Carl Düvel (* 31. März 1914 in Holzminden; † 7. März 1998 in Westerstede) war der vorletzte Präsident der Braunschweigischen Staatsbank.7. März 1998: Dr. Carl Düvel. In: Stadtchronik Braunschweig. Abgerufen am 5. August 2016. Er gilt als geistiger Vater der Fusion der Staatsbank mit drei anderen öffentlich-rechtlichen Kreditinstituten mit Sitz in Hannover, die Mitte 1970 zur Gründung der Norddeutschen Landesbank (NORD/LB) führte. Nach Darstellung der Zeitung Die Zeit war er designierter Vorstandsvorsitzender des neuen Instituts, trat jedoch von seinem Amt als Staatsbankpräsident 1969 wegen Differenzen mit der Sparkassenorganisation zurück.Rücktritt heißt in diesem Zusammenhang wohl, dass er für eine Vertragsverlängerung bzw. den Abschluss eines Vertrages mit der fusionierten Bank nicht mehr zur Verfügung stand. Sturz vor der Krönung vom 27. Juni 1969. Abgerufen am 5. August 2016. Interimistisch wurde der Präsident des Niedersächsischen Verwaltungsbezirks Braunschweig Willi Thiele letzter Staatsbankpräsident.
Pressemeldungen zufolge fungierte Düvel, dessen Vertrag noch bis Ende 1969 lief, bereits seit Sommer dieses Jahres als Vorstandsmitglied der Allianz Lebensversicherungs-AG.Affären. Rollei-Werke. Unschöne Gedanken vom 17. November 1969. Abgerufen am 22. August 2016. Besondere Brisanz erhielt diese Tatsache dadurch, dass die Versicherung von der Staatsbank die Hälfte ihrer Anteile am Rollei-Unternehmen kaufen sollte, ein Interessenkonflikt bei Düvel also nahelag.
Leben Über das Leben Düvels ist wenig bekannt. Er war promovierter Jurist (Promotion 1939: Das Verlöbnis im deutschen Internationalen Privatrecht) und von 1944 bis 1945 Landrat des Landkreises Uelzen.territorial.de Abgerufen am 22. August 2016. Er war auch Prokurist bei den Reichswerken Hermann Göring, hatte eine Mittelmeerwerft GmbH in Berlin geleitet und von 1952 bis 1956 bei der Rheinischen Girozentrale und Provinzialbank gearbeitet. Danach wechselte er zur Staatsbank, wurde Mitglied des Direktoriums und 1967 Staatsbankpräsident.Sebastian Knake: Unternehmensfinanzierung im Wettbewerb. Die Braunschweigische Staatsbank von 1919 bis 1969. (=Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte. Beiheft 28). De Gruyter, Oldenbourg, Berlin/Boston 2020, ISBN 978-3-11-069710-0. (Diss. Universität Bayreuth), S. 286 Fn. 996. Von 1968 bis 1970 war er Vorsitzender des Braunschweigischen Geschichtsvereins.Zum Hintergrund der Übernahme und der Niederlegung dieses Amtes siehe Brage Bei der Wieden: Hundert Jahrbücher … S. 23 f. Abgerufen am 7. Februar 2022.
Nach seinem Tod wurde 2001 die Stiftung bürgerlichen Rechts Carl- und Lieselotte-Düvel-Stiftung in Westerstede errichtet. Abgerufen am 22. August 2016. Abgerufen am 22. August 2016. Der Sohn des Ehepaares, Carl-Wilhelm Düvel, ist Stiftungsvorstand.
Schriften (Auswahl)
Rechtfertigung und Grenzen kommunaler Schuldaufnahme. In: Der Langfristige Kredit. November 1957, S. 375 ff.
Einzelnachweise
Kategorie:Angestellter Leiter eines Kreditinstituts Kategorie:Jurist (Bankwesen) Kategorie:Versicherungsmanager Kategorie:Jurist (Versicherungswirtschaft) Kategorie:Landrat (Landkreis Uelzen) Kategorie:Jurist in der Kommunalverwaltung Kategorie:Person (Allianz SE) Kategorie:Person (Braunschweig) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1914 Kategorie:Gestorben 1998 Kategorie:Mann Kategorie:Person (Sparkassen-Finanzgruppe)