Man of Tai Chi ist ein chinesisch-US-amerikanischer Martial-Arts-Film mit Keanu Reeves, der in dieser Produktion erstmals auch Regie führte. In der titelgebenden Hauptrolle ist Tiger Chen zu sehen, in Nebenrollen Karen Mok, Simon Yam und Iko Uwais. Man of Tai Chi basiert lose auf Tiger Chens eigener Lebensgeschichte.
Handlung Tiger Chen ist der einzige Schüler des Tai-Chi-Meisters Yang. In seinem Training beweist Tiger außergewöhnliche Begabung für Kampftechniken, sein Meister fürchtet jedoch um den Charakter seines Schülers, da er Tiger die philosophische Seite des Tai Chi nur schwer vermitteln kann. Tiger liegt viel daran, die Effektivität des Tai-Chi-Stils als Kampfkunst zu beweisen. Darum nimmt er an einem lokalen Turnier teil.
In der Zwischenzeit nimmt die Polizei Hongkongs Ermittlungen gegen die Sicherheitsfirma des rätselhaften Donaka Mark auf, der verdächtigt wird, illegale Untergrundkämpfe zu veranstalten. Die ermittelnde Beamtin Sun-Jing macht einen der Kämpfer Donakas zu ihrem geheimen Informanten, der jedoch enttarnt und von Donaka getötet wird. Obwohl der Fall aus Mangel an Beweisen geschlossen wird, ermittelt Sun-Jing insgeheim weiter.
Da ihm ein Kämpfer fehlt, lädt Donaka Tiger zu einem vermeintlichen Bewerbungsgespräch ein, nachdem er ihn im lokalen Turnier beobachten konnte. Tiger verdient sein Geld als Fahrradkurier und nimmt die Einladung zum Vorstellungsgespräch in Hongkong an. Vor Ort wird er jedoch ohne Vorwarnung von einem Fremden angegriffen, den er jedoch besiegen kann. Nach diesem Test wird Tiger von Donaka begrüßt, der ihm anbietet, Teil seines Untergrundrings zu werden. Tiger lehnt ab, obwohl ihm viel Geld geboten wird. Nachdem Donaka jedoch dafür sorgt, dass seinem Meisters für den Erhalt des Tempels juristische Steine in den Weg gelegt werden, willigt Tiger schließlich doch ein, um mit dem verdienten Geld zur Weiterführung des Tempels beitragen zu können.
Tiger kämpft sehr erfolgreich im Untergrund und gewinnt große Summen Geld. Auch seine Technik verbessert sich. Bald kann er die notwendigen Arbeiten am Tempel finanzieren, seinen Kurier-Job kündigen und im lokalen Turnier erfolgreich bis zur Spitze vordringen. Mit jedem Sieg wird Tiger allerdings rücksichtsloser und missmutiger. Seinem Meister fällt die Veränderung auf. Als er Tiger jedoch vor den Konsequenzen seines Weges warnt, ignoriert dieser seine gut gemeinten Worte.
Meister Yang muss im Fernsehen mitansehen, wie Tiger beim lokalen Turnier einen Gegner schwer verletzt und daraufhin disqualifiziert wird. Das folgende gemeinsame Training wird daraufhin zu einem ernsthaften Duell, in dem sich Meister Yang durch die Kraft des Tai Chi trotz seines fortgeschrittenen Alters gegen Tiger behaupten kann. Tiger wendet sich daraufhin von seinem Meister ab.
Tiger verlangt in seiner aufgebrachten Stimmung von Donaka, dass er einen Untergrundkampf ansetzt. Nachdem er seinen Gegner durch die Kraft seiner Wut besiegt hat, steht er kurz davor, diesen zu töten. Als Tiger letztlich aber doch davor zurückschreckt, übernimmt ein maskierter Donaka die Tötung. Daraufhin will Tiger dem Untergrundring den Rücken kehren. Donaka konfrontiert ihn schließlich damit, dass er heimlich die Ereignisse in Tigers Leben hat filmen lassen. Seine wahre Absicht ist es, Tiger so zu verändern, dass er vor einem Live-Publikum zum Killer wird. Als Tiger in einen Untergrundkampf bis auf den Tod geschickt wird, unterbricht ein Polizeieinsatz die Auseinandersetzung. Donaka kann vor seiner Verhaftung fliehen.
Tiger kehrt zum Tempel zurück, wo ihn Donaka erwartet. Sie halten einen Zweikampf bis zum Tod ab. Zunächst scheint Tiger unterlegen, gewinnt jedoch die Oberhand, als er sich der inneren Stärken seines Trainings besinnt. Donaka greift letztlich seinen Gegner mit einem Messer an und rammt es Tiger in den Bauch. Dennoch kann Tiger Donaka mit innerer Stärke besiegen. Im Sterben erklärt Donaka zufrieden, dass Tiger tatsächlich einen Killer in sich habe.
Später versöhnen sich Tiger und sein Meister. Der Tempel wird als Teil eines historischen Dorfes gleichzeitig geschützt und für Touristen geöffnet. Tiger beschließt, eine eigene Schule zu eröffnen, um die Lehren seines Meisters zu ehren und weiterzugeben.
Produktion Donaka Mark Keanu Reeves Benjamin Völz Tiger Chen Lin Hu Tiger Hu Chen Julius Jellinek Sun Jing Shi Karen Mok Cathlen Gawlich Superintendent Wong Simon Yam Lutz Schnell Gilang Sanjaya Iko Uwais Meister Yang Hai Yu Lutz Mackensy Thin Man Yasuyuki Hirata Gong Au Young Julius Brian Siswojo Shek Kuan Michael Tong Tak De-Ming Sam Lee Rainer Fritzsche älterer Kommentator Jiulong Guo Peter Groeger jüngerer Kommentator Huang Jiang Xiang Björn Schalla Gong Au Young Brian Siswojo Leonhard Mahlich Li Hung Zihan Xia Chi Tak Sung-jun Yoo Julien Haggège Mr. Chen Tan Wei Ya Gunnar Helm Qingsha Qing Ye Annina Braunmiller 2. Schiedsrichter Jiang Wei Olaf Reichmann UPCS-Direktor Hao Yang Axel Malzacher Uri Romanov Silvio Simac Mixed-Martial-Arts-Kämpfer Jeremy Marinas Produktionsnotizen Nach jahrelangen Arbeiten am Drehbuch begann die Vorproduktion des Films im Jahr 2008. Bis zur Fertigstellung vergingen fünf Jahre, nicht zuletzt, weil Keanu Reeves zwischenzeitlich in verschiedenen Filmen Rollen übernahm. Die Dreharbeiten fanden in China, in Macau, der westlich von Hongkong gelegenen Sonderverwaltungszone Chinas und Hong Kong statt. Dem Film stand ein geschätztes Budget von 25.000.000 Dollar zur Verfügung.Man of Tai Chi Box Office in der IMDb rp-online schrieb, diese Produktionskosten seien dem Film „in den Großstadt- und Landschaftsaufnahmen anzusehen“. Um dem Markt gerecht zu werden, wurde der Film in Englisch, Kantonesisch und Mandarin gedreht.Karsten Klosse: Keanu Reeves führt in Kampfsport-Film erstmals Regie rp-online.de, 13. März 2014. Abgerufen am 20. November 2022.
In den Kampfszenen wurden Handkameras verwendet. Die deutsche Synchronisation wurde von der RC Production Kunze & Wunder GmbH & Co. KG in Berlin durchgeführt.
Soundtrack Respect (RTPK) von Eddie Chung, Ghost Style, Kitt, Phat and Sir JBS Vortrag: 24Herbs Salut d’amour für Violine und Klavier, op. 12 von Edward Elgar Vortrag: China Philharmonic Cavatina Adagio Molto espressivo String Quartet 13 B-Dur/Es-Dur, op. 130 von Ludwig van Beethoven Vortrag: China Philharmonic
Veröffentlichung Der Film lief in China am 5. Juli 2013 an, in den USA am 1. November 2013, allerdings in limitierter Anzahl. Im selben Jahr wurde er zudem in folgenden Ländern veröffentlicht: Indonesien, Singapur, Philippinen, Kanada (auf dem Toronto International Film Festival), Israel, USA (auf dem Austin Fantastic Fest), Kuwait, Brasilien, 2014 in Spanien (limitiert), in den Niederlanden, Ungarn und Schweden (DVD/Blu-ray), Frankreich, Japan, Vereinigtes Königreich und Italien (DVD/Blu-ray), Frankreich (Deauville Film Festival), 2019 in Belgien, 2021 im türkischen Internet, 2022 als Wiederaufführung in Polen. Veröffentlicht wurde der Film außerdem in Australien, Bosnien & Herzegovina, Bulgarien, Griechenland, Indien, Litauen, Portugal, Russland, Südafrika, Ukraine, in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Vietnam.
In Deutschland wurde der Film am 13. März 2014 erstmals vorgestellt.
Mit zwei Vorführungen war der Film auf dem Beijing Film Festival vertreten. und ebenso beim Cannes Film Festival. Am 27. September desselben Jahres wurde der Film im iTunes Store veröffentlicht, im US-Kino dann am 1. November 2013 wiederum limitiert.
Studiocanal gab den Film am 10. Oktober 2019 mit einer deutschen Tonspur auf DVD/Blu-ray heraus.Man of Tai Chi. Keine Regeln. Keine Gnade. Purer Kampf. Abb. Blu-ray Disc-Hülle Studiocanal
Kritik
Man of Tai Chi erhielt ein verhaltenes Presseecho, was sich auch in den Auswertungen US-amerikanischer Aggregatoren widerspiegelt. So erfasst Rotten Tomatoes überwiegend wohlwollende Besprechungen und ordnet den Film dementsprechend als „Frisch“ ein. Laut Metacritic fallen die Bewertungen im Mittel „Durchwachsen oder Durchschnittlich“ aus.
In der Los Angeles Times lobte Robert Abele den brutal effizienten Drehstil, den Reeves anwende, um die atemberaubenden Kämpfe des Meisterchoreografen Yuen Woo-ping zu filmen. Das sei erfrischend geerdet und kinetisch alte Schule und erinnere an Jackie Chans athletische Reflexe in den in letzter Zeit immer fantastischer werdenden Actionfilmen aus Hongkong. Chen, der geholfen habe, Reeves für die Matrix-Filme zu trainieren, beweise, dass er ein besserer Schauspieler sei, wenn er kämpfe, als wenn er mit der Kamera allein gelassen werde. Das sei allerdings eine Spitzfindigkeit für einen Film, der darauf ausgelegt sei, den zeitlosen Schwung vergangener Kampfkunstfilme heraufzubeschwören.Robert Abele: Review: Keanu Reeves, as director, gives ‚Man of Tai Chi‘ zip In: Los Angeles Times (englisch), 31. Oktober 2013. Abgerufen am 20. November 2022.
Markus Jenkins von NPR 24 Hour Program Stream vermutete, dass Reeves offensichtlich viele Hongkong-Filme gesehen, und mit Hilfe der Veteranen, Hollywood-Kameramann Elliot Davis und HK-Redakteur Derek Hui, einen wiederholt habe. Der Kämpfer Tiger sei als Schauspieler weniger überzeugend, aber auch nicht hölzerner als der Mann, der seinen Erzfeind spiele: Reeves höchstpersönlich. Die von Karen Mok gespielte Polizistin deklassiere die Hauptdarsteller insoweit auf Schritt und Tritt.Markus Jenkins: ’Tai Chi’ Master: Keanu Reeves Takes The Director’s Chair In: npr (englisch), 31. Oktober 2013. Abgerufen am 20. November 2022.
Bilge Ebiri vom New York Magazine/Vulture meinte, man solle nicht zu viel erwarten, aber das „verdammte Ding“ funktioniere. Die Handlung sei zweitrangig, da der Film im Grunde nur eine Reihe von wunderschön zusammengestellten Kampfsequenzen sei. Er verzichte auf Stilisierung und zeige uns die Kämpfer in voller Bewegung, die sowohl in ihrer Eleganz als auch in ihrer Brutalität schwelgten.Bilge Ebiri: Ebiri on Keanu Reeves’s „Man of Tai Chi“: Neo Becomes Agent Smith In: New York Vulture (englisch), 1. November 2013. Abgerufen am 20. November 2022.
Nicholas Bell von Ioncinemas vermutete, dass Fans von Martial-Arts-Streifen trotz einiger ausgewählter Sequenzen höchstwahrscheinlich enttäuscht wären, da der Film wenig zu bieten habe, abgesehen von raffinierten, sich wiederholenden Kampfsequenzen. Auch Bell meinte, Karen Mok sorge in ihrer Rolle für fesselnde Präsenz und sei sicherlich besser, als es das Material zulasse. Auch der Darbietung von Reeves selbst konnte der Kritiker nichts abgewinnen, sie sei absurd und schwanke von unpassend hölzern zu übertrieben, was in einer unangenehmen Schlusssequenz zwischen zwei banalen Leinwandfiguren gipfele.Nicholas Bell: Man of Tai Chi / Review In: Ioncinema (englisch), 28. Oktober 2013. Abgerufen am 20. November 2022.
Michael Sicinski von Cinema Scope stellte fest, es sei unnötig zu erwähnen, dass Keanu Reeves stilistisch weder Fincher noch Assayas das Wasser reichen könne, und obwohl seine Besetzung als ewiger Bösewicht ein mutiger Schachzug gewesen sein möge, könnte seine Leistung die schlechteste seiner Karriere gewesen sein.Michael Sicinski: TIFF 2013 | Man of Tai Chi (Keanu Reeves, US/Hong Kong/China)–Special Presentation In: Cinema Scope (englisch), 2013. Abgerufen am 20. November 2022.