mini|Tankbüchsenstand Schurtannenweid A 7232
Die Sperrstelle Feuerschwand (Armeebezeichnung Nr. 2408 Fürschwand-Gubel) war eine Grenzbefestigung der Schweizer Armee. Sie befand befindet sich am Reduiteingang im Raum Fürschwand-Chnollen im Kanton Zug. Der Stützpunkt der Reduitlinie wurde ab Oktober 1940 gebaut, gehörte zum Einsatzraum der 6. Division und ab 1947 zur Reduitbrigade 24.
Als einer der Hauptstützpunkte der Abwehrfront der 6. Division gilt die Sperrstelle als militärhistorisches Denkmal von nationaler Bedeutung.Sperrstelle Feuerschwand. In: Silvio Keller, Maurice Lovisa, Thomas Bitterli: Militärische Denkmäler in den Kantonen Uri, Schwyz und Zug. Inventar der Kampf- und Führungsbauten. Hrsg.: Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, Bern 2005 (PDF; 2,1 MB)
Geschichte Während des Zweiten Weltkriegs gab die von General Guisan befohlene neue Armeestellung im Reduit (Operationsbefehle Nr. 11, 12, 13) den Anstoss zum Bau der Sperrstelle. Die 6. Division wurde von der Limmatstellung zur Verstärkung des linken Flügels des 4. Armeekorps abgezogen und erhielt den Auftrag, mit seinen vier Détachementen «Biberbrücke», «Alosen», «Zugerberg» und «Rigi» die Linie westlich des Etzels-Schindellegi-Gottschalkenberg-Zugerberg-Rigi bis zum Vierwaldstättersee zu halten und einen Vorstoss des Gegners in den Talkessel von Schwyz zu verhindern. Vortruppen sollten eine feindliche Landung am linken Zürichseeufer (Oberrieden bis Bäch) verhindern.
Der Grossteil der Division sollte hinter der Sihl auf der Linie Finstersee-Gubel-Allenwinden-Südausgang Zug eine Verteidigungsstellung einnehmen, und ein Détachement hatte den Raum zwischen Zuger- und Vierwaldstättersee mit der Sperrstelle Oberarth zu sperren. Der Auftrag blieb bis zum Ende der Reduitzeit unverändert.Valentin Kessler: Die Festungswerke im Kanton Schwyz. Sonderdruck aus den Mitteilungen des Historischen Vereins des Kantons Schwyz, Heft 95, 2003
Die Sperrstellen Feuerschwand und Raten bildeten den Abschnitt der Reduitgrenze zwischen der Sperrstelle Unterägeri und der Sperrstelle Schindellegi. Dieses bewaldete Gebiet besass einige Strassenübergänge, auf denen die Hauptstrasse entlang der Lorze umgangen werden konnte. Mit den Sperrstellen sollte eine solche Umgehung durch einen gegnerischen Vorstoss aus Menzingen Richtung Ägerisee und Sattel verhindert werden. Beim Bau dieses Abschnitts der Reduitlinie berücksichtigte die 6. Division ihre Erfahrungen aus der Festung Uetliberg der Limmatstellung. Ab 1940 entstanden – durch zivile Bauunternehmungen ausgeführt – innert Monaten im Kanton Zug über 150 Objekte.
Das Festungsdispositiv bestand aus mehreren Teilsperren, die mit Panzer- und Infanteriehindernissen und Sprengobjekten sowie Infanteriebunkern den Verteidigungskampf der Infanterieregimenter und Füsilierbataillone verstärkten. Diese konnten Artilleriefeuer der mobilen Artillerie, teilweise aus betonierten Geschützstellungen und aus Artilleriewerken, anfordern.
Sperrstelle Feuerschwand Die Sperrstelle umfasste rund 15 Infanteriewerke, 10 Strassenbarrikaden und Geländepanzerhindernisse. Den Flabschutz übernahmen 20-mm-Flabkanonen in Feldstellungen und zwei Flabtürmen. Mit dem Bau der Tankhindernisse wurde im Oktober 1940 begonnen, die Bunker entstanden ab März 1941:
Unterstand Gschwend 3 A 7220 Unterstand Gschwend 2 A 7221 Permanente Waffenstellung Infanterie Gschwend 1 A 7222: Tankbüchse (Tb) Permanente Waffenstellung Infanterie Gschwend 2 A 7223: Tb Permanente Waffenstellung Infanterie Zinggenbach A 7224: Tb Infanteriebunker Gschwend A 7225: 7,5-cm-Feldkanone Unterstand Hölloch 1 A 7226 Unterstand Hölloch 2 A 7227 Infanteriebunker Schurtannen A 7228 Unterstand Schurtannen 4 A 7229 Unterstand Schurtannen 3 A 7230 Unterstand Schurtannen 2 A 7231 Infanteriebunker Schurtannenweid A 7232: Tb mobil Infanteriebunker Feuerschwand 1 Süd A 7233: Mg, Lmg/Beob Infanteriebunker Feuerschwand 2 Nord Mg/Beob A 7234: Mg, Lmg/Beob
Unterstand Gubel A 7235 Sprengobjekt Nebenstrasse Oberägeri-Menzingen M 2653 GPH Feuerschwand T 3650 Barrikade Feuerschwand Brücke T 3650.01 GPH Schurtannenweid T 3651 Barrikade Schurtannenweid Strasse T 3651.01 Barrikade Schurtannen links Brücke T 3651.02 Barrikade Schurtannen rechte Brücke T 3651.03 GPH Zinggenbach T 3652 Barrikade Zinggenbach T 3652.01 Barrikade Zinggenbach T 3652.02 GPH Gschwend T 3653 Barrikade Gschwend T 3653.01 Barrikade Lohmatt Seestrasse T 3667 GPH Lohmatt oberer Weg T 3667.01 Barrikade Lohmatt Landstrasse T 3668Festung Oberland: Sperrstelle Feuerschwand-Gubel ZGMilitärhistorische Stiftung des Kantons Zug: Karten der Werke
Sperrstelle Raten Die Sperrstelle Raten (Armeebezeichnung Nr. 2413) schloss sich rechts an die Sperrstelle Feuerschwand an. Sie sollte einen Durchbruch über den Raten-St. Jost ins Ägerital und Richtung Sattel und umgekehrt verhindern. Das Füsilierbataillon 65 besetzte acht Infanteriebunker mit Maschinengewehren (Mg). Die Fliegerdeckung wurde mit 20-mm-Flabkanonen sichergestellt, eine davon auf einem hölzernen Flabturm.
Unterstand Gottschalkenberg 8 A 7172 Unterstand Gottschalkenberg 7 A 7173 Unterstand Gottschalkenberg 6 A 7174 Unterstand Gottschalkenberg 3 A 7175 Unterstand Gottschalkenberg 2 A 7176 Unterstand Gottschalkenberg 1 A 7177 Unterstand Gottschalkenberg 4 A 7178 Unterstand Gottschalkenberg 5 A 7179 Unterstand Mangeli 1 A 7180 Unterstand Mangeli 2 A 7181 Infanteriebunker Käfigbach 1 Nord A 7182: Mg, Lmg/Beob Infanteriebunker Käfigbach 2 Süd A 7183: Mg, 2 Lmg/Beob Unterstand Alosen 2 A 7184 Unterstand Alosen 1 A 7185 Bunker für mobiles Mg Alosen 3 A 7186 Infanteriebunker Alosen A 7187: Mg, Lmg/Beob Alosen Schwand Zugsunterstand
Infanteriebunker Raten 8 A 7188: Mg, Lmg/Beob Infanteriebunker St. Jost Raten 7 A 7189: Mg, Lmg/Beob Infanteriebunker Raten 6 A 7190: Mg, 2 Lmg/Beob Infanteriebunker Raten 5 A 7191: Mg, Lmg/Beob Infanteriebunker Raten 4 A 7192: Mg, Lmg/Beob Infanteriebunker Raten 3 A 7193: Mg, Lmg/Beob Infanteriebunker Raten 2 A 7194: Mg, Lmg/Beob Infanteriebunker Raten 1 A 7195: Mg, 2 Lmg/Beob A 7195 Unterstand Wildspitz 3 A 7155 Permanente Minensperre Strasse Haltsäge Kleinunterstand Finsterseebrücke Bostadel Kleinunterstand Nettenbach Kleinunterstand Boden 1 Kleinunterstand Boden 2
Sperrstelle Altmatt-Schönenboden SZ Die Teilsperre Altmatt-Schönboden hatte aus dem Raum Biberbrücke durchgedrungene Gegner aufzuhalten. Drei Bunker (7,5-cm Feldkanonen, Mg) ein 4,7-cm Ik-Bunker, zwei Mg-Bunker und ein Kleinunterstand wurden vom Füsilierbataillon 71 besetzt. Im rückwärtigen Raum gab es zwei Artilleriekommandoposten (A 7204, A 7205). Das Flab-Detachement 74 hatte drei 20-mm-Flabkanonen aufgestellt.Festung Oberland: Sperrstelle Altmatt-Schönboden
Unterstand Schönenboden 4 A 7200 Infanteriebunker Schönenboden 3 A 7201 Infanteriebunker Schönenboden 2 A 7202 Infanteriebunker Schönenboden 1 A 7203 Kaverne KP Rank Feuerleitstelle Artillerieabteilung (Flst Art Abt) A 7204 Kaverne KP Findling (Flst Art Abt) A 7205
Infanteriebunker Altmatt 3 SOB A 7206 Infanteriebunker Altmatt 2 A 7207 Infanteriebunker Altmatt 1 A 7208
Sprengobjekt Strasse Alosen-Raten M 2677 Barrikade Altmatt Strasse T 3640 Barrikade Bahn Altmatt-SOB T 3641 Barrikade Dorfbach-Oberägeri T 3669 Barrikade Strasse Oberägeri-Alosen T 3669 Barrikade Alosen T 3670 Barrikade Zigerhüttli-Grindel T 3671 Barrikade Waldschlag-Grindel T 3671.01 Barrikade Zwischenbäch-Rämsli T 3672 Barrikade Zwischenbäch-Harüti T 3672.01 Barrikade Ländli T 3673 Flabturm
Artilleriestellungen Rothenthurm und Umgebung mini|Kavernen für 7,5-cm-Feldkanone 03 als Pak, Rothenthurm In Turnern und Biberegg wurden betonierte Stellungen und Unterstände für die Schwere Motorkanonen-Abteilung 6 gebaut. In Lützelmatt, Rothenthurm SZ und Schmiedenen wurden für die Feldartillerie-Abteilung 18/Feldbatterie 64, 65 und 66 befestigte Stellungen für 7,5-cm-Feldkanonen 03/22 gebaut.
Artilleriestellung Turnern A 7377–7380 Artilleriestellung Turnern A 7383–7386 Unterstand Turnern A 7381, 7382, 7387 Artilleriestellung Biberegg A 7390–7398 Artilleriestellung Biberegg A 7400–7408 Unterstand Biberegg A 7392, 7397, 7404 Artilleriestellung Lützelmatt A 7409–7412 Artilleriestellung Lützelmatt A 7414–7417 Unterstand Lützelmatt A 7413, 7418, 7419 Artilleriebunker Rothenthurm A 7420–7422 Artilleriestellung Schmiedenen West A 7423–7426 Artilleriestellung Schmiedenen Ost A 7430–7433 Unterstand Schmiedenen A 7427, 7428, 7434 Infanteriekanonen-Kavernen Rothenthurm Nord/Süd
Fliegerabwehr-Lenkwaffenstellung BL-64 ZG «Bloodhound» mini|Lenkwaffe Bloodhound BL-64 auf dem Gubel Die zwischen Gubel und Neuhof liegende ehemalige Fliegerabwehr-Lenkwaffenstellung BL-64 «Bloodhound» ist die einzige noch erhaltene der ehemals sechs im schweizerischen Mittelland und Jura permanent eingerichteten und ohne Unterbruch in hoher Bereitschaft gehaltenen Bloodhound-Lenkwaffenstellungen.David Külling, Manfred Hildebrand, Maurice Lovisa: Militärische Denkmäler im Bereich der Luftwaffe. Hrsg.: Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, Bern 2008 (PDF; 7,1 MB) Die Anlage war von 1964 bis 1999 in Betrieb. Die südliche Feuereinheit wurde danach abgebaut, die nördliche dagegen blieb erhalten und wurde 2000 unter Denkmalschutz gestellt. Sie dient heute als Museum und kann bei Führungen besichtigt werden.Matthias Böhni: Augenschein auf dem Gubel. Von Schwestern und Raketen. In: Neue Zürcher Zeitung. 2. November 2013, abgerufen am 2. November 2013
Militärhistorische Stiftung des Kantons Zug Die Militärhistorische Stiftung des Kantons Zug sichert, erwirbt und unterhält bauliche Zeugen, die aus dem Zweiten Weltkrieg und aus der Zeit des Kalten Krieges im Kanton Zug stammen, um sie Wissenschaft und Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Literatur David Külling, Manfred Hildebrand, Maurice Lovisa: Militärische Denkmäler im Bereich der Luftwaffe. Hrsg.: Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, Bern 2008 (PDF; 7,1 MB). Silvio Keller, Maurice Lovisa, Thomas Bitterli: Militärische Denkmäler in den Kantonen Uri, Schwyz und Zug. Inventar der Kampf- und Führungsbauten. Hrsg.: Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, Bern 2005 (PDF; 2,1 MB).
Weblinks
Website Militärhistorische Stiftung des Kantons Zug – mit allen notwendigen Angaben zu den Besuchen der Festungen und der Museumsanlage «Bloodhound» Website ZDT – Die Militärhistorische Stiftung des Kantons Zug ist Gründer- und Mitgliedorganisation des Vereins Zuger Depot Technikgeschichte im ehemaligen Zeughaus Neuheim ZG Bunkerfreunde: Anlagen Gubel ZG Bunkerfreunde: Anlagen Raten ZG Bunkerfreunde: Anlagen Raten Ost Festung Oberland: Video Sperrstelle Rothenthurm SZ Einzelnachweise
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