mini|Lage des Bezirks Złoczów im Kronland Galizien und Lodomerien Der Bezirk Złoczów war ein politischer Bezirk im Kronland Galizien und Lodomerien. Sein Gebiet umfasste Teile Ostgaliziens in der heutigen Westukraine (Oblast Lwiw und Oblast Ternopil, Rajon Solotschiw sowie Teilen des Rajons Busk, des Rajons Brody und des Rajons Peremyschljany), Sitz der Bezirkshauptmannschaft war die Stadt Złoczów. Nach dem Ersten Weltkrieg musste Österreich den gesamten Bezirk an Polen abtreten.
Er grenzte im Norden und Nordosten an den Bezirk Brody, im Südosten an den Bezirk Zborów, im Südwesten an den Bezirk Przemyślany sowie im Nordwesten an den Bezirk Kamionka Strumiłowa.
Geschichte Ein Vorläufer des späteren Bezirks (Verwaltungs- und Justizbehörde zugleich) wurde zum Ende des Jahres 1850 geschaffenReichsgesetzblatt vom 8. October 1850, Nr. 383, Seite 1741, die Bezirkshauptmannschaft Złoczów war dem Regierungsgebiet Lemberg unterstellt und umfasste folgende Gerichtsbezirke: Gerichtsbezirk Złoczów Gerichtsbezirk Busk Gerichtsbezirk Gliniany Gerichtsbezirk Przemyślany
Nach der Kundmachung im Jahre 1854Reichsgesetzblatt vom 24. April 1854, Nr. 111, Seite 401 kam es am 29. September 1855 zur Einrichtung des Bezirksamtes Złoczów (weiterhin für Verwaltung und Gerichtsbarkeit zuständig) innerhalb des Kreises ZłoczówReichsgesetzblatt vom 4. Juli 1855, Nr. 118, Seite 521.
Nachdem die Kreisämter Ende Oktober 1865 abgeschafft wurden und deren Kompetenzen auf die Bezirksämter übergingen,Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Österreich 1865, XXVI. Stück, Nr. 92: „Verordnung des Staatsministeriums vom 23. September 1865, über die Aufhebung der Kreisbehörden in Galizien“ schuf man nach dem Österreichisch-Ungarischen Ausgleich 1867 auch die Einteilung des Landes in zwei Verwaltungsgebiete ab. Zudem kam es im Zuge der Trennung der politischen von der judikativen VerwaltungReichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1868, XVII. Stück, Nr. 44. „Gesetz vom 19. Mai 1868 über die Einrichtung der politischen Verwaltungsbehörden in den Königreichen ...“ zur Schaffung von getrennten Verwaltungs- und Justizbehörden. Während die gerichtliche Einteilung weitgehend unberührt blieb,Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1867, XVII. Stück, Nr. 37: „Verordnung des Justizministeriums vom 15. Februar 1867, über die Aufstellung von reinen Bezirksgerichten in Ostgalizien“ fasste man Gemeinden mehrerer Gerichtsbezirke zu Verwaltungsbezirken zusammen.
Der neue politische Bezirk Złoczów wurde aus folgenden Bezirken gebildet:Reichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1867, IX. Stück, Nr. 17: „Verordnung des Staatsministeriums vom 23. Jänner 1867“ Bezirk Złoczów (mit 40 Gemeinden) Bezirk Zborów (mit 47 Gemeinden) Bezirk Olesko (mit 23 Gemeinden) Teilen des Bezirks Busk (Gemeinden Bezbrudy, Krasne, Ostrowczyk Polny, Pietrycze, Stronibaby und Uciszków) Teilen des Bezirks Gliniany (Gemeinden Bałuczyn, Bortków, Firlejówka mit Marmuszowice, Kutkorz, Mitulin, Nowosiółki, Olszanka Mała, Olszanica, Skniłów und Trędowacz) Teilen des Bezirks Załoźce (Gemeinden Białogłowy, Kruhów, Manajów und Neterpińce)
Am 1. September 1904 wurde der Gerichtsbezirk Zborów aus dem Bezirk ausgegliedert und zu einem eigenständigen politischen Bezirk Zborów erhobenReichs-Gesetz-Blatt für das Kaiserthum Oesterreich. Jahrgang 1904, XLVI. Stück, Nr. 88: „Kundmachung des Ministeriums des Innern vom 17. August 1904“.
Der Bezirk Złoczów bestand bei der Volkszählung 1910 aus 93 Gemeinden sowie 63 GutsgebietenDie Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910 in den im Reichsrate vertretenen Königreichen und Ländern - Die summarischen Ergebnisse der Volkszählung. Mit 6 Kartogrammen - Tabelle I. und umfasste eine Fläche von 1183 km². Hatte die Bevölkerung 1900 noch 108.886 Menschen umfasst, so lebten hier 1910 117.364 MenschenDie Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910 in den im Reichsrate vertretenen Königreichen und Ländern - Die summarischen Ergebnisse der Volkszählung. Mit 6 Kartogrammen - Tabelle II.. Auf dem Gebiet lebten dabei mehrheitlich Menschen mit ruthenischer Umgangssprache (59 %) und griechisch-katholischem Glauben, Juden machten rund 12 % der Bevölkerung ausDie Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1910 in den im Reichsrate vertretenen Königreichen und Ländern - Die summarischen Ergebnisse der Volkszählung. Mit 6 Kartogrammen - Tabelle III..
Ortschaften Auf dem Gebiet des Bezirks bestanden 1910 Bezirksgerichte in Olesko und Złoczów, diesen waren folgende Orte zugeordnetAllgemeines Verzeichnis der Ortsgemeinden und Ortschaften Österreichs nach den Ergebnissen der Volkszählung vom 31. Dezember 1910, Seite 394 ff.:
Gerichtsbezirk Olesko:
Gerichtsbezirk Złoczów:
Siehe auch Verwaltungsgliederung Galiziens
Einzelnachweise
Literatur Christian Andreas Steiner: Die territoriale Entwicklung der Verwaltung und der Gerichtsbarkeit in den Königreichen Galizien und Lodomerien von 1848 - 1918. Diplomarbeit Graz, 2012 k. k. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Special-Orts-Repertorium der im österreichischen Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder. Neubearbeitung auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. December 1890. Wien 1893 k. k. Statistische Zentralkommission (Hrsg.): Gemeindelexikon der im Reichsrate vertretenen Königreiche und Länder. Bearbeitet auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung vom 31. Dezember 1900. XII. Galizien, Wien 1907
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