mini|Christoph Grimm (2017) Christoph Herbert Walter Grimm (* 3. April 1957 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Rechtsanwalt und Politiker (AfD). Seit dem 23. Februar 2025 ist er Mitglied des 21. Deutschen Bundestages.
Leben Grimm wuchs in Quickborn auf, legte 1980 das Abitur ab und studierte danach an der Universität Hamburg Rechtswissenschaften. Nach dem Studium wurde er Rechtsanwalt. 1993 bis 1998 arbeitete er als freier Mitarbeiter im Auftrag des Justizministeriums in Grevesmühlen am Aufbau der örtlichen Verwaltung mit. Zu seinem Aufgabenfeld gehörte die Rückübertragung von Vermögenswerten an ehemalige DDR-Bürger, die in die Bundesrepublik Deutschland gegangen waren. Der Versuch, mit dem Argument, er sei scheinselbstständig gewesen, eine dauerhafte Stelle einzuklagen, scheiterte vor Gericht. Danach arbeitete er zunächst in Hamburg und dann in Dassow als selbstständiger Anwalt.
Grimm ist verheiratet.
Politik
Anfänge bei den Jusos und der SPD 1980 trat er den Jusos und der SPD bei. 2013 trat er aus der SPD aus und wurde einer der Mitgründer der AfD.
Mitgliedschaft im Landtag Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern 2016 kandidierte er auf Platz 6 der AfD-Landesliste und konnte damit in den Landtag einziehen.
Als MdL nahm Grimm 2018 sowohl an einer von Rechtsextremen organisierten Kundgebung unter dem Titel „Merkel muss weg“ in Hamburg teil. Außerdem nahm er Teil am sogenannten Trauermarsch von AfD, Pegida und diversen Gruppen des traditionellen rechtsextremen Spektrums am Tag nach den rassistischen Ausschreitungen in Chemnitz. Ende November 2019 war er auf einem Treffen des mittlerweile aufgelösten völkisch-nationalistischen Flügel anwesend. Grimm ist nach eigenen Angaben Fördermitglied der rechtsextremen Kampagneninitiative „Ein Prozent“.
Bei der Landtagswahl 2021 kandidierte er nicht erneut und schied somit aus dem Landtag aus.
Mitgliedschaft im Deutschen Bundestag Bei der Bundestagswahl 2017 kandidierte Grimm erfolglos im Bundestagswahlkreis Ludwigslust-Parchim II – Nordwestmecklenburg II – Landkreis Rostock I und auf Platz 6 der AfD-Landesliste.
Bei der Bundestagswahl 2025 kandidierte er erneut im Wahlkreis Ludwigslust-Parchim II – Nordwestmecklenburg II – Landkreis Rostock I als Direktkandidat, welchen er mit 36,9 Prozent der Stimmen gewann.
Im 21. Deutschen Bundestag ist Grimm Mitglied in folgenden Gremien:
Ordentliches Mitglied im Unterausschuss Europarecht sowie im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union. Stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz. Ordentliches Mitglied der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung sowie stellvertretendes Mitglied in der Ostseeparlamentarierkonferenz.
Bewerbung von rechtsextremen Kinderbüchern Kurz vor Weihnachten 2025 bewarb Grimm auf Facebook Bücher zweier Verlage aus dem Netzwerk der völkischen Identitären Bewegung. In einem der Bücher, welches vom Ritter Gottfried von Bouillon handelte, werden die Kreuzzüge als positives Ereignis behandelt. Mit der Parole „Deus vult“ findet sich dort auch ein für die evangelikale extreme Rechte insbesondere in den USA zentraler Begriff.
Anfang 2026 versendete Grimm an Kindergärten und Grundschulen in seinem Wahlkreis Pakete von Produkten der zwei Verlage, die unter anderem auch einen Comic enthielten, welcher sich unkritisch mit den Befreiungskriegen beschäftigt. Im Comic wird der Tod auf dem Schlachtfeld verherrlicht, nationalistische Durchhalteparolen – etwa „Aufgeben ist Verrat an mir und dem Vaterland“ – werden ohne Einordnung wiedergegeben. Zentrale Punkte sind „Blut, Ehre und Heldenmut“. Das Paket enthielt weiterhin Poster und Aufkleber, die alle kämpfende männliche Figuren zeigten. Laut dem Anschreiben von Grimm an die Schulleitungen seien die Bücher für Kinder etwa um das siebte Lebensjahr „altersgerecht konzipiert“.
Kritisiert wurde die Aktion auch vom Landeselternrat: Schulen dürften nicht zum Ziel von politischen Kampagnen werden.
Literatur Raphael Thelen und Hannes Jung: Christoph Grimm: Das Herz links, der Blick rechts; in: Die Zeit vom 31. August 2016 (online).
Weblinks
Grimm auf der Seite der AfD Christoph Grimm auf bundestag.de
Einzelnachweise
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