Dragonfly 44 (deutsch Libelle 44) ist eine Galaxie, von der angenommen wurde, dass sie einen sehr hohen Anteil an Dunkler Materie enthalte.Forscher entdecken „dunkle Milchstraße“. (Artikel auf www.orf.at vom 26. August 2016)Forscher entdecken „dunkle Milchstraße“ – Cousin unserer Galaxie. (Artikel auf heise.de vom 26. August 2016) Neuere Entdeckungen widerlegen diese Annahme jedoch und ordnen die Galaxie als nicht-außergewöhnlich ein. Sie ist ein Beispiel für eine ultra-diffuse Galaxie im Coma-Galaxienhaufen.Dragonfly 44 befindet sich mit einer galaktischen Breite von b=87,873° (galaktische Länge l=29,38°) in der Nähe des galaktischen Nordpols, so dass die Beobachtung durch die Milchstraße weniger gestört wird. Die Ausdehnung der Galaxie beträgt ≈70 000 Lichtjahre, was bei einer Entfernung von ≈330 Mio. Lichtjahren einer Winkelausdehnung von 0,012° entspricht. Die gemessene Rotationsgeschwindigkeit legt eine Masse von einer Billion Sonnenmassen nahe, was der Masse der Milchstraße entspricht. Aber die Lichtemission der Galaxie beträgt nur ca. 1 % der Lichtemission der Milchstraße.

Die Galaxie wurde ursprünglich von Pieter van Dokkum (Yale University) und seinem Team mit dem selbstgebauten Dragonfly Telephoto Array entdeckt und daher auch der Name Dragonfly (dt. Libelle).Yale News: Scientists discover a ‘dark’ Milky Way. (Artikel auf news.yale.edu vom 25. August 2016)Ultra–Low Surface Brightness Imaging with the Dragonfly Telephoto Array (PDF-Datei (9,1 MB), auf iopscience.iop.org, abgerufen am 18. September 2016)Kamera siehe Dragonfly (multi-lens array) (dunlap.utoronto.ca, abgerufen am 30. August 2016). [Diese Kombination aus Linsenteleskopen hat für die Beobachtung von lichtschwachen Objekten bei großem Beobachtungsfeld den Vorteil, dass es weniger Streulicht von anderen Lichtquellen gibt.] Dragonfly-44 (DF-44) ist dabei eines von 47 Objekten (DF-1 bis DF-47) mit geringer Oberflächenhelligkeit, die von Pieter van Dokkum und seinem Team dem Coma-Galaxienhaufen mit hoher Wahrscheinlichkeit zugeordnet wurden (Veröffentlichung Januar 2015). DF-44, das größte dieser Objekte, wurde mit dem Keck-Observatorium beobachtet und die Zugehörigkeit zum Coma-Galaxienhaufen spektroskopisch nachgewiesen (Veröffentlichung Mai 2015).

Nach zusätzlichen Untersuchungen mit dem Gemini-Observatorium kamen die Entdecker zu dem Schluss, dass bei DF-44 der Anteil der dunklen Materie bereits innerhalb des „hellen“ Innenbereichsd. h. der Bereich, von dem aus die Hälfte des Lichts ausgeht, siehe auch Effektiver Radius 98 % beträgt (Veröffentlichung August 2016). Die Masse des Innenbereichs wird auf Sonnenmassen geschätzt; dieser Innenbereich ist von einem Halo von dunkler Materie umgeben, wobei die Gesamtmasse der Galaxie auf ≈1012 Sonnenmassen geschätzt wird, so dass der Anteil der dunklen Materie demnach über 99,9 % beträgt.siehe Abstract des Artikels Ob es dunkle Materie gibt, ist jedoch nicht sicher geklärt.Eine neuere Untersuchung legt nahe, dass die Rotationsgeschwindigkeit der Galaxien evtl. auch ohne das Konzept der dunklen Materie erklärt werden kann, siehe New Findings Muddy Understanding Of Dark Matter (www.insidescience.org) und Radial acceleration relation in rotationally supported galaxies Abstract (bei Physical Review Letters) bzw. Vorabartikel (auf arxiv.org)

Siehe auch Low Surface Brightness Galaxy D-Galaxie Dunkle Galaxie

Einzelnachweise

Kategorie:Elliptische Galaxie