Der Uno ist ein Kleinwagen von Fiat, der im Frühjahr 1983 als Nachfolger des Fiat 127 auf den Markt kam.
Die Produktion in Italien lief bis Herbst 1995, wobei die meisten Versionen bereits im Herbst 1993 durch den Nachfolger Fiat Punto abgelöst wurden. Im deutschen Sprachraum nicht erhältlich waren die dem Uno ähnlichen Fiat Duna, Fiat Prêmio mit Stufenheck und der Kombi Weekend. Die Kombiversion wurde auf einigen Märkten auch als Innocenti Elba vertrieben. Der vom Duna abgeleitete Kastenwagen hieß Fiat Fiorino.
Ein Teil der Fahrzeuge wurde bei Zastava in Jugoslawien hergestellt und dort auch unter dieser Marke angeboten.
In Brasilien wurde die zweite Serie nach dem Auslaufen der europäischen Fertigung noch bis 2014 unter der Bezeichnung Fiat Mille fortgeführt.
Als Fiat Novo Uno (portugiesisch) bzw. Nuevo Uno (spanisch), jeweils für Neuer Uno, wird seit Frühjahr 2010 ein mit dem Fiat Panda (Typ 169) technisch verwandtes Nachfolgemodell in Südamerika produziert, während der Uno in Südamerika, meist als Fiat Mille bezeichnet, nur noch das billigste Modell von Fiat war. Ende 2013 wurde dann die Produktion eingestellt. Erst 2016 präsentierte Fiat mit dem Fiat Mobi ein Nachfolgemodell des Mille.
Modellgeschichte Allgemeines mini|links|Heckansicht
Ursprünglich sollten Fiat Uno und Lancia Lambda auf derselben neuen Plattform entwickelt werden. Der Designentwurf des Lancia stammte von Giorgio Giugiaro. Der Entwurf des Fiat stellte einen hausinternen Entwurf dar, dessen Design kam aber in den sogenannten Kundenkliniken wesentlich schlechter an als das des Lancia. Im Laufe des Jahres 1979 wurde festgelegt, das Design des Lancia für den Uno zu nutzen. Im Januar 1980 wurde das Design dann finalisiert.
Der Fiat Uno Typ 146 wurde von März 1983 bis Oktober 1995 in den italienischen Fiat-Werken Mirafiori und Rivalta di Torino gebaut. Die Karosserie war von Giorgetto Giugiaro gestaltet worden. In anderen Ländern wurde er länger produziert; in Brasilien lief er noch 2014 als „Mille“ vom Band. Der Uno gewann insgesamt elf internationale Auszeichnungen und wurde in verschiedenen Ausführungen (Uno, Duna, Penny, Fiorino, Premio, Elba und Mille) weltweit verkauft. In den 1980er Jahren war er zusammen mit dem Peugeot 205 einer der meistverkauften Importwagen in Deutschland. In Europa war er jahrelang das meistverkaufte Auto.
Der Fiat Uno war das erste Fahrzeug überhaupt, das für eine weitgehend automatische Fertigung mit Robotern ausgelegt wurde. Für das automatische Schweißen sorgten 200 Roboter, weitere 20 übernahmen die Lackierung. Die Karosserie besteht nur aus 172 Einzelteilen die mit lediglich 2700 Schweißpunkten verbunden sind, von denen nur 30 manuell gesetzt werden müssen. Die Fertigungseinrichtungen wurden so flexibel geplant, dass auch andere Modelle gleichzeitig auf dem gleichen Band gefertigt werden konnten, um so auf die Nachfrageentwicklung reagieren zu können.
Ausstattungsvarianten Grundmodell (ohne Bezeichnung): Einfache Ausstattung und gelbe Blinkleuchten vorne. S: Erweiterte Ausstattung, mit weißen Blinkleuchten vorne. SX: Elegante Version mit stärkeren Motoren, besseren Sitzbezügen, Drehzahlmesser oder zum Beispiel Zentralverriegelung. Turbo: Sportliche Version mit aufgeladenem Ottomotor, Breitreifen, Leichtmetallrädern, Sportsitzen und Nebelscheinwerfern.
Außerdem gab es je nach Baujahr und Markt eine Vielzahl von Sondermodellen.
Technik Karosserie Das Fahrzeug mit selbsttragender Stahlkarosserie gab es mit drei oder fünf Türen. Der Luftwiderstandsbeiwert (Cw) lag bei 0,34 (beim Facelift 1989 verbessert auf 0,30). Das Dach reicht nur bis zur inneren Kante der Seitenteile, die Schweißflansche sind mit schwarzen Kunststoffleisten abgedeckt und es gibt keine Regenrinnen. Die Frontscheibe hat einen Einarmscheibenwischer und die dreitürigen Modelle lediglich Fingermulden für die Türöffner statt Türgriffe. Die Kunststoff-Stoßfänger verkraften Parkrempler bis 5 km/h schadlos. Die Versionen Uno Turbo, SX und einige Sondermodelle sind mit einer Fernentriegelung der Heckklappe neben dem Fahrersitz ausgestattet. Der Uno Turbo (erste Serie) hat eine Heckklappe mit integrierter Abrisskante aus Kunststoff. Von der Firma L&H Automobile in Frankfurt wurde der Uno in Kleinserie zum Cabriolet (mit B-Säule) umgebaut. Zudem gab es für einige Auslandsmärkte das Modell „Van“ für den gewerblichen Einsatz, bei dem die hinteren Seitenscheiben mit einer Folie abgeklebt waren, die Rückbank fehlte sowie ein Schutzgitter zum Fahrerraum installiert war. Gegen Aufpreis war eine zweite Ebene im Laderaum erhältlich.
Die zweite, umfangreich modernisierte Serie erschien 1989. Motorhaube und Heckklappe waren nun aus beidseitig verzinktem Blech, die Vorderkante der Motorhaube abgerundet, Kühlergrill und Scheinwerfer wurden flacher, was den Luftwiderstand verringerte. Die Heckklappe war charakteristisch gewölbt, dadurch wurde der Kofferraum etwas erweitert. Dieses Stilelement wurde bereits ein Jahr davor beim Fiat Tipo eingeführt. Ebenfalls an dieses Modell angelehnt war der nun in Wagenfarbe lackierte Kühlergrill.
Motoren Zunächst gab es den Uno mit Motoren, die schon aus anderen Fiat Modellen bekannt waren: die Konstruktion des 33-kW-Motors mit untenliegender Nockenwelle und drei Kurbelwellenlagern stammte noch aus den 1950er Jahren und war in dieser Version schon im Fiat 127 verwendet worden, der 40-kW-Motor stammte aus dem Fiat 128 von 1969. Ab 1985 gab es die neu konstruierten FIRE-Motoren (Fully Integrated Robotized Engine). Sie waren so entworfen, dass sie von Robotern gebaut werden konnten.
Ottomotoren 45: 903-cm³-Vierzylinder mit , ab 1983 45 ES: 903-cm³-Vierzylinder mit , ab 1983 (Energy Saving) 45 i.e.Kat: 986-cm³-Vierzylinder SPI mit , ab 1985 45 (S/SL): 986-cm³-Vierzylinder mit , ab 1985 45 Fire: 999-cm³-Vierzylinder SPI mit , ab 1987 45 (S)i.e.: 999-cm³-Vierzylinder SPI mit , ab 1989 45 i.e.Kat: 999-cm³-Vierzylinder SPI mit , ab 1992 50 S/SL: 1108-cm³-Vierzylinder mit , ab 1985 55 (S): 1108-cm³-Vierzylinder mit , ab 1983 55 Matic: 1108-cm³-Vierzylinder mit , ab 1983 60 (S/SL): 1108 cm³, Vierzylinder mit , ab 1985 60 (S/SL): 1108 cm³, Vierzylinder Spi mit , ab 1990 60 (Selecta): 1116-cm³-Vierzylinder Vergaser mit ; CTX Automatic; ab 1989 70 S: 1280-cm³-Vierzylinder mit , ab 1983 70 (S/SL): 1280-cm³-Vierzylinder mit , ab 1985 70 S: 1372 cm³, Vierzylinder mit , ab 1989 70 S i.e.: 1372-cm³-Vierzylinder SPI mit , ab 1989 70 Selecta: 1372-cm³-Vierzylinder SPI mit , CTX Automatic; ab 1989 75 i.e.: 1498-cm³-Vierzylinder MPI mit , ab 1985 75 S/SX i.e.: 1498-cm³-Vierzylinder SPI mit , ab 1988 Turbo i.e.: 1283-cm³-Vierzylinder mit Abgasturbolader, , 01/87–12/87 Turbo i. e.(Kat): 1283-cm³-Vierzylinder mit Abgasturbolader, , 01/87–08/89 Turbo i. e.(Kat): 1301-cm³-Vierzylinder mit Abgasturbolader, , 10/89–09/91 Turbo i.e.: 1301-cm³-Vierzylinder mit Abgasturbolader, , 04/85–08/87 Turbo i. e. Racing: 1372-cm³-Vierzylinder mit Abgasturbolader, , 05/91–07/95
Diesel D/DS: 1288-cm³-Vierzylinder mit , ab 1983 60 D/DS: 1677-cm³-Vierzylinder mit , ab 1985 D/DS/DSL: 1288-cm³-Vierzylinder mit , ab 1985 70 TD: 1357-cm³-Vierzylinder mit Abgasturbolader mit , ab 1985 (nicht auf deutschsprachigen Märkten) DS: 1698-cm³-Vierzylinder mit , ab 1989
Getriebe Bei der ersten Modellreihe bis 1989 hatten die Uno 45 nur ein Viergang-Getriebe (außer ES bzw. 45 Super und 45 i. e.). Alle anderen Modelle wurden mit einem Fünfgang-Getriebe ausgestattet. Ab 02/1991 gab es auch ein Modell mit Automatikgetriebe, den Uno Selecta mit 1,5-Liter-Motor (1498 cm³, 55 kW/75 PS) und stufenloser Keilriemenautomatik (CVT).
Fahrwerk Der Uno hat eine Zahnstangenlenkung und unabhängige Radaufhängung rundum: Vorne MacPherson-Federbeine und Dreieckslenker aus Stahlblech, hinten eine Verbundlenkerachse mit Schraubenfedern. Alle Uno-Modelle haben serienmäßig Gasdruckstoßdämpfer. An beiden Achsen laufen die Räder parallel (keine Vorspur) – das verringert Rollwiderstand und Reifenverschleiß.
Bremsen Alle Uno-Modelle haben vorn Schwimmsattel-Scheibenbremsen. Hinten sind alle, bis auf den Uno Turbo mit Trommelbremsen und lastabhängigem Bremskraftregler ausgestattet. Anfangs gab es beim Uno 45 keinen Bremskraftverstärker. Das Antiblockiersystem (ABS) war ab Oktober 1988 beim Uno Turbo als Sonderausstattung lieferbar.
Räder Alle Modelle (außer Turbo und einige Sondermodelle) waren mit Stahlblechrädern der Größe 4,50 B × ausgestattet. Nur der Turbo hatte serienmäßig Leichtmetallräder in der Größe 5,5J × 13. Als Reifen wurden bei den kleineren Modellen 135 SR 13, bei den größeren (ab 55 Super) 155/70 SR 13 und beim Turbo 175/60 HR 13 verwendet. Ab September 1989 bekamen alle Modelle (außer Turbo) Reifen in der Größe 155/70 R 13.
Fahrleistungen Uno-MK1-Motoren (1983–1989) Modell Verfügbar Motor Ventilsteuerung Motorcode Hubraum(cm³) Leistung(kW/PS bei 1/min) Drehmoment(Nm bei 1/min) Verdichtung 0–100 km/h(s) Vmax(km/h) Verbrauch (l/100 km)Durchschnitt Gemischbildungssystem (Vergaser Weber/Vergaser Solex) Zündanlage Leergewicht(kg) Felgen/Reifen UNO 45 1983–1989 4 ZylinderOttomotor OHV 146A.000 903 45 PS (33 kW) bei 5600 67 bei 3100 9:0 17,5 140 6,85 Super 32ICEV 50/250C32DISA/11 UKZ 700 4,50 B x 13 H1135 SR 13 UNO ESUNO 45 S 1983–1989 146A1.000 9:7 6,10 Super 32ICEE/250C32DISA/14 VEZ UNO 45 FIRE 1985–1989 OHC 156A2.048 (bis 02.86)156A2.100 (ab 03.86) 999 44 PS (32 kW) bei 5000 80 bei 2750 9,8:1 16,4 145 6,45 Normal 32TLF TZ-I 710 UNO 45 FIRE S 1985–1991 6,20 Normal UNO 55 1983–1986 138B.000 1116 55 PS (40 kW) bei 5600 87 bei 3000 9,2:1 15 150 7,30 Super 32ICEV51/250C32DISA/12 UKZ 730 UNO 55 S 1983–1985 149 740 4,50 B x 13 H1155/70 SR 13 UNO 60 S 1985–1987 146A4.048 58 PS (43 kW) bei 5700 154 5,45 Super 30/32DMTR90/250C30/32CIC/1 UKZ/TZ-I 770 UNO 70 1983–1988 136B2.000 1301 68 PS (50 kW) bei 5700 103 bei 3000 9,5:1 11,5 160 7,35 Super 30/32DMTR90/250C30/32CIC/1 750 UNO 70 S 1985–1989 167 7,05 Super 780 4,50 B x 13 H1165/65 R 13 UNO 75 i.e. KatUNO 75 S i.e. KatUNO 75 SX i.e. Kat 1986–1989 138C2.046 (bis 01.87)138C2.048 (bis 08.87)149C1.000 (ab 09.87) 1489 75 PS (55 kW) bei 5500 113 bei 3000 172 7,70 Normal Mehrpunkt-Saugrohreinspritzung (bis 08.87) Bosch L-JetronicEinpunkt-Saugrohreinspritzung (ab 09.87) Bosch Mono-Jetronic VEZ/TZ-I 830 4,50 B x 13 H1155/70 R 13165/65 R 13 (beim SX) UNO Turbo I.E. 1987–1987 Vierzylinderottomotor mit Abgasturbolader 146A2.000 1283 105 PS (77 kW) bei 5750 147 bei 3200 7,8:1 8,3 200 8,25 Super Bosch LE2-Jetronic VEZ 845 5,50 J x 13 H2175/60 HR 13 UNO Turbo I.E. Kat 1987–1989 146A2.146 (U-Kat)146A2.246 (G-Kat) 1301 100 PS (74 kW) bei 6000 142 bei 3500 190 8,50 Super Bosch LE2-Jetronic (U-Kat)Bosch LU2-Jetronic (G-Kat) UNO DieselUNO Diesel Super 1984–1986 Vierzylinderdieselmotor 127A5.000 46 PS (33 kW) bei 5000 74,5 bei 3000 20:1 20,6 140 6,40 Diesel Verteilereinspritzpumpe Nicht vorhanden 810 4,50 B x 13 H1155/70 SR 13 UNO 60 D 1986–1989 149B3.000 1677 60 PS (44 kW) bei 4500 103 bei 3000 20,5:1 14,5 155 5,55 Diesel 860 UNO 70 Turbo D Vierzylinderdieselmotor mit Abgasturbolader 56A2.0046 1357 72 PS (52 kW) bei 4800 128 bei 3000 20:1 12,4 168 6,50 Diesel 925 5,50 J x 13 H2175/60 HR 13 Erläuterungen: UKZ = Unterbrechergesteuerte Spulenzündung
TZ-I = Transistor-Zündung mit Induktionsgeber
VEZ = Vollelektronische Zündung Digiplex/Microplex
Uno-MK1-Versionen (1983–89) Modell Anzahl der Türen Hubraum(cm³) Getriebe UNO 45 3 (danach auch 5) 903/999 4/5 Gang UNO 45 S 3 5 Gang UNO ES 903 UNO 55 5 1116 4 Gang UNO 55 S 3 / 5 5 Gang UNO 70 S 3 1301 UNO 70 S matic 3 / 5 Automatik UNO 75 SX 1489 5 Gang UNO Diesel 3 1301 UNO Diesel S 5
Uno MK2 Motoren (1989–95)