mini|Mykola Chwylowyj Mykola Chwylowyj (; * in Trostjanez, Gouvernement Charkow, Russisches Kaiserreich; † 13. Mai 1933 in Charkiw, Ukrainische SSR) war ein ukrainischer Schriftsteller und Publizist der „hingerichteten Wiedergeburt“.
Leben mini| Charkiwer und Kiewer Künstler, 1923. Von links nach rechts. Erste Reihe: Maksym Rylskyj, Jurij Meschenko, Mykola Chwylowyj, Majk Johansen, Juchym Mychajliw, Mychajlo Werykiwskyj, Pylyp Kosyzkyj. Zweite Reihe: Natalja Romanowytsch, Mychajlo Mohyljanskyj, Wassyl Ellan-Blakytnyj, Serhij Pylypenko, Pawlo Tytschyna, Pawlo Fylypowytsch. Dritte Reihe: Dmytro Sahul, Mykola Serow, Mychajlo Draj-Chmara, Hryhorij Kossynka, Wolodymyr Sosjura, Teodosij Osmatschka, Wolodymyr Korjak, Mychajlo Iwtschenko Mykola Chwylowyj kam als () in Trostjanez, einer Kleinstadt in der heutigen ukrainischen Oblast Sumy zur Welt. Die höhere Schule besuchte er ab 1916 in Bohoduchiw, 1919 trat er der Kommunistischen Partei der Ukraine (Bolschewiki) bei und 1921 zog er nach Charkiw, wo er seine erste Gedichtsammlung veröffentlichte. Dort wurde er auch Mitbegründer und Leiter der literarischen Gruppe WAPLITE. Seine Streitschriften provozierten von 1925 bis 1928 die bekannte „literarische Diskussion“ in der Ukraine. Zwischen Dezember 1927 und März 1928 lebte er in Berlin und Wien, und nach einigen Quellen auch in Paris. 1928 gründete er in Charkiw die Zeitschrift Literaturnyj Jarmarok.
Im Frühjahr 1933 besuchte der Schriftsteller zusammen mit Arkadіj Ljubtschenko die Region Poltawa, wo er die Katastrophe des Holodomor mit eigenen Augen sah. Am 13. Mai 1933 beging er in Charkiw im Slowo-Gebäude Selbstmord.Artikel zu Khvylovy, Mykola in der Internet Encyclopedia of Ukraine (Canadian Institute of Ukrainian Studies/University of Toronto; englisch); abgerufen am 3. September 2016 (englisch) Mit seinem Suizid wollte Chwylowyj seinen Tod als Protest gegen Stalins Repressionskampagne gegen die ukrainische Schriftstellergeneration, zu der er gehörte, deklarieren.
Werk In seinem Werk verarbeitet er die traumatischen Erfahrungen aus dem Bürgerkrieg, die ihn bis an den Rand des geistigen Zusammenbruchs brachten (Roman aus dem Sanatorium, 1924; Brachvögel, unvollendet, 1928), reflektiert aber auch sein eigenes blutiges Handeln während der Revolution. Seit Ende der 1920er Jahre schrieb er Essays und Gesellschaftssatiren.Biographie (S. 510 f.) und mehrere Erzählungen von Chwylowyj finden sich in: Ein Hauch von Grauen und verborgene Hoffnung. Eine Anthologie ukrainischer Literatur des Ersten Weltkriegs, übersetzt von Kati Brunner, Claudia Dathe, Beatrix Kersten, Alexander Kratochvil, Lydia Nagel. Arco Verlag, Wuppertal 2025, ISBN 978-3-96587-030-7.
Literatur Olena Palko: Making Ukraine Soviet: literature and cultural politics under Lenin and Stalin, London ; New York ; Oxford ; New Delhi ; Sydney : Bloomsbury Academic, 2022, ISBN 978-1-78831-305-6 Alla Paslawska und Alois Woldan: Mykola Chwylowyj. Wahnsinnig liebe ich das Leben. Klagenfurt : Wieser Verlag, 2025, ISBN 978-3-99029-702-5.
Weblinks
Artikel zu Mykola Chwylowyj in litakcent.com; abgerufen am 3. September 2016 (ukrainisch) Biografie und Werk von Mykola Chwylowyj in Ukrainisches Zentrum; abgerufen am 3. September 2016 (ukrainisch)
Siehe auch Liste vom Sowjetregime verfolgter ukrainischer Künstler
Einzelnachweise
Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Ukrainisch) Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Person (Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik) Kategorie:Zeuge des Holodomor Kategorie:Opfer der Diktatur in der Sowjetunion Kategorie:Opfer des Großen Terrors (Sowjetunion) Kategorie:Ukrainer Kategorie:Geboren 1893 Kategorie:Gestorben 1933 Kategorie:Mann