mini|Stadtansicht Ornbau von der Altmühlbrücke mini|Stadt Ornbau mit Altmühlbrücke mini|Stadtmauerpartie an der Altmühl mini|Altmühlbrücke Luftaufnahme
Ornbau () ist eine Stadt im mittelfränkischen Landkreis Ansbach und zählt zur Metropolregion Nürnberg. Sie ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Triesdorf.
Geographie Geographische Lage Ornbau liegt an der Altmühl, am Rande des Fränkischen Seenlandes, 60 km südwestlich von Nürnberg.
Nachbargemeinden Folgende Gemeinden grenzen an Ornbau (von Norden im Uhrzeigersinn): Weidenbach Merkendorf Muhr am See Gunzenhausen Arberg Bechhofen
Gemeindegliederung Es gibt sechs Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben): Gern (Dorf) Haag (Weiler) Obermühl (Dorf) Oberndorf (Dorf) Ornbau (Hauptort) Taugenroth (Weiler)
Die Einöde Stadtmühle zählt zum Gemeindeteil Ornbau.
Es gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Gern und Ornbau. Die Gemarkung Ornbau hat eine Fläche von 8,975 km² und ist in 1480 Flurstücke aufgeteilt.
Geschichte Mittelalter Ornbau wurde erstmals 838 in einer Urkunde erwähnt. Der Name wechselte im Laufe der Jahrhunderte von „Arenburen“ (1057/75) über „Arenbur“ (1229/48), „Arenbure“ (1293) bis hin zur heutigen, seit 1800 gebräuchlichen Bezeichnung. Das Grundwort des Ortsnamens ist das althochdeutsche Wort „būr“ (= Wohnung) und das Bestimmungswort ist der Personenname „Aro“. Der Ortsname bedeutet also zur Wohnung, die von Aro gegründet wurde.W.-A. v. Reitzenstein: Lexikon fränkischer Ortsnamen, S. 173 f. Nach Reitzenstein Ersterwähnung 1057/75. Jacobi leitet den Namen von „ara“ = Wasser, also Bau am Wasser ab.Friedrich Jacobi: Urgeschichte der Stadt und des ehemaligen Fürstenthums Ansbach. Ansbach 1868, S. 159. Heinrich Haas erkennt in Ornbau das „Altimoin“ welches der heilige Gumbertus dem Bistum Würzburg schenkte, oder gar das feste Alcimoennis, welches Claudius Ptolemäus nannte.Heinrich Haas: Der Rangau, seine Grafen und ältere Rechts-, Orts- und Landesgeschichte, mit neuen Forschungen über die Abstammung der Burggrafen von Nürnberg. Palm, Erlangen 1853, S. 68.
Bereits um 1300 (seit 1229 Marktrecht) war Ornbau eine eigene Vogtei. Der Ort bestand aus einer umwallten und einer ungeschützten Siedlung (die heutige Vorstadt). Ornbau bildete mit seiner Umgebung ein eigenes Officiatus, auch Minister genannt. Einnahmen aus Zoll und Gericht flossen dem Bischof von Eichstätt zu. Wegen der Übergriffe der Grafen von Oettingen wurde das Gebiet um Ornbau 1313 dem Fürstbischof zugesprochen. Damals erlaubte der Kaiser, Ornbau zu befestigen, also mit einer Mauer zu umgeben. Damit erhielt die Siedlung den Charakter einer civitas, einer Stadt mit Stadtrecht.
Frühe Neuzeit Ab 1500 lag die Stadt im Fränkischen Reichskreis.
Während der Hexenverfolgung im Hochstift Eichstätt wurden mindestens drei Frauen aus Ornbau wegen angeblicher Hexerei hingerichtet. Das waren 1616 Anna Demertin, alias die Nasenschneiderin und Apollonia Veitin sowie 1617 Christina Magin. Fünf weitere Frauen wurden zwischen 1616 und 1619 aus demselben Grund verhaftet. Eine von ihnen wurde wieder freigelassen, das Schicksal der anderen ist unklar.Stürzl: Zur Hexenverfolgung im Oberen Stift des Hochstifts Eichstätt. Nachtrag zu: Hinrichtungen wegen Hexerei in Eichstätt. In: Blätter des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde. Selbstverlag, München 2016, S. 130 ff.
Im Dreißigjährigen Krieg fand im Verlauf des schwedischen Heerzuges von Donauwörth nach Regensburg unter dem Feldherren Bernhard von Sachsen-Weimar bei Ornbau ein Gefecht mit den Reitertruppen des bayerischen Generals Johann von Werth statt, in dem die bayerischen Truppen eine empfindliche Niederlage erlitten (Kampf um Regensburg).
19. und 20. Jahrhundert Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde der Steuerdistrikt Ornbau gebildet. Zu diesem gehörten Gern, Haag, Obermühl, Oberndorf und Taugenroth. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Ornbau gebildet, die nur aus dem Hauptort bestand. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Herrieden und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Herrieden zugeordnet (1919 in Finanzamt Herrieden umbenannt). Ab 1862 gehörte Ornbau zum Bezirksamt Feuchtwangen (1939 in Landkreis Feuchtwangen umbenannt) und seit 1929 zum Finanzamt Ansbach. In der Gerichtsbarkeit blieb das Landgericht Herrieden zuständig (1879 in Amtsgericht Herrieden umbenannt), seit 1931 ist es das Amtsgericht Ansbach. Die Gemeinde hatte 1964 eine Fläche von 8,953 km².
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde am 1. Januar 1972 die Gemeinde Gern eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Im Zeitraum 1988 bis 2018 stieg die Einwohnerzahl von 1480 auf 1626 bzw. um 9,9 %.
Gemeinde Ornbau Jahr 1987 2005 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2022Einwohner 1457 1686 1608 1585 1584 1591 1609 1638 1646 1669 1719Häuser 362 535 536 537 538 541 541 545 566Quelle
Ort Ornbau (= Gemeinde Ornbau bis zur Gebietsreform) Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2011Einwohner 737 771 745 773 798 828 803 781 809 790 781 800 771 785 761 797 783 849 833 1047 1082 1042 982 1042 1113 1403HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 2022 als Wohngebäude. 200 156 157 159 157 156 158 181 202 289Quelle Ornbau: 760 Einwohner, 155 Häuser; Stadtmühle: 11 E., 1 H. Ornbau: 790 Einwohner; Stadtmühle: 13 E.
Politik mini|Diebsturm (Bibelgarten) mini|Kirche St. Jakobus mini|Kirche St. Jakobus mit moderner Innengestaltung Stadtrat Der Stadtrat von Ornbau besteht aus zwölf gewählten Mitgliedern sowie dem Ersten Bürgermeister. Bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 erhielt die Liste CSU/Unabhängige Wähler sieben Sitze und die Wählergruppe Eintracht fünf Sitze.
Bürgermeister Bürgermeister war von 2008 bis 2020 Heinz Baum (CSU/Eintracht). Sein Vorgänger war Gerhard Helmsorig.
Von 2020 bis 2026 war Marco Meier Erster Bürgermeister, der bei den Kommunalwahlen 2026 in der Stichwahl zum Landrat des Landkreises Ansbach gewählt.
Seit 2026 ist Diana Fichtner (Unabhängige Wähler Ornbau) Erste Bürgermeisterin.
Wappen und Flagge Wappen
Flagge Die Gemeindeflagge ist rot-golden.
Kultur und Sehenswürdigkeiten Baudenkmäler
Altmühlbrücke Stadtmauer Diebsturm Kirche St. Jakobus Friedhofskirche Denkmal von Bièvre auf dem Ornbauer Friedhof: Georg Franz Maréchal Marquis de Bièvre ist in Ornbau begraben. Er hat Komödien und Wortspiele verfasst und wurde vom Markgrafen von Ansbach in Triesdorf zur Hofunterhaltung beigezogen. Im Jahre 1789 erlag er den Pocken und konnte, weil er katholisch war, nicht in Triesdorf beerdigt werden. Seine Jugendgeliebte Anna Pas de Vassal ließ das Denkmal 1817 errichten.
Bodendenkmäler
Regelmäßige Veranstaltungen Faschingsumzug (letzter Sonntag im Fasching) Altstadtfest und Jakobi-Kirchweih (vorletztes Wochenende im Juli) Pfingsttreffen des Vereins der Heckflossenfreunde (Alt-Mercedes-Fahrer) mit Sitz in Ornbau
Bildung In der Grundschule Ornbau wurden im Schuljahr 2013/14 von sechs Lehrkräften 66 Kinder unterrichtet. Die Schule ist in einem 1764 nach Plänen von Maurizio Pedetti errichteten und 1988/89 sanierten Barockbau in der Altstadt untergebracht. Die nächste Hauptschule befindet sich im benachbarten Bechhofen.
Freizeit Ornbau verfügt im Gemeindeteil Gern über ein Flussschwimmbad an der Altmühl. Hier beginnt auch der Altmühlzuleiter, der bei Hochwasser das Altmühlwasser dem Altmühlsee zuführt.
Viele Rad- und Wanderwege führen durch Ornbau oder haben hier ihren Start- bzw. Zielpunkt. Im Wiesengrund, der im Osten liegt (die Wiesmet), erstreckt sich bis Muhr am See ein Vogelschutzgebiet, in dem bedrohte Vogelarten leben.
Verkehr Die Staatsstraße 2411 verläuft westlich von Ornbau und führt nach Triesdorf (3 km nördlich) bzw. nach Arberg (4,4 km südwestlich). Die Kreisstraße AN 55 führt nach Mörsach (3,4 km südöstlich) bzw. nach Oberndorf (1,4 km westlich), die Kreisstraße AN 59 nach Hirschlach (1,7 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße verbindet mit Gern (1 km südlich).
Persönlichkeiten Ehrenbürger Franz Heger (1902–unbekannt) Bischof Lorenz Unfried (1970) Bürgermeister Franz Nefzger (1972) Stadtpfarrer Josef Fremmer (1974) Josef Bengel (1987) Pfarrer a. D. Franz Starringer (2012)
Söhne und Töchter der Stadt Lorenz Unfried (1919–1988), katholischer Ordensgeistlicher, Bischof von Tarma in Peru Franz Xaver von Zottmann (1826–1901), katholischer Geistlicher, Bischof von Tiraspol
Personen in Verbindung mit Ornbau Josef Alois Kessler (1862–1933), Erzbischof, ist in Ornbau begraben
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Ansbach Kategorie:Ersterwähnung 838 Kategorie:Stadt in Bayern
Kategorie:Ort an der Altmühl Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach