mini|hochkant=2.5| Der 400-Meter-Lauf der Frauen bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro wurde am 13., 14. und 15. August 2016 im Estádio Nilton Santos ausgetragen. 57 Athletinnen nahmen teil.
Olympiasiegerin wurde Shaunae Miller von den Bahamas. Die US-Amerikanerin Allyson Felix gewann die Silbermedaille, Bronze ging an die Jamaikanerin Shericka Jackson.
Für Deutschland startete Ruth Spelmeyer, die im Halbfinale ausschied. Athletinnen aus der Schweiz, Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.
Aktuelle Titelträgerinnen Olympiasiegerin Sanya Richards-Ross () 49,55 s London 2012 Weltmeisterin Allyson Felix () 49,26 s Peking 2015 Europameisterin Libania Grenot () 50,73 s Amsterdam 2016 Nord-/Zentralamerika-/Karibik-Meisterin Courtney Okolo () 51,57 s San José 2015 Südamerika-Meisterin Geisa Aparecida Coutinho () 53,07 s Lima 2015 Asienmeisterin Yang Huizhen () 52,37 s Wuhan 2015 Afrikameisterin Kabange Mupopo () 51,56 s Durban 2016 Ozeanienmeisterin Betty Burua () 54,32 s Cairns 2015
Rekorde Bestehende Rekorde WeltrekordMarita Koch ()47,60 sCanberra, Australien6. Oktober 1985Athletics - Progression of outdoor world records, 400 m - Women, sport-record.de, abgerufen am 7. Mai 2022Olympischer RekordMarie-José Pérec ()48,25 sFinale OS Atlanta, USA29. Juli 1996 Der bestehende olympische Rekord wurde bei diesen Spielen nicht erreicht. Die schnellste Zeit erzielte Olympiasiegerin Shaunae Miller von den Bahamas mit 49,44 s im Finale am 15. August. Den Olympiarekord verfehlte sie dabei um 1,19 Sekunden. Zum Weltrekord fehlten ihr 1,84 Sekunden. Rekordverbesserungen Es wurden zwei neue Landesrekorde aufgestellt: 50,72 s – Kemi Adekoya (Bahrain), dritter Vorlauf am 13. August 54,30 s – Vijona Kryeziu (Kosovo), vierter Vorlauf am 13. August AnmerkungAlle Zeitangaben sind auf die Ortszeit Rio (UTC-3) bezogen.
Doping Dieser Wettbewerb war von vier nachträglich ermittelten Dopingfällen betroffen: Die zunächst siebtplatzierte Ukrainerin Olha Semljak wurde im März 2019 disqualifiziert, nachdem sich bei Nachtests ihrer Dopingproben von Rio herausgestellt hatte, dass die Athletin das Sexualhormon Testosteron eingesetzt hatte. Alle ihre seit dem 5. Juli 2016 erzielten Resultate wurden annulliert. Darüber hinaus wurde eine Wettkampfsperre von acht Jahren vom 5. Juli 2016 bis 4. Juli 2024 gegen sie ausgesprochen.Olha Zemlyak (W), dopingsanctions.com (englisch), abgerufen am 7. Mai 2022 Disqualifiziert wurde auch die zunächst fünftplatzierte ukrainische 4-mal-400-Meter-Staffel, in der Olha Semljak als Schlussläuferin eingesetzt war. Ebenfalls bei Nachtests von Dopingproben der Ukrainerin Julija Olischewska, die hier die Vorrunde nicht überstanden hatte, fand sich das Dopingmittel Erythropoetin, bekannt unter dem Kürzel EPO. Das Resultat der Läuferin wurde annulliert, außerdem wurde sie vom 19. Juli 2016 bis 30. Dezember 2020 gesperrt.Yuliya Olishevska (W), dopingsanctions.com (englisch), abgerufen am 7. Mai 2022 Auch der hier im Vorlauf ausgeschiedenen Inderin Nirmala Sheoran wurden auf der Grundlage ihres Biologischen Passes und nachträglicher Analysen früherer Dopingproben Verstöße gegen die Antidopingbestimmungen nachgewiesen. Sie hatte verbotene Mittel eingesetzt, was ihr eine vierjährige Sperre einbrachte. Ihre von August 2016 bis November 2018 erzielten Resultate wurden ihr aberkannt. Davon betroffen war auch das Resultat der indischen 4-mal-400-Meter-Staffel, die in Rio im Vorlauf ausschied.Nirmala Sheoran gets four-year ban for doping, timesofindia.indiatimes.com am 6. Mai 2022 (englisch), abgerufen am 7. Mai 2022 Nirmala Sheoran war dort als Startläuferin eingesetzt. Ein Dopingtest der Kasachin Anastassija Kudinowa, die im Vorlauf ausgeschieden war, vom 13. Juli 2016 war positiv. Dies hatte eine vierjährige Wettkampfsperre bis zum 16. August 2020 zur Folge sowie eine Aberkennung ihrer seit dem 13. Juli 2016 erzielten Resultate.GLOBAL LIST OF INELIGIBLE PERSONS, athleticsintegrity.org April 2020 (englisch), S. 14 (PDF; 358 KB), abgerufen am 7. Mai 2022 Benachteiligt wurden zwei Athletinnen, die an der jeweils nächsten Runde hätten teilnehmen können: Vorlauf: Tamara Salaški, Serbien – Sie hätte als Zweite des zweiten Vorlaufs am Halbfinale teilnehmen können. Halbfinale: Hier ist aufgrund von Zeitgleichheit bis auf die Hundertstelsekunde nicht klar, welche Läuferin sich eigentlich für das Finale qualifiziert hatte. Da wäre es wohl auf die Tausendstelsekunde angekommen, deren Wert in den Ergebnisübersichten jedoch nicht angegeben ist. Die beiden betreffenden Wettbewerberinnen hatten beide 50,88 s in ihren Halbfinals am 14. August erzielt: Kemi Adekoya, Bahrain – erstes Halbfinale Salwa Eid Naser, Bahrain – zweites Halbfinale
Vorrunde Die Vorrunde wurde in acht Läufen durchgeführt. Für das Halbfinale qualifizierten sich pro Lauf die ersten beiden Athletinnen (hellblau unterlegt). Darüber hinaus kamen die acht Zeitschnellsten, die sogenannten Lucky Loser (hellgrün unterlegt), weiter.
Lauf 1 mini|hochkant=0.8| 13. August 2016, 11:00 Uhr Platz Name Nation Zeit (s) Anmerkung 1 Stephenie Ann McPherson 51,36 2 Patience Okon George 51,83 3 Anneliese Rubie 51,92 4 Djénébou Danté 52,85 5 Gunta Latiševa-Čudare 53,08 DOP Julija Olischewska 52,45 Nirmala Sheoran 53,03
Lauf 2
13. August 2016, 11:07 Uhr Platz Name Nation Zeit (s) Anmerkung 1 Allyson Felix 51,24 2 Tamara Salaški 52,70 eigentlich für das Halbfinale qualifiziert 3 Tsholofelo Thipe 52,80 4 Iveta Putalová 52,82 5 Aauri Bokesa 53,51 6 Seren Bundy-Davies 53,63 DOP Olha Semljak 51,40 für das Halbfinale zugelassen
Lauf 3
13. August 2016, 11:14 Uhr Platz Name Nation Zeit (s) Anmerkung 1 Phyllis Francis 50,58 2 Kemi Adekoya 50,72 NR 3 Margaret Bamgbose 51,43 4 Patrycja Wyciszkiewicz 52,02 5 Alicia Brown 52,27 6 Jaílma de Lima 52,65 7 Justine Palframan 53,96
Lauf 4
13. August 2016, 11:21 Uhr Platz Name Nation Zeit (s) Anmerkung 1 Natasha Hastings 51,31 2 Christine Ohuruogu 51,40 3 Maria Benedicta Chigbolu 52,06 4 Lydia Jele 52,24 5 Olha Bibik 52,33 6 Kendra Clarke 53,61 7 Vijona Kryeziu 54,30 NR
Lauf 5 mini|hochkant=0.6| 13. August 2016, 11:28 Uhr Platz Name Nation Zeit (s) 1 Shaunae Miller 51,16 2 Morgan Mitchell 51,30 3 Ruth Spelmeyer 51,43 4 Emily Diamond 51,76 5 Kanika Beckles 52,41 6 Bianca Răzor 52,42 7 Kineke Alexander 52,45
Lauf 6
13. August 2016, 11:35 Uhr Platz Name Nation Zeit (s) 1 Salwa Eid Naser 51,06 2 Libania Grenot 51,17 3 Floria Gueï 51,29 4 Cátia Azevedo 52,38 5 Mariam Kromah 52,79 6 Nguyễn Thị Huyền 52,97 7 Irini Vasiliou 54,37 8 Maryan Nuh Muse 70,14
Lauf 7 mini|hochkant=0.6| 12. August 2016, 11:42 Uhr Platz Name Nation Zeit (s) 1 Shericka Jackson 51,73 2 Kabange Mupopo 51,76 3 Justyna Święty 51,82 4 Christine Botlogetswe 52,37 5 Omolara Omotosho 53,22 6 Elina Michina 53,83 7 Dalal Mesfer al-Harith 67,12
Lauf 8 mini|hochkant=0.6| 13. August 2016, 11:49 Uhr Platz Name Nation Zeit (s) Anmerkung 1 Christine Day 51,54 2 Carline Muir 51,57 3 Małgorzata Hołub 51,80 4 Geisa Aparecida Coutinho 52,05 5 Aliyah Abrams 52,79 6 Mariama Mamoudou Ittatou 54,32 NR DOP Anastassija Kudinowa 56,03
Halbfinale Das Halbfinale umfasste drei Läufe. Für das Finale qualifizierten sich pro Lauf die ersten beiden Athletinnen. Darüber hinaus kamen die zwei Zeitschnellsten, die sogenannten Lucky Loser, weiter. Die direkt qualifizierten Läuferinnen sind hellblau, die Lucky Loser hellgrün unterlegt.
Lauf 1
14. August 2016, 20:35 Uhr Platz Name Nation Zeit (s) Anmerkung 1 Phyllis Francis 50,31 2 Stephenie Ann McPherson 50,69 3 Kemi Adekoya 50,88 eventuell um die Finalteilnahme gebracht 4 Christine Ohuruogu 51,22 5 Ruth Spelmeyer 51,61 6 Margaret Bamgbose 51,92 7 Patrycja Wyciszkiewicz 52,51 DOP Olha Semljak 50,75 für das Finale zugelassen
Lauf 2 mini|hochkant=1.1| 14. August 2016, 20:42 Uhr Platz Name Nation Zeit (s) Anmerkung 1 Shericka Jackson 49,83 2 Natasha Hastings 49,90 3 Salwa Eid Naser 50,88 eventuell um die Finalteilnahme gebracht 4 Floria Gueï 51,08 5 Carline Muir 51,11 6 Emily Diamond 51,49 7 Małgorzata Hołub 51,93 8 Morgan Mitchell 52,68 Weitere im zweiten Halbfinale ausgeschiedene Läuferinnen:
Lauf 3
14. August 2016, 20:49 Uhr Platz Name Nation Zeit (s) 1 Allyson Felix 49,67 2 Shaunae Miller 49,91 3 Libania Grenot 50,60 4 Christine Day 51,53 5 Justyna Święty 51,62 6 Anneliese Rubie 51,96 7 Kabange Mupopo 52,04 8 Patience Okon George 52,52
Finale mini|hochkant=2.4| 15. August 2016, 23:05 Uhr Platz Name Nation Zeit (s) Anmerkung 1 Shaunae Miller 49,44 2 Allyson Felix 49,51 3 Shericka Jackson 49,85 4 Natasha Hastings 50,34 5 Phyllis Francis 50,41 6 Stephenie Ann McPherson 50,97 7 Libania Grenot 51,25 DOP Olha Semljak 51,24 Für das Finale hatten sich alle drei US-Amerikanerinnen sowie zwei Jamaikanerinnen qualifiziert. Komplettiert wurde das Feld durch je eine Starterin von den Bahamas, aus Italien und der Ukraine. Die ukrainische Läuferin Olha Semljak stellte sich allerdings nachträglich als gedopt heraus, ihr siebter Platz wurde ihr wie im Abschnitt "Doping" oben beschrieben aberkannt.
Als Favoritin galt die US-amerikanische Weltmeisterin und Olympiasiegerin von 2012 Allyson Felix. Sie wollte die erste Leichtathletin mit fünf Olympiasiegen werden. 2008 in Peking und 2012 in London hatte sie mit der 4-mal-100-Meter-Staffel gewonnen. In London war sie zudem Olympiasiegerin mit der 4-mal-400-Meter-Staffel und über 200 Meter geworden. Ihre stärkste Gegnerin war Vizeweltmeisterin Shaunae Miller von den Bahamas. Stark einzuschätzen war auch die jamaikanische WM-Dritte Shericka Jackson.
Felix startete auf Bahn vier, Miller auf Bahn sieben. Nach dem Start schloss die US-Läuferin Natasha Hastings zu Miller auf, doch auf der Gegengeraden konnte Miller einen Vorsprung herauslaufen. Eingangs der Zielgeraden hatte sie drei Meter Vorsprung vor Hastings, hinter ihr folgte Felix. Auf der Zielgeraden schloss Felix zu Hastings auf und zog dann an ihr vorbei. Auch der führenden Miller kam sie immer näher. Felix und Miller lagen kurz vor dem Ziel nahezu gleichauf. Shaunae Miller sicherte sich mit einem Hechtsprung über die Ziellinie die Goldmedaille vor Allyson Felix. Shericka Jackson hatte derweil mit einer starken Schlussgeraden den Bronzeplatz erobert. Natasha Hastings wurde Vierte vor der US-Amerikanerin Phyllis Francis, der Jamaikanerin Stephenie Ann McPherson und Olha Semljak aus der Ukraine, die wie beschrieben später disqualifiziert wurde. So kam die amtierende Europameisterin Libania Grenot aus Italien auf den siebten Platz.
Video Rio Replay: Women's 400m Final, youtube.com, abgerufen am 7. Mai 2022
Weblinks Results Book, Rio 2016, Athletics, Women's 400m, library.olympics.com, (englisch), S. 264–271 (PDF; 3512 KB), abgerufen am 7. Mai 2022 OLYMPIC GAMES, RIO DE JANEIRO (ESTÁDIO OLÍMPICO), Timetable/Results, Women's 400 Metres, Weltleichtathletikverband World Athletics (englisch), worldathletics.org, abgerufen am 7. Mai 2022 Athletics at the 2016 Summer Olympics, 400 metres, Women, olympedia.org (englisch), abgerufen am 7. Mai 2022 Ergebnisse Olympische Spiele, Rio de Janeiro (Brasilien), 12.08 - 21.08.2016, leichtathletik.de, abgerufen am 7. Mai 2022 Rio 2016, Athletics, 400m women Results, olympics.com, abgerufen am 7. Mai 2022 Athletics at the 2016 London Summer Games: Women's 400 metres, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 7. Mai 2022
Einzelnachweise
Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 2016 Kategorie:Frauenleichtathletikwettbewerb