miniatur|Otetschestwennye Sapiski, 1877 Vier Tage (, Tschetyre dnja) ist eine Kurzgeschichte des russischen Schriftstellers Wsewolod Garschin, die 1877 im Oktoberheft der Otetschestwennye Sapiski in Sankt Petersburg erschien.
In diesem Antikriegstext muss der anfangs von einer Idee verblendete Kriegsteilnehmer Iwanow nach der Schlacht ernüchtert mit seiner Versehrtheit zurechtkommen.
Entstehungsgeschichte Der Student Garschin nahm als Freiwilliger im 138. Bolchowsker Infanterieregimentruss. Болховский 138-й пехотный полк am Russisch-Osmanischen Krieg teil. In diesem seinem ersten Text, 1877 verfasst, hat Garschin das Schicksal des im Kampf an den Beinen schwerverwundeten Wassili Arsenjewruss. Василий Арсеньев, eines Soldaten aus seinem Regiment, verarbeitet.russ. Четыре дня - Entstehungsgeschichte sowie Tornius im Nachwort der verwendeten Ausgabe, S. 448, 2. Z.v.o.
Inhalt Der junge Freiwillige Iwanow, ein Gemeinerruss. Rjadowoi - einfacher Soldat, schildert einen Sturmangriff der Russen auf die Osmanen aus seinem Blickwinkel. Zu Hause in Russland hatten die Mutter und seine Braut Mascha beim Abschied geweint. Iwanow war nach Kischinew gefahren und von dort über Rumänien nach Bulgarien in den Krieg gezogen. Auf dem Schlachtfeld in Rustschuk hatte Iwanow einen riesengroßen, dicken Fellachen das Bajonett mitten ins Herz gestoßen. Nun verwest der tote Ägypter in der bulgarischen Gluthitze. Iwanow, dessen Beine während der Schlacht den Dienst versagt haben, kann sich von dem Toten nicht entfernen. Wenigstens die mit Wasser gefüllte Feldflasche des Ägypters sichert Iwanow das Überleben. Endlich, am vierten Tag nach der Schlacht, wird Iwanow vom Gefreiten Jakowlew gefunden.
Der Chirurg, ein bekannter Professor aus Sankt Petersburg, amputiert Iwanow im Divisionslazarett ein Bein.
Rezeption Das Erscheinen des neuen Autors Garschin im Jahr 1877 wurde von Korolenko als das eines unbekannten strahlenden Sterns am russischen Prosahimmel gefeiert.
Turgenjew sah Garschin in der Nachfolge von Dostojewski und Tolstoi.
1910: Der Schriftsteller Pjotr Jakubowitschruss. Якубович, Пётр Филиппович schreibt, die vier Tage andauernde Qual des Schwerverwundeten sei nacherlebbar gestaltet.
1955: Für den sowjetischen Kritiker Grigori Bjalyruss. Бялый, Григорий Абрамович ist das Drama der beiden Kriegsopfer näherer Betrachtung wert. Der Fellache wäre wider Willen von den Osmanen in den Krieg getrieben worden und habe weder etwas von den Bulgaren noch von den Russen gewusst. Der Freiwillige Iwanow wollte eigentlich gar nicht töten.
2014: Alexander Melichowruss. Мелихов, Александр Мотелевич betrachtet die merkwürdig objektiv erscheinende Erzählergebärde mit Gefallen.russ. Четыре дня - Bewertungen, Analyse
Deutschsprachige Ausgaben
Vier Tage, in Auf der Höhe, Juli 1885, S. 403–414, übersetzt von A. Neufeld Vier Tage, in W. Garschin, Novellen, Autorisirte Uebersetzung von Wal Beleno, Deubner, Berlin 1887, S. 177–199Titelblatt UB Paderborn; Neuauflage Pierson, Dresden 1889Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel vom 11. November 1890, S. 6267, mit Verlagsanzeige
Vier Tage, in Russische Novellen, Bibliographisches Institut, Leipzig 1889, übersetzt von Adele Berger Vier Tage, in W. Garschin, Russische Soldatengeschichten, Band 2, Schorss, Berlin, 1890, übersetzt von Ida Brendel Vier Tage, in Wsewolod M. Garschin: Die Erzählungen. Dieterich’sche Verlagsbuchhandlung, Leipzig 1956 (Sammlung Dieterich, Bd. 177), S. 7–22, Übertragen und mit Nachwort von Valerian Tornius (hier verwendet)
Weblinks Der Text Четыре дня (Гаршин) (russisch) online bei Lib.ru/Klassiker (russisch) Eintrag im WorldCat Eintrag im Labor der Fantastik (russisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Werk von Wsewolod Michailowitsch Garschind Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Russisch) Kategorie:Erzählung Kategorie:Kriegsliteratur Kategorie:Literarisches Werk