Hellmut Andics (* 25. August 1922 in Wien; † 19. August 1998 ebenda) war ein österreichischer Journalist, Publizist und Drehbuchautor.
Leben
Der Sohn eines antiklerikal und deutschnational gesinnten Corpsstudenten mit Sympathien für das kommunale Wohnbauprogramm des „Roten Wien“ der Zwischenkriegszeit hatte mütterlicherseits jüdische Vorfahren – eine Familiensituation, die ihr Echo in seinem Werk finden sollte.Hellmut Andics: Die Juden in Wien. Mit 132 Abbildungen nach Dokumenten, historischen Darstellungen und Photographien. Bucher, München (u. a.) 1988, ISBN 3-218-00466-7, S. 13 f. – Darin: Der Vater sei im Freundeskreis Ritter Schmiss, der versabelte genannt worden. Nach Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg wurde Andics Journalist und arbeitete als Redakteur unter anderem beim Neuen Österreich und der Presse.
Von 1. März 1979 bis 31. Dezember 1980 war Andics Intendant der in die Burgenländischen Festspiele integrierten Schloßspiele Kobersdorf sowie der Joseph-Haydn-Tage, Eisenstadt.Burgenländische Festspiele: Vier Spielorte – zwei Intendanten. In: Burgenländische Freiheit. IL. Jahrgang, Nr. 10/1979, S. 45 sowie Die Burgenländischen Festspiele stehen auf einer neuen Basis. In: Burgenländische Freiheit. L. Jahrgang, Nr. 47/1980, S. 48. Von 11. Oktober 1982 bis 27. Oktober 1986 war er Intendant des ORF-Landesstudios Burgenland.
Bekannt wurde er für seine zeitgeschichtlichen Reportagen und Dokumentationen. Er schrieb auch das Drehbuch zur Fernsehserie Ringstraßenpalais. Auch für den fünfteiligen dokumentarischen Fernsehfilm Bürgerkrieg in Rußland, welchen das ZDF 1967 unter der Regie von Wolfgang Schleif produzierte, schrieb er das Buch. Er hatte auch die Idee zu der Fernsehserie Der Salzbaron von Bernd Fischerauer. Andics war Vater zweier Söhne (Eric und Maximilian) und hatte drei Enkel (Daniel, Therese und Sophie).
Hellmut Andics verstarb in seiner Wiener Wohnung in den frühen Morgenstunden des 19. August 1998 an Herzversagen;Schrittmacher des Burgenlandes. In: Burgenländische Freiheit. LXVIII. Jahrgang, Nr. 35/1980, S. 83. er wurde im Arkadengang der Feuerhalle Simmering (ALI 158) in Wien nahe der Urnennische von Rudolf Saliger beigesetzt.
Andics war Freimaurer, seit 1969 Mitglied der Loge Libertas Gemina und 1970 Gründungsmitglied der Loge Libertas Oriens.
Auszeichnungen 1970: Dr.-Karl-Renner-Publizistikpreis 1992: Kulturpreis des Landes Burgenland
Werke Der Staat, den keiner wollte, 1962 Die Laster dieser Zeit, 1964 Der Fall Otto Habsburg. Ein Bericht, 1965 Der große Terror. Von den Anfängen der russischen Revolution bis zum Tode Stalins, 1967 Der ewige Jude. Ursachen und Geschichte des Antisemitismus, Verlag Fritz Molden, Wien 1965. 50 Jahre unseres Lebens. Österreichs Schicksal seit 1918, 1968 Die Frauen der Habsburger, 1969 Das österreichische Jahrhundert. Die Donaumonarchie 1804–1918, 1974 Ende und Anfang, 1975 Der Untergang der Donaumonarchie. Österreich-Ungarn von der Jahrhundertwende bis zum November 1918, 1976 Die Insel der Seligen. Österreich von der Moskauer Deklaration bis zur Gegenwart, 1976 Begegnung an der Donau, 1977 Gründerzeit. Das schwarzgelbe Wien bis 1867, 1981 Ringstraßenwelt. Wien 1867–1887, 1983 Luegerzeit. Das Schwarze Wien bis 1918, 1984 Die Juden in Wien, 1988
Filmografie
Literatur Ingrid Dunkl: Ein pannonischer Mensch. Ein Beitrag zur Biographie des österreichischen Publizisten, Journalisten und Drehbuchautors Hellmut Andics (25.8.1922) unter besonderer Berücksichtigung seiner Jahre im Burgenland (1967 bis 1993). Diplomarbeit. Universität Wien, Wien 1995.
Weblinks
Radiobeiträge von und über Hellmut Andics im Online-Archiv der Österreichischen Mediathek https://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_A/Andics_Hellmut_1922_1998.xml
Einzelnachweise
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