Lisa Eckhart (eigentlich Lisa Lasselsberger; * 6. September 1991 (nach anderen Quellen 1992) in Leoben)Premiere für ORF/3sat-Dokumentation „Männlich, Weiblich, Trans* – Was heißt schon Geschlecht?“ am 21. April um 20.15 Uhr in 3sat. In: der.ORF.at, 19. April 2021. Dokumentation von Constanze Grießler und Franziska Mayr-Keber für ORF/3sat, Erstausstrahlung am 21. April 2021 (Video (48:55 Min.) im ORF-Archiv in ORF ON). Darin Interviews, u. u. mit Lisa Eckhardt. Ausschnitt aus der Doku im Youtube-Kanal von Lisa Eckhart, 05:02 Min; hier ab 00:50, Sprecherin aus dem Off: , abgerufen am 3. November 2024. ist eine österreichische Kabarettistin, Poetry-Slammerin und Romanautorin. Sie nutzt Tabubrüche als ständig wiederkehrendes Stilmittel.https://www.deutschlandfunkkultur.de/kabarettistin-lisa-eckhart-dadaistisch-zusammengewuerfelte-100.htmlhttps://www.tagesspiegel.de/kultur/vom-fundamentalismus-der-gutunmenschen-und-rassistischen-omas-8518258.html
Leben Lisa Lasselsberger wuchs zunächst in Sankt Peter-Freienstein in der Obersteiermark bei ihren Großeltern auf,Lisa Eckhart: Metrische Taktlosigkeiten: Eine Einführung ins politische Korrektum. (= Reihe Theater-Edition Schultz & Schirm, Nr. 6.) 2., korrigierte Auflage. Schultz & Schirm Bühnenverlag, Wien 2017, ISBN 978-3-9503907-6-6, S. 123:
Eckhart, Lisa. Autorinprofil beim Auslieferer Mohr Morawa Buchvertrieb: da ihre Mutter zu dieser Zeit noch Lehramtsstudentin war.Cornelia Buczolich: Lisa Eckhart: Charmante Arroganz. In: auto touring, Ausgabe November 2016, abgerufen am 22. Juni 2018. Im Alter von sechs Jahren zog sie zu ihren Eltern nach Graz. 2009 maturierte Lasselsberger an der Internatsschule Liebenau in Graz,Harald Fest: Wir gratulieren. Folge 2018/1. In: Blog Alumni Club Liebenau des Verbandes der Absolventen und Freunde von BEA/HIB/BG Graz-Liebenau (Hrsg.), 25. April 2018, 22. Juni 2018: anschließend studierte sie Germanistik und Slawistik an der Université Sorbonne Nouvelle in Paris. Nach einem einjährigen Aufenthalt in London, währenddessen sie Französisch und Deutsch unterrichtete,Henryk M. Broder im Gespräch mit Lisa Eckhart | Welt, Kanal von Lisa Eckhart bei YouTube; ab 03:90, zuletzt abgerufen am 5. Februar 2022. weil sie eigentlich wie ihre Mutter Lehrerin werden wollte, zog sie nach Berlin. Dort absolvierte sie 2014 ein Masterstudium an der Freien Universität Berlin (ebenso an der Université Sorbonne Nouvelle). In ihrer Masterarbeit befasste sie sich mit der Figur des Teufels in der deutschsprachigen Literatur. Nach dem Studium begann sie mit Poetry-Slams, mit denen sie 2015 die österreichischen Poetry-Slam-Meisterschaften gewann. Auf der Bühne tritt Lasselsberger als Lisa Eckhart auf. Eckhart ist der Nachname ihres Vaters.Gredig Direkt mit Kabarettistin Lisa Eckhart, SRF, 22. Dezember 2020, YouTube.
Sie lebt in Leipzig.Literaturfestival lädt umstrittene Kabarettistin nach Drohungen aus. In: Der Tagesspiegel, 6. August 2020, 7. August 2020.Interview mit ihr In: meinbezirk.at, 17. Dezember 2019, 7. August 2020. Im August 2021 wurde sie Mutter eines Sohnes.
Wirken mini|hochkant|Kabarett-Solodebüt: Als ob Sie Besseres zu tun hätten (2018, Gilching) Im Oktober 2015 gewann sie als zweite Frau die österreichischen Poetry-Slam-Meisterschaften. Bei der deutschen Poetry-Slam-Meisterschaft 2015 in Augsburg schied sie im Viertelfinale – punktgleich mit dem späteren Sieger Jan Philipp Zymny – per Losentscheid (Münzwurf) aus.
Am 30. Oktober 2015 gab Eckhart mit Als ob Sie Besseres zu tun hätten im Kabarett Niedermair ihr Kabarett-Solodebüt, mit dem sie später unter anderem im Wiener Theater am Alsergrund auf der Bühne stand.Vom Poetry Slam auf die Kabarettbühne. In: Wiener Zeitung, 23. Jänner 2016, abgerufen am 23. August 2016. Für ihr Soloprogramm wurde sie mit dem Förderpreis des Österreichischen Kabarettpreises ausgezeichnet.Thomas Maurer erhält Österreichischen Kabarettpreis. In: derStandard.at, 23. August 2016, abgerufen am 23. August 2016.Thomas Maurer schafft das Triple. In: Wiener Zeitung, 23. August 2016, abgerufen am 23. August 2016.
2016 war sie im Vereinsheim Schwabing im Bayerischen Rundfunk zu sehen. Im Österreichischen Rundfunk (ORF) war sie ab November 2016 als Teil des Rateteams von Was gibt es Neues? in ORF 1 und im Juni 2016 sowie im Juni 2018 im TV-Talk Stöckl in ORF 2 zu sehen. 2017 war sie als Gast bei Pufpaffs Happy Hour, bei nuhr ab 18 von Dieter Nuhr, im WDR in den Mitternachtsspitzen und in der von Gerburg Jahnke präsentierten Sendung Ladies Night sowie im ORF in der Sendung Pratersterne zu sehen. Anfang 2018 hatte sie ihren ersten Auftritt bei nuhr im Ersten sowie in Die Anstalt und im November 2018 im ORF-Format DIE.NACHT – fahrlässig.„DIE.NACHT – PopUp“ präsentiert: „DAVE“, „fahrlässig“ und „Top1 mit Duscher & Gratzer“. OTS-Meldung vom 11. Oktober 2018, abgerufen am 8. November 2018. Seit 2019 ist sie Stammgast in der ARD-Kabarettsendung nuhr im Ersten. Im Jänner 2018 startete Eckhart ihr zweites Soloprogramm Die Vorteile des Lasters (Premiere im Kabarett Niedermair).Lisa Eckhart: Schwarzer Humor grimmigster wienerischer Tradition. In: derStandard.at, Jänner 2018, abgerufen am 11. Jänner 2018. 2022 ging sie mit ihren Soloprogrammen BOUMBOUM – das Kabarett zum Buch und seit 2023 mit Kaiserin Stasi die Erste auf Tour. Die Premiere von Kaiserin Stasi die Erste, von Eckhart auf den Tag der Deutschen Einheit gelegt, fand am 3. Oktober 2023 im Haus Leipzig statt.Kaiserin Stasi die Erste.Lisa Eckhart vereint Ösis mit Ossis – am Tag der Deutschen Einheit in Leipzig. lvz.de.
Lisa Eckhart arbeitet ohne fremde Gagautoren, so wurde sie zumindest 2018 angesprochen, was sie nicht verneinte.Willkommen Österreich, Sendung vom 3. April 2018, Minute 7:45. 2025 bestätigte sie dies auf Fragen von Zuschauern.Sommerinterview 2025 – Lisa Eckert beantwortet Fragen von Zuschauern, Minute 14:40; „…dass man mir schreiberisch so wenig zutraut und schneiderisch so viel; nein, ich kann keinen Knopf annähen, aber ich kann Texte weben, also jedes Wort ist von mir.“
Auf Einladung des Kuratoren-Duos Daniela Strigl und Klaus Kastberger las sie beim Literaturfestival „O-Töne“ 2020 aus ihrem Roman Omama. Das Buch mit steirischen „Ein-Satz-Milieustudien“ stand auf verschiedenen Bestsellerlisten in Deutschland und Österreich.
Ihr 2022 erschienener Paris-Roman Boum stieß bei Kritikern auf ein gemischtes Echo. Als charakteristisch für diesen „sprachlich überschäumenden, pointenreichen Roman“ beschrieb Rainer Moritz in Deutschlandfunk Kultur die häufige Verwendung der rhetorischen Figur des Zeugmas.
Kritik 2020 wurde Eckhart für einen 2018 in der WDR-Sendung Mitternachtsspitzen gesendeten kabarettistischen Beitrag Antisemitismus vorgeworfen. In ihrem satirischen Beitrag Die heilige Kuh hat BSE hatte sie in sarkastischer Art und in Form einer Figurenrede die Frage gestellt, „was wir tun, wenn die Unantastbaren beginnen, andere anzutasten“: Wenn also Juden wie Harvey Weinstein oder Roman Polański oder Schwarze wie Bill Cosby oder Morgan Freeman Frauen sexuell belästigten und Schwule wie Kevin Spacey Männer. Das sei „der feuchte Alptraum der politischen Korrektheit“. Kritisiert wurde Eckharts Äußerung „Juden, da haben wir immer gegen den Vorwurf gewettert, denen ginge es nur ums Geld, und jetzt plötzlich kommt raus, denen geht’s wirklich nicht ums Geld, denen geht’s um die Weiber, und deshalb brauchen sie das Geld“. Die Jüdische Allgemeine schrieb, ihr kabarettistisches Rezept bestehe „im simplen Brechen von Tabus, die nie welche waren – auch in puncto Antisemitismus“.
Der Antisemitismusbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Felix Klein, bezeichnete Eckharts Einlage von 2018 als „geschmacklos und kritikwürdig“ und erklärte, ihre Pointen basierten auf „Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit“. Währenddessen verteidigte Ariane Lemme, ebenfalls in der taz, ihren Humor unter dem Titel Satire muss wehtun dürfen. Der WDR, der ihren Beitrag ausgestrahlt hatte, verteidigte Eckhart gegen den Vorwurf des Antisemitismus mit der Begründung, sie habe Vorurteile entlarven wollen. Auch Henryk M. Broder in der Welt (Wie Lisa Eckhart ihr Publikum und Berufsempörte überfordert) und Götz Aly in der Berliner Zeitung verteidigten Eckhart gegen den Vorwurf des Antisemitismus. Gerhard Haase-Hindenberg meinte in der Jüdischen Allgemeinen, er habe eine Künstlerin erlebt, die „gesellschaftliche Vorurteile allein dadurch entlarvte, dass sie sie überspitzte“. Beim Publikum komme der Tabubruch gut an.
Am 9. November 2021 strahlte der ORF einen Auftritt Eckharts aus, in welchem sie fragte: „Wieso sind in Sachen Humor die Juden den Frauen zwei Nasenlängen voraus?“ Der Musikjournalist Hardy Funk nannte im Bayerischen Rundfunk Eckharts Auftritt „eindeutig antisemitisch“ und urteilte, dass ihr Witz „nicht die Spur eines doppelten Bodens“ habe.Huch, ich hab’ schon wieder einen antisemitischen Witz gemacht, Bayerischer Rundfunk, abgerufen am 23. November 2021.
Zu solcher Kritik an ihrem im November 2021 mehr als ein Jahr alten Programm Die Vorteile des Lasters hatte sie diese selbst bereits gegenüber der dpa als „einen verbreiteten Reflex (…), auf bestimmte Reizworte zu reagieren“, und als „boshaftes Missverstehen“ bezeichnet und die Frage aufgeworfen, „wie geht man mit Antisemitismus und Rassismus um? Erhebt man sie zum Tabu oder degradiert man sie zum Witz? Ich bin immer auf der Seite des Humors“.
Debatte um Eckharts Ausladung vom Harbour Front Literaturfestival 2020
Im August 2020 berichtete der Spiegel, dass das Hamburger Literaturfestival Harbour Front Eckharts geplanten Auftritt abgesagt hatte. Die Festivalleitung „sehe sich außer Stande, im Falle einer Lesung die ‚Sicherheit der Besucher und der Künstlerin‘ zu gewährleisten“. Weiter heißt es in dem Schreiben: „Es ist unseres Erachtens sinnlos, eine Veranstaltung anzusetzen, bei der klar ist, dass sie gesprengt werden wird, und sogar Sach- und Personenschäden wahrscheinlich sind. Wir haben in den letzten Tagen bereits aus der Nachbarschaft gehört, dass sich der Protest schon formiert.“ Im „bekanntlich höchst linken Viertel“ werde eine solche Veranstaltung nicht geduldet, auch an Polizeischutz sei nicht zu denken, weil „die Situation dann sogar noch eskalieren und gar zu Straßenscharmützeln führen“ könne. Ihr Verlag teilte der Leitung des Festivals mit, dass sie das Angebot, am Wettbewerb um den Kühne-Preis 2020 über den Umweg einer Videolesung teilzunehmen, nicht annehmen werde. Mit Sascha Reh sah sich außerdem ein Schriftsteller außerstande, bei einer Veranstaltung zu lesen, „die sich nicht unmissverständlich hinter das Recht auf Freiheit in Kunst und Rede stellt – auch dann, wenn mit Krawall zu rechnen ist“.
Die AfD Hessen postete nach ihrer Ausladung auf Facebook ein Foto von ihr. Die Autorin distanzierte sich von der Partei, Eckhart und der Verlag kündigten rechtliche Schritte an.