Brad Binder (* 11. August 1995 in Potchefstroom) ist ein südafrikanischer Motorradrennfahrer und Weltmeister in der Moto3-Klasse, der seit der Saison 2020 in der MotoGP-Klasse für das Red Bull KTM Factory Racing-Team an den Start geht.
Binder ist nach Kork Ballington und Jon Ekerold der dritte südafrikanische Weltmeister in der Geschichte der Motorrad-Weltmeisterschaft. Sein jüngerer Bruder Darryn Binder ging von 2015 bis 2025 ebenfalls in der Motorrad-Weltmeisterschaft an den Start.
Karriere Der 170 cm große Binder begann seine Rennkarriere in nationalen Meisterschaften. 2009 (14. Gesamtrang), 2010 (3 Podestplätze; 5. Gesamtrang) und 2011 (1 Sieg; 7. Gesamtrang) startete Binder im Red Bull MotoGP Rookies Cup.
2011 hatte er seine ersten Einsätze in der 125-ccm-Klasse der Motorrad-Weltmeisterschaft.
Motorrad-Weltmeisterschaft Moto3-Klasse 2012 ging Brad Binder in seine erste volle Saison in der Motorrad-WM. Er fuhr im Team RW Racing GP auf einer Kalex-KTM in der neu geschaffenen Moto3-Klasse. In diesem Jahr war ein vierter Platz in Valencia sein bestes Ergebnis. Am Ende der Saison belegte er den 21. Gesamtrang. In der Saison 2013 wechselte Binder ins Team Ambrogio Racing. In diesem Jahr verbesserte er sich, bei den ersten elf Rennen noch auf einer Suter-Honda und den Rest der Saison dann auf einer Mahindra, auf den 13. Gesamtrang. 2014 blieb Binder dem Team treu. Seinen ersten Podestplatz fuhr er beim Großen Preis von Deutschland mit einem zweiten Platz ein. Was, bis dahin, auch das beste Ergebnis für Mahindra war. Mit einem weiteren Podestplatz belegte Binder zum Ende der Saison den elften Gesamtrang.
2015 folgte der Wechsel ins Team Red Bull KTM Ajo von Aki Ajo. Dort fuhr er eine KTM. Seine Teamkollegen waren der Tscheche Karel Hanika und der Portugiese Miguel Oliveira. Mit vier Podestplätzen wurde Binder am Ende der Saison sechster der Gesamtwertung. Auch 2016 fährt Binder im Team von Aki Ajo. In diesem Jahr ist der Niederländer Bo Bendsneyder sein Teamkollege. Seine erste Pole-Position erreichte Binder in Argentinien. Seinen ersten Sieg feierte er zwei Rennen später in Spanien auf dem Circuito de Jerez, obwohl er nach einer Strafversetzung vom 35. und letzten Platz starten musste. Auch in den nächsten beiden Renen war Binder siegreich; in der zweiten Saisonhälfte folgten vier weitere Siege. Vier Rennen vor Ende der Saison gewann er schließlich den WM-Titel.
Moto2-Klasse Zur Saison 2017 wechselte Binder in die Moto2-Klasse blieb KTM und dem Team aber treu. In seiner ersten Saison fuhr er dreimal auf das Podium und wurde WM-Achter. Das Jahr 2018 verlief noch erfolgreicher, er gewann die Rennen in Deutschland, Aragonien und den Großen Preis von Australien. So wurde in seiner zweiten Saison in der Moto2-Klasse WM-Dritter hinter Weltmeister Francesco Bagnaia und seinem Teamkollegen Miguel Oliveira, wodurch Ajo KTM auch den Team-Titel für sich entschied.
2019 gewann er sogar fünf Rennen (inklusive Aragonien und Australien) und wurde Vizeweltmeister mit lediglich drei Punkten Rückstand auf Álex Márquez.
MotoGP-Klasse Im Frühsommer 2019 wurde bekannt, dass Binder 2020 in die MotoGP-Klasse wechseln wird. Zuerst sollte er für Tech3 KTM an den Start gehen, an der Seite von Oliveira, doch nachdem KTM-Werksfahrer Johann Zarco angekündigt hatte, KTM aufgrund von Differenzen zu verlassen, übernahm Binder wiederum dessen Platz, zunächst nur mit einem Einjahresvertrag. Noch vor dem Saisonbeginn 2020, der sich aufgrund der COVID-19-Pandemie auf den 19. Juli verzögert, wurde bekannt, dass Binder auch 2021 im Team bleiben wird. Sein erster Sieg in der MotoGP-Klasse gelang ihm beim Großen Preis von Tschechien in Brünn. Er schloss die Saison als WM-Elfter und bester Rookie ab.
Statistik Erfolge 2016 – Moto3-Weltmeister auf KTM 2020 – MotoGP-Rookie of the Year auf KTM 17 Grand-Prix-Siege
In der Motorrad-Weltmeisterschaft (Stand: Großer Preis von Österreich, 20. September 2026) Saison Klasse Team Motorrad Rennen Siege Zweiter Dritter Poles Schn.Runden Punkte Ergebnis 2011 125 cm³ RW Racing GP/Andalucia Banca Civica Aprilia 5 – – – – – – — 2012 Moto3 RW Racing GP Kalex-KTM 17 – – – – – 24 21. 2013 Ambrogio Racing Suter-Honda/Mahindra 17 – – – – – 66 13. 2014 Mahindra 18 – 1 1 – 1 109 11. 2015 Red Bull KTM Ajo KTM 18 – 1 3 – 3 159 6. 2016 18 7 5 2 6 3 319 Weltmeister 2017 Moto2 15 – 2 1 – 2 125 8. 2018 18 3 – – 1 1 201 3. 2019 19 5 3 1 – – 259 2. 2020 MotoGP Red Bull KTM Factory Racing KTM RC16 14 1 – – – 2 87 11. 2021 18 1 – – – – 151 6. 2022 20 – 3 – – 1 188 6. 2023 20 – 2 3 – 1 293 4. 2024 19 – 1 – – – 217 5. 2025 22 – – – – – 155 11. 2026 15 – – – – – 94 13. Gesamt 273 17 18 11 7 14 2447 1 WM-Titel
Grand-Prix-Siege Saison Klasse Rennen 2016 Moto3 2018 Moto2 2019 Moto2 2020 MotoGP 2021 MotoGP
Einzelergebnisse Saison 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 2011 Kein Rennen in der 125-cm³-Klasse 17 20 21 DNF DNF 2012 DNF DNF 11 DNF DNF 17 20 DNF 24 Kein Rennen in der Moto3-Klasse DNF 20 16 16 DNF 12 4 4 2013 12 9 4 8 14 12 5 9 Kein Rennen in der Moto3-Klasse DNF DNF DNF 18 12 11 15 10 12 2014 15 DNF 14 DNF 14 9 6 9 2 9 6 15 6 8 3 15 DNF 9 2015 10 5 5 3 DNF 10 9 7 7 8 3 DNF 5 DNF 17 3 2 4 2016 2 3 3 1 1 1 2 12 8 2 DNF 1 1 2 2 1 17 1 2017 20 9 10 17 13 7 12 7 9 4 5 DNF 2 2 3 2018 6 DNF 6 6 9 6 6 7 1 6 6 C 8 1 4 5 1 8 DNF 2019 12 6 DNF 5 4 15 11 2 2 DNF 1 3 6 1 2 12 1 1 1 2020 C 13 DNF 1 4 8 12 DNF 11 12 11 DNF 7 5 DNF 2021 14 8 5 DNF 13 5 8 4 12 4 1 6 7 9 9 11 10 7 2022 2 8 6 12 DNF 10 8 7 8 7 5 11 7 8 4 2 10 10 8 2 2023 6 171 135 21 62 5 DNF6 45 39 22 DNF4 145 44 DNF2 6 4 32 DNF5 57 32 2024 22 4 9 6 8 8 106 66 98 DNF4 57 46 47 196 8 6 7 67 DNS7 69 2025 88 7 DNF 13 6 DNF 14 DNF9 9 11 76 8 75 7 DNF6 10 12 4 8 9 59 88 2026 76 DNF 12 114 DNF 7 11 10 129 11 10 8 10 11 69
Anmerkungen
Rekorde in der Motorrad-Weltmeisterschaft 500-cm³- bzw. MotoGP-Klasse südafrikanischer Fahrer mit den meisten Podestplätzen (11)
Weblinks
Offizielle Website (englisch)
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