Pischdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Guteneck im Oberpfälzer Landkreis Schwandorf.

Geographie Pischdorf liegt etwa 20 km westlich der Landesgrenze zu Tschechien im mittleren Oberpfälzer Wald, rund 2 km nordöstlich von Guteneck auf einer Höhe von 480 Metern. Das Kirchdorf ist über die Kreisstraße SAD 38 zu erreichen.

Aus der Geschichte Siedlung Pischdorf Slawische Ortsnamen wie Gleiritsch,Alois Köppl: Aus der Geschichte der Gemeinde Gleiritsch. S. 33. Hohentreswitz oder Trefnitz belegen eine frühe Besiedlung der Gegend um den Kulm nahe bei Pischdorf. In einer weiteren Siedlungsphase, deren Schwerpunkt im 10. und 11. Jahrhundert lag, entstanden eine Reihe von dorf-Orten wie Pamsendorf, Fuchsendorf oder Altendorf, denen richt-Orte und ried-Orte wie Trichenricht, Lampenricht oder Zeinried folgten.

Besitzgeschichte Die Brüder Pruno, Ludewicus und Rudegerus von Willhof schenkten ihren Anteil an einem Landgut, den sie in Pischdorf (Pisschofesdorf) besaßen, um 1150 dem Kloster Reichenbach. Irinfrid von Swerzinfelt (Schwarzenfeld) erhielt die Besitzungen bei Pischdorf. Er gab sie an Reginger von Tännesberg zur Verwaltung weiter.Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Heft 50, Nabburg, S. 34. Ab dem 14. Jahrhundert übernahmen die Muracher die Besitzungen in Pischdorf. Jordan von Murach erhielt am 10. Juni 1315 die Vogtei Weidenthal und Pischdorf zum Lehen.Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Heft 50, Nabburg, S. 174. Im Jahre 1524 übernahm Albrecht von Murach neben der Vogtei Weidenthal die Vogtei Pischdorf. Er übte den militärischen Schutz aus und war für die Gerichtsbarkeit zuständig.Staatsarchiv Amberg, Lehensurkunden Oberpfalz, Nr. 21402.

Dreißigjähriger Krieg Der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 war ein Konflikt um die Vorherrschaft im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation und in Europa und zugleich ein Religionskrieg, der auch 1621 die Oberpfalz erreichte und verheerende Auswirkungen in wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und kultureller Art hatte. Auch das Amt Nabburg, zu dem Pischdorf gehörte, war davon stark betroffen. Raub, Brand und Plünderungen setzten die Leute in Angst und Schrecken, die Viehbestände waren stark reduziert. Seuchen und Hungersnöte dezimierten die Bevölkerung im Amt Nabburg in dieser Zeit um etwa 40 Prozent.Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Heft 50, Nabburg, S. 85. Die Bewohner Nabburgs und der umliegenden Dörfer mussten für die Kriegskosten aufkommen. So hatte Pischdorf in den Jahren 1628 bis 1651 Kriegsaufwendungen in Höhe von 1057 Gulden zu tragen.Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Heft 50, Nabburg, S. 87.

Gemeindebildung Das Königreich Bayern wurde 1808 in 15 Kreise eingeteilt. Diese Kreise wurden nach französischem Vorbild nach Flüssen benannt (Naabkreis, Regenkreis, Unterdonaukreis).Ernst Emmering: Die Regierung der Oberpfalz, Geschichte einer bayerischen Mittelbehörde. Beiträge zur Geschichte und Landeskunde der Oberpfalz, Heft 20, Regensburg 1981, S. 12 ff. Die Kreise gliederten sich in Landgerichtsbezirke. Die Bezirke wiederum sollten in einzelne Gemeindegebiete eingeteilt werden. 1811 wurde das Landgericht Nabburg in 58 Obmannschaften, einer untersten Verwaltungseinheit, die einer Gemeinde entspricht, eingeteilt. Einer davon war Unteraich, bestehend aus den Dörfern Unteraich, Mitteraich, Oberaich, Pischdorf, Guteneck, Oberkatzbach, Häuslberg und Maximilianshof.Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Heft 50, Nabburg, Nabburg, S. 407. Nach dem Gemeindeedikt von 1818 gab es am 14. Juni 1819 ein Verzeichnis der bestehenden Gemeinden im Landgericht Nabburg.Staatsarchiv Amberg, Landgericht älterer Ordnung, Nabburg, Nr. 1179. Die Gemeinde Pischdorf bestand aus den Ortschaften Pischdorf mit 45 Familien und der Einöde Maximilianshof mit drei Familien.Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Heft 50, Nabburg, S. 415. Im Jahre 1842 wohnten in Pischdorf 26 Familien. Die Einwohnerzahl lag bei 194. Am Maximilianshof wohnten zwei Familien mit insgesamt sieben Personen.Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Heft 50, Nabburg, S. 427.

Auflösung der Gemeinde Pischdorf Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Pischdorf aufgelöst und in die Gemeinde Guteneck eingegliedert.Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Heft 50, Nabburg, S. 436.

Bildergalerie

Literatur Alois Köppl: Aus der Geschichte der Gemeinde Gleiritsch. Gleiritsch 1988. Elisabeth Müller-Luckner: Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern. Heft 50, Nabburg, München 1981, ISBN 3-7696-9915-7. Staatsarchiv Amberg, Lehensurkunden Oberpfalz, Nr. 21402. Ernst Emmering: Die Regierung der Oberpfalz, Geschichte einer bayerischen Mittelbehörde. Beiträge zur Geschichte und Landeskunde der Oberpfalz, Heft 20, Regensburg 1981.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ortsteil von Guteneck Kategorie:Ort im Landkreis Schwandorf Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Schwandorf) Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)