Cochinchina, das südliche Drittel Vietnams, war von 1862 bis 1949 eine Kolonie Frankreichs. Während der Dritten Republik besaß die Kolonie von 1881 bis 1940 das Recht, einen Deputierten in die Abgeordnetenkammer (das Unterhaus der Nationalversammlung) zu entsenden. Das gleiche Recht besaßen auch die übrigen französischen Kolonien, nicht aber die anderen Landesteile Französisch-Indochinas (Annam, Tonkin, Kambodscha, Laos), da es sich dabei um Protektorate handelte, die formal keinen Teil des französischen Staates darstellten.

Wahlberechtigt waren lediglich in Wählerlisten eingetragene männliche Franzosen, keine Vietnamesen. Die Zahl der Wähler war folglich relativ gering: Bei der ersten Wahl im Jahr 1881 waren 1398 Franzosen wahlberechtigt, bei der letzten Wahl 1936 erhielten die beiden Kandidaten insgesamt 3128 Stimmen.

Die folgende Liste der französischen Abgeordneten aus Cochinchina enthält alle Personen, die die Kolonie in der Abgeordnetenkammer repräsentierten.

Name Zeit Legislaturperioden Fraktion Lebensdaten Anmerkungen Jules Blancsubé 1881–1888 III., IV. Union républicaine 1834–1888 zuvor Bürgermeister von Saigon; starb im Amt Henry Ternisien 1888 IV. - 1847–1896 Charles Le Myre de Vilers 1889–1902 V.,VI., VII. - 1833–1918 zuvor Generalgouverneur von Cochinchina und Generalresident von Madagaskar François Deloncle 1902–1910 VIII., IX. Gauche démocratique 1856–1922 zuvor und danach Abgeordneter für Basses-Alpes Pierre-Paul Pâris 1910–1914 X. Républicains radicaux-socialistes 1860–1943 Ernest Outrey 1914–1936 XI., XII., XIII., XIV., XV. Gauche radicale (zwischenzeitlich fraktionslos und Gauche républicaine démocratique) 1863–1941 zuvor Résident Supérieur in Laos und dann Kambodscha Jean de Beaumont 1936–1942 XVI. - 1904–2002 Olympischer Sportschütze 1924, später Vorsitzender des französischen NOK

Weblinks Assemblée nationale: Histoire: Recherche dans la base de données des députés français depuis 1789

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