Ulrich Meister (* 14. Oktober 1947 in Merishausen bei Schaffhausen; † 4. August 2023 in DüsseldorfTodesanzeige. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. August 2023, Seite 12.Nachruf Ulrich Meister, abgerufen am 24. November 2024) war ein schweizerisch-deutscher Konzeptkünstler und Zeichner.Galerie Kalthoff: Ulrich Meister, abgerufen am 5. September 2016.

Leben und Werk Ulrich Meister wuchs als Sohn eines Malermeisters in der Nähe von Schaffhausen als Ältester von fünf Geschwistern auf. 1963 begann er eine Schriftsetzerlehre und zog 1967 nach Düsseldorf, um dort von 1968 bis 1973 an der Kunstakademie Malerei und Bildhauerei bei Joseph Beuys zu studieren. Während der Studienzeit beschäftigte sich Ulrich Meister vorwiegend mit dem Verfassen von Texten, durch die er das Verhältnis von Bild und Text thematisierte. 1974 war Meister Kunsterzieher am Max-Planck-Gymnasium (Duisburg) und 1976 drei Monate lang Mitglied der Aktionsanalytischen Organisation von Otto Muehl in Wien. Zurückgekehrt nach Düsseldorf entstanden während einer kurzen Phase expressive Bilder, die von der Malerei der Neuen Wilden, unter anderem Walter Dahn und Martin Kippenberger beeinflusst waren. Eine langjährige Freundschaft verband Ulrich Meister mit Imi Knoebel. In den 1980er Jahren wandte Meister sich ab von der expressiven Malerei und kehrte zurück zur Arbeit mit Texten, zu „geschriebenen Bildern“, wie er sie nannte.

Unscheinbare Alltagsobjekte, wie etwa ein Netz Kartoffeln oder ein Wäscheständer mit daran hängendem Kleiderbügel, kombiniert Ulrich Meister jenseits ihrer Funktionszusammenhänge mit prägnanten, poetischen Beschreibungen. Er stellt so auf humorvolle Weise die philosophische Frage nach dem Wesen der Dinge.Galerie Martina Detterer: Ausstellungen Ulrich Meister, abgerufen am 5. September 2016.

Ausstellungen (Auswahl) Einzelausstellungen 1992: Installationen und Lesungen Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen am Rhein 1993: Kunsthalle zu Kiel, Kiel 1994: Wiener Secession, Wien 1996: Museum van Hedendaagse Kunst Antwerpen, Antwerpen 1997: Kunstverein Recklinghausen; Kunstverein Grafschaft Bentheim, Neuenhaus; Kunstverein Bochum 1998: Städtische Galerie im Lenbachhaus, München 1999: Kunstmuseum Thun, Thun 2000: Stiftung Museum Schloss Moyland, Bedburg-Hau 2009: Ulrich Meister Museum zu Allerheiligen, Schaffhausen 2020: Ulrich Meister – Das Gelbe vom Ei Kunsthalle Recklinghausen, Recklinghausen

Gruppenausstellungen 1992: documenta IX, KasselDocumenta IX: Kassel, 13. Juni-20. September 1992 – Katalog in drei Bänden, Band 1, Seite 181; Stuttgart 1992, ISBN 3-89322-380-0. 1994: Steirischer Herbst, Steiermark 2000: Dinge in der Kunst des XX. Jahrhunderts Haus der Kunst, München 2003: Gelijk het leven is Stedelijk Museum voor Actuele Kunst Gent 2005: (my private) Heroes Marta Herford 2021: Poesie des Alltäglichen Haus für Kunst Uri, Altdorf

Literatur Reinhard Ermen: Ulrich Meister. In: Oliver Zybok; Raimar Stange (Hgg.): Redefreiheit. Kunstforum international, Ruppichteroth 2012. (Kunstforum International; Bd. 215). Hansjürgen Schwalm; Kerstin Weber (Hgg.): Ulrich Meister – das Gelbe vom Ei. [Ausstellung, Kunsthalle Recklinghausen, 16. Februar bis 5. April 2020]. Kunsthalle Recklinghausen, Recklinghausen 2020, ISBN 978-3-939753-81-0, Markus Stegmann (Hg.): Ulrich Meister. [Ausstellung, Museum zu Allerheiligen Schaffhausen, 11. Oktober – 29. November 2009; Schweizerische Nationalbibliothek Bern, Graphische Sammlung, 10. Oktober – 12. Dezember 2009]. Hatje Cantz, Ostfildern 2009, ISBN 978-3-7757-2475-3. (Binding Sélection d'artistes; 28).

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