Vera Mercer, geborene Mertz (* 17. November 1936 in Berlin), ist eine deutsche Fotografin. Sie lebt in Omaha, Nebraska und in Paris.
Biografie Vera Gisela Margret Mercer wurde als Tochter des Bühnenbildners Franz Mertz in Berlin geboren. Um 1942/43 zog die Familie nach Kiel, um den Bombenangriffen auf Berlin zu entfliehen. Ihr zwei Jahre jüngerer Bruder Peter Mertz war ab 1966 Chefdramaturg in Mannheim und München.Mertz, Peter. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 831. Im Sommer 1951 zog die Familie nach Darmstadt um.
Nach einer Ausbildung zur Tänzerin bei ihrer Tante Gisela von Stosch in Kaiserslautern wurde sie Mitglied des Ballets am Landestheater Darmstadt. Dort lernte sie 1957 den Schweizer Künstler Daniel Spoerri kennen, der zu diesem Zeitpunkt Assistent von Gustav Rudolf Sellner war. Am 12. September 1958 heiratete sie Spoerri in Darmstadt und ging mit ihm 1959 nach Paris. Hier wurde sie Teil der Pariser Avantgarde der frühen 1960er-Jahre, porträtierte unter anderem Marcel Duchamp, Robert Filliou, Niki de Saint-Phalle und Jean Tinguely. Es beginnt eine lebenslange Freundschaft mit Eva Aeppli. 1966 erfolgt die Scheidung von Spoerri.
Unabhängig von ihren Porträts begann Mercer Ende der 1960er Jahre die alten Pariser Markthallen, kurz vor deren Abriss, zu fotografieren und thematisierte so erstmals ein Sujet, für das sie später bekannt wurde: „Nahrung“. Ihre aufwendige Inszenierung von Früchten, Gemüse, Fleisch und Fisch in opulenten Früchte-, aber auch Blumen- und Tierstillleben, stellen vielfache Bezüge zur Kunstgeschichte her. Nach der Scheidung von Spoerri begann sie für internationale Magazine zu arbeiten und schoss Reportagen unter anderem über Samuel Beckett, Marcel Duchamp und Andy Warhol. Sie wurde zudem als Photographin von vielen Künstlern engagiert beispielsweise Eva Aeppli, Jean Tinguely und Niki de Saint-Phalle. Im Dezember 1970 heiratete sie in Omaha Francis Mercer (1943–2019), den Sohn von Eva Aepplis Ehemann Samuel Mercer (1920–2013). Seit Mitte der 1990er Jahre arbeitet sie mit dem Architekten John Morford zusammen und gestaltet zahlreiche Innenräume in Hotels. Seit 1998 finden zahlreiche Ausstellungen ihrer Fotos statt.
Ausstellungen (Auswahl) Vera Mercer. Stillleben, Bayer/Kultur im Erholungshaus, Leverkusen Vera Mercer. Nature Morte, Centro de la Imagen, Mexiko-Stadt, 2011 Vera Mercer. Stillleben, Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern, Kaiserslautern, 2015/2016 Vera Mercer und Daniel Spoerri. Aufgetischt!, Künstlerhaus Marktoberdorf, Marktoberdorf, 16. Februar bis 19. Mai 2019 Vera Mercer | Still. Leben, Leica Galerie Stuttgart, 7. Februar 2026 bis 18. April 2026
Literatur Vera Mercer: The Astrological Sculptures of Eva Aeppli. The Old Market Press. Omaha 1983. Matthias Harder (Hrsg.): Vera Mercer. Photographs and Still Lifes. Distanz Verlag. Berlin 2011. ISBN 978-3-86828-111-8 Matthias Harder (Hrsg.): Vera Mercer. Particular Portraits. Distanz Verlag. Berlin 2014, ISBN 978-3-95476-067-1 Matthias Harder (Hrsg.): Vera Mercer: Life Berlin 2015. ISBN 978-3-95476-113-5 Jens Pepper (Hrsg.): Vera Mercer. Life in Focus, Berlin 2025.
Einzelnachweise
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