporte des Air Mobility Command auf die Ramstein Air Base (70 %) und nach Spangdahlem (30 %) verlegt. Im November 2005 landete die erste C-17 Globemaster III in Spangdahlem.

Aufgrund struktureller Änderungen innerhalb der US Air Force Europe (USAFE) veränderte sich auch Spangdahlem. Herausragende Bedeutung besaßen hierbei vor allem die Projekte „Eifel Evolution 2010“, bzw. das Verlegungsprogramm (Rhein-Main Transition Program).

Im Jahr 2009 hat die Royal Canadian Air Force (RCAF) ein Angebot der US-Streitkräfte angenommen, die Air Base ebenfalls als eine Drehscheibe für den Transit und die Bereitstellung von Transportflugzeugen in Europa mitzubenutzen. Dies soll auch den kanadischen Streitkräften helfen, ihre weltweit im Einsatz befindlichen Truppen zu versorgen. Nach einer Vereinbarung mit Deutschland und den USA begann Kanada mit der Umsetzung dieses Vorhabens. Im selben Jahr waren die Kanadier mit 2500 Soldaten in Afghanistan stationiert. Die Nutzung Spangdahlems wurde umso wichtiger, als die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate den Kanadiern ab November 2010 (aufgrund von Streitigkeiten bzgl. der Landerechte ihrer Fluglinien Emirates und Etihad) die weitere Nutzung des „Camp Mirage“ untersagte. Mit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine verlagerte die RCAF den Schwerpunkt ihrer europäischen Aktivitäten 2022 nach Prestwick.

Ab 2010 Im Rahmen der Reduktion der aktiven Kampfflugzeugflotte der USAF begann im Frühjahr 2010 der Abzug einer F-16-Staffel mit der Verlegung von 18 Maschinen nach Duluth, Minnesota. 575 Planstellen waren betroffen; das Programm, das den Neubau von 271 Häusern vorsah, wurde gestoppt.Katharina Hammermann: Spangdahlem: Abzug der F-16-Staffel beginnt. Trierischer Volksfreund, 7. April 2010. Die 22nd und 23rd Fighter Squadron wurden schließlich im August 2010 zur 480th verschmolzen.Kali L. Gradishar: Website der Spangdahlem Air Base, 26. April

Am 18. Juni 2013 wurde die auf dem US-Luftwaffenstützpunkt stationierte 81st Fighter Squadron „Panthers“ nach insgesamt 71 Stationierungsjahren in Europa aufgelöst, die letzten der ehemals 18 A-10 Thunderbolt II Kampfflugzeuge waren allerdings bereits am 17. Mai 2013 zurück in die USA überführt worden. Das Personal wurde bis zum 31. Dezember 2013 abgezogen. Von der Auflösung der seit 1973 in der Eifel stationierten Staffel waren 500 Menschen betroffen. Website der Spangdahlem Air Base, 20. Mai 2013. Im Jahr 2015 kam es auf Grund der Ukraine-Krise im Rahmen eines „Theatre Security Package“ (TSP) nochmals zu einer zeitweiligen Rückkehr von einem guten Dutzend A-10. Diese Maschinen gehörten zum 355th Fighter Wing auf der Davis-Monthan Air Force Base. Sie operierten zwischen Februar und Juli 2015 auch von vorgeschobenen NATO-Basen insbesondere im östlichen Mitteleuropa.

Im Rahmen eines weiteren TSP kam es ab Ende August 2015 zur erstmaligen zeitweisen Stationierung von vier F-22 in Europa.Amerikanische-F-22-erreichen-Deutschland, Die Welt, 28. August 2015 Diese Maschinen gehörten zum 325th Fighter Wing auf der Tyndall Air Force Base in Florida. Im August 2018 kam es erneut zu einer Verlegung mehrerer F-22 von Florida nach Spangdahlem, von wo aus sie ein mehrwöchiges Trainingsprogramm mit anderen NATO-Partnern absolviertenUSAF F-22s on flightline at Spangdahlem AB, Aug. 29, 2018 und das erste TSP-Kontingent mit 12 F-35A traf im Juni 2019 in der Eifel ein.US Air-Force verlegt Jets vorübergehend von Utah nach Spangdahlem. Volksfreund, 19. Juni 2019 Diese Maschinen gehörten zum 388th Fighter Wing auf der Hill Air Force Base in Utah.

Im Zusammenhang mit dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022 kam es zu zeitweiligen Stationierungen von u. a. F-35ATarnkappen-Kampfjets in Spangdahlem als „Signal an Russland“. SWR, 22. März 2022F-35 aus Vermont landen in Spangdahlem. Flug Revue, 3. Mai 2022Nach drei Monaten: Tarnkappenbomber verlassen Eifeler US-Stützpunkt Spangdahlem. Volksfreund, 4. August 2022, KC-135Krieg in der Ukraine: US-Air Force schickt weitere Flieger nach Spangdahlem. SWR, 11. März 2022 und EA-18GUSA verlegen weitere Flugzeuge nach Spangdahlem. SWR, 28. März 2022Nun bestätigt: Spezialflugzeuge für elektronische Kriegsführung haben die Eifel verlassen. Volksfreund, 12. Oktober 2022 der Navy.

Auf dem Flugplatz wurden krebserregende PFT-haltige Löschmittel eingesetzt, welche die Böden und Gewässer der Umgebung verseucht haben, sodass mehrere Trinkwasserbrunnen stillgelegt werden mussten sowie Fische aus umliegenden Anglerteichen nicht mehr zum Verzehr geeignet sind.

Air Defender 23 mini|300px|Zwei F-35A Lightning II der Vermont National Guard (VT) im Vorfeld des Manövers Air Defender 23 im Juni 2023 auf dem Rollweg von Spangdahlem Vom 12. Juni bis zum 23. Juni 2023 war der Flugplatz Teil des Großmanövers Air Defender 23. Die Übung war die größte von Luftstreitkräften seit Bestehen der NATO.

Zwischenfälle Am 8. Juli 1958 stürzte eine Douglas RB-66B Destroyer der United States Air Force (Luftfahrzeugkennzeichen 54-444) im Anflug auf die Spangdahlem Air Base zwei Kilometer vor der Landebahn neben dem Ort Beilingen ab. Alle 3 Besatzungsmitglieder wurden getötet.Unfallbericht RB-66 54-444, Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 26. August 2021. Am 9. Dezember 1958 wurde eine Douglas RB-66B Destroyer der United States Air Force (54-535) bei der Landung auf der Spangdahlem Air Base vor der Landebahn aufgesetzt. Vier Besatzungsmitglieder wurden getötet.Unfallbericht RB-66 54-535, Aviation Safety Network WikiBase (englisch), abgerufen am 26. August 2021. Am 9. Januar 1961 kollidierte eine C-124C Globemaster II der US-Luftwaffe (Kennzeichen 52-0969) im Anflug auf die Air Base mit Bäumen und stürzte auf den Flugplatz. Ursache war ein durch die Piloten falsch eingestellter Höhenmesser. Alle 15 Insassen überlebten, das Flugzeug war jedoch schrottreif.Unfallbericht C-124C Globemaster II 52-0969, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 13. Mai 2017. Am 14. Juli 1966 stürzte eine Republic F-105F Thunderchief der US-Luftwaffe (Kennzeichen 63-8310), gestartet von der Spangdahlem Air Base, in der Nähe des baden-württembergischen Ortes Fichtenberg ab (etwa 14 Kilometer südsüdwestlich Schwäbisch Hall). Beide Insassen wurden getötet.