mini|hochkant|Aleksander Čeferin (2017) Aleksander Čeferin (* 13. Oktober 1967 in Ljubljana, Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien) ist ein slowenischer Fußballfunktionär und Rechtsanwalt. Zwischen 2011 und 2016 fungierte er als Präsident des slowenischen Fußballverbandes NZS. Am 14. September 2016 wurde er zum Präsidenten der UEFA gewählt.
Biografie Nach einem Diplom in Rechtswissenschaften der Universität Ljubljana 1991 arbeitete er in der Anwaltskanzlei seiner Familie und vertrat vor allem Sportvereine und Sportler. Später übernahm er die Leitung der Kanzlei von seinem Vater.
Funktionär Im Jahr 2005 wurde Čeferin Mitglied des Exekutivkomitees des Amateurklubs FC Ljubljana Lawyers. Zwischen 2006 und 2011 war er Mitglied bei NK Olimpija Ljubljana.
2011 wurde Čeferin zum Präsidenten des Slowenischen Fußballverbandes gewählt. Zwischen 2011 und 2016 war er zudem zweiter bzw. dritter Vize-Vorsitzender der UEFA-Kommission für Rechtsfragen.
Journalisten der norwegischen Fußball-Zeitschrift Josimar entdeckten Widersprüche in seinem Lebenslauf, die bisher nicht aufgeklärt werden konnten. So bestehen Zweifel daran, ob er nach den slowenischen Statuten lange genug im Vorstand eines Fußballvereins aktiv war, bevor er die Verbandspräsidentschaft übernahm. Auch sein Engagement beim Futsal-Club KMN Svea Lesna Litija wird in Frage gestellt.The Curious Case of Čeferin’s CV. josimar.no, 16. September 2016, abgerufen am 20. November 2018 (engl.).
UEFA-Präsidentschaft Am 14. September 2016 wurde Čeferin zum siebten Präsidenten der UEFA gewählt. Damit wurde er automatisch auch ein Vizepräsident der FIFA. Auf dem UEFA-Kongress in Athen erhielt er 42 Stimmen, sein Gegenkandidat, der Niederländer Michael van Praag, bekam 13 Stimmen. Bei der Wahl wurde er u. a. vom DFBDFB unterstützt Kandidatur von Ceferin als UEFA-Präsident. DFB-Mitteilung, 2. September 2016, abgerufen am 14. September 2016. und vom ehemaligen UEFA-Generalsekretär und späteren FIFA-Chef Gianni InfantinoRobert Kempe: Fußball – Geschacher bei UEFA-Präsidentenwahl. Deutschlandfunk, 5. September 2016, abgerufen am 14. September 2016. unterstützt.
Im April 2017 wurden einige Reformvorschläge von Čeferin im Bereich des „Good Governance“ angenommen, darunter auch die Einführung einer zeitlichen Obergrenze der UEFA-Präsidentschaft sowie der Mitgliedschaft im UEFA-Exekutivkomitee. Außerdem müssen Kandidaten für das Exekutivkomitee seither eine führende Rolle (Präsident, Vizepräsident, Generalsekretär oder CEO) in ihren nationalen Verbänden innehaben.
Čeferin sprach sich außerdem immer wieder dafür aus, die Maßnahmen zum Finanziellen Fairplay, die seit 2009 in Kraft sind, zu verschärfen. Am 7. Februar 2019 wurde er für vier weitere Jahre im Amt bestätigt.Aleksander Ceferin als Uefa-Präsident wiedergewählt Spiegel Online, 7. August 2019, abgerufen am selben Tage. Am 5. April 2023 wurde er per Akklamation für weitere vier Jahre gewählt.Aleksander Čeferin bis 2027 als UEFA-Präsident wiedergewählt uefa.com, 5. April 2023, abgerufen am 22. April 2023. 2027 will er nicht erneut antreten.
Positionen im Sport Laut Medienberichten aus dem Jahr 2016 unterstützte Čeferin die Bewerbung Skandinaviens für die EM 2028. Im Gegenzug sollen Schweden, Finnland, Dänemark und Norwegen frühzeitig ihre Unterstützung für Čeferin öffentlich gemacht haben. Diese Übereinkunft soll auf Vermittlung von Gianni Infantino und seinem Berater, dem Norweger Kjetil Siem, zustande gekommen sein.The president's man. Josimar, 5. September 2016 (engl.). Die skandinavischen Verbände reichten schließlich keine Bewerbung ein.
Čeferin will auch weiterhin die Fußball-Europameisterschaft mit 24 statt wie zuvor mit 16 Mannschaften austragen lassen. Einer angedachten Aufstockung des Teilnehmerfeldes auf 40 Länder bei Fußball-Weltmeisterschaften steht er hingegen skeptisch gegenüber. Die Idee einer europäischen Superliga als Konkurrenz zur bisherigen UEFA Champions League bezeichnete er als „Krieg gegen die UEFA“. DPA-Artikel in der Südwest-Presse, 5. September 2016, abgerufen am 14. September 2016.
Čeferin schlug 2016 vor, das Finale der europäischen Champions League auf andere Kontinente, etwa nach New York, zu verlegen. Dies stieß umgehend auf Kritik.
Privatleben Aleksander Čeferin ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Er betreibt oder betrieb aktiv die Sportarten Fußball, Futsal, Karate und Motorsport. Er spricht neben Slowenisch auch Englisch, Italienisch, Bosnisch und Serbokroatisch.
Weblinks
Homepage der Anwaltskanzlei Čeferin (slowenisch, englisch, russisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Präsident (UEFA) Kategorie:Fußballfunktionär (FIFA) Kategorie:Rechtsanwalt (Slowenien) Kategorie:Absolvent der Universität Ljubljana Kategorie:Jugoslawe Kategorie:Slowene Kategorie:Geboren 1967 Kategorie:Mann