mini|Tod von Harris (1824), Darstellung auf einer Sammelkarte vom Ende des 19. Jahrhunderts;hrsg. von Romanet & Cie., Paris 1895 Thomas Harris (* ≈1791; † 25. Mai 1824 in Vauxhall, London) war ein englischer Pionier der Ballonfahrt. Er entwickelte das Fahrventil, über das Gas aus dem Ballon abgelassen werden kann, um die Fahrthöhe zu steuern und die Landung zu verbessern.
Harris war Lieutenant der Royal Navy.Richard Holmes: “La Mort de Harris,” Croydon, 1824. In: 10 Bizarre Moments In Ballooning History. The Huffington Post, 29. Oktober 2013. Bei einem Flug mit seinem Ballon Royal George ab Vauxhall am 25. Mai 1824 erfolgte ein unkontrollierbarer Gasaustritt, der zum Absturz des Ballons führte. Harris wurde tot auf dem Boden des Ballonkorbs gefunden, seine achtzehnjährige Mitfahrerin Sophia Stocks überlebte schwer verletzt.Jane Stock and the Grahams. In: Mark Davies: King of All Balloons: The Adventurous Life of James Sadler, The First English Aeronaut. Amberley Publishing Limited, 2015, Anhang 9. ISBN 978-1-445-65309-9.
Leben und Tod von Thomas Harris
Leben Über die frühen Lebensjahre von Thomas Harris ist nur wenig bekannt. Selbst die Standardliteratur zur Geschichte der Ballonfahrt verweist auf die dürftige Quellenlage zu seiner Herkunft und Ausbildung.
Harris bekleidete den Rang eines Lieutenants der Royal Navy und trat in London zugleich als naturwissenschaftlich und technisch tätiger Erfinder in Erscheinung. Im Jahr 1823 führte er auf der Themse Versuche zum Schutz von Schiffen vor Blitzschlag durch, die zeitgenössische Aufmerksamkeit fanden. Ein von ihm entwickeltes Blitzschutzsystem wurde später auf Schiffen der Royal Navy eingesetzt. Im Frühjahr 1824 präsentierte Harris im Royal Tennis Court in der Great Windmill Street im Londoner Stadtteil Haymarket einen Wasserstoffballon. Obwohl er nicht als Berufsaeronaut tätig war, deutet seine intensive Beschäftigung mit der Konstruktion von Ballonen auf ein nachhaltiges Interesse an der Luftfahrt hin.
Harris’ bedeutendster technischer Beitrag zur Luftfahrtgeschichte war die Entwicklung des sogenannten Fahrventils (englisch: gas discharge valve). Hierbei handelt es sich um ein am oberen Ende der Ballonhülle angebrachtes Doppelventil. Dieses besteht primär aus zwei Ventilen, wobei das kleinere Ventil, in ein größeres Ventil eingesetzt ist. Dadurch entsteht ein Mechanismus mit welchem sich Traggas wahlweise langsam zur Steuerung der Flughöhe oder rasch zur vollständigen Entleerung nach der Landung ablassen lässt.
Die Erfindung des Fahrventils gilt in der luftfahrthistorischen Forschung als erster funktionsfähiger Mechanismus dieser Art. Er stellt einen Meilenstein zur Verbesserung der Steuer- und Landefähigkeit von Gasballonen dar.
Tod Am 25. Mai 1824 startete Harris mit seinem Ballon Royal George von Vauxhall in London zu einer Fahrt, bei der ihn die achtzehnjährige Sophia Stocks begleitete.
Nach der Rekonstruktion des Unglücks, von Rolts, führte der allmähliche Gasverlust aus dem Ballon dazu, dass sich die Verbindungsleine zwischen dem von Harris konstruierten Fahrventil und der Gondel zunehmend spannte und dadurch selbsttätig weiteres Gas freisetzte. Dies löste wiederum einen unkontrollierten Sinkflug aus. Der Wind soll den Ballon von Vauxhall in Richtung Croydon getieben haben, wo er im Beddington Park bei Carshalton in eine Eiche stürzte. Bei diesem Absturzt kam Harris selbst ums Leben. Seine Begleitung Sophia Stocks überlebete den Absturtz, jedoch wurde sie dabei schwer verletzt.
Siehe auch Liste von Zwischenfällen mit Ballonen
Einzelnachweise
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