Wolfgang Rottsieper (* 24. Juli 1919 in Frankfurt am Main; † 6. Dezember 1973 in Bern) war ein deutscher Schauspieler und Hörspielsprecher.

Leben Wolfgang Rottsieper legte in seiner Geburtsstadt das Abitur ab und ließ sich danach in Mannheim zum Schauspieler ausbilden. Nach ersten Engagements wurde er zum Wehrdienst eingezogen und kam in der Folge in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Freilassung konnte Rottsieper seine künstlerische Laufbahn fortsetzen und trat einige Jahre an Hamburger Bühnen auf, bevor er seinen Lebensmittelpunkt in die Schweiz verlegte und bis zu seinem Tod ausschließlich an eidgenössischen Theatern verpflichtet war. Von 1951 bis 1960 hatte Rottsieper ein Engagement am Luzerner Theater, anschließend ging er nach Bern und spielte dort von 1960 bis 1964 am Stadttheater und von 1964 bis 1973 am Atelier-Theater. Zwischenzeitlich gastierte er an Bühnen in Bonn, Konstanz und Linz sowie in der Spielzeit 1967/68 am Theater Basel.

Bekannte Rollen Rottsiepers waren in Luzern der Jago in William Shakespeares Othello und die Titelrolle im Tartuffe von Molière, in Bern der Gerstein in Rolf Hochhuths Stellvertreter, Saint-Claude in Die Ehe des Herrn Mississippi von Friedrich Dürrenmatt sowie Pastor Manders und Wilhelm Foldal in den Ibsen-Stücken Gespenster bzw. John Gabriel Borkman.

Daneben arbeitete Wolfgang Rottsieper seit Kriegsende bis in die 1950er-Jahre hinein umfangreich als Sprecher in Hörspielproduktionen des Nordwestdeutschen und späteren Norddeutschen Rundfunks, darunter in einer Hörspielfassung des Graham-Greene-Romans Unser Mann in Havanna, in Günter Eichs Hörspiel-Zyklus Träume und wiederholt in der Reihe Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück. Als Synchronsprecher lieh er unter anderem David McCallum in Die letzte Nacht der Titanic und Dirk Bogarde in Ein Kind war Zeuge seine Stimme.

Wolfgang Rottsieper war bis zu seinem Tod mit seiner Schauspielkollegin Eva Portmann verheiratet. Gemeinsam waren beide von 1952 bis 1960 am Luzerner Theater engagiert.

Filmografie 1953: Nur nicht aufregen 1961: Wilhelm Tell 1963: Nikolaus von Flüe – Pacem in Terris 1973: Der Tod des Flohzirkusdirektors

Hörspiele (Auswahl) 1946: Der fröhliche Weinberg – Autor: Carl Zuckmayer – Regie: Kurt Reiss 1946: Emilia Galotti – Autor: Gotthold Ephraim Lessing – Regie: Ludwig Cremer 1947: Die herrlichen Zeiten – Autor: Heinrich Mann – Regie: Gustav Burmester 1947: Das Jahr 1948 findet nicht statt – Autor: Axel Eggebrecht – Regie: Erik Ode 1948: Das Bildnis des Dorian Gray – Autor: Oscar Wilde – Regie: Hans Quest 1948: Wie die Tiere – Autor: George Orwell – Regie: Kurt Reiss 1948: Leonce und Lena – Autor: Georg Büchner – Regie: Hans Quest 1948: Moby Dick oder Der weiße Wal – Autor: Herman Melville – Regie: Gustav Burmester 1949: Der Schmuck – Autor: Guy de Maupassant – Regie: Otto Kurth 1949: Nach Damaskus – Autor: August Strindberg – Regie: Ulrich Erfurth 1950: Götter, Gräber und Gelehrte – Autor: C. W. Ceram – Regie: Gustav Burmester 1951: Träume – Autor: Günter Eich – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1951: Die Glücksritter oder Fortuna her zu mir – Autor: Joseph von Eichendorff – Regie: Gustav Burmester 1951: Der steinerne Engel – Autor: Tennessee Williams – Regie: Gustav Burmester 1952: Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück (Folge: Mord oder Selbstmord) – Autor: Ernst Buchholz – Regie: Gerd Fricke 1952: Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück (Folge: Moral im Dienst) – Autor: Gerhart Herrmann Mostar – Regie: Gerd Fricke 1954: Unter dem Milchwald – Autor: Dylan Thomas – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1954: Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück (Folge: Kuppelei) – Autor: Erich Brautlacht – Regie: Gerd Fricke 1956: Der Einbrecher – Autor: Christian Bock – Regie: S. O. Wagner 1962: Der vierte König – Autor: Edzard Schaper 1963: Unser Mann in Havanna – Autor: Graham Greene – Regie: Raoul Wolfgang Schnell 1964: Die Kreuzfahrer – Autor: Klaus Fischer – Regie: Gustav Burmester 1968: Die Brüder Rico (2 Teile) – Autor: Georges Simenon – Regie: Ferry Bauer

Synchronrollen 1950: George Cole in Die Nacht begann am Morgen 1951: Kenneth Griffith in Die Stunde X 1952: Dirk Bogarde in Ein Kind war Zeuge 1954: Donald Houston in Aber, Herr Doktor… 1958: David McCallum in Die letzte Nacht der Titanic

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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