Die Liste der Kinos im Berliner Bezirk Spandau gibt eine Übersicht aller Kinos, die im Berliner Bezirk Spandau existiert haben oder noch existieren. In der Liste sind die Ortsteile entsprechend den Grenzen seit der Bezirksreform 2001 enthalten und alphabetisch vorsortiert: Falkenhagener Feld, Gatow, Hakenfelde, Haselhorst, Kladow, Siemensstadt, Spandau, Staaken, Wilhelmstadt.

Einleitung Die bis 1920 eigenständige Stadt Spandau besaß im vorigen Jahrhundert mehr als 20 Lichtspielhäuser. Das erste „Kinematographentheater“ Spandaus wurde 1911 in der Altstadt, Havelstraße eröffnet. Die legendären „Havel-Lichtspiele“ – nach dem Umbau 1955 „Aladin“ – wurden ab 1969 zum Supermarkt wie zahlreiche weitere Spandauer Kinos in den 1960er Jahren. Jedoch wurden die „Havel-Lichtspiele“ 1996 reaktiviert als „Kinocenter“, seit 2005 zum Cineplex. Namen wie „Capitol“, „Tivoli“, „Odeon“, „Savoy“ und „Bio“ gingen verloren, ihre Kinosäle stehen leer, wurden Supermärkte oder abgerissen. In der Kinoliste sind (bei den erreichbaren Quellen) 38 Kinostandorte innerhalb des Bezirks Spandau nachweisbar. 1920 bestanden neun, 1940 waren es zehn und 1960 20 Kinos in Spandau, 1980 bestanden noch vier und 2010 werden zwei Kinos bespielt: das Cineplex und Kino im Kulturhaus (mit Spielstätten des Vereins „Kommunales Kino Spandau“).

Nahezu unbekannt ist die Nutzung von Einrichtungen der Spandauer Militärindustrie als Standort für Filmproduktionen. Der Versailler Vertrag verbot militärische Nutzungen und die Staakener Zeppelinhallen mit einem Stammkapital von 500 Millionen Reichsmark von den „Filmwerken Staaken“ genutzt. Vom Zeppelinbau standen bis zu 28 Meter hohe und witterungssichere Produktionssäle zur Verfügung mit einer Produktionsfläche des Achtfachen der Summe der anderen Berliner Standorte. Hier entstanden 200 Filme, das war ein Drittel der gesamten deutschen Filmproduktionen der 1920er Jahre. Mit dem Übergang zum Tonfilm kamen um 1930 finanzielle Schwierigkeiten für Stummfilmstudios auf, denen die Tontechnik fehlte. Bei der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden die Bestimmungen des Versailler Vertrags ausgesetzt und 1934 die militärische Nutzung wieder forciert. Er bestand der Plan einer „Filmstadt“ zwischen Gatow und Kladow, nahe der Insel Lindwerder, nach Entwürfen von Hans Poelzig als Ersatzproduktionsstätte. Grundstücke für zwölf Atelierhallen, Kopieranstalt und eigenes Heizkraftwerk waren gekauft, der Plan wurde allerdings nach der Wirtschaftskrise nicht ausgeführt. Erst 1942 entstanden an der Charlottenburger Chaussee wieder Kinofilme durch die Mars Film GmbH, sie produzierte sämtliche Ausbildungsfilme der Wehrmacht. In deren Studios wurden nach Kriegsende Filme für die sowjetischen Truppen synchronisiert, danach für die Briten. 1946 gründete Artur Brauner seine „Central-Cinema-Company“. Für die CCC-Ateliers erwarb er auf der Insel Eiswerder ein verwildertes 5000-Quadratmeter-Gelände mit Fabrikgebäuden, in denen die Nazis Versuche mit Giftgas unternommen hatten. Nahezu 400 Mitarbeiter produzierten fast 250 Filme, es wurden Requisiten und Kostüme gefertigt, Filmschnitt und die Vermarktung organisiert und Kapazitäten an andere Firmen vermietet, beispielsweise drehte die Rialto-Film die Innenaufnahmen der Karl-May-Filme, das ZDF produzierte Fernseh-Shows.

Kinoliste __NOTOC__ Name/Lage AdresseOrtsteile: entsprechend der Bezirksreform aus dem Jahr 2001, unbeachtet historischer Lagen und Zuordnungen. Bestand BeschreibungFilmbühne (Stadtrand) ()Falkenhagener FeldStadtrandstraße 5251952–1961Die „Filmbühne Spandau Stadtrand“ befand sich in der Stadtrandstraße 525 / Ecke Glühwürmchenweg. Die Stadtrandstraße ist die Hauptstraße der Stadtrandsiedlung im Falkenhagener Feld, die in den 1930er Jahren angelegt wurde. Zum Ortsteil im Bezirk Spandau wurde das Falkenhagener Feld zusammen mit dem Ausbau der Heerstraße ab 1960. Das Grundstück Stadtrandstraße 525–527 / Glühwürmchenweg 31–33 wurde erst in den Nachkriegsjahren bebaut und es befand sich der „Stadtrandgarten“, auch „Julius-Garten“, mit einem Gartenrestaurant hier. Im Kino-Adressbuch sind mit der Gründung des Saalkinos Allan Hagedorf und Elise Wruck genannt. Das Kino ist mit 260 Plätzen aufgeführt. Ab 1957 wurde Elise Wruck alleinige Inhaberin. Das Einzugsgebiet des Kinos war der Nordwesten von Spandau, insbesondere die hier wohnenden Siedler und Schrebergärtner. Mit seiner Grenzlage zu FalkenseeÜber die Falkenseer Chaussee war das Kino mit 800 Meter Fußweg von der Stadtgrenze aus zu erreichen. könnte es auch als Grenzkino fungiert haben. Dies ist wohl einer der Gründe, dass die Filmbühne den Spielbetrieb ab 1961 eingestellt hat. Für 1962 ist das Kino nicht mehr notiert.Filmtheater 1962 in Berlin Der Saal wurde zur Gaststätte und die Stadtrandschänke besteht immer noch. Der Julius Garten ist als Café/Bar/Restaurant ausgezeichnet und bietet einen Saal mit 170 Plätzen für „Festlichkeiten“.Film-Eck Spandau ()Falkenhagener FeldFalkenseer Chaussee 266a1939–1961Als das „Hali“ (Hakenfelder Lichtspiele) in dem Restaurantbau für die Errichtung des Luftfahrtgerätewerks von Siemens & Halske (LGW Hakenfelde) abgerissen wurde eröffnete Otto Kienzle 1939 die 2,5 Kilometer Fußweg entfernten Filmeck-Lichtspiele in der Falkenhagener Chaussee/ Ecke Germersheimer Weg (seit 1958: Falkenseer Chaussee 266a). 1937 ist ein Geländestreifen zwischen Grundstück 271 und 266 über die Falkenhagener Chaussee parallel zum Germersheimer Weg noch baufrei gehalten.vergleiche dazu das Blatt von 1937 auf Die Eröffnung des Filmecks durch Otto Kienzle ist für den 3. Februar 1939 angegeben. An das Wohnhaus 266 anschließend wurde als die Baufreihaltung aufgehoben war ein Flachbau mit den Filmräumen angesetzt, der in die projektierte Straße 561 reichte. Diese wurde durch die Gehag ab 1940 bebaut und 1942 als Germersheimer Weg benannt und ausgeführt. Das Kino hatte 596 bis 599 Plätze und wurde täglich bespielt. 1950/1952 sind auch 611 Plätze, allerdings 16 Vorstellungen je Woche angegeben. Im Jahr 1941 übernahm Maria Kienzle das Kino, die es bis zur Schließung besaß. Die Geschäfte führte Bernhard Hoffmann. Wöchentlich gab es 21 Vorstellungen, eine Spät- und eine Jugendvorstellung. Ab den 1950er Jahren sind technische Angaben vorhanden. Die Bestuhlung von Kamphöner waren Klappsessel mit Hochpolster. Als Projektionsapparate gab es zwei Ernemann VII B (rechts und links). Die Verstärker waren anfangs von Eurodyn, ab 1957 von Klangfilm. Weiterhin sind genannt: Lautsprecher von Klangfilm, als Bild- und Tonsystem „CS 1 KL“, sowie CS 4 KM, das Größenverhältnis der Leinwand war 1:2,35 und 1:2,55.Kinodaten von Kino-Wiki. Entsprechend den Inhaberangaben im Kinoadressbuch 1950 bis 1960 recherchiert. Dem allgemeinen Trend am Kinointeresse folgendallekinos.com: wurde das Filmeck 1960 auf 1961 geschlossen. allekinos.com: Berlin - Spandau, Falkenseer Chaussee 267 Seit 1961 befindet sich in dem Gebäude des ehemaligen Filmecks ein Supermarkt.Bilder vom Film-Eck. Kinoeingang von 1955, Supermarkt von 2007Filmtheater Gatow ()GatowAlt-Gatow 29/351946–1966140px|rechts|Wirtshaus mit Saalanbau 2011Das Filmtheater Gatow war ab 1946 im Tanzsaal des „Wirtshauses Gatow“ untergebracht. Die Randlagen Berlins wurden in den Nachkriegsjahren auf Grundlage von unzerstörter Struktur bevorzugt für kulturelle Einrichtungen genutzt. Der Tanzsaal lag an der Straßenfront rechts neben dem Restaurantgebäude. Später wurde der Tanzsaal als Parkhaus genutzt. Die Adressangaben für das Kino liegen zwischen 28/34 und 27/35.Filmtheater Gatow: 1949 bis 1965 Das Wirtshaus liegt im Ortskern Gatows gegenüber der Dorfkirche Gatow und der Feuerwache. Zum Wirtshaus gehörte die Gartenfläche von 6000 Quadratmetern zwischen Straße und Havel. Inhaber und (wohl) Gründer des Filmtheaters waren Franz und Edith Rupp aus Gatow (Kladower Damm 13). Das Kino ist mit 263 Sitzplätzen angegeben. Die Zeitgenossen beschreiben das Kinovergnügen: Festschrift 750 Jahre Gatow. Seite 45 Bespielt wurde das Kino an sieben Tagen, sonntags mit vier Vorstellungen. Die Bühne hatte eine Größe von 6 m × 8 m, 1959 wurde auf verbesserte Kinotechnik und Breitwand im Größenverhältnis 1:2,35 umgestellt.Daten zum Filmtheater Gatow: Angaben zur Technikausstattung im Einzelnen Die Schließung erfolgte (wohl) dem Zeitgeist folgend aus wirtschaftlichen Gründen. Das Restaurantgelände wurde – begünstigt durch die angrenzende Havel – auf der straßenabgewandten Seite mit Wohnhäusern zum Havelufer hin bebaut. Das 1903 erbaute Wirtshaus (Alt-Gatow 31)Lage des Baudenkmals selbst besteht noch und wurde in die Denkmalliste aufgenommen. Filmpalast Schützenhaus ()HakenfeldeNeuendorfer Straße 39 (38–42)1925–1927Das Kino wurde als Saalkino im ehemaligen Schützenhaus eingerichtet, dass sich zwischen Park- und Schützenstraße (zwischen Städtischen Krankenhaus und Gasometer) befand. Das Grundstück des „Alten Schützenhauses“ als Neuendorfer Straße 38–42 entspricht der Hausnummer 39. Das Alte Schützenhaus gibt es nicht mehr, an der Stelle befindet sich ein Sport- und Restaurant-Flachbau. Für 1927 ist der Filmpalast SchützenhausVerzeichnis der Lichtspieltheater. Kino-Adreßbuch 1927. Verlag Max Mattisson. mit 700 Plätzen für Dr. Schoenmann und Burlie eingetragen. Der Filmpalast wurde täglich bespielt, Programm­wechsel erfolgten am Dienstag und Freitag.Filmstudio Wichern ()HakenfeldeWichernstraße 14–211970–2000Gerhard Hussock als Verwalter des „Filmstudio Wichern“ und Hauswart der Wichern-Kirchengemeinde ist schon lange im Kinogeschäft. Er war vor dem Filmstudio Filmvorführer im Tivoli, im Forum-Filmtheater und im Savoy in Spandau.Gerhard Hussocks Passion ist das Filmvorführen: Beim „Forum“-Abriss hat er geweint. In: Berliner Zeitung, 2. Juni 1995. Im März 1970 eröffnete er im Gemeindesaal der Wichern-Gemeinde das „Wichernkino“ mit zwei Kofferprojektoren, die aus dem Maison de France stammten und einer Leinwand von der Filmbühne am Steinplatz. Als erster Film lief Wirtshaus im Spessart, es folgten am Wochenende Familienprogramm. Inhaber der Spielstätte mit 200 Plätzen war die Evangelische Wicherngemeinde. Mit Eröffnung des Kinocenters Spandau 1996 mit fünf Sälen in der Havelstraße sank zunehmend die Besucherzahl und die Anzahl der Vorstellungen wurde reduziert. Im Dezember 2000 wurde der Spielbetrieb letztlich eingestellt.HaKi(-Filmtheater) ()HakenfeldeNeuendorfer Straße 431952–1969Das Kino lag in dem Eckhaus Neuendorfer Straße 43 / Schützenstraße 11 (gegenüber vom Gasag-Gaswerk Spandau). Der Name ist die Kurzform von Hakenfelder Kino (vergl. dazu HaLi: Hakenfelder Lichtspiele). Aus: Der neue Film 22/1952 Das als Flachbau errichtete Kino gehörte der „Spandauer Kinogesellschaft Halbfass & Co“, deren Geschäftsführer Erich Halbfass war. Gespielt wurde täglich mit 22 Vorstellungen, eine Jugend-, eine Spätvorstellung wöchentlich. Die Bestuhlung war von Kamphöner: Flachpolster-Sessel. Der Projektor war Frieseke & Hoepfner FH 66, Verstärker und Lautsprecher: Klangfilm, Bild- und Tonsystem: CinemaScope Einkanal-Lichtton, das Größenverhältnis der Leinwand 1:2,35. Mit Bauplanungen in Spandau-Hakenfelde wurde das HaKi 1966 geschlossen.allekinos.com: Bild vom Haki-Filmtheater Zurückgesetzt besteht ein viergeschossiger Wohnhausbogen zwischen Schützenstraße (4–10) und Neuendorfer Straße (45–48). Die vom Kino genutzte Grundstücksfläche Nummer 43 davor ist Park-, Grünfläche und Müllcontainerplatz.HaLi(-Lichtspiele)