miniatur|Hiroshi Sugimoto, 2003 Hiroshi Sugimoto (jap. 杉本博司, Sugimoto Hiroshi, * 23. Februar 1948 in Tokio, Japan) ist ein japanischer Fotograf, der in New York lebt und arbeitet.Hiroshi Sugimoto, Biographie In: 'Ludorff'. Auf ludorff.com, abgerufen am 11. April 2025.Hiroshi Sugimoto, Portrait In: 'Baumeister'. Auf baumeister.de, abgerufen am 11. April 2025.
Leben und Werk Sugimoto studierte Politikwissenschaft und Soziologie an der Rikkyō-Universität in Tokio. Anschließend absolvierte er ein Kunststudium am Art Center College of Design in Los Angeles, wo er nachhaltig von den amerikanischen Kunstströmungen des Minimalismus und der Konzeptkunst (concept art) beeinflusst wurde.
Er arbeitet ausschließlich im Medium der Schwarzweißfotografie und nach dem Konzept der Serie, indem er eine Idee über längere Zeit konsequent über mehrere Aufnahmen verfolgt. Sugimotos Arbeiten thematisieren oft das Konzept der „belichteten Zeit“, indem sie Fotografien als Zeitkapsel für eine Reihe von Ereignissen darstellen. Seine Werke reflektieren die Vergänglichkeit des Leben und Tod. Dabei verwendet er oft eine 8x10"-Großformatkamera und extrem lange Belichtungszeiten, um seine Bilder zu erstellen.Hiroshi Sugimoto Retrospektive In: 'Kunstmuseum Luzern'. Auf kunstmuseumluzern.ch, abgerufen am 11. April 2025. Bisher stehen in seinem Schaffen die folgenden Serien bzw. Werkgruppen im Vordergrund: „Dioramas“ (Dioramen) und „Wax Museums“ (Wachsfigurenmuseen, beide von 1976 an), „Theaters“ (Kinos, ab 1978), „Seascapes“ (Meeresansichten, ab 1980)Hiroshi Sugimoto In: 'Artnet'. Auf artnet.de, abgerufen am 11. April 2025. und „Architecture“ (Architektur, ab 1997).
Architektur- und Landschaftsfotografie
Sanjūsangen-dō (1995)
1995 widmete sich Hiroshi Sugimoto der fotografischen Dokumentation des Sanjūsangen-dō in Kyōto, einer historischen Tempelhalle, die für ihre 33 Nischen bekannt ist. Zur Vorbereitung auf die Aufnahmen ließ er alle später hinzugefügten Verzierungen aus der Spätmittelalter- und Frühneuzeit entfernen sowie die moderne Leuchtstoffbeleuchtung abschalten. Aus erhöhter Perspektive entstanden 48 Fotografien, die bewusst alle architektonischen Merkmale ausblendeten. Im Fokus stehen ausschließlich die rund 1.000 lebensgroßen, nahezu identischen, vergoldeten Holzfiguren von Bodhisattvas, die im 12. und 13. Jahrhundert geschaffen wurden und dicht aneinandergereiht den Innenraum füllen.
Architektur-Serie (1997–2003)
Ab 1997 begann Sugimoto auf Einladung des Museum of Contemporary Art in Chicago mit einer Serie großformatiger Aufnahmen bedeutender Bauwerke weltweit. Diese Werke wurden 2003 im Rahmen einer eigens konzipierten Installation präsentiert, bei der die Fotografien in mehreren Reihen auf dunklen, gestaffelten Wänden arrangiert waren. Die Inszenierung verlieh der Ausstellung eine ruhige, fast sakrale Atmosphäre. In seiner späteren Serie Architecture (2000–2003) konzentrierte sich Sugimoto auf verschwommene Darstellungen bekannter Ikonen der modernen Architektur, insbesondere des Modernismus. Durch die gezielte Unschärfe hebt er die zeitlose Formensprache und abstrakte Qualität dieser Bauwerke hervor.
Meisho-Reise und japanische Landschaften (2001)
2001 bereiste Sugimoto ganz Japan, um sogenannte Meishō – berühmte landschaftliche Schauplätze – mit Kiefernwäldern fotografisch festzuhalten. Zu den besuchten Orten zählen Miho no Matsubara, Matsushima und Amanohashidate. Auf dem Gelände des Kaiserpalastes in Tokio entstand zudem eine Fotografie, die sich stilistisch an der japanischen Tuschemalerei des 16. Jahrhunderts orientiert. Besonders beeinflusst wurde Sugimoto dabei von den Shōrin-zu byōbu („Kiefernwald-Faltschirme“, um 1590) des Malers Hasegawa Tōhaku (1539–1610) aus der Momoyama-Zeit. Diese Werke, die heute als nationale Kulturschätze gelten, markieren einen bedeutenden Wendepunkt in der Geschichte der japanischen Bildkunst und dienten Sugimoto als ästhetisches Vorbild.
Sugimotos Aufnahmen sind in vielen internationalen Sammlungen vertreten und werden in Fotografie- wie Kunstausstellungen präsentiert. Seine Arbeiten zählen zur Künstlerischen Fotografie.
Auszeichnungen 2001: Hasselblad Foundation International Award in Photography 2006/2007: Deutscher Fotobuchpreis 2009: Praemium Imperiale 2010: Medals of Honor (Japan) 2013: Officier des Ordre des Arts et des Lettres 2014: Isamu Noguchi Award 2017: Assoziiertes Mitglied der Académie royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique
Ausstellungen (Auswahl) 1977: Minami Gallery, Tokio 1981: Sonnabend Gallery, New York 1985: New Museum of Contemporary Art, New York 1989: Cleveland Kunstmuseum, USA 1993: Palais des Beaux-Arts, Charleroi, Belgien 1995: Kunsthalle Basel, Schweiz; Centre International D'art Contemporain, Montreal, Kanada; Metropolitan Museum of Art, New York; The Museum of Contemporary Art, Los Angeles 1996: Sydney Biennale, Australien; Hara Museum Arc, Gunma, Japan 1997: Berkeley Art Museum, Berkeley, USA 1998: Sonnabend Gallery, New York; Photographer's Gallery, London, GB 1999: Galerie nächst St. Stephan, Wien, Österreich 2000: Deutsche Guggenheim Berlin; Guggenheim Museum Bilbao, Spanien 2001: Yokohama Triennale, Japan; Kunsthaus Bregenz 2002: Kunsthalle Bielefeld 2003: Museum of Contemporary Art, Chicago 2004: Fruitmarket Gallery, Edinburgh, GB; Jeu de Paume, Paris, Frankreich 2007: MARTa Herford 2007: Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 2007: Villa Manin Centro d'Arte Contemporanea, Passariano Italien 2008: Museum der Moderne Salzburg Mönchsberg 2008: Neue Nationalgalerie, BerlinRetrospektive des japanischen Künstlers Hiroschi Sugimoto in der Neuen Nationalgalerie in Berlin, vom 4. Juli bis zum 5. Oktober 2008 2008: Kunstmuseum KKL, Luzern 2012: Hiroshi Sugimoto: Revolution, Museum Brandhorst, München
Literatur Petra Gördüren, Dirk Luckow (Hrsg.): Dopplereffekt. Bilder in Kunst und Wissenschaft, Kunsthalle zu Kiel 31. Januar bis 2. Mai 2010. DuMont Buchverlag, Kiel 2010, ISBN 978-3-8321-9295-2 Hiroshi Sugimoto, Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2007, ISBN 978-3-7757-1934-6 Francesco Bonami et al.: Hiroshi Sugimoto. Architecture. Hrsg.: Museum of Contemporary Art Chicago. Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2007. ISBN 978-3-7757-2056-4.
Weblinks
Offizielle Internetpräsenz Guggenheim Collection Online
Einzelnachweise
Kategorie:Fotograf (Japan) Kategorie:Künstler des Minimalismus Kategorie:Träger des Ordre des Arts et des Lettres (Offizier) Kategorie:Hasselblad-Preisträger Kategorie:Mitglied der Königlichen Akademie der Wissenschaften und Schönen Künste von Belgien Kategorie:Japaner Kategorie:Geboren 1948 Kategorie:Mann