Nadine Julitz (* 4. Juli 1990 in Waren (Müritz)) ist eine deutsche Politikwissenschaftlerin und Politikerin (SPD). Seit 2016 ist sie Mitglied im Landtag Mecklenburg-Vorpommern. mini|hochkant|Julitz im Plenum des Landtages, 2019
Leben Nach dem Abitur 2009 am Richard-Wossidlo-Gymnasium in Waren nahm Julitz ein Studium der Politikwissenschaften und des Öffentlichen Rechts an der Universität Rostock auf, das sie 2013 mit dem Bachelor of Arts abschloss. Im Anschluss folgte eine Tätigkeit als Sachbearbeiterin in der Ausländerbehörde des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte. Gleichzeitig wirkte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin der Bundestagsabgeordneten Jeannine Pflugradt.
Nadine Julitz lebt mit ihrem Mann in Waren und ist Mutter zweier Töchter. Dafür, dass Nadine Julitz im April 2019 ihre kleine Tochter in den Landtag mitnahm, wurde sie von der vormaligen AfD-Abgeordneten Christel Weißig (Freie Wähler) scharf attackiert. Julitz verteidigte dies mit dem Hinweis, als Mutter Politik zu machen. Der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern hat keine Kinderbetreuung, was nach ihren Worten junge Eltern davon abhält, sich politisch zu engagieren.Tobias Heimbach: Sachsen flop, Bayern top: So kinder(un)freundlich sind die deutschen Parlamente. Business Insider, 21. Januar 2020.
Politik Julitz trat 2011 in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) ein. Sie war von 2011 bis 2014 Vorstandsmitglied und von 2014 bis 2016 stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Waren. 2016 wurde sie zur Vorsitzenden des Ortsverbandes gewählt. Seit 2015 ist sie Vorstandsmitglied des SPD-Kreisverbandes Mecklenburgische Seenplatte und seit 2019 stellvertretende Landesvorsitzende der SPD Mecklenburg-Vorpommern.
Bei den Kommunalwahlen in Mecklenburg-Vorpommern 2014 wurde Julitz in die Warener Stadtvertretung gewählt. Sie wurde 2015 Vorsitzende des Kultur-, Sozial- und Bildungsausschusses und im Juni 2016 Erste stellvertretende Stadtpräsidentin der Stadt Waren (Müritz). 2019 erfolgte ihre Wahl in den Kreistag der Mecklenburgischen Seenplatte.
Bei der Landtagswahl im September 2016 wurde sie als Direktkandidatin der SPD über den Wahlkreis 20 (Mecklenburgische Seenplatte III) in den Landtag von Mecklenburg-Vorpommern gewählt. Das Direktmandat gewann sie mit 30,2 % der Erststimmen. Im Landtag war sie Schriftführerin und ordentliches Mitglied im Ausschuss für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Dem Ausschuss für Soziales, Integration und Gleichstellung gehörte sie als stellvertretende Vorsitzende an. Zudem war sie bis zum Juni 2019 im zweiten Parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Aufklärung der NSU-Aktivitäten vertreten. Für die SPD diente sie als Sprecherin für Familien- und Kinder- und Jugendpolitik, Integrations- und Migrationspolitik sowie Kulturpolitik.
Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2021 verteidigte Nadine Julitz ihr Direktmandat, wobei ihr Erststimmenanteil auf 35,5 % stieg. Im November 2021 wurde sie zu einer der stellvertretenden Vorsitzenden der SPD-Fraktion bestimmt. Im Landtag war sie ordentliches Mitglied im Wissenschafts- und Europaausschuss und gehörte der Enquete-Kommission „Jung sein in Mecklenburg-Vorpommern“ an. Für die SPD übte sie die Sprecherschaft für berufliche Bildung, politische Bildung, Medien und Medienkompetenz aus.
Trotz einem Stimmenanteil von 36,5 Prozent unterlag Julitz bei der Landtagswahl 2026 deutlich gegen den AfD-Kandidaten Frank Müller. Über die SPD-Landesliste schaffte sie dennoch den Landtagseinzug.
Neben ihrer beruflichen und politischen Tätigkeit ist Julitz unter anderem Mitglied der Arbeiterwohlfahrt und der Initiative Müritz hilft.
Weblinks
Nadine Julitz bei der SPD Mecklenburg-Vorpommern
Einzelnachweise
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