Die Brahma Samhita () ist ein hinduistischer Text (Samhita) des Pancharatra (). Er gibt die Gebete des vierköpfigen Brahma zu Beginn der Schöpfung wieder, mit denen er dem Höchsten Herrn Krishna beziehungsweise Govinda seine Ehrung erweist.

Geschichtliches Das genaue Entstehungsdatum der Brahma Samhita ist unbekannt. Das Werk war über mehrere Jahrhunderte als verloren angesehen, bis Chaitanya Mahaprabhu (1486 bis 1534) Anfang des 16. Jahrhunderts Teile des Werks (die 62 Verse von Kapitel 5) im südindischen Adikeshav-Tempel in Thiruvattar in Tamil Nadu wiederentdeckte. In seiner Abhandlung «Pañcarātra Saṁhitās und die frühe Vaishnava-Theologie» datiert Mitsunori Matsubara das Werk auf zirka 1300 n. Chr.

Inhalt In ihrem Kama-Gayatri liefert die Brahma Samhita eine sehr transzendentale Beschreibung Krishnas, dem Höchsten Herrn (īśvaraḥ paramaḥ kŗșṇaḥ – ) und seines Aufenthaltsortes Goloka bzw. Goloka Vrindavana. So heißt es in Vers 5; 37, (goloka eva nivasaty akhilātma-bhūto – ) dass der Herr ewig in Seinem höchsten Reich weilt, gleichzeitig aber alles durchdringt und die kosmische Manifestation lenkt. Dieser höchste Bestimmungsort, von dem es keine Rückkehr gibt, wird in der Brahma Samhita als ānanda-cinmaya-rasa () beschrieben – als Ort, an dem alles voll spiritueller Glückseligkeit ist. Eine andere Bezeichnung ist cintāmaṇi-dhāma () – ein Ort, mit zahllosen Palästen aus dem Stein der Weisen und an dem alle Wünsche erfüllt werden. Der Herr ist in seiner spirituellen Welt immer beschäftigt. Dies wird in Vers 5; 6 bestätigt: ātmārāmasya tasyāsti prakŗtyā na samāgamaḥ – . Er geht immer Seinen ewigen, glückseligen, spirituellen Tätigkeiten nach, doch mit den Tätigkeiten der materiellen Welt hat Er nichts zu tun. Materielle Tätigkeiten werden von Seinen verschiedenen Energien ausgeführt. Um diese wunderschöne Gestalt Krishnas im Herzen als auch außerhalb sehen zu können, müssen die Augen des Betrachters mit dem Balsam der Liebe gesalbt sein (Vers 5; 38). Seine Erweiterung als Mahavishnu wird in Vers 5. 47 beschrieben: yaḥ kāraṇārṇava-jale bhajati sma yoga-nidrām – . Mahavishnu legt sich im kosmischen Ozean nieder. Er ist der Anfang des Universums, der Erhalter der universellen Manifestation sowie das Ende aller Energie.

Verse Das wiedergefundene Fragment der Brahma Samhita beginnt mit Kapitel 5 Vers 1:

Vers 33 ist bedeutend für die Philosophie des Advaita:

mini|hochkant=1.4|Śyāmasundara, ISKCON-Tempel in Mayapur

Liebe zu Krishna (Prema - Vers 38):

Und in Vers 39 heißt es weiter:

mini|hochkant=1.4|Mahavishnu als Garbhodaksayi Vishnu mit Brahma und Lakshmi

In Vers 48 wird Mahavishnu als Erweiterung Krishnas beschrieben:

Vers 52 gibt eine Beschreibung der Sonnenbewegung, wobei die Sonne (Savitri bzw. Surya) als eines der Augen des Höchsten Herrn angesehen wird. Sie besitzt über unermessliche Kraft, um Hitze und Licht zu verbreiten. Dennoch bewegt sie sich gemäß dem Befehl und dem höchsten Willen Govindas in ihrer vorgeschriebenen Bahn.

Siehe auch Achintya Bheda Abheda Brahma Chaitanya Krishna Samhita Sat-Chit-Ananda

Literatur

Einzelnachweise

Kategorie:Hinduistische Literatur Kategorie:Indische Philosophie