Waldkappel ist eine Kleinstadt im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis.

Geographie Geographische Lage Waldkappel liegt zwischen Hessisch Lichtenau im Westen und Eschwege im Osten am südlichen Zufluss des Schemmerbaches in die Wehre. Es befindet sich im Osthessischen Bergland zwischen dem sich im Norden anschließenden Mittelgebirge Hoher Meißner () und dem Stölzinger Gebirge () im Süden an der Mündung des Schemmerbachs in die Wehre. Das Gebiet der Kernstadt besteht aus der Gemarkung Waldkappel im Nordosten des Gemeindegebiets mit einer Fläche von 1630 Hektar, davon sind 526 Hektar Wald. In der Gemarkung liegen die folgenden aktuellen bzw. historischen Siedlungsplätze: Hof „Auf dem Katzbach“ Hof Eichholz Wüstung Geilenthal Jagdhaus Gelltal Haus Gelltalsberg Wüstung Gundramshain Gehöftgruppe Hegenhausen Wüstung Heigenhausen Wüstung Huxdorf Lohmühle Wüstung Niederrechtebach Wüstung Rondelshausen Wüstung Rudolfshausen Wüstung „Sankt Claus“ Wüstung Sonneborn Wüstung Weckmanshausen Wüstung Wolfsthal

Südsüdöstlich der Waldkappeler Kernstadt liegt der Mäuseberg () mit dem Pionierturm. Ein weiterer Aussichtsturm steht auf dem wenige Kilometer südsüdwestlich befindlichen Ziegenküppel (); ein anderer Berg namens Ziegenküppel () liegt nordwestlich.

Nachbargemeinden Meißner im Norden Wehretal im Osten Sontra im Süden (alle drei im Werra-Meißner-Kreis) Cornberg im Südwesten Rotenburg an der Fulda (beide im Landkreis Hersfeld-Rotenburg) Spangenberg im Westen (im Schwalm-Eder-Kreis) und Hessisch Lichtenau (im Werra-Meißner-Kreis).

Stadtgliederung Die Stadt besteht neben der Kernstadt Waldkappel (1663 Einw., 2025Stadtteil Waldkappel. In: Webauftritt der Stadt Waldkappel.) aus den folgenden Stadtteilen: Bischhausen Burghofen Eltmannsee Friemen Gehau Harmuthsachsen Hasselbach Hetzerode Kirchhosbach Mäckelsdorf Rechtebach Rodebach Schemmern Stolzhausen

Geschichte Ortsgeschichte mini|Waldkappel – Auszug aus der Topographia Hassiae von Matthäus Merian 1655 Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Waldkappel erfolgte unter dem Namen Capelle im Jahr 1226. Als Grundherren sind in dieser Zeit die Herren von Bilstein und deren Vasallen überliefert. Im Jahr 1301 besaßen die von Kappel Güter und die Gerichtsbarkeit im Ort. 1414 wurden dem Ort die Stadtrechte verliehen. Die Stadt erlebte ihre wirtschaftliche Blüte während des späten Mittelalters durch ihre Lage an der alten Handelsstraße „durch die langen Hessen“, die von der Wetterau nach Thüringen und weiter nach Leipzig führte. Als Zeichen des ehemaligen Reichtums der Stadt erhebt sich im Ortsmittelpunkt die spätgotische St.-Georgs-Kirche. Auf der Reise zum Marburger Religionsgespräch mit Ulrich Zwingli übernachtete Martin Luther am 27./28. September und 6./7. Oktober 1529 in Waldkappel. Der Dreißigjährige Krieg setzte dem Wohlstand Waldkappels ein jähes Ende; die Stadt konnte nie mehr an ihre frühere Bedeutung anknüpfen.

Die Stadt Waldkappel gehörte keinem Amt an, sondern es gab besondere Schultheißen der Ganerben. Erst 1780 beauftragte man den Justizbeamten zu Bischhausen, die Justizpflege zu versehen. Während der französischen Besetzung gehörte der Ort zum Kanton Bischhausen im Königreich Westphalen (1807–1813). Waldkappel gehörte ab 1821 zum hessischen Landkreis Eschwege.

Im Jahre 1945 kamen bei einem Luftangriff auf einen Munitionszug 17 Menschen ums Leben und der Bahnhof wurde vollständig zerstört.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde am 1. Februar 1971 die bis dahin selbständige Gemeinde Mäckelsdorf auf freiwilliger Basis als Ortsteil nach Waldkappel eingegliedert. Am 1. Oktober 1971 kamen die Gemeinden Burghofen, Friemen, Rechtebach und Rodebach hinzu. Bischhausen, Gehau, Harmuthsachsen, Hasselbach (beide aus dem Landkreis Witzenhausen), Kirchhosbach, Schemmern sowie Stolzhausen aus dem Landkreis Melsungen folgten am 31. Dezember 1971. Mit der Eingliederung kraft Landesgesetz von Eltmannsee und Hetzerode wurde am 1. Januar 1974 die Reihe der Eingemeindungen abgeschlossen. Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden von Waldkappel sowie die Kerngemeinde wurde jeweils ein Ortsbezirk gebildet.

Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Waldkappel angehört(e):

vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Stadtgericht der Ganerben ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Stadtgericht ab 1780: Heiliges Römisches Reich, Niederhessen, Amt Bischhausen ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Bischhausen 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Bischhausen ab 1814: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Amt Bischhausen ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis EschwegeVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August, S. 72 f. (kurhess GS 1821)Trennung von Justiz (Justizamt Bischhausen) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege ab 1867: Norddeutscher Bund, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Eschwege ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis

Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011/2022 Nach den Erhebungen des Zensus 2011/Zensus 2011 lebten am Stichtag, 9. Mai 2011 / 15. Mai 2022, in Waldkappel 4701/4167 Einwohner. Darunter waren 48/177 (1,0 / 4,2) Ausländer, von denen 48/103 aus dem EU-Ausland, 17/45 aus anderen europäischen Ländern und 5/31 aus anderen Staaten kamen. Nach dem Lebensalter waren 769/582 Einwohner unter 18 Jahren, 1847/1350 waren zwischen 18 und 49, 981/1141 zwischen 50 und 64 und 1103/1095 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 2003/1195 Haushalten. Davon waren 549/? Singlehaushalte, 544/547 Paare ohne Kinder und 699/492 Paare mit Kindern, sowie 173/157 Alleinerziehende und 36/? Wohngemeinschaften. In 456/211 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 1231/732 Haushaltungen leben keine Senioren.

Einwohnerentwicklung 1585: 162 Hausgesesse 1747: 169 Haushaltungen

Religion Evangelische Kirche

Die Mehrheit der Bevölkerung Waldkappels ist evangelisch. Sie gehören zu den Kirchspielen Waldkappel, Bischhausen und Schemmern-Mäckelsdorf im Kirchenkreis Werra-Meißner. Der Kirchenkreis gehört zum Sprengel Kassel innerhalb der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Katholische Kirche

Die Katholiken Waldkappels gehören zum Bistum Fulda und sind dem Pastoralverbund St. Michael-Werra-Meißner im Dekanat Eschwege-Bad Hersfeld zugeordnet. Die Katholische Kirche Pfarrkuratiekirche St. Elisabeth befindet sich am Werenfriedplatz 1, 37284 Waldkappel. Zur Kirchengemeinde zählt auch das Kloster Marienheide in Wollstein.

Im Harmuthsachsen-Wollstein befindet sich das zu den Betlehemschwestern gehörende Kloster Marienheide.

Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 1089 evangelische (= 89,37 %), 10 katholische (= 0,90 %), 8 jüdische (= 0,72 %) Einwohner • 1961: 1378 evangelische (= 72,48 %), 480 katholische (= 25,25 %) Einwohner • 1987: 4341 evangelische (= 84,5 %), 573 katholische (= 11,2 %), 224 sonstige (= 4,3 %) Einwohner • 2011: 3511 evangelische (= 74,7 %), 432 katholische (= 9,2 %), sonstige 758 (= 16,1 %) Einwohner • 2022: 2712 evangelische (= 61,1 %), 363 katholische (= 8,7 %), sonstige 1095 (= 26,3 %) Einwohner

Politik Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Waldkappel erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis, in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Stadtverordnetenversammlung – Kommunalwahlen 2026

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 26,6632,2741,3947,81151,41249,715 ÜWG Überparteiliche Wählergemeinschaft 27,0 6 28,9 7 20,6 5 13,0 3 11,9 3 18,6 6 35,3 8 28,0 6 30,7 7 30,5 7 32,2 7 24,9 8 7,2 2 10,9 3 – – – – – – 6,8 2 3,8 1–––––––––– GAL Grün-Alternative-Liste Waldkappel – – – – 7,4 2 8,7 2 4,5 1 – – Gesamt 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 23 100,0 31 Wahlbeteiligung in % 71,7 59,3 59,4 60,5 58,1 63,4

mini|Die Ullenfänger (Uhlenfänger, Eulenfänger), Sage zum Ortsnecknamen der Waldkappeler

Bürgermeister Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Waldkappel neben dem Bürgermeister ehrenamtlich ein Erster Stadtrat und vier weitere Stadträte angehören.Gremien: Magistrat der Stadt Bürgermeister ist seit dem 1. Juli 2026 Niklas Gries (CDU), der in der Kommunalpolitik bis zur letzten Kommunalwahl Stadtverordnetenvorsteher war. Er setzte sich am 29. März 2026 in einer Stichwahl gegen Amtsinhaber Frank Koch (SPD), der sich um eine zweite Amtszeit beworben hatte, bei 62,0 Prozent Wahlbeteiligung mit 54,9 Prozent der Stimmen durch.hessenschau: Bürgermeister-Stichwahl am 29. März 2026 in Waldkappel

Amtszeiten der Bürgermeister - Votemanager: Wahltermine Stadt Waldkappel, seit 2006Bürger-Informationsbroschüre der Stadt Waldkappel 2022 (Auflage 6): Galerie der ehemaligen Bürgermeister mit Namen und Amtszeiten auf Seite 2 2026–2032 Niklas Gries (CDU)Werra-Rundschau, 2. Februar 2026: Niklas Gries will Waldkappel mit Gewerbe und neuen Einwohnern beleben - Zur Person - Werra-Rundschau, 1. Mai 2026: Niklas Gries wird als neuer Bürgermeister von Waldkappel vereidigt: „Der 28-Jährige übernimmt das Amt am 1. Juli von Frank Koch.“ 2020–2026 Frank Koch (SPD)Werra Rundschau, 2019: Bürgermeisterwahl in Waldkappel: Frank Koch will auf Rainer Adam folgen „Nach der letzten Kommunalwahl konnte er in seiner jetzigen ehrenamtlichen Funktion als erster Stadtrat weitere Erfahrungen sammeln.“ 2008–2020 Reiner Adam (SPD)Waldkappel: Bürgermeister Adam wird heute in den Ruhestand verabschiedet: „Er geht nach zwölf Jahren als Verwaltungschef in den Ruhestand. Sein letzter Arbeitstag datiert auf den 30. Juni, das ist ein Tag nach seinem 65. Geburtstag.“ 1984–2008 Peter Hillebrandt 1957–1984 Heinz Huth 1954–1957 Emil Wilhelm 1952–1954 Karl Knieriem 1946–1952 Bernhard Herwig 1945–1946 Max Drescher 1945–1945 Johannes Böpel 1944–1945 Georg Beyer 1931–1944 Wilhelm Schier 1924–1931 Max-Florian Oeding 1915–1923 Reinhard Kratzenberg 1913–1915 Georg Wassmann 1910–1913 … 1908–1910 Wiegand Pitz 1888–1907 Heinrich Meister

Ortsbeiräte Für alle im Zuge der Gebietsreform in Hessen eingegliederten ehemaligen Gemeinden und die Kernstadt besteht je ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher, nach Maßgabe der §§ 81 und 82 HGO und des Kommunalwahlgesetzes in der jeweils gültigen Fassung.