mini|Allianzwappen der Fürstäbtissin Therese Wilhelmine von Pollheim-Winkelhausen, Stiftskirche Lindau
Therese Wilhelmine von Pollheim-Winkelhausen (* um 1680 in Westfalen; † 1. März 1757 in Lindau) war eine Gräfin, kurpfälzische Obersthofmeisterin und von 1743 bis 1757 Fürstäbtissin des Kanonissenstifts Lindau.
Leben und Wirken mini|hochkant=0.7|links|Allianzwappen mit Grafenkrone, Kanzel der Pfarrkirche St. Sebastian, Mannheim
Therese Wilhelmine entstammte dem bergischen Adelsgeschlecht von Winkelhausen und kam als junges Mädchen in das Adelsstift Dietkirchen zu Bonn.
Sie wurde erste Hofdame am kurpfälzischen Hof und Obersthofmeisterin der Kinder von Kurfürst Karl III. Philipp. Sowohl bei ihm als auch bei seiner Tochter Elisabeth Auguste Sofie von der Pfalz stand sie in hohem Ansehen und versah ihre Stellung über 10 Jahre lang (laut Trauerpredigt 13 Jahre als Obersthofmeisterin). 1723 heiratete die Adelige den verwitweten Grafen Andreas Ehrenreich von Pollheim hochstiftisch augsburgischer Premierminister und später Präsident des Geheimen Ratskollegiums von Pfalz-Neuburg.Webseite zur Familie von Winkelhausen Er starb 1735; das Ehepaar blieb kinderlos.
Therese Wilhelmine von Pollheim-Winkelhausen verwandte als Witwe ihr gesamtes Vermögen zur Wiederherstellung der abgebrannten Stiftskirche Unserer Lieben Frau in Lindau. In diesem Zusammenhang trat die dortige Fürstäbtissin Maria Anna Margaretha von Gemmingen von ihrem Amt zurück und überließ es 1743 der Stifterin. Diese hatte bereits 1742 in der Mannheimer Pfarrkirche St. Sebastian eine prächtige Kanzel finanziert, die ihr und ihres verstorbenen Mannes Allianzwappen Pollheim/Winkelhausen trägt. Der Entwurf stammte von Alessandro Galli da Bibiena.Unsere Pfarrkirche St. Sebastian, Mannheim. Schnell Kunstführer Nr. 1079, 2005, ISBN 3-7954-4805-0, S. 16 Ebenso stiftete sie um 1739 einen Seitenaltar in der Schwetzinger Pfarrkirche St. Pankratius, mit dem gleichen Allianzwappen.Die katholischen Kirchen von Schwetzingen, Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg, 2014, ISBN 978-3-89870-539-4, S. 14–16 Nun ließ sie von dem pfälzischen Baumeister Johann Caspar Bagnato die Lindauer Stiftskirche wiedererbauen. Auch dort findet sich an zentraler Stelle, über dem Chorbogen, ihr Allianzwappen, jetzt mit den Attributen einer Reichsfürstin.
Im Januar 1757 fasste Therese Wilhelmine von Pollheim-Winkelhausen ihr Testament abJost Kloft: Inventar des Urkundenarchivs der Fürsten von Hatzfeldt-Wildenburg zu Schoenstein-Sieg, Band V. Rheinland-Verlag, 1988, ISBN 3-7927-1053-6, S. 426 (Ausschnittscan). und starb – laut einer im Druck erschienenen Trauerpredigt – am 1. März des gleichen Jahres, im Alter von „ungefähr 78 Jahren“. Sie wurde unter dem Chorbogen der Stiftskirche Lindau beigesetzt. Ihre Vorgängerin folgte ihr wieder im Amt nach.
Literatur Neue genealogisch-historische Nachrichten von den vornehmsten Begebenheiten, welche sich an den europäischen Höfen zugetragen, 131. Teil. Leipzig 1761, S. 34 (Digitalscan zu Therese Wilhelmine von Pollheim-Winkelhausen). Digitalscan der Trauerpredigt von 1757
Weblinks Webseite zur Person Das Kanonissenstift Lindau im Haus der Bayerischen Geschichte
Einzelnachweise
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