mini|alternativtext=|Gisberth Hülsmann (2018)Gisberth Maria Hülsmann (* 11. August 1935 in Hamersleben) ist ein deutscher Architekt und Hochschullehrer, der Kirchen und Klöster baute.

Leben Gisberth Hülsmann wuchs als Sohn eines Tierarztes in Thedinghausen bei Bremen auf. Die Familie väterlicherseits stammt aus Coesfeld im Westmünsterland.

Nach seinem Abitur 1954/55 studierte Hülsmann zunächst Kunstgeschichte an der Eberhard Karls Universität Tübingen. Nach einem Besuch des Klosters Maulbronn studierte er ab 1956 an der Technischen Hochschule Karlsruhe Architektur. 1963 legte er sein Diplom extern bei Egon Eiermann ab. Nach einem Baupraktikum als Maurer und Zimmermann und 1959 im Bauatelier des Kirchenbaumeisters Emil Steffann war er von 1961 bis zu Steffann’s Tod 1968 dessen Mitarbeiter, später Partner und Verwalter des Nachlasses von Emil Steffann, den er 1986 an das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt am Main übergab.

Nach Abschluss der Projekte des Büros Steffann und des gutachterlichen Wettbewerbs über die Restaurierung und den Umbau des Trierer Domes (1. Preis), mit dem dann Gottfried Böhm und Nikolaus Rosiny beauftragt wurden, führte er ab 1969 ein eigenes Büro in Wachtberg-Niederbachem bei Bonn-Bad Godesberg. Von 1981 bis 2010 wirkte er als Professor für Entwerfen an der Fachhochschule Aachen. Zu seinem Freundeskreis zählte Heinz Bienefeld, ein Schüler von Dominikus Böhm und Mitarbeiter von Emil Steffann. Den Nachlass von Emil Steffann übergab Hülsmann 1986 dem Archiv des DAM (Deutsches Architekturmuseum), seinen Vorlass dem Baukunstarchiv NRW.

Sonstiges Hülsmann (mit Manfred Sundermann, Herbert Muck und Ulrich Weisner) kuratierte die Ausstellung "Emil Steffann" vom 16. November bis 31. Dezember 1980 (Katalog) in der Kunsthalle Bielefeld. Sie wurde um die Ausstellung "Rudolf Schwarz" erweitert und als Wanderausstellung unter dem Titel "Zwei Rheinische Baumeister des XX.Jahrhunderts: Rudolf Schwarz und Emil Steffann" (Katalog) im November 1981 in der Kunstakademie Düsseldorf eröffnet. In dem Beitrag "Wahr-nehmung, Anmerkungen zu Emil Steffann, 'Baufibel für Lothringen'" der Architekturzeitschrift arch+ spricht er sich in der Nachfolge Steffanns für ein ortsgerechtes Bauen aus und bezeichnet die Notscheune im lothringischen Boust von Emil Steffann als Leitbild.

Gisberth Hülsmann war Präsident der Deutschen Gesellschaft für christliche Kunst, Gründungsmitglied der Akademie für gestaltendes Handwerk in Aachen und zusammen mit Johannes Conradi Gründungssenator der Hochschule Anhalt am Bauhaus Dessau.

Privates Nach dem Tod seiner Frau Barbara (geb. Ehmann), einer Apothekerin und Pianistin, zog sich Gisberth Hülsmann aus dem aktiven Berufsleben zurück. Das Paar hat zwei Töchter, Julia Hülsmann ist Jazzpianistin.

Architekturverständnis Nach Hülsmanns Verständnis geht die „Vorstellung von einer ersten Architektur“ allem Bauen voraus. Diese sei das „Veräußern innerer Bilder“. Sein Werk und seine Baugestaltungslehre in der Nachfolge Emil Steffanns umfasst auch Inneneinrichtung (Möbel) und künstlerische Ausgestaltung (Glasfenster, liturgisches Gerät).Biografie Hülsmanns auf seiner offiziellen Website. Abgerufen am 20. August 2016.

Werk (Auswahl) 1961–1968 Bauatelier Steffann 1961: St.Laurentius, Köln-Lindenthal 1964: Kartause Marienau, Seibranz im Allgäu 1964: Franziskanerkloster und Pfarrkirche St. Matthias, Euskirchen 1969: Gemeindezentrum St. Hedwig, Köln-Höhenhaus 1969: Kloster der Dominikanerinnen, Düsseldorf-Angermund 1970: Gemeindezentrum St. Walburga, Porta Westfalica–Hausberge 1970: Pfarrkirche Christus König in Oeffingen (Württemberg) 1970: Renovierung der Stadtpfarrkirche Pfarrkirche Dornbirn-St. Martin (Vorarlberg)

1969–2005 Architekturbüro Hülsmann Kirchen 1972: Umbau der Pfarrkirche St. Michael, Hohentengen (Württemberg) 1973: Gemeindezentrum Auferstehung Christ, Senne I (Bielefeld) 1974: Neuordnung der Stadtkirche in Altstätten (Kanton Sankt Gallen, Schweiz) 1974: Gemeindezentrum St. Marien, Gütersloh-Avenwedde 1975:Pfarrkirche Mariä Verkündigung, Seligenstadt (Main)Fertigstellung 1972, Weihe 1975, vgl. Karin Berkemann: Architektur im Alltagstest: Der Fakir Hobby TE, in: moderneREGIONAL Oktober 2016 (online, anlässlich der von Karin Berkemann im Auftrag der Straße der Moderne in Zusammenarbeit mit dem Dommuseum Mainz kuratierten Ausstellung "Auf ewig. Moderne Kirchen im Bistum Mainz"); Robert Schnabel u. a. (Bearb.): 1966–2016. 50 Jahre St. Marien Seligenstadt, hg. von Holger Allmenroeder für die Katholische Kirchengemeinde St. Mariae Verkündigung Seligenstadt, Seligenstadt 2016. (Entwurf:1969) 1983: St. Bartholomäus, Warendorf-Einen (Entwurf 1978) 1983: St. Stephanus, Arnsberg-Niedereimer 1984: Gemeindezentrum St. Albertus Magnus, Essen-Katernberg 1986: Gemeindezentrum Itatinga (São Paulo, Brasilien) 1992: Renovierung Heilig-Kreuz-Kirche, Dortmund 1996: Erzbischöflichen Kapelle St. Ansgar, Hamburg 2000: Gemeindezentrum St. Antonius, Hamburg-Winterhude 2003: Pfarrkirche St. Elisabeth, Gera 2002: Sakristei Bischofskirche St.Sebastian, Magdeburg

Wohnen 1976–1978: Wohnhaus Bruncken; Wohnhaus Henrich, Wachtberg; Wohnhaus Dettling, Rheinbach 1978: Stadthäuser auf der EURO-BAU-Ausstellung Bonn 1979: Stadthäuser in Bonn-Bad Godesberg, An der Nesselburg 1980: Neubau Hotel Laurentius, Weikersheim (Württemberg) 1979: Atriumhäuser, Meckenheim–Merl 1983: Altenheim Franziskushaus, Königswinter (mit Planungsgruppe Stieldorf)

Klöster 1980: Gästehaus Kloster Steinfeld (Eifel), (in Arbeitsgemeinschaft mit Manfred Sundermann) 1989: Erweiterung Kloster La Pierre Qui Vire in St. Léger / Vauban, Frankreich (nicht ausgeführt) 1999: Franziskanerinnen der ewigen Anbetung in Schwäbisch Gmünd 2005: Priorat St. Ansgar (Benediktinerkloster Nütschau-Travenbrück, Holstein), Wohntrakt und Renovierung des Herrenhauses

Planungen 1986: Bebauungsplan und Gestaltungssatzung Ortskern Rheidt–Niederkassel 1989: Umsiedlung von Inden (Gestaltungsplan und Baufibel; mit Horst Ulrich; prämiert mit dem 1. Preis) 2005: Städtebauliches Gutachten zur Zechensiedlung Phönixstraße, Gladbeck

Weblinks

http://www.seibranz.de/gemeinde/marienau.htm Das Kloster Nütschau https://www.jakobswege-norddeutschland.de/nuetschau.pdf Gisberth Hülsmann auf strasse-der-moderne.de https://www.glasmalerei-ev-web.de/pages/b6060/b6060.shtml

Einzelnachweise

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